Max Stadler Waidwund

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Inhaltsangabe zu „Waidwund“ von Max Stadler

Ein ebenso wohlhabender wie einflussreicher und gewissenloser Großbauer stirbt, grausam, den »Tod der tausend Schnitte«. Sofort beginnt die Hatz auf dem Dorf und der ein oder andere Schuldige scheint schnell gefunden, wird von der Meute in die Enge getrieben. Parallel nimmt das Team um den ruppigen Polizisten Leitner die Jagd nach dem Täter auf. Lokale Seilschaften machen den Ermittlern das Leben schwer, als unter der Oberfläche brodelnde Skandale ans Tageslicht kommen. Aber der Mörder schlägt Haken, und er hat sein nächstes Opfer schon im Visier. Ein nervenaufreibender bayerischer Krimi mit viel Lokalkolorit, der sich um Freundschaft, Missgunst und Verrat dreht und den gebannten Leser bis in die Weiten Afrikas entführt.

Ein Auftragskiller, ein Kinderschänder, ein preußischer Bulle und ein toter Elch! Ein Lesesgenuss für jeden Krimiliebhaber!

— kassandra1010
kassandra1010

Fesselnder Krimi, der ganz schön knifflig war.

— esposa1969
esposa1969

Gelungener Regionalkrimi zum Mitraten!

— Talitha
Talitha

Ein etwas anderer Krimi, der positiverweise noch einiges offen lässt.

— Sixfeetunderthestars
Sixfeetunderthestars

Spielt mit vielen Vorurteilen und Klischees, aber das ist leider durchaus real - und die Story ist bis zum Ende spannend!

— angi_stumpf
angi_stumpf

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  • Über Rache und Gerechtigkeit

    Waidwund
    Pelikanchen

    Pelikanchen

    >>Waidwund<< von Max Stadler Ein bayerischer Krimi der hauptsächlich in der Oberpfalz spielt, mit kleinen Abstechern nach Afrika und Frankreich. Ein Jäger wird grausam gefoltert und die Leiche wird dann auf seinem Grundstück abgelegt, wo sie dann der älteste Sohn findet. Kurz darauf verschwindet dann auch noch der jüngere Sohn des toten auf einer Safari in Afrika spurlos. Die Familie Nübler ist nicht unbedingt beliebt im Heimatdorf nahe der tschechischen Grenze und als Täter würden viele in Frage kommen. Die Familie war aber aufgrund ihres Besitzes sehr einflussreich und hat kein Fettnäpfchen ausgelassen um sich bei den Nachbarn unbeliebt zu machen. Die Familie hat sogar Drohbriefe bekommen, aber reicht das aus um jemanden umzubringen ? Schnell erfährt der Leser, wer hinter den Taten steckt. Nur die Motivation und die Identität bleiben lange verborgen. Ich muss zugeben das mir öfters der Zusammenhang gefehlt hat, da der Krimi in drei verschiedenen Handlungssträngen erzählt wird. Zum einen von Peter Leitner, der in diesem Fall ermittelt und versucht die eingeschworene Dorfgemeinschaft zum reden zu bringen und der durch seine derben Sprüche und Handlungen etwas aus der Rolle fällt. Im nächsten Handlungsstrang geht es um eine Gruppe Jugendliche, die kurz vor ihrem Schulabschluss sind und noch nicht ganz Wissen was sie danach eigentlich wollen und natürlich der älteren Generation rebellisch gegenüber stehen. Der dritte Handlungstrang gibt dann Einblicke in die Sicht des Mörders und die Verbindung von Afrika und Bayern. Ich finde es geht hier weniger um den Mord, sondern mehr um die verschiedenen und eingefahrenen Lebensweisen der ländlichen Gebiete. Der Mörder überrascht durch seine Skrupellosigkeit und man möchte eigentlich Wissen wie er so Gefühlskalt werden konnte. Manches findet man eher zwischen den Zeilen, manches findet man gar nicht und der Spannungsbogen ist meistens nicht wirklich hoch. Der Handlungsstrang über die Jugendlichen war zwar manchmal ganz lustig, hat aber meiner Meinung nach zu unnötigen Längen geführt. Max Stadler konnte mit einem tollen Schreibstil überzeugen und brachte mich manchmal zum schmunzeln.

