Max Scharnigg Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe

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Inhaltsangabe zu „Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe“ von Max Scharnigg

Nach einer verstörenden Entdeckung vor seiner Wohnungstür, zieht sich Nikol Nanz unter den Treppenabsatz des Mietshauses zurück. Hier hofft er, ungestört über die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand schreiben zu können. Doch die Arbeit stockt, denn der Journalist denkt über seine Beziehung zu M. nach, und Nachbar Schmuskatz stöbert ihn in seinem Versteck auf. Gemeinsam folgen sie gedanklich den Trampelpfaden der Liebe und bringen Nikol schließlich zurück in seine Wohnung im zweiten Stock.

Es ist zwar schon lange her, aber ich habe das Buch gut in Erinnerung.

— Justitia93
Justitia93

Eiger-Nordwand oder eigenes Treppenhaus? Beides beginnt mit dem ersten Schritt in der Schräge, beides kann mühsam sein!

— elane_eodain
elane_eodain

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  • Das Leben als Bergbesteigung

    Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe
    TimFinnegan

    TimFinnegan

    17. March 2015 um 17:44

    "Nach einer verstörenden Entdeckung vor seiner Wohnungstür zieht sich Nikol Nanz erstmal unter die Treppe seines Mietshauses zurück. In der Stille dieses vergessenen Ortes hofft er auf Klarsicht und darauf, seinen Text über die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand fortsetzen zu können. Doch die Arbeit verzögert sich. Die rätselhaften Vorgänge im zweiten Stock und der alte Nachbar Schmuskatz, der ihn in seinem Versteck aufstöbert, lenken ihn ab. Die Freundschaft zu dem absonderlichen Alten hilft Nikol aber schließlich, seine Treppenhöhle wieder zu verlassen und den Aufstieg zu wagen." Bei diesem Buch gilt: In der Kürze liegt die Würze. Dennoch stecken hinter der parabelhaften Geschichte einige gute Ideen. Der merkwürdig anmutende Rückzug unter die Treppe wirkt wie eine Meditation; der Berg, den es zu besteigen gilt, wie eine Metapher für alles, was den Protagonisten so belastet. Fazit: Eine nette kleine Geschichte für zwischendurch, aus der man auf jeden Fall etwas mitnehmen kann.

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  • Sehr skuril, aber liebenswert

    Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe
    anena

    anena

    26. December 2013 um 09:58

    Ein Mann, der sich im Hausflur unter einer Treppe versteckt und einen Artikel über die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand schreibt, so ist der Inhalt dieses kurzen Romans. Die Beschreibungen der Menschen und Gegenstände ist sehr liebevoll, die Atmosphäre dicht. Sicher ist nicht die Besteigung der Nordwand das Hauptthema, sondern das Seelenleben des Journalisten und die Beziehung zu M. Das Ende fand ich etwas zu abrupt.

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  • Wunderschön, skurriler Liebesroman

    Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe
    R-E-R

    R-E-R

    02. June 2013 um 22:10

    Wie stellt man sich den typischen SZ Journalisten vor? Jung, dynamisch, erfolgreich mit allen dazu notwendigen Attributen? Oder doch eher verträumt, dem eigenen Intellekt nachsinnend? Nikol Nanz, der Held aus Max Scharniggs “Eiger Nordwand”, gehört eher zur zweiten Sorte. Eines Abends kehrt er von der Arbeit nach Hause zurück und findet vor seiner Wohnungstür ein fremdes paar Schuhe. Von drinnen hört er Stimmen. Seine Freundin M. und jemand, den er nicht identifizieren kann. “Ich stand etwas atemlos da, den Schlüssel in der Hand. Erschrocken wandte ich mich um, steckte den Schlüssel in die Manteltasche und ging hinunter, ganz so, als würde ich das Haus gerade verlassen.” Nikol verlässt das Haus mitnichten, dafür richtet er sich häuslich unter der Treppe ein. Gut versteckt hinter einem alten Kinderwagen und einer Kiste mit Wurfsendungen. Dort bleibt er sitzen und schreibt im Geist an seinem Artikel über die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand. Max Scharnigg verbindet in seinem Debütroman sehr gekonnt die spannende Geschichte der Bergsteiger Ludwig Vörg und Anderl Heckmair, die im Juli 1938 gemeinsam mit Heinrich Harrer und Fritz Kasparek die Eiger-Nordwand erstmals durchstiegen mit der melancholischen Liebesgeschichte seines Helden. Nikol, der junge Journalist, lebt mit seiner Freundin M. in einer einsamen Beziehung. Aufgrund einer Krankheit die nicht näher benannt wird, verlässt diese seit geraumer Zeit nicht mehr die Wohnung. Alle Kontakte und Freundschaften sind in den Jahren eingeschlafen. Nikol hält nur durch seine Arbeit Verbindung zur Außenwelt. Was ihn trägt ist die Liebe zu seiner Freundin: “An ihrer Seite war das Unsichtbare sichtbar und das Unnütze wurde nutzbar. Alles, was ich bieten konnte, traf bei ihr auf Nachfrage. Sie war in allen Dingen, das was fehlte.“ Der leise Roman, dem ich anfangs eher gelangweilt folgte, nimmt etwa ab der Mitte Spannung oder zumindest Fahrt auf. Nämlich dann, wenn Nikol unter der Treppe von Herrn Schmuskatz entdeckt wird, einem alten Herrn aus der Parterrewohnung des Hauses. Bei Paprikahendl kommen sich die beiden näher und Nikol findet einen geduldigen Zuhörer, der am Ende sogar bereit ist, ihn vielmehr zwingt, seinen eigene Nordwand zu bezwingen. Nämlich die Treppen zu seiner Wohnung wieder hinaufzusteigen. Parallel zum Treppenaufstieg erzählt Scharnigg dann sehr fesselnd und anschaulich von den vier Bergsteigern. Das sich das ganze am Ende als surrealistischer Traum entpuppt, konnte sich der gewiefte Leser natürlich schon vorher denken. Wie anders hätte es der Held sonst wochenlang ohne Essen, Trinken und Toilette sitzend unter einer Treppe ausgehalten? Aber derlei profane Überlegungen schmälern am Ende nicht das Lesevergnügen. Scharnigg erzählt hier eine wundervoll melancholisch romantische Liebesgeschichte zweier einsamer Seelen (eigentlich sogar drei, wenn man Schmuskatz mitzählt) die aus der Zeit gefallen mitten in München gelandet sind. Genauer gesagt in der Jutastraße in Neuhausen (kleine Empfehlung für Nichtmünchner: sehenswerter Stadtteil mit schönen Cafés). Besonders hervorzuheben ist meiner Meinung nach die feine Sprache des Autors. Seine Sätze klingen wie schüchterne Erklärungen, rührend, naiv und altmodisch elegant. Sehr schön sind auch einige seiner Wortschöpfungen. “Mädchenroulade” für den Anblick seiner in der Schlafdecke eingerollten Freundin. Oder “Kitzelschnauf” dafür dass Nikol seiner Freundin nachts beim Schlafen den Atem in den Nacken bläst. Man verrät nichts, wenn man verrät dass beide Aufstiege am Ende geschafft werden. Der Weg ist hier das Ziel.

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  • Rezension zu "Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe" von Max Scharnigg

    Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe
    goldfisch

    goldfisch

    02. May 2011 um 12:12

    Der "Ich-Erzähler",Nikol, kommt von der Arbeit nach Hause.Vor der Wohnung in der er mit seiner Freundin lebt, steht ein Paar Schuhe...fremde Männerschuhe.Von drinnen hört er 2 Personen.Seine Freundin ist nicht alleine.Verwundert steckt er seinen Haustürschlüssel wieder ein und "zieht" unter die Treppe des Hauses.Schon bald erkennt er die Mieter an ihren Schritten.Er grübelt über seine Beziehung und arbeitet im Kopf daran seinen Bericht über die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand zu formulieren. Sein Leben scheint völlig aus der Bahn, dort im Treppenhaus.Dann wird er entdeckt, vom Nachbarn Schmuskatz, der auch eine verblühte Liebe betrauert. Seitdem ißt dieser nur noch Paprikahuhn und läßt Nikol an seinem Leben teilhaben. Ein anspruchsvolles Buch, welches vom Leser auch "zwischen den Zeilen" gelesen werden möchte.Ich habe zudem noch einen Hauch von der Bergsteigerei erfahren.

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  • Rezension zu "Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe" von Max Scharnigg

    Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe
    joshi_82

    joshi_82

    23. April 2011 um 08:08

    Nikol Nanz - Ich-Erzähler dieser Geschichte - entdeckt vor seiner Wohnung, in der er mit seiner Freundin allein und recht abgeschieden lebt, ein fremdes Paar Männerschuhe und entschließt sich daraufhin, sich unter der Treppe in seinem Wohnhaus zu verstecken. Er und seine Freundin haben keine Freunde mehr, weil die beiden sich sehr abschotten. Sie leben immer im selben Tagesrhythmus und seine Freundin verlässt kaum noch die Wohnung, weil sie psychisch krank ist. Deshalb kommt Nikol so gar nicht damit klar, als da plötzlich fremde Schuhe vor der Wohnung stehen. Während er da so unter der Treppe sitzt, arbeitet er weiter an seinem Artikel über die Besteigung der Eiger-Nordwand. Nach einer Weile wird Nikol von einem seiner Nachbarn - Herr Schmuskatz - gefunden und dieser lädt ihn in seine Wohnung ein. Schmuskatz hat so einige schrullige Eigenschaften, genau wie Nikol auch und daraus ergeben sich herrliche Gespräche... Was ich mich beim Lesen unweigerlich (nicht nur einmal) gefragt habe, ist ob Nikol - der ja nicht nur ein paar Stunden unter der Treppe haust, sondern scheinbar tagelang - nicht auch mal etwas trinken/essen oder ein Geschäft erledigen muss. Zumindest bis zu dem Moment, in dem ihn Schmuskatz zu sich einlädt scheint er nichts davon getan zu haben. Alles was er tut, ist die Menschen und Hunde, die im Haus ein- und ausgehen, zu beobachen und deren Schritte zu katalogisieren und an seinem Artikel zu arbeiten. Seine Freundin nennt Nikol nicht ein einziges Mal beim Namen. Alles was der Leser erfährt, ist das der Name mit M. beginnt. Nikol erzählt im Laufe der Geschichte, wie sich die Krankheit seiner Freundin entwickelt hat und daraus kann man schließen, warum ihn diese fremden Männerschuhe so aus der Bahn werfen. Was mir hier sehr aufgefallen ist, ist das Sätze, die gesagt werden, nicht mit "" gekennzeichnet werden, so dass man manchmal nicht recht weiß, ob etwas laut ausgesprochen oder nur von Nikol gedacht wird, wobei ich vermute, dass genau das vom Autor so beabsichtigt wurde. Fazit: Dieses Buch zieht einen in seinen Bann. Auch wenn es keinen extrem spannenden Plot hat, so will man doch wissen, wie diese Geschichte endet. Gerade die schrulligen Charaktere machen dieses Buch so einzigartig und es macht einfach Spaß, in die Gedanken- und Gefühlswelt von Nikol einzutauchen.

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