Max Porter

 4.1 Sterne bei 28 Bewertungen

Lebenslauf von Max Porter

Mit Leidenschaft für das gedruckte Wort: Max Porter wurde 1981 in High Wycombe, Großbritannien, geboren. Er studierte Kunstgeschichte am Courtauld Institute of Art in London und schloss mit einem Master of Arts ab. Im Anschluss arbeitete er als unabhängiger Buchhändler. Für die Leidenschaft, die er bei seiner Arbeit zeigte, wurde er mit dem Young Bookseller of the Year Award ausgezeichnet. Seit 2012 arbeitet Porter bei Granta Books als Lektor. Sein eigener Debütroman, »Trauer ist das Ding mit Federn«, erschien 2015. Das Buch schaffte es auf Anhieb in die Longlist des Guardian First Book Award und die Shortlist des Goldsmiths Prize. 2016 gewann Porter den Dylan Thomas Prize.

Alle Bücher von Max Porter

Cover des Buches Trauer ist das Ding mit Federn (ISBN:9783036959740)

Trauer ist das Ding mit Federn

 (11)
Erschienen am 16.04.2018
Cover des Buches Lanny (ISBN:9783036957937)

Lanny

 (7)
Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches Grief is the Thing with Feathers (ISBN:9780571327232)

Grief is the Thing with Feathers

 (10)
Erschienen am 25.08.2016

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Rezension zu "Lanny" von Max Porter

Altvater Schuppenwurz agiert
reneevor 2 Monaten

Wie will man dieses Buch/dieses Konstrukt beurteilen? Ich versuche es mal. 


Als erstes muss ich die Sprache von Max Porter hervorheben. Dieses Spiel mit den Wörtern, mit den Sätzen, mit der Sprache macht einfach Spaß. Es ist sehr schön zu lesen und man kann diese Schreibe total genießen.


Als nächstes muss und will ich auf diesen unglaublichen Sog in der Sprache des Max Porter eingehen. Im ersten Teil plätschert die Geschichte so dahin, ich war thematisch etwas überrascht und wunderte mich wohin die Geschichte so steuert. Im zweiten Teil des Buches entfaltet sich ein regelrechter Orkan aus Worten und Handlung, ein heftiges Szenario wird in diesem Teil des Buches thematisiert, ich war etwas schockiert und gleichzeitig auch entrüstet, schockiert über das Grundthema und entrüstet über die Menschen in der Handlung. Wobei mir neben der Sprache auch die Gesellschaftskritik in diesem Teil sehr gefallen hat. Und im dritten Teil des Buches gewinnt schlussendlich der mystische Teil wieder an Bedeutung und eine vollkommen neue Art von Geschichte wird beschrieben. Insgesamt ist dieses Buch durch diese besondere Art der Schreibe ein Lesegenuss. 


Wenn ich auf den Aufbau des Buches zu sprechen komme, variiert er von Teil zu Teil genauso. Im ersten Teil des Buches wird in Abschnitten geschrieben, die mit den Namen der sprechenden Person überschrieben sind, ein engerer Personenkreis kommt zu Wort. Im zweiten Teil wechselt in kleinen Absätzen die beschreibende Person, wobei die Person nicht immer ersichtlich und erkennbar ist und die Menge der beschreibenden Personen extrem zunimmt, das ganze Dorf ist plötzlich dabei und auch die Polizei. Im dritten Teil wird einerseits eine mystische traumhafte Geschichte erzählt, die wieder nur einen engeren Teil des Personenkreises betrifft  und andererseits folgt ein Blick einer anderen Person des Dorfes. Insgesamt ist dieses Buch in seinem ganzen Aufbau/seiner ganzen Gestaltung ein sehr kunstvolles Buch.


Zum Inhalt des Buches, es geht um ein Kind, Lanny, ein etwas wunderliches und seltsames Kind, ein singendes und fabulierendes Kind, ein außergewöhnliches Kind, das trotzdem seine Umgebung auch verzaubert, nicht jeden, aber viele. Und es geht darum, wie dieses kleine englische Dorf und seine Einwohner und auch die Eltern mit diesem Kind umgehen. Es geht aber auch darum , wie die alteingesessenen Bewohner dieses kleinen englischen Dorfes zu Zugezogenen und Außenseitern stehen und wie menschliche Dramen in den Medien ausgeschlachtet werden können. Es ist eine Geschichte, die den Menschen und sein Tun im Blick hat und dieses Tun heftig kritisiert. Und eine Mystik ist an zentraler Stelle, eine Mystik, die wir vergessen haben. Aber muss sie deswegen nicht mehr existent sein?


Insgesamt betrachtet ist dieses Buch ein künstlerisches Buch, ein sehr interessantes Buch, aber ebenso ein Buch, welches nicht jedem gefallen wird. Mir hat es dagegen sehr gefallen!

