Max Wolf

 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Glücksreaktor und Max Wolf.
Max Wolf

Lebenslauf von Max Wolf

Ein Verhaltensforscher erklärt die Technoszene: Max Wolf, 1976 in der Schweiz geboren, wuchs in Süddeutschland auf. Er studierte Volkswirtschaftslehre und Biologie in Mannheim, Heidelberg und Berkeley. Anschließend promovierte Max Wolf in den Niederlanden über Evolutionsbiologie. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Verhaltensforschung wurde Max Wolf wiederholt mit international renommierten Preisen ausgezeichnet. Sein literarischer Erstling, der Roman „Der Glücksreaktor“ (2018 im Hoffmann und Campe Verlag erschienen), ist eine Reise in die deutsche Provinz und in die neunziger Jahre. Der 17-jährige Fred kann mit dem bürgerlichen Lebensentwurf seiner Eltern nicht viel anfangen. Er entdeckt elektronische Musik, Clubs und synthetische Drogen als Gegenmittel zur häuslichen Tristesse. Tiefer und tiefer taucht Fred in die Szene ein – bis sich seine Rebellion auch gegen den eigenen Körper und die universellen Gesetze der Natur richtet: Er läuft Gefahr, sich selbst und seinen besten Freund zu verlieren. Kann er das Ruder noch herumreißen? Heute lebt und schreibt Max Wolf in Berlin. Dort arbeitet er seit 2011 am Leibniz- Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.

Alle Bücher von Max Wolf

Glücksreaktor

Glücksreaktor

 (4)
Erschienen am 14.08.2018

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Rezension zu "Glücksreaktor" von Max Wolf

Tolles Buch. Macht richtig Spaß!
Kaffeesatz19vor 2 Tagen

Tolles Buch. Macht richtig Spaß! 

Kein Literarisches Meisterwerk für die Suche nach dem tiefen Sinn, aber ein grandioses Leseerlebnis.

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Rezension zu "Glücksreaktor" von Max Wolf

Einfach nur geil!
Daniel_Allertsedervor 14 Tagen

Elektrisierend; fortwährend mit polarisierenden Beats, ein nie endendes Wochenende, Exzesse und Tanzen mit schwindelerregender Leichtigkeit – Max Wolfs Debütroman »Glücksreaktor« ist Rausch und Euphorie in einem: Ein aufwühlender und lebensechter Roman mit einer eigentlich bemitleidenswerten Hauptfigur – Fred geht noch zur Schule, genauer gesagt aufs Gymnasium, er lebt im Dr. Ritterweg 8, inmitten eintöniger Ameisen. Diese Ameisen arbeiten alle bei Siemens, alle haben denselben Lebensstil, jeder Erwachsener folgt demselben Standard. Fred aber möchte aus diesem Kokon ausbrechen, er möchte keinesfalls so enden wie sein Vater, dem Insektenstrom seiner Straße folgen. Er möchte ein individuelles Leben führen, nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten. Denn davon, von diesen Eintönigen, gibt es schon viel zu viele. Er hat genug, zieht von zu Hause aus und mietet sich in seine eigene »Bude« ein. Immer mit dabei: Nick, sein bester Freund. Fred meint, dem immer enger werdenden Raum seiner Eltern entkommen zu sein. Jetzt beginnt sein Leben, sein eigenes Leben, bestehend aus Individualität und Freiheit.