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    Arun

    Arun

    15. July 2015 um 00:05
  • Leserunde zu "Waidwund" von Max Stadler

    Waidwund
    ars-vivendi-Verlag

    ars-vivendi-Verlag

    »Die Natur war widerspenstig, dunkel und gnadenlos. Der Himmel fern, die Sonne eine graue Eminenz. Sie hatte sich von den Einheimischen abgewandt.« Ein abgelegenes, von schweren Fichten umgebenes oberpfälzisches Dorf an der Grenze zu Tschechien. Man kennt sich, kein Geheimnis scheint vor fremden Augen sicher. Doch dann verschwindet, nach und nach, eine gesamte Familie. Der Vater, ein reicher, allgemein verhasster Großgrundbesitzer, wird, mit Messerstichen hingerichtet, auf einem Feld gefunden. Der zweite Sohn verschwindet in Afrika. Weitere Opfer werden folgen. Die Dorfbewohner sind nur mäßig erschüttert. Die Nüblers, so der Name der Familie, haben den Ruf, rücksichtslos ihre finanzielle Vormachtstellung auszunutzen. Sie bestechen unter anderem politische Instanzen, um einen Elch schießen zu dürfen der eigentlich unter gesetzlichem Schutz steht. Es gibt in dem kargen opferpfälzischen Landstrich nichts, was sie nicht zu beherrschen versuchen. Doch was es gibt: jede Menge Verdächtige. Es gibt eine Gruppe Jugendlicher, die die Nüblers offen bekriegt und schließlich ins Kreuzfeuer der Ermittlungen gerät. Sind sie an den Verbrechen beteiligt? Es gibt einen desillusionierten, weitgereisten Läufer, der selbst in den Weiten Afrikas rennt, als ginge es um sein Leben. Geht es um sein Leben? Es gibt einen Kommissar namens Leitner, der den Fall erst einmal gemächlich angeht – und sich dann plötzlich beeilen muss. Was bringt ihn dazu? Und es gibt Kollegen, die nur scheinbar zur Aufklärung des Falls beitragen. Was tun sie stattdessen? Na, neugierig geworden? Dann bewerbt euch um ein Leseexemplar von Max Stadlers Kriminalroman »Waidwund«! 15 Bücher stellen wir vom ars vivendi verlag für diese Leserunde zur Verfügung. Dafür müsst ihr einfach nur folgende Frage beantworten: Bewerbungsfrage: Was hat euch an der Buchbeschreibung am meisten gereizt? Die kreativsten Antworten gewinnen und ihre Verfasser erhalten je ein kostenloses Rezensionsexemplar von »Waidwund«. Schön wäre es auch, wenn die Teilnehmer ihre abschließenden Rezensionen auf verschiedenen Plattformen (z.B. amazon, thalia.de, eigene Blogs etc.) teilen würden. Bewerbungsschluss ist der 13.02.2015. Alle, die kein Rezensionsexemplar gewonnen haben, dürfen sich bei Interesse natürlich trotzdem sehr gerne an der Leserunde beteiligen! Wir freuen uns auf eure Eindrücke! Liebe Grüße aus Cadolzburg Sabine vom ars vivendi verlag

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  • Waidwund

    Waidwund
    Blaustern

    Blaustern

    01. April 2015 um 13:00

    Die Großbauerfamilie Nübler ist die größte in ihrem bayrischen Dorf an der tschechischen Grenze. Durch ihre miesen und unerbittlichen Machenschaften gegenüber den Bewohnern sind sie mehr als unbeliebt, leider jedoch auch übermächtig. So haben sie eine ganze Reihe Feinde gegen sich aufgebracht, bis Bauer Nübler jemand erbarmungslos zu Tode quält. Der älteste Sohn findet ihn, der jüngste Sohn ist plötzlich in Afrika unauffindbar. Kommissar Leitner übernimmt die Ermittlungen und scheint nicht so richtig in die Spur zu kommen. Der Krimi enthält drei Erzählstränge, wobei es hier nicht hauptsächlich nur um den Krimifall geht. Es ist viel mehr, denn hier spiegelt sich das Leben im bayrischen Hinterland wider mit all seinen Eigenheiten, bestechlicher Politik und noch immer herrschenden Großgrundbesitzerallüren. Wir erhalten Einsichten in das Dasein des Mörders, welches sich von Bayern bis nach Afrika zieht und erleben ihn bei seiner „Arbeit“, die er für richtig hält; wir begleiten die Jugendlichen Tim und seine Freunde, die die Welt verbessern wollen und sich für den Umweltschutz engagieren, und letztendlich den Ermittler Leitner, der nach seinen ganz eigenen Ansichten den Mord aufzuklären versucht. Bei jedem Erzählstrang erhält man nur dosiert Aufschlüsse, sodass man ständig weiterrätseln kann, wie all das letztendlich zusammenführen mag. Aber das tut es. Wohlüberlegt. Und am Ende wird man sehr überrascht.

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  • Motive und Schuldige gibt es genug

    Waidwund
    Booky-72

    Booky-72

    31. March 2015 um 22:33

    Die Oberpfalz, Grenzgebiet zu Tschechien. Grossbauer Nübler stirbt, einen grausamen Tod, den "Tod der tausend Schnitte". Mögliche Schuldige gibt es viele, Motive auch, denn Nübler war kein gern gesehener Dorfbewohner, die ganze Familie nicht. Nüblers Sohn verschwindet auf einer Safari, ein merkwürdiger Zufall, oder wurde er auch ermordet? Dem Ermittlerteam um Peter Leitner wird die Arbeit nicht leicht gemacht. Bayrische Sturköpfe, korrupte Politiker und jugendliche Umweltaktivisten treten auf den Plan und kreuzen seine Ermittlungen. Und da ist ja noch der Mord an dem Elch... Die verschiedenen Handlungsstränge verbinden sich gut miteinander, so dass man als Leser nie aus der Geschichte kommt. Lange tappt man jedoch im Dunkeln, was hier aber dem Verlauf des Krimis keinen Abbruch tut. Super Schreibstil und spannende Handlung. 4 Sterne als Belohnung von mir.

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  • Die Rache stirbt zuletzt!

    Waidwund
    kassandra1010

    kassandra1010

    31. March 2015 um 21:34

    Was haben ein Elch in Bayerns Wäldern, ein toter reicher Landwirt auf Safari und ein zerhäckselter Mistkerl gemeinsam?   Leitner ermittelt in dem Todesfall des mit dem Mähdrescher überfahrenen Bauern und stellt fest, dass es sich ausgerechnet um den Vater seines Erzfeindes Nübler handelt. Dessen Bruder verschwindet kurz darauf auf einer Safari in Afrika und für ihn beginnt das Rätselraten, denn an Feinden hat es der Familie Nübler nicht gemangelt.   Während der Elch im Wald bis zu seinem Abschuss sein Unwesen treibt, treibt auch der Killer rund um die Welt sein Unwesen und hat ein klares Ziel vor Augen. Doch die Rechnung hat er ohne seinen Halbbruder gemacht, der ihm auf der Zielgeraden ein gutes Stück voraus zu sein scheint.   Ein spannender Krimi, der aus scheinbar wahrlosen Haupt- und Nebencharakteren zusammengestrickt zu sein scheint und dann am Schluss den Mörder herauskatapultiert, dass es  einem schwindelig wird!   Ich hoffe für Leitner doch sehr, dass er weiterhin so penetrant ermittelt und er im nächsten Fall wieder ein Auge zudrücken kann!

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  • Rezension zu "Waidwund" von Max Stadler

    Waidwund
    dorli

    dorli

    18. March 2015 um 14:31

    Ein bayrisches Dorf unweit der tschechischen Grenze. Hier regiert Großbauer Hans Nübler rücksichtslos und nur auf seinen Vorteil bedacht – bis ihm jemand auf übelste Weise den Garaus macht. Während Polizist Peter Leitner und sein Kollege Scholtyssek die Kripo Regensburg bei der Mördersuche als Ermittler vor Ort unterstützen und die Dorfjugend mit Tim Novak als Ideenschmied engagiert eigene Wege geht, um ihren Idealen Nachdruck zu verleihen, verschwindet Xaver Nübler im fernen Afrika spurlos… Auf diesen Krimi aufmerksam geworden bin ich durch den Titel, denn der Begriff „waidwund“ war mir nicht bekannt. Mittlerweile bin ich schlauer: waidwund ist Jägersprache und bedeutet, dass ein Tier durch einen Schuss in die Eingeweide schwerstverletzt wird. Es geht in diesem Krimi also um die Jagd? Ja, geht es - aber das ist noch lange nicht alles… Max Stadler hat einen angenehm zügig zu lesen den Schreibstil. Dank der detaillierten Beschreibungen und ausführlichen Schilderungen kann man dem Geschehen trotz der drei zunächst weitestgehend voneinander unabhängigen Handlungsstränge sehr gut folgen. Ganz hervorragend gelungen sind dem Autor die Beschreibungen der Handlungsorte - ich konnte mir die Schauplätze sowohl in Bayern wie auch in Afrika sehr gut vorstellen. Auch die jeweilige Atmosphäre ist rundum stimmig. Die Ermittlungen in dem Kriminalfall gestalten sich als schwierig. Es gibt zahlreiche Motive und noch mehr mögliche Täter, denn Hans Nübler hat sich im Dorf wie ein mieser König aufgeführt und ist mit seinem Verhalten und seinen egoistischen Plänen für die Region vielen Mitmenschen auf die Füße getreten. Auch Polizist Leitner macht aus seiner Abneigung gegen die Großbauern-Sippe keinen Hehl. Er sagt, was er denkt und kuscht vor niemandem. Das macht ihn äußerst sympathisch. Besonders gut gefallen hat mir, dass Max Stadler Leitner mit einer großzügigen Portion an schwarzem Humor ausgestattet hat. „Waidwund“ ist ein Krimi, der nicht nur spannende Unterhaltung bietet und zum Miträtseln einlädt, sondern der auch auf die Probleme und Missstände an den jeweiligen Schauplätzen aufmerksam macht. Es geht in diesem Krimi um Menschen, die verhindern wollen, dass unsere Welt waidwund zugrunde geht. Manche wollen einfach nur aufrütteln und auf die Missstände aufmerksam machen. Andere wollen sich an den Übeltätern rächen. Wollen mittels Selbstjustiz für Gerechtigkeit sorgen und gehen dabei eiskalt und brutal vor. „Waidwund“ ist spannend, tiefgründig, gesellschaftskritisch – absolut lesenswert.

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  • Waidwund

    Waidwund
    Themistokeles

    Themistokeles

    18. March 2015 um 09:06

    Ich muss bei diesem Buch leider gestehen, dass ich das Cover zwar grundsätzlich zum Titel und Thema des Buches passend, aber grundsätzlich eher etwas weniger ansprechende finde. Abschrecken sollte man sich davon aber nicht lassen, denn das Buch verbirgt eindeutig eine ziemlich gute Kriminalgeschichte, die einfach Spaß macht, vor allem da das Buch nicht ganz der typische Krimi, dabei aber richtig gelungen ist. Man verfolgt während der Ermittlungen um den Tod Nüblers nämlich nicht nur den Kommissar Peter Leitner, sondern erhält auch Einblicke bei Personen, die zunächst scheinbar nicht mit diesem Fall und allem, was noch in dessen Zusammenhang passieren wird zu tun haben, was jedoch auch einfach interessant ist, zumal man bei diesen Abschnitten auch immer wieder das Gefühl hat, dass auch die drei Jugendlichen, um die es dort geht, etwas gewagteres vor haben. Zudem gibt es noch einen dritten Handlungsstrang in Afrika, bei dem zunächst nur wenig klar ist, was dieser wohl mit den Geschehnissen in Bayern zu tun haben dürfte, jedoch kommt man da sehr bald dahinter und spätestens ab diesem Punkt, wird es immer spannender, da man langsam versteht, wie die drei Handlungsstränge zusammenhängen dürften. Vor allen Dingen ist es interessant, da man durch die Abschnitte mit den drei Jugendlichen immer wieder ein wenig aus den Ermittlungen herausgerissen wird, diese nicht den vollen Fokus des Romans einnehmen, also der Krimi an sich teils ein wenig unterbunden wirkt, was ich aber, im Gegensatz zu vielen anderen Krimis, hier nicht störend empfand, da ich sehr neugierig war, was die drei Jugendlichen eigentlich vor haben, auch wenn Tim mir doch ein wenig zu sehr auf seine Überlegungen zur Frauenwelt fixiert schien. Jedoch mag ich seinen Freund Muffel sehr gern, der mir auch einen der genialsten Leseaugenblicke in diesem Buch beschert hat, als er seine Meinung zum Ökostrom und allgemein dieser Bewegung kundtut. Leitner als Polizist ist mir durchaus sympathisch, auch wenn er teilweise ein wenig eingefahren in seiner Meinung ist, aber es scheint mir durchaus typisch bayrisch bzw. Klischee in diese Richtung, dass die Bayern alles, was nicht das Bayern in ihrer direkten Umgebung ist, als seltsam und komisch abtun, genauso sieht es auch der Leitner. Trotzdem und obwohl er manchmal ein wenig langsam ist, gefällt er mir als eigentlich recht fähiger Ermittler sehr gut, zumal er durchaus einen sehr fairen Gerechtigkeitssinn hat. Rein Toby Tanser, dem man in Afrika folgt, ist ein Charakter, mit dem ich mich weniger wohl gefühlt habe, da er doch ein wenig seltsam ist und trotzdem konnte ich ihn manchmal verstehen. Von Anfang bis Ende ein Buch, das mir einfach sehr gut gefallen hat, auch wenn der Kriminalfall nicht den alleinigen Fokus hatte und bei dem es zudem auch noch so ist, dass mich das Ende doch auch ein wenig überrascht hat, denn mit einer Person, die an allem beteiligt war, habe ich erst sehr spät in dieser Rolle gerechnet, da es ein kleines Indiz gibt, dass sie verdächtig macht. Am meisten Mitleid hatte ich jedoch mit dem Elch, dem eine sehr tragische Rolle in diesem Krimi zukommt. Allgemein aber ein Krimi, den ich nur empfehlen kann, vor allen Dingen, wenn man nichts dagegen hat, wenn nicht nur der Fall im Fokus steht und einem die bayrische Urart auch zusagt.

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  • Krimi und Milieustudie der bayrischen Provinz

    Waidwund
    mrs-lucky

    mrs-lucky

    12. March 2015 um 17:06

    „Waidwund“ ist ein Begriff aus der Jägersprache und bedeutet, dass ein Tier durch einen Schuss in die Eingeweide tödlich verletzt wurde aber noch über einige Distanz fliehen kann, bis es verendet. In diesem Krimi ist es zunächst jedoch ein Jäger, der grausam gefoltert wird, und schließlich ermordet auf der eigenen Wiese von seinem ältesten Sohn aufgefunden wird. Kurz darauf verschwindet der jüngere Sohn des Toten in Afrika auf einer Safari spurlos. Die Familie Nübler ist in ihrem kleinen Heimatdorf in Bayern nahe der tschechischen Grenze zwar nicht beliebt, aufgrund ihres Besitzes aber sehr einflussreich. Es gibt viele Gegner und sogar Drohbriefe, aber ein so grausamer Mord? Der Leser erfährt recht schnell, wer hinter den Taten steckt, allerdings bleiben die Identität und die Motivation des Mörders lange im Unklaren. Die Geschichte wird in drei Handlungssträngen erzählt. Da sind zum einen die Eindrücke des lokalen Ermittlers Peter Leitner, der neben den Kollegen aus Regensburg versucht, in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft Hinweise auf Motive für die Tat zu finden. Ein weiterer Teil dreht sich um eine Gruppe Jugendliche, die sich gerade auf der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft befinden und gegen die Ideologien der älteren Generation rebellieren. Ein dritter Handlungsstrang gibt Einblicke in das Leben des Mörders und zieht die Verbindung zwischen Bayern und Afrika. Die Beschreibung des Buches klang auf mich mystischer und dichter, als es der Krimi am Ende war. Es geht hier weniger um den Mord und grausame Rache, als um eine Reflektion der Lebensweise in abgelegenen ländlichen Gebieten, die es mit ihren eingefahrenen Strukturen und einer immer noch herrschenden Großgrundbesitzermanier den Menschen nicht leicht macht. Der Mörder geht skrupellos vor und zieht dennoch Sympathien auf sich. Vieles steckt in dem Krimi zwischen den Zeilen, man muss sich auf die Geschichte einlassen, der Spannungsbogen ist zwischendurch nicht wirklich hoch, endet aber in einem überraschen Showdown. Mir hat die Geschichte gut gefallen, für meinen Geschmack war lediglich der Teil um die Gruppe der Jugendlichen insgesamt zu ausschweifend, was zu unnötigen Längen geführt hat.

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  • Bayern-Krimi

    Waidwund
    esposa1969

    esposa1969

    12. March 2015 um 01:18

    == Buchklappentext: == Ein ebenso wohlhabender wie einflussreicher und gewissenloser Großbauer stirbt, grausam, den »Tod der tausend Schnitte«. Sofort beginnt die Hatz auf dem Dorf und der ein oder andere Schuldige scheint schnell gefunden, wird von der Meute in die Enge getrieben. Parallel nimmt das Team um den ruppigen Polizisten Leitner die Jagd nach dem Täter auf. Lokale Seilschaften machen den Ermittlern das Leben schwer, als unter der Oberfläche brodelnde Skandale ans Tageslicht kommen. Aber der Mörder schlägt Haken, und er hat sein nächstes Opfer schon im Visier. Ein nervenaufreibender bayerischer Krimi mit viel Lokalkolorit, der sich um Freundschaft, Missgunst und Verrat dreht und den gebannten Leser bis in die Weiten Afrikas entführt. == Leseeindrücke: == Den Debütkriminalroman "Waidwund" des Autors Max Stadler empfand ich als sehr gelungen und habe mich gefesselt und spannend unterhalten gefühlt: Zu Beginn der Handlung lernen wir den Bauern Holger Nübler kennen, der glaubt ein Rehkitz übermäht zu haben, findet aber einen Menschen: Seinen eigenen Vater Hans Nübler, der aber bereits vorher schon tot und angeknabbert mit aufgeschlitzem Bauch und halb verwest da lag. Da die Bauernfamilie Nübler nicht gerade Sympathieträger sind, gibt Tatmotive und -verdächtige zuhauf. Polizist Peter Leitner und sein Team nehmen die nicht einfachen Ermittlungen auf…. Peter Leitner gefällt mir sehr gut, obwohl er ein wenig kauzig wirkt oder gerade weil er so ist, wie er ist. Alle weiteren Charaktere werden sehr detailliert und gut vorstellbar beschrieben. Dieser Oberpfalzkrimi, der nahe der tschechischen Grenze spielt, handelt von Rache, Neid und Selbstjustiz. Alles untergebracht in mehreren unterschiedlichen Handlungssträngen, von denen wir ja wissen, dass sie nur zu Beginn wie voneinander unabhängige Handlungen wirken, aber irgendwann zu einem großen Knäuel zusammenlaufen werden. Der Spannungsbogen spannt sich von Beginn an und bleibt während der gesamten Leserauer auch straff gespannt. Der oberpfälzische Lokalkolorit, sowie auch der afrikanische, in den man sich während einer Nebenhandlung begibt, wird sehr lebendig dargestellt. Im übrigen empfinde ich die kurzen Kapitel und die sehr augenfreundlich große Schrift als überaus angenehm zu lesen. Die 58 angenehm kurzen und kurzweiligen Kapitel verteilen sich auf knapp 400 Seiten. Ich habe diesen Krimi sehr genossen und fand ihn packend und fesselnd, vergebe daher sehr gerne 5 von 5 Sternen! © esposa1969

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  • Notizen aus der Provinz

    Waidwund
    Arun

    Arun

    Waidwund vom Max Stadler Ein Krimi aus Deutschland mit Handlungsschwerpunkt „Oberpfalz“ und kleinen Abstechern nach Frankreich und Ostafrika. Inhalt.Die Großbauernfamilie Nübler führt sich in ihrer Heimatgemeinde nach Gutsherrenart auf.Ihre Eskapaden ziehen dabei oft unschuldige Menschen ins Unglück. Doch nicht alle sehen dem Treiben der Nüblers ohne Gegenwehr zu. Die Zeit der Rache naht! Meine Meinung.Eine Geschichte über das Leben und die Stimmungslage in der bayerischen Provinz genauer gesagt aus der Oberpfalz im Grenzgebiet zu Tschechien. Verschiedene Handlungsstränge und -träger ergeben mitunter ein sozialkritisches Abbild des Lebens. Hauptakteure sind dabei: die selbstherrliche Bauernfamilie Nübler. Der im Polizeidienst stehende Peter Leitner, ein Mann mit zum Teil sehr eigenen Vorstellungen und Ansichten, welche er auf bissige bis schwarz humorige Art verbreitet. Toby Tanser ein Pseudonym für einen Deutschen, der schon lange in Tansania und Kenia lebt.Er hat gute Verbindungen zu lokalen Unterweltgrößen und im Notfall kann er schon mal eine gewisse Härte an den Tag legen. Die Jugendclique um Tim und seine Freunde mit ihren Wünschen und Träumen, welche auch als Umweltaktivisten in Erscheinung treten. Der Autor ­versteht es die verschiedenen Komponenten zu einer spannenden Geschichte zu bündeln. Fazit. Eine harte Rachestory mit einem ambivalenten Killer, der nicht mit Zurückhaltung glänzt. Eingerahmt von nicht alltäglichen Betrachtungsweisen und Beschreibungen zu bestimmten Gebieten und Städten hat mir die Lektüre durchweg Vergnügen bereitet. Es wurden auch einige derbe Sprüche, welche vielleicht nicht jedermanns Geschmack sind, verarbeitet. Möglicherweise heben auch einige Tierfreunde den Finger! ­Vergebe ­gute 4 Sterne und werde den Autor im Auge behalten.

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    • 8
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    08. March 2015 um 12:24
    Arun schreibt Eine Kriminalgeschichte mit einem Killer der Menschen tötet und im Verlauf der Geschichte auch ein Tier! In der Leserunde wurde das Töten eines Tieres irgendwie mit einem stärkeren Nachhall ...

    Danke für diese zusätzliche Erläuterung! Ich war schon gerade im Begriff, weiterzublättern ;-) Aber ein getötetes Tier pro Buch verkrafte ich noch.

  • Rundum gelungener, spannender und atmosphärischer Krimi

    Waidwund
    tweedledee

    tweedledee

    08. March 2015 um 10:17

    Schauplatz Oberpfalz. Holger Nübler ist nicht wirklich besorgt, dass es von seinem Vater seit einer Woche kein Lebenszeichen gibt. Seine Eskapaden zur Damenwelt ins tschechische Grenzgebiet sind allseits bekannt. Der Schock ist umso größer, als Holger beim Mähen mit der Maschine über den Leichnam seines Vaters fährt. Die Verletzungen sind bestialisch, die Leiche grausam entstellt, doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass nicht alle Verletzungen von der Mähmaschine stammen. Hans Nübler wurde vor seinem Tod gefoltert, danach verstümmelt. Die Gerüchteküche brodelt, denn fast ein jeder aus dem Unkreis hatte Grund, die Sippschaft Nübler zu hassen. Als Großgrundbesitzer haben die Nüblers ihre finanzielle Vormacht schamlos ausgenutzt. Umweltschützer machten gegen die Familie mobil, die Biogasanlagen, die Windräder, die Monokultur waren ihnen ein Dorn im Auge. Sogar Leitner, der Polizist des Ortes steht auf Seiten der Umweltschützer und empfindet angesichts des Todes von Hans Nübler Erleichterung. Als es auch von Sohn Xaver Nübler, der sich zur Zeit auf Safari in Kenia befindet, kein Lebenszeichen mehr gibt kommt der Verdacht auf, dass hier jemand Rache an den Nüblers übt. Leitner ermittelt zusammen mit seinen Kollegen aus Regensburg. Der Autor führt uns in seinem Krimi "Waidwund" nach Bayern. Aber nicht in das Bayern, das allen von uns so gut bekannt ist mit schmucken Dörfern, friedlichen Kühen und Tourismus. Nein, er führt uns in eine Region Bayerns wo die Menschen eher arm sind, die Häuser und Gehöfte schon bessere Zeiten gesehen haben. Er führt uns ins Grenzgebiet zur Tschechien, wo das Landleben hart und eintönig ist. Der Schreibstil ist wunderbar bildhaft und anspruchsvoll, Max Stadler schafft eine melancholische Grundstimmung, beschreibt den Landstrich und seine Menschen dabei aber so detailliert und treffend, dass ich die Szenen bildlich vor mir hatte. Aber auch der Strang, der in Teilen Afrikas spielt ist lebendig und authentisch beschrieben. Mein Kopfkino war von Anfang an präsent. Drei unterschiedliche Stränge laufen parallel. Leitner ist in Bayern mit der Mordermittlung beschäftigt, eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Dorf kocht ihr eigenes Süppchen und dann gibt es noch Toby, dessen Strang in Afrika spielt. Der Fall offenbart sich Stück für Stück, jedes Puzzleteil ergibt ein Bild, das sich am Ende schlüssig zusammenfügt. Bei diesem Krimi waren meine Sympathien ausnahmsweise nicht bei den Opfern, nein, anfangs eher auf Seite des Täters, der nicht unsympathisch erscheint. Doch diese Sympathien hat er im weiteren Verlauf gründlich verspielt. Der Krimi ist blutig, neben Menschen müssen auch einige Tiere ihr Leben lassen, was mir als Tierfreund weh getan hat. Vor allem eine Szene am Ende hat mich abgestoßen. Nichts desto trotz hat mich der Krimi voll überzeugt, die Vielzahl der verschiedenen Themen und die Authentizität haben mich begeistert. Fazit: Ein Krimi mit Schauplätzen in Bayern und Afrika, atmosphärisch dicht und anspruchsvoll den man sich nicht entgehen lassen sollte.

