Max Scharnigg Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau

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Inhaltsangabe zu „Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau“ von Max Scharnigg

Die verwunschene Welt des Jasper Honigbrod Ein Einsiedlerhof in den Hügeln, drei Generationen unter einem Dach und ein sehr alter Fisch im Weiher. Wer hier aufwächst, kann entweder sehr glücklich oder sehr unglücklich werden. Jasper Honigbrod entscheidet sich mit sechs Jahren für das Glück. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Fehlentscheidungen sind in seiner Familie ausgesprochen häufig.

Modernes Märchen über den Abschied von der Kindheit. Wunderbar.

— FrauGonzo
FrauGonzo

Die Geschichte der kauzigen Männer der Familie Honigbrod und ihren zwei Regeln: Tagebuchführen und Hofstange aufstellen. Magisch.

— BluevanMeer
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  • Ein traumhaft schönes Buch

    Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
    anena

    anena

    19. August 2017 um 18:49

    Max Scharniggs Buch ist das beste, das ich seit langem gelesen habe. Es beschreibt das Leben auf einem Einsiedelhof von einem elfjährigen Jungen, seiner Stiefschwester, seinem Vater und Großvater. Viele Rückblenden geben Aufschluss über das Leben der Erwachsenen. Es ist ein Buch der leisen Töne: sehr poetisch, zärtlich, märchenhaft, komisch und mit viel Atmosphäre.

  • Am Fuße der Hofstange

    Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
    YukBook

    YukBook

    23. January 2016 um 12:14

    Die hölzerne Hofstange ist das Wahrzeichen von Pildau, imaginärer Schauplatz dieses Romans. Auf einem einsamen Hof nahe der bayerisch-tschechischen Grenze leben drei Generationen – Sohn, Vater und Großvater – unter einem Dach. Max Scharnigg erzählt die Geschichte aus der Sicht des Jüngsten, Jasper Honigbrod, der zu seinem sechsten Geburtstag ein Tagebuch von seinem Vater Max geschenkt bekommt. Am liebsten würde er es mit so spannenden Inhalten füllen wie die Guten-Morgen-Geschichten, die ihm sein Vater täglich vorliest. Zum Glück tut sich sehr bald eine sprudelnde Quelle für interessanten Stoff auf und zwar in der Gestalt des Findelskindss Lada. Jaspers schüchterner und liebevoller Umgang mit dem frechen Mädchen ist wundervoll geschrieben. Auch die übrigen Figuren werden gut gezeichnet: zum Beispiel die Stiefmutter Lene-Mama, die völlig ohne Erwartungen und Ansprüche eine Lebensphase nach der anderen abhakt, als gelte es, ein vorgegebenes Pensum zu absolvieren. Oder der Großvater, der als begabter Ingenieur eine Erntemaschine erfindet. Man hat fast das Gefühl, man bekomme selbst eine leichtfüßige, märchenhafte Guten-Morgen-Geschichte vorgelesen.

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  • Rezension zu "Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau"

    Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
    littleowl

    littleowl

    11. November 2014 um 19:19

    Abgeschottet vom Rest der Welt wächst Jasper Honigbrod auf einem Einsiedlerhof nahe dem Dorf Pildau auf. Er lebt dort zusammen mit seinem Vater Max, seinem Großvater Ludwig und dem Waisenmädchen Lada, das Max eines Nachts aus einem Autowrack rettet. Die Traditionen, die auf dem Hof gepflegt werden, zum Beispiel die tägliche Gutenmorgengeschichte und das Längen der Hofstange, das in dieser Gegend schon seit Jahrhunderten Brauch ist, sind bis zu Ladas Auftauchen das einzig Außergewöhnliche in Jaspers Leben. Doch je älter er wird, desto mehr häufen sich Ereignisse, die das Kindheitsidyll ins Wanken bringen. Das hier hätte ein ziemlich langweiliger Roman werden können. Dass es dazu nicht gekommen ist, ist vor allem dem wunderbaren Schreibstil zu verdanken. Der Autor beschreibt alles sehr poetisch und fängt dabei den Zauber eines kleinen Hofs mitten im Nirgendwo perfekt ein. Der Bauernhof wirkt wie ein eigenes kleines Universum, das man als Leser am liebsten nie wieder verlassen würde. Für Jasper ist es seine ganze Welt und die Kindersicht ist hier gut getroffen. Wenn man liest, welche Magie ganz einfachen Dingen für Jasper innewohnt, möchte man fast selbst nochmal 6 Jahre alt sein. Außerdem sorgt seine kindlich-naive Interpretation von z.B. Schmuddelheftchen oder Drogen besonders am Anfang auch für viele komische Momente. Grundsätzlich kann es immer gründlich schiefgehen, wenn Romane keinen echten Spannungsbogen haben. Hier wird es trotzdem nie langweilig, weil nicht nichts passiert, sondern die Ereignisse, die Jaspers Kindheit beenden, ganz natürlich aufeinanderzufolgen scheinen. Spannend ist vor allem, mitanzusehen, wie Jasper von einem Kind langsam zum Teenager wird. Auch die Lebensgeschichten der Erwachsenen werden sehr ausführlich erzählt. Das bereichert jedoch den Roman, weil ihr manchmal etwas seltsames Verhalten in der Gegenwart damit erklärt wird. Alle Figuren, allen voran natürlich Jasper, sind sorgfältig und liebevoll ausgearbeitet. Durch eine Vielzahl an kleinen Eigenheiten wirken sie sehr lebendig. Das gilt auch für Lada, allerdings bleibt sie für den Leser genauso ein mysteriöses Wesen wie für Jasper. Trotzdem ist er hingerissen von ihr und diese kindliche Verliebtheit wird unglaublich süß und unschuldig dargestellt. Ein wunderbarer Roman, der beweist, dass auch die schönsten Kindheiten irgendwann enden müssen.

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  • Vorfäufige Chronik des Himmels über Pildau

    Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    10. March 2014 um 15:02

    "Was war das doch für eine Zeit, in der ohne weiteres und an jedem Nachmittag alles passieren konnte." Jasper Honigbrod lebt gemeinsam mit Vater und Großvater auf einem alten Aussiedlerhof, auf dem noch die alte Tradition des "Stangen längens" betrieben wird. Dies ist ein Brauch, der dem Hof und der dazugehörigen Familie Glück bringen soll. Mit nachlassender Pflege dieser Tradition, scheint auch das Glück das Gefühl zu haben nicht mehr mit angebrachter Sorgfalt behandelt zu werden und zieht von dannen oder hockt verärgert in der Ecke. Max Honigbrod, der Mann mittlerster Generation, lebt zwar mehr in der Welt der Literatur als in der Realität, aber er hat vom Hofältesten Ludwig Honigbrod, Ingenieur und Pedant, diesen Brauch übernommen. Gemeinsam sorgt man dafür, dass das Stangen längen fleißig und sorgfältig betrieben wird. Doch dann und wann geschehen ereignisse, die auch ein so sortiertes und geregeltes Leben in den Strudel des Chaos ziehen können. "So zogen sie dort ein, ein altes Kästchen, das schon immer dort gewohnt hatte, und ein neues Mädchen, das noch nie dort gewohnt hat." Jasper ist sechs Jahre alt, als der Vater eines Tages ein Kind mit nach Hause bringt, dass nach Angaben der "Opis" (erwachsene Männer) ein Mädchen sein soll - so wie die Lene-Mama, die ab und an -und das viel zu selten, vorbeischaut, und nach den Berechnugen von Jasper und Max in etwa 5 Jahre alt sein muss. Der Lauf von Dingen, vor denen Jasper bisher nicht nur behütet, sondern auch abgeschottet lebt, nimmt seinen Lauf. Der Münchner Journalist und Schriftsteller Max Scharnigg hat den Bayerischen Kunstförderpreis zu recht verliehen bekommen, denn das, was er im Roman "Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau" abliefert ist für mich wahre Schriftssteller Kunst. So kreiert er das kleine Hofgut Pildau, in dem die Uhren so anders laufen, dass der Leser das Gefühl bekommt in eine andere Zeit, teilweise sogar eine andere Welt einzutauchen. Eine Welt, in der man nach Vorgaben von Schriftsstellern lebt und einen ganz eigenen Lebensrhythmus schafft. Und dennoch haben die Bewohner dort ganz eigene Kernkompetenzen entwickelt. So erziehen die beiden älteren Männer die zwei Kinder nach bestem Wissen und Gewissen. Inwieweit sich das positiv auswirkt, liegt ein wenig im Auge des Betrachters. Ein Perspektivwechsel ist hier durchaus hin und wieder angebracht. "Wir zogen wild herum, niemand kannte uns, und nichts kannten wir, wir hatten nur die Bücher, die Reste des Hoflebens und die Straße." Jasper und das Mädchen, das von Max sinniger Weise Lada getauft wurde, denn immerhin hat er es aus einem Lada gerettet, erleben diese Welt auf eigene Art und Weise und obwohl sie auch unterschiedlich damit umgehen, zeigt es deutlich, dass es etwas wie antrainiertes Verhalten gibt und viele Verhaltensmuster nichts mit dem Generbe der einzelnen Person zu tun haben. "Die vorläufige Chronik des Himmels über Pildau" ist damit vor allem ein Roman übers Erwachsen werden. Oder besser gesagt übers aufwachsen und entwickeln. Jasper ist so naiv, weiß so wenig vom Leben außerhalb Pildaus und macht seine Erfahrungen auf die für Pildau ganz eigene und vor allem eigensinnige Art und Weise. Wir lernen aber nicht nur Jaspers Beweggründe dafür, warum er ist, wie er ist, kennen, sondern auch die von Max, Ludwig und Marlene. Der Autor gibt uns einen kleinen aber sehr intensiven und gewichtigen Einblick in das Leben jedes Charakters und öffnet uns damit ein Stück zu deren Seele. "Jeder, der ein Buch liest, weiß wann die Geschichte zu Ende geht, die Finger, die das Buch halten, verraten es, und es war genau das problem, das ich mit dem Übergang von Tag und Nacht und Sommer und Winter hatte." Max Scharnigg hat mir mit meinem seinem Roman "Die vorläufige Chronik des Himmels über Pildau" ein Kleinod beschert, das es auf die Liste meiner Herzensbücher geschafft hat. Voller Sprachgewalt, Tiefgang und kräftiger Poesie, beschreibt er das Leben in der Abgeschiedenheit von Pildau, wo alles seinen natürlichen Gang geht und sich damit von vielem distanziert, was in großen Gemeinschaften passiert. Von der Absurdität dessen, was passieren kann, wenn Menschen versuchen etwas nach ihren Vorstellungen zu kultivieren und den Bann des natürlichen Werdegangs brechen, um ihre eigenen Vorstellungen aufzuzwingen. Bedächtigkeit und Aufmerksamkeit sind für mich so gewichtig im Roman, wie das verfolgen eigener Träume. Und manchmal staune ich - ebenso wie die Honigbrods -, darüber, wie fernab die Realität von dem ist, was in Büchern passiert und das, wo Bücher doch alles wissen ...

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  • So kauzig und liebenswert wie das Debüt

    Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
    LeChristoph

    LeChristoph

    03. February 2014 um 17:06

    Ein wenig Zeit braucht es schon, um sich in der merkwürdigen Welt von Pildau und ihrer nicht minder windschiefen Bewohner einzufinden, aber wer sich darauf einlässt, wird mit ein paar gewinnbringenden, vergnüglichen Lesestunden belohnt. --> hier geht es zur kompletten Rezension