Den Ausbruch hat Fred geschafft. Er geht nach wie vor in die Schule, trifft sich mit Freunden, und raucht auch im gleichmäßigen Turnus mal ein Tütchen. Relativ schnell aber wird er mit der sogenannten Rave-Kultur, den Ravern, konfrontiert. Die Raver toben, fantasieren, tanzen mit enormer Euphorie, mit ungehindertem Rausch, und Fred wird mitten hineingeworfen. Jasmin macht ihn auf die Raver aufmerksam, und recht schnell nehmen sie an einer dieser Veranstaltungen teil. Zentrale Kulisse hierbei ist »Das Boot«, eine schwimmende Disco, ein auf dem Wasser befindliches Tanzkabarett, zahlreich besucht von leidenschaftlichen Ravern. Fred nimmt schnell ein paar Pillen, um länger durchzuhalten, und stürzt sich waghalsig in den Rausch. Die Nacht beginnt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Max Wolf hat einen dringend benötigten Ausbruch eines Teenagers sensationell beschrieben. Begonnen mit den sogenannten Insekten, mit den vielen Ameisen in Freds Straße, die allesamt in derselben Firma arbeiten und ein schlicht eintöniges Leben haben – Frauen wie auch Männer, und dieser traurigen Tatsache wollte sich Fred einfach nicht hingeben. Der Autor, der als Verhaltensforscher arbeitet, scheint autobiographische Inhalte miteingebunden zu haben, so hat er es in einem Interview erzählt. Authentisch und äußerst detailgetreu beschreibt Herr Wolf das Verlangen nach einem völlig anderen Lebensstil, nach einem Leben ohne der vorgeplanten Zukunft der Eltern. Wie hätte Fred reagiert, wenn er tatsächlich ebenfalls wie sein Vater zu Siemens hätte gehen müssen? Er wäre selbstverständlich nicht einverstanden und schon gar nicht begeistert gewesen, doch Fred hat geahnt dass dies von ihm erwartet werden würde. Frühzeitig hat er das Weite gesucht. Er bricht aus seinem Kokon aus und macht sich mit einer Kultur bekannt, bei der Stroboskoplichter und Tanzexzesse an der Tagesordnung stehen. Er besucht viele Clubs, unter anderem den Belly Cloud, lernt neue Freunde kennen und auch andere Substanzen, die er sich einwirft, die er konsumiert, um die langen Nächte und langen Wochenenden durchhalten zu können. Max Wolf inszenierte eine keinesfalls affektierte und überaus ehrliche Reise ins nächtliche Raver-Leben, konfrontiert uns mit dieser phänomenalen, aber dennoch gewöhnungsbedürftigen Bewegung, porträtiert einen jungen Mann, dessen junges Leben anders verläuft als geplant, welches er selbst gestaltet, welches aber auch von nun an Gefahren birgt. Vor allem die Abhängigkeit, das Schwerfallen des Loslassens, der Missachtung der Regeln und der eigenen Zukunftsplanung.

Besonders interessant ist der Schreibstil des Autors. Er schreibt mit einem hypotaktischen Stil, hat die Geschichte wortgewandt mit interessanten Stilmitteln verfasst. Die kurzen Kapitel fördern den Lesefluss; die Langeweile kann sich verabschieden, denn »Glücksreaktor« ist hypnotisierend, ein Rausch, eine Sucht. Jedoch aber war der Verlauf der Story des Öfteren immer wiederkehrend. Party, tanzen, Drogen, Schule, schlafen, Vorfreude, Party, tanzen, Drogen, Schule, schlafen und so weiter. Ein exakter Turnus wird wiederholt, wiederholt, wiederholt. Dies führt ein wenig zum Stirnrunzeln des Lesers. Besteht Freds neues Leben nur noch aus Party, Drogen und raven?

Max Wolfs »Glücksreaktor« ist Polarisation und Exzess in einem: Ein Roman über einen jugendlichen Ausbruch in die Freiheit, keinesfalls dem Original folgen, den Eltern, der gesamten Straße. Fred wird Anhänger der Rave-Kultur, die den Autor selbst sehr geprägt hat.

Philosophieren wir zusammen kurz zum Schluss: Wie war Ihr Ausbruch, wie war Ihre Sehnsucht nach Freiheit als Sie jung waren. Gab es dieses Verlangen überhaupt, und wenn ja, wie haben Sie ihren Auszug gestaltet, gab es auch bei Ihnen eine Bewegung, der Sie sich angeschlossen haben? In welcher Kultur fanden Sie Zