Max Stadler

 4.4 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Waidwund.

Lebenslauf von Max Stadler

Max Stadler, Jahrgang 1981, studierte Sinologie, Geschichte und Skandinavistik in Berlin, Straßburg und Stockholm und arbeitet seit 2005 als literarischer Übersetzer. Er hat über 50 Bücher aus dem Englischen, Französischen und Schwedischen übertragen und veröffentlichte die gemeinsam mit Lucille Clauss verfassten Oberpfalzkrimis »Monatsend« (2008) und »Waldverein« (2010). 2014 erschien sein Roman »Waidwund« bei ars vivendi.

Alle Bücher von Max Stadler

Waidwund

Waidwund

 (16)
Erschienen am 30.09.2014

Neue Rezensionen zu Max Stadler

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Pelikanchens avatar

Rezension zu "Waidwund" von Max Stadler

Über Rache und Gerechtigkeit
Pelikanchenvor 3 Jahren

 >>Waidwund<< von Max Stadler

Ein bayerischer Krimi der hauptsächlich in der Oberpfalz spielt, mit kleinen Abstechern nach Afrika und Frankreich. Ein Jäger wird grausam gefoltert und die Leiche wird dann auf seinem Grundstück abgelegt, wo sie dann der älteste Sohn findet. Kurz darauf verschwindet dann auch noch der jüngere Sohn des toten auf einer Safari in Afrika spurlos. Die Familie Nübler ist nicht unbedingt beliebt im Heimatdorf nahe der tschechischen Grenze und als Täter würden viele in Frage kommen. Die Familie war aber aufgrund ihres Besitzes sehr einflussreich und hat kein Fettnäpfchen ausgelassen um sich bei den Nachbarn unbeliebt zu machen. Die Familie hat sogar Drohbriefe bekommen, aber reicht das aus um jemanden umzubringen ?

Schnell erfährt der Leser, wer hinter den Taten steckt. Nur die Motivation und die Identität bleiben lange verborgen. Ich muss zugeben das mir öfters der Zusammenhang gefehlt hat, da der Krimi in drei verschiedenen Handlungssträngen erzählt wird. Zum einen von Peter Leitner, der in diesem Fall ermittelt und versucht die eingeschworene Dorfgemeinschaft zum reden zu bringen und der durch seine derben Sprüche und Handlungen etwas aus der Rolle fällt. Im nächsten Handlungsstrang geht es um eine Gruppe Jugendliche, die kurz vor ihrem Schulabschluss sind und noch nicht ganz Wissen was sie danach eigentlich wollen und natürlich der älteren Generation rebellisch gegenüber stehen. Der dritte Handlungstrang gibt dann Einblicke in die Sicht des Mörders und die Verbindung von Afrika und Bayern.

Ich finde es geht hier weniger um den Mord, sondern mehr um die verschiedenen und eingefahrenen Lebensweisen der ländlichen Gebiete. Der Mörder überrascht durch seine Skrupellosigkeit und man möchte eigentlich Wissen wie er so Gefühlskalt werden konnte. Manches findet man eher zwischen den Zeilen, manches findet man gar nicht und der Spannungsbogen ist meistens nicht wirklich hoch. Der Handlungsstrang über die Jugendlichen war zwar manchmal  ganz lustig, hat aber meiner Meinung nach zu unnötigen Längen geführt. Max Stadler konnte mit einem tollen Schreibstil überzeugen und brachte mich manchmal zum schmunzeln.

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Blausterns avatar

Rezension zu "Waidwund" von Max Stadler

Waidwund
Blausternvor 4 Jahren

Die Großbauerfamilie Nübler ist die größte in ihrem bayrischen Dorf an der tschechischen Grenze. Durch ihre miesen und unerbittlichen Machenschaften gegenüber den Bewohnern sind sie mehr als unbeliebt, leider jedoch auch übermächtig. So haben sie eine ganze Reihe Feinde gegen sich aufgebracht, bis Bauer Nübler jemand erbarmungslos zu Tode quält. Der älteste Sohn findet ihn, der jüngste Sohn ist plötzlich in Afrika unauffindbar. Kommissar Leitner übernimmt die Ermittlungen und scheint nicht so richtig in die Spur zu kommen.
Der Krimi enthält drei Erzählstränge, wobei es hier nicht hauptsächlich nur um den Krimifall geht. Es ist viel mehr, denn hier spiegelt sich das Leben im bayrischen Hinterland wider mit all seinen Eigenheiten, bestechlicher Politik und noch immer herrschenden Großgrundbesitzerallüren. Wir erhalten Einsichten in das Dasein des Mörders, welches sich von Bayern bis nach Afrika zieht und erleben ihn bei seiner „Arbeit“, die er für richtig hält; wir begleiten die Jugendlichen Tim und seine Freunde, die die Welt verbessern wollen und sich für den Umweltschutz engagieren, und letztendlich den Ermittler Leitner, der nach seinen ganz eigenen Ansichten den Mord aufzuklären versucht. Bei jedem Erzählstrang erhält man nur dosiert Aufschlüsse, sodass man ständig weiterrätseln kann, wie all das letztendlich zusammenführen mag. Aber das tut es. Wohlüberlegt. Und am Ende wird man sehr überrascht.

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Booky-72s avatar

Rezension zu "Waidwund" von Max Stadler

Motive und Schuldige gibt es genug
Booky-72vor 4 Jahren

Die Oberpfalz, Grenzgebiet zu Tschechien. Grossbauer Nübler stirbt, einen grausamen Tod, den "Tod der tausend Schnitte". Mögliche Schuldige gibt es viele, Motive auch, denn Nübler war kein gern gesehener Dorfbewohner, die ganze Familie nicht. Nüblers Sohn verschwindet auf einer Safari, ein merkwürdiger Zufall, oder wurde er auch ermordet?

Dem Ermittlerteam um Peter Leitner wird die Arbeit nicht leicht gemacht. Bayrische Sturköpfe, korrupte Politiker und jugendliche Umweltaktivisten treten auf den Plan und kreuzen seine Ermittlungen. Und da ist ja noch der Mord an dem Elch...

Die verschiedenen Handlungsstränge verbinden sich gut miteinander, so dass man als Leser nie aus der Geschichte kommt. Lange tappt man jedoch im Dunkeln, was hier aber dem Verlauf des Krimis keinen Abbruch tut.

Super Schreibstil und spannende Handlung. 4 Sterne als Belohnung von mir.

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Gespräche aus der Community

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ars-vivendi-Verlags avatar

»Die Natur war widerspenstig, dunkel und gnadenlos. Der Himmel fern, die Sonne eine graue Eminenz. Sie hatte sich von den Einheimischen abgewandt.«
Ein abgelegenes, von schweren Fichten umgebenes oberpfälzisches Dorf an der Grenze zu Tschechien. Man kennt sich, kein Geheimnis scheint vor fremden Augen sicher. Doch dann verschwindet, nach und nach, eine gesamte Familie.
Der Vater, ein reicher, allgemein verhasster Großgrundbesitzer, wird, mit Messerstichen hingerichtet, auf einem Feld gefunden. Der zweite Sohn verschwindet in Afrika. Weitere Opfer werden folgen.

Die Dorfbewohner sind nur mäßig erschüttert. Die Nüblers, so der Name der Familie, haben den Ruf, rücksichtslos ihre finanzielle Vormachtstellung auszunutzen. Sie bestechen unter anderem politische Instanzen, um einen Elch schießen zu dürfen der eigentlich unter gesetzlichem Schutz steht. Es gibt in dem kargen opferpfälzischen Landstrich nichts, was sie nicht zu beherrschen versuchen.
Doch was es gibt: jede Menge Verdächtige.
Es gibt eine Gruppe Jugendlicher, die die Nüblers offen bekriegt und schließlich ins Kreuzfeuer der Ermittlungen gerät. Sind sie an den Verbrechen beteiligt?
Es gibt einen desillusionierten, weitgereisten Läufer, der selbst in den Weiten Afrikas rennt, als ginge es um sein Leben. Geht es um sein Leben?
Es gibt einen Kommissar namens Leitner, der den Fall erst einmal gemächlich angeht – und sich dann plötzlich beeilen muss. Was bringt ihn dazu?
Und es gibt Kollegen, die nur scheinbar zur Aufklärung des Falls beitragen. Was tun sie stattdessen?



Na, neugierig geworden? Dann bewerbt euch um ein Leseexemplar von Max Stadlers Kriminalroman »Waidwund«! 15 Bücher stellen wir vom ars vivendi verlag für diese Leserunde zur Verfügung. Dafür müsst ihr einfach nur folgende Frage beantworten:

Bewerbungsfrage: Was hat euch an der Buchbeschreibung am meisten gereizt?