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Rezension zu "Lanny" von Max Porter

LANNY
killmonotonyvor 4 Monaten

2018 machte Max Porter mit seinem Debütroman “Trauer ist das Ding mit Federn” ganz schön Furore in meiner Bubble – einigen war der Stil jedoch zu derb, zu zerhackstückelt, für wieder andere (mich eingeschlossen) war Porters dünner Roman ein Feuerwerk, ein frischer Wind in der festgefahrenen Belletristik, die ich um diese Zeit herum gelesen habe. Porters Debüt handelte von den ältesten Themen der Zeit: Liebe und Tod. Nun ist letzten Monat Max Porters neuer Roman “Lanny” erschienen, der erneut ein fulminantes Erzähltempo vorlegt und als wahres Fest zwischen den ganzen Neuerscheinungen heraussticht. Und ebenso wie sein Vorgänger die grundlegenden Themen der Menschheit anspricht. Doch von vorne: Es geht um den titelgebenden Lanny, ein schrulliger, sprachbegabter Junge, der sich ständig im Singsang mit sich selbst und der Natur befindet und furchtlos die höchsten Bäume erklimmt. Lannys Mum, die Krimiautorin ist, kommt die wunderbare Idee, dass Lanny doch bei dem 80-jährigen Pete, dem eigenbrötlerischen Künstler des Dorfs, doch ein paar Stunden Kunstunterricht nehmen könnte. Aus dieser zunächst merkwürdig anmutenden Idee – kam Pete doch in das Dorf, um sich zurückzuziehen – entsteht eine unerwartete Freundschaft zwischen ihm und Lanny. Die beiden sind gut füreinander und Lanny lernt nicht nur das grundlegende Kunsthandwerk, sondern auch einiges über das Leben – Pete hat schließlich bereits einige Jährchen hinter sich. Doch spätestens, als Lanny plötzlich verschwindet, wird gemunkelt, diese Freundschaft wäre unnatürlich; ein vermeintlich Schuldiger ist schnell gefunden.

Ich denke an mein schlafendes Baby nebenan. Oder vielleicht schläft Lanny gar nicht. Vielleicht tanzt er im Garten mit Elben oder Kobolden. Wir nehmen an, dass er wie jedes normale Kind schläft, aber er ist kein normales Kind, er ist Lanny Greentree, unser kleines Enigma.

Obwohl “Lanny” sich von Max Porters erstem Roman von der Geschichte her unterscheidet, greift der Autor hier wieder zu bereits bekannten Themen und setzt sie mit seiner bewährten, wunderbaren Schreibtechnik um. Leser werden sich an die Trennung der verschiedenen Perspektiven bzw. Bewusstseinsströme von “Trauer ist das Ding mit Federn” erinnern, an die Erzählstimme eines Kindes und die oftmals explizite Sprache, die abstoßende Dinge beschreibt (»[…] dann schrumpft er, schlitzt sich mit einer rostigen Dosenlasche einen Mund, saugt eine nasse Haut aus saurem Mulch und saftigen Würmern an«). Die elterliche Liebe, der Wunsch, zu beschützen, all das findet sich in “Lanny” wieder. Sogar die Rolle der Krähe, die in Porters Debüt über die Familie wacht, bekommt ihren Auftritt in “Lanny”: als Altvater Schuppenwurz, dem nicht so freundlichen Wald- und Dorfgeist, der unter/über/in “seinem” Dorf alles hört, sieht und schmeckt, was sich dort so abspielt. Altvater Schuppenwurz lässt den Leser all die Gesprächsfetzen des Dorfes hören, das nach außen ganz friedlich wirkt, im Inneren jedoch den üblichen Tratsch und die Hetzereien liefert. Der Bewusstseinsstrom von Schuppenwurz wird im Buch auf eine besondere Art und Weise dargestellt, die beim Durchblättern sofort ins Auge fällt: Die Gedanken- und Sprachfetzen ordnen sich keinem geradlinigen Satz- und Layoutzwang unter, sondern wabern durch den Raum. Im weiteren Verlauf der Geschichte erfahren wir außerdem, dass Altvater Schuppenwurz, der auch als Totpapa Schuppenwurz bezeichnet wird, überall ist und dass es grausige Geschichten gibt von Leuten, die ihn gesehen haben wollen.

Folge nur brav und bete recht fromm, dass dich Totpapa Schuppenwurz nicht holen kommt.

Weiterlesen: https://killmonotony.de/buecher/rezension/max-porter-lanny

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Rezension zu "Lanny" von Max Porter

Der Traum vom Landleben
Vorleser2vor 7 Monaten

Vater Schuppenwurz ist wieder einmal aufgewacht und zieht durch das Dorf, sich von Gesprächsfetzen und Gedanken der Bewohner ernährend. Sein besonderer Liebling ist Lanny, wahrscheinlich weil Lanny ja auch der eigentliche, richtige Dorfbewohner ist. 

Die Tragödie beginnt als Lanny verschwindet und damit eine Maschinerie in Gang gesetzt wird, in der sich alle Beteiligten von ihrer schlechtesten Seite zeigen und humane Züge verlieren. Am Ende geht es für Lanny Kraft Übernatürlichkeit und Mutterliebe noch einmal gut aus, es gibt einen Hoffnungsschimmer, die Realität kann jemanden wie Lanny nicht ganz vernichten. Aber Porter hat in seiner Zivilisationskritik nicht viel Positives übrig gelassen an uns normal Sterblichen ...mehr dazu bei www.dievorleser.blogspot.de

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