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  • Der Tod ist mein Beruf

    Waidwund
    progue

    progue

    Ein Mädchen fällt auf einen Mädchenjäger im Internet herein. Ein Mann in Afrika liebt Elefanten und lange Läufe. Eine Großbauerndynastie in Bayern wird gnadenlos durch einen Serienkiller ausgerottet. Und Kommissar Leitner kämpft lieber gegen Windmühlen ... Verzeihung: gegen Windräder als nach dem Mörder zu suchen. Und drei Jugendliche begeben sich auf einen Feldzug gegen Umweltzerstörer und korrupte Politiker. Wie kann das alles zusammenpassen? Gibt es einen roten Faden? Den gibt es. Natürlich geht es uns genauso wie Kommissar Leitner. Wir tappen im Dunkeln. Durch kurze, interessante Kapitel hält uns der Autor bei der Stange, er switcht zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin und her, gibt uns jeweils einen Bruchteil Informationen, die zu weiteren Fragen führen, führt uns auch gern mal wie einen Ochsen am Nasenring im Kreis und in die Irre. Man taucht in das Leben im bayerischen Hinterland zur tschechischen Grenze ein, dort, wo alle schwarz wählen, die Politiker noch korrupter sind als in anderen Teilen der Welt und in der Großbauern noch immer alle anderen für ihre Leibeigenen halten. Wo sich mehr Gedanken darum gemacht wird, wer einen Elch abschießt als darum, warum jemand ermordet wird (na gut, das warum ist klar, nur nicht wer). Wir begleiten ein paar Jugendliche, die noch Ideale haben und Träume, wir schauen dem grantigen Kommissar über die Schulter, der weder seine Chefin, die Politik noch Nichtbayern mag, aber irgendwo, ganz bestimmt, das Herz auf dem richtigen Fleck trägt. Wir lassen uns mitnehmen nach Kenia, nach Tansania, hinein in den Dreck der Armut und Gefahr, wir sind live dabei, wenn ein Killer geradezu ritualmäßig Leute umbringt und sogar einen guten Grund dafür hat (glaubt er). Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen - aber heißt das, dass die ermordete Großbauernfamilie in den Himmel kommt? Denn die hatten alle nicht einen guten Vorsatz, scheint es. Der Schluss bleibt nicht offen, ist aber auch nicht gelöst - für den Leser schon, für unseren Kommissar nicht zwingend. Manchmal wird es übertrieben mit der Politisierung (nicht, dass ich nicht öfter mal zustimmend genickt hätte), manchmal wird es übertrieben mit den Handlungen der Teenager (nicht, dass sie nicht immer einen guten Grund gehabt hätten), manchmal hätte ich einige Protagonisten erwürgen mögen. Andererseits sind diese Protagonisten gut ausgearbeitet, haben ihre eigenen Ansprüche, Aussprüche und Ausbrüche. Fazit: Durchgehend spannender, manchmal ein wenig übertriebener Krimi mit Protagonisten, von denen ich durchaus gern noch mehr lesen würde.

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    • 5
    progue

    progue

    06. March 2015 um 20:02
  • Gut zum Miträtseln geeignet!

    Waidwund
    Talitha

    Talitha

    05. March 2015 um 17:26

    Mitten in der bayerischen Provinz, nahe der tschechischen Grenze, überfährt Bauer Holger Nübler ein Reh... glaubt er. Stattdessen ist es die Leiche seines Vaters, die da im Mähdrescher steckt. Es stellt sich bald in der Gerichtsmedizin heraus, dass dieser vorher brutal ermordet wurde. Da die Nüblers skrupellose und herrische Großbauern und in der Gegend unbeliebt sind, kommt das halbe Dorf als Verdächtige in Frage. Bald jedoch hat Ermittler Leitner so seine Zweifel, ob der Fall so "einfach" ist, da der andere Sohn des toten Bauern, Xaver, in Afrika bei einer Großwildjagd verschwand... "Waidwund" ist ein typischer Regionalkrimi, d. h. neben der Jagd nach dem Mörder gibt es viele Nebenschauplätze, wie Beschreibungen und Handlungen, die die Region, die Menschen und ihre Eigenarten widerspiegeln. So sind hier die Energiewende mit ihren Windrädern, die Jagdrechte und Grundbesitzverteilung, der Fremdenhass und die gelangweilte Jugend weitere Themen des Krimis. Durch diese Nebenthemen ist das allgemeine Erzähltempo eher gemächlich. Action oder fingernagelerkauende Spannung darf man hier eher nicht erwarten. Stattdessen kann man als Leser gut bei dem Fall miträtseln, und wenn man alle Indizien richtig zusammensetzt, sogar vor der eigentlichen Auflösung den Fall aufklären. Mein Fazit: Insgesamt ein gelungener, interessanter, atmosphärischer Regionalkrimi aus der tiefsten bayerischen Provinz. Wie Miss Marple schon ganz richtig bemerkte: "Gemordet wird überall" und überall ist es wirklich sehr interessant, auch hier. :-)