Die kreativsten Antworten gewinnen und ihre Verfasser erhalten je ein kostenloses Rezensionsexemplar von »Waidwund«. Schön wäre es auch, wenn die Teilnehmer ihre abschließenden Rezensionen auf verschiedenen Plattformen (z.B. amazon, thalia.de, eigene Blogs etc.) teilen würden.

Bewerbungsschluss ist der 13.02.2015.

Alle, die kein Rezensionsexemplar gewonnen haben, dürfen sich bei Interesse natürlich trotzdem sehr gerne an der Leserunde beteiligen! Wir freuen uns auf eure Eindrücke!

Liebe Grüße aus Cadolzburg
Sabine vom ars vivendi verlag

ars-vivendi-Verlags avatar
Letzter Beitrag von  ars-vivendi-Verlagvor 4 Jahren
Hallo ihr Lieben! Erstmal vielen Dank, dass ihr "Waidwund" fleißig weiterrezensiert habt, auch wenn es in der letzten Woche einen kleinen Wechsel vor dem Computerbildschirm bei ars vivendi gab. Jedenfalls freue ich mich, die Leserunde von Sabine übernehmen zu dürfen und dass der von ihr ausgewählte Krimi bei euch allen so gut ankommt. Ich bin übrigens die Stephi, mache von April bis einschließlich Juni ein Praktikum in Vertrieb/Presse und habe Buchwissenschaft und Geschichte studiert. Gerade weil sich diese Leserunde ja schon dem Ende entgegen neigt, hoffe ich, viele von euch auch bei anderen Diskussionsrunden wieder anzutreffen. Ich hoffe mal, ihr entschuldigt mir die kurze Einarbeitungszeit, die ich letzte Woche noch brauchte, aber jetzt freue ich mich umso mehr, euch auch von meinen Leseeindrücken zu "Waidwund" zu erzählen. Mir ging es wohl ähnlich wie einigen von euch: Ich hatte wirklich Sympathien mit dem Mörder, der uns ja von Anfang an durch die ganze Geschichte hindurch begleitete, an seinen Gefühlen teilhaben ließ und alles um sich herum ja sehr anschaulich und atmosphärisch beschrieb. Dagegen schien mir Leitner als Person manchmal sogar etwas "flach", auch wenn ich ihm als gebürtige Oberpfälzerin doch so Einiges abgewinnen konnte - aber darüber, dass er kurz vor Beginn des Johannisfestes doch noch eins und eins zusammenzählen konnte, war ich wirklich froh. Ich hatte schon befürchtet, er würde vielleicht zu spät beim Finale aufkreuzen. :-) Die Aktionen von Tim und seinen Freunden sind natürlich mehr als fragwürdig gewesen; fragt ihr euch auch, ob sie nach dem Mord an Holger Nübler von Schuldgefühlen gequält wurden? Schließlich hatten sie ihn zum Jägerhochsitz "gelockt", wo dann auch alle Fäden zusammenliefen ... Und wann habt ihr denn das genaue Motiv des Täters erfasst? Wie findet ihr es, dass Vincent alias Toby für seinen Halbbruder über Leichen ging? @kassandra1010: Vielen lieben Dank für deine Rezension und das Teilen auf den verschiedenen Plattformen. Es freut mich, dass dir das Buch und - wie auch mir - die Figurenkonstellation so gut gefallen haben. Dass am Schluss der Mörder herauskatapultiert wird, dass es einem schwindelig wird, kann ich so nur unterschreiben. :-) @Booky-72: Herzlichen Dank für deine Rezension! Ich denke auch, dass das lange Rätselraten über den Mörder der Geschichte zugute kommt - und das obwohl man den Mörder ja auf Schritt und Tritt begleitet. Vielen Dank für deine lobenden Worte. :-) @Blaustern: Vielen lieben Dank für deine Rezension! Super wie du auf den Punkt bringst, dass bei allen Erzählsträngen scheinbar Nebensächliches doch noch zu Wichtigem wird, die Spannung nach oben treibt und alles "wohlüberlegt" und ausgeklügelt ihren Höhepunkt erreicht. Es freut mich, dass dir das Buch gefallen hat und am Ende eine Überraschung auf dich wartete. :-) Ich freue mich, bald mehr von euch zu hören. Ganz liebe Grüße aus Cadolzburg Stephi von ars vivendi
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