Max Sprenger nimmt uns in sein Leben, wie es war und wie es nie mehr sein wird. Max ist ein gesunder, intelligenter und sportlicher Teenager von 14 Jahren. Er lebt gemeinsam mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern in einer hessischen Kleinstadt. Er liebt es mit seinen Freunden gemeinsam Zeit zu verbringen und seine Leidenschaft gehört dem Parcour. In einem Urlaub mit einer befreundeten Familie bekommt er plötzlich sehr starke Kopfschmerzen und nachdem sie einfach nicht besser wurden und sich sein Zustand sehr schnell verschlechterte, kam er in das dortige Krankenhaus.....das war das Leben, das einmal war.
Ab diesem Zeitpunkt wurde alles anders. Denn Max erlitt eine starke Hirnblutung in einem Bereich des Gehirns, das nicht operabel erreichbar war. Die Blutung verursachte bei Max das "Locked-in-Syndrom", d.h. Max bekam alles mit was um ihn herum passierte, wer was sagte, denn geistig war er voll da, doch er konnte nichts bewegen, gar nichts, seine Beschreibungen verursachten mir wirklich Gänsehaut während des Lesens, kein einziger Muskel gehorchte ihm, weder schlucken, essen, sprechen oder irgendwelche Zeichen geben gelang.
"Hast du dich schon einmal bis zum Hals im Sand eingraben lassen? Falls ja, dann weißt du ja, wie es ist, wenn man zwar den kühlen Sand auf der Haut spürt, aber völlig unfähig ist, sich zu bewegen. so war es nämlich bei mir und nun kannst du dir vielleicht besser vorstellen, wie schrecklich es mir damit ging. Dass es gar ein Leben lang so bleiben sollte, daran wollte ich gar nicht erst denken."
Unsere Kinder waren auch schon im Sand eingegraben, doch wenn sie nicht mehr wollten, haben wir sie ruckzuck befreit. Das war bei Max nicht möglich, doch seine Mama unternahm alles war ihr möglich war, um ihm zu helfen den Sand zu akzeptieren und mit Gottes Hilfe immer wieder Kraft zu schöpfen und sich dem Leben, wie es jetzt nun einmal ist und wohl so bleiben wird zu stellen. Es war sehr berührend zu lesen, mit welcher Wertschätzung Max von seinen Eltern schreibt und was so ein Schicksalsschlag für die ganze Familie bedeutet.
Laut der ärztlichen Prognose würde sich sein Zustand nie mehr bessern. Eine schreckliche Zukunftsaussicht, die dem verzweifelten Teenager erst nach und nach klar wird und an der er fast zerbricht. Doch es geschehen immer wieder unerklärliche Wunder und Max entwickelt einen erstaunlichen Lebenswillen und kämpft sich trotz dieser Prognose, trotz vieler Dinge, die er nie mehr wie alle anderen jungen Menschen machen können wird, dennoch durch und holt sich sein Leben Stück für Stück zurück.
Seine Geschichte ungeschönt und ehrlich aufzuschreiben, mit allen schlimmen Details, den schrecklichen Schmerzen, die er nicht mitteilen konnte, doch auch die hoffnungsvollen und schönen Erfahrungen, humorvoll und auch traurig, verzweifelt und auch dankbar, all das hilft ihm sich sein Leben Stück für Stück zurück zu holen und schenkt dem Leser einen Einblick in das Leben von Menschen, die im Koma und/oder im "Locked-in-Syndrom" gefangen sind. Max Geschichte macht uns dankbar, dass unser Körper funktioniert, wir schlucken, sprechen, essen und uns bewegen können und demütig, wie schnell sich alles ändern kann. Sie zeigt auch, mit welchen Schwierigkeiten Familien zu kämpfen haben, die einen solch kranken Angehörigen haben. Max schreibt sein Buch mit 17 Jahren, in der Gewissheit, dass er nie wieder der Alte sein wird, doch das er nicht gewillt ist aufzugeben. Er schenkt uns mit seiner Geschichte Hoffnung, Lebenswillen, Mut und Glauben.