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  • Ein Krimi der besonderen Art

    Waidwund
    c-bird

    c-bird

    04. March 2015 um 18:55

    Ein Dorf im bayerischen Hinterland, nahe der tschechischen Grenze. Der wohlhabende und gleichwohl unbeliebte Großbauer Nübler wird auf grausame Weise ermordet. Wenige Zeit später findet ausgerechnet der eigene Sohn die Leiche. Potentiell Verdächtige gibt es viele. Der Bauer wusste schon zu Lebzeiten, wie man sich Feinde macht und hat unter anderem den Zorn der Umweltschützer auf sich gezogen, so wie viele seiner Mitmenschen wie Leibeigene behandelt. Kein leichter Fall für Kommissar Leitner, der die Ermittlungen aufnimmt. Schließlich steht auch er auf der Seite der Umweltschützer. Doch der Mord bleibt kein Einzelfall. Kurze Zeit später wird auch der Sohn des Großbauern in Kenia ermordet. Ein Rachefeldzug? Doch wofür? Und dann ist da noch eine kleine Gruppe Jugendlicher, die mit ihren Aktionen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit der Ruhe im Dorf ist es auf jeden Fall vorbei. Erzählt wird die Handlung aus drei Perspektiven. Da ist zum einen natürlich die des Protagonisten Leitner, sowie die der Gruppe der Jugendlichen und die des Täters. Diese Handlungsstränge wechseln sich permanent ab. Stück für Stück gibt der Autor an Informationen frei und man tappt sehr lange im Dunklen bei der Frage, wer denn nun der Täter sein kann. Die Charaktere fand ich sehr authentisch und vorbildlich beschrieben. Kommissar Leitner war mir trotz seiner kauzigen Art sehr sympathisch. Er beschreitet auch mal Weg, die nicht genau der Dienstvorschrift entsprechen, hasst alles Preußische und hat eine wundervolle Art von schwarzem Humor mit bissigen Kommentaren. Sogar der Täter bleibt einem sympathisch, kennt man sein Motiv. Und die Gruppe Jugendlicher? Mit ihrem Idealismus erinnern sie einen an die Zeit, in der man selbst so alt war. Die Themenpalette ist groß: Es geht um Freundschaft und Verrat, Neid und Korruption. Auch Umweltschutz ist neben Selbstjustiz und Widerstand ein Thema. Der Erzählstil ist nicht gerade der flüssigste, dennoch lässt sich das Buch gut lesen. Es ist oft die besondere Art des schwarzen Humors, die das Ganze prägt. Ein Krimi der besonderen Art, kein Regionalkrimi im herkömmlichen Sinn, sondern eben etwas abseits vom mainstream. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, noch mehr von Kommissar Leitner lesen zu dürfen.

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  • Hintergründig und spannend

    Waidwund
    solveig

    solveig

    03. March 2015 um 21:40

      Ein echter „Page-Turner“, dieser Debütkrimi von Max Stadler! Das ruhige und eintönige Leben in einem kleinen bayrischen Dorf nahe der tschechischen Grenze wird jäh gestört, als die schrecklich zugerichtete Leiche des reichen alten Bauern und Großgrundbesitzers Hans Nübler gefunden wird  -  ausgerechnet von seinem eigenen Sohn. Kommissar Peter Leitner macht sich eher widerwillig an die Ermittlungen. Ein Mordmotiv haben viele Dorfbewohner, der Tote und seine Familie sind alles andere als beliebt im Ort.   In lockerem, teils schwarz-humorigem Stil schildert Stadler die Ermittlungen des Kommissars und seines Assistenten Scholtyssek, beschränkt sich aber nicht nur auf den Aspekt der Polizeiarbeit, sondern streift ebenfalls aktuelle Themen, wie etwa die Problematik von alternativen Energien und Ausbeutung der Umwelt. Sinnbildlich dafür steht ein Elch, der über die Grenze in den bayrischen Wald gewechselt ist und zum begehrten Jagdobjekt wird. Entsprechend engagiert plant eine kleine Gruppe von Abiturienten eine spektakuläre Umweltaktion, die sich gegen die Nüblers und ihre wirtschaftlichen Pläne richtet, und gerät in Verdacht. Während die bayrische Polizei noch nach dem Mörder fahndet, nimmt das Unheil seinen weiteren Verlauf im weit entfernten Afrika: der älteste Sohn der Nüblers verschwindet spurlos auf einer Safari…   Sehr spannend lässt der Autor das Geschehen auf drei Handlungsebenen spielen, die gleichberechtigt nebeneinander stehen. Bis die einzelnen Fäden schließlich aufeinander treffen, gibt es immer wieder überraschende Wendungen: Es bleibt packend bis zum Schluss. Ein Plus an diesem Krimi ist die Vielschichtigkeit der Thematik und nicht zuletzt der Reiz, der von Stadlers (gegensätzlichen) Landschaftsbeschreibungen Afrikas und Bayerns ausgeht. Dieser erste Roman des jungen Autors ist wirklich lesenswert!

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