Max Phillips Alma M.

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Inhaltsangabe zu „Alma M.“ von Max Phillips

"Der Tod ist auch eine Enttäuschung, musste ich feststellen. Wer sich auf Wolkentore oder Feuertunnel eingestellt hat, kommt nicht auf seine Kosten. Alles, was uns erwartet, ist die große Erkenntnis. Der eigene kleine Becher voll wird in das große Meer des Wissens gegossen, du selbst verschwindest wie ein Tropfen Blut in der kühlen See, und danach fließt du durch alle Augenblicke, die es je gab, wie Wasser eben durch Wasser fließt. Dein zweiter Mann macht sich mit einem Buttermesser an sein Ei und denkt Hure; der Wind lüpft die Ecke deiner Buchseite, und mit kindlich molliger Hand streichst du sie glatt, deine Finger glänzen von getrocknetem Birnensaft, und du tust den tausendundletzten Atemzug. Deine Schuhe drücken. Mit vierundachtzig ist nun mal jeder Schuh zu eng, und ausserdem trägst du ja keine Schuhe. Du denkst, ich werde nie heiraten. Mit von der Schwangerschaft geschwollenen Beinen läufst du auf die Straße; kneif ein Auge zu und heb den Daumen, lass dein ziegelro ben,ihre Leidenschaften, ihren Hunger und ihre Beziehung zur Kunst einzulassen. Max Phillips ist ein spannender und ungewöhnlicher Roman über Alma Mahler gelungen, den man nicht mehr aus der Hand legen kann."

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  • Max Phillips - Alma M.

    Alma M.
    Nat

    Nat

    25. August 2013 um 10:23

    Klappentext: Der Tod ist auch eine Enttäuschung, musste ich feststellen. Wer sich auf Wolkentore oder Feuertunnel eingestellt hat, kommt nicht auf seine Kosten. Alles, was uns erwartet, ist die große Erkenntnis. Der eigene kleine Becher wird in das große Meer des Wissens gegossen, und danach fließt du durch alle Augenblicke, die es je gab, wie Wasser eben durch Wasser fließt. Dein zweiter Mann macht sich mit dem Buttermesser an sein Ei und denkt: Hure!; der Wind lüpft die Ecke deiner Buchseite, und mit mollig kindlicher Hand streichst du sie glatt. Deine Finger glänzen von getrocknetem Birnensaft, und du tust deinen tausendundletzten Atemzug. Nach dem Tod und ohne Reue lässt der amerikanische Autor Max Phillips eine Frau ihr Leben erzählen, die als Geliebte der Genies in die Geschichte einging und so leidenschaftlich und unangepasst war wie keine zweite: Alma Mahler. Phillips’ Alma Mahler ist eine Muse und ein Quell der Inspiration für Männer – nicht weil sie schön, distanziert und selbstsüchtig ist oder weil sie sich ihnen versagt, sondern weil sie selbst unersättlich ist in ihrem Hunger nach Kunst und Liebe. Dieses Buch zu öffnen ist eine Einladung zur Besessenheit… Zum Inhalt: Max Phillips lässt Alma Mahler-Werfel ihr Leben aus der Retrospektive erzählen. Zeitlich steigt die Beschreibung beim Tod ihres Vaters, eines anerkannten, aber eher lebensuntüchtigen Hofmalers ein. Ihre Mutter heiratet schließlich den ehemaligen Assistenten ihres Vaters. Schon früh kommt Alma mit vielen bedeutenden Künstlern in Berührung. Die Männer bewundern sie und liegen ihr zu Füssen. Doch Alma will sich zunächst nicht festlegen und beginnt fast eine Affäre mit Gustav Klimt. Sie möchte selbst komponieren und kreativ tätig sein, doch dies gibt sie schließlich auf, als sie dem Werben Gustav Mahlers nachgibt und ihn heiratet. Die Ehe ist nicht auf Dauer glücklich. Alma gibt nicht viel auf geltende Konventionen und hat eine Affäre mit Oskar Kokoschka. Da sich dieser als sehr besitzergreifend und verschroben herausstellt, wendet sie sich mehr und mehr Walter Gropius zu, den sie schließlich heiratet. Doch Alma bleibt weiter flatterhaft und will sich nicht festlegen, was schließlich zur Scheidung von Gropius führt. Obwohl ihre neue Beziehung mit Franz Werfel einer emotionalen Achterbahnfahrt gleicht, bleiben die beiden bis zu seinem Tod ein Paar. Die Beziehung zu ihren Kindern wird als recht distanziert beschrieben. Die eigentliche Erziehung übernimmt ein Kindermädchen. Drei ihrer Kinder sterben und natürlich betrauert sie sie. Dennoch fängt sie sich schnell wieder und geht weiter ihren Leidenschaften nach. Aufgrund der Machtergreifung der Nazis müssen Werfel und Alma Österreich verlassen und in die USA emigrieren, wo sie in regem Austausch mit anderen deutschen Emigranten stehen. Nach Werfels Tod zieht  Alma nach New York und lebt dort bis zu ihrem eigenen Tod ein recht zurückgezogenes Leben. Meine Meinung: Das unkonventionelle, leidenschaftliche und auch sehr egozentrische Leben der Alma Mahler-Werfel hat mich sehr in seinen Bann gezogen. Dies lag natürlich auch mit daran, dass Phillips die Ich-Perspektive gewählt hat und Alma selbst erzählen lässt. Auch die Form der Retrospektive fand ich sehr interessant. Man sieht sich mit einer Person konfrontiert, die sicher auch Ecken und Kanten hatte und oft andere Menschen verletzt hat. Dennoch muss man sie irgendwie für ihren Mut und ihre Leidenschaft bewundern. Ein tolles und empfehlenswertes Buch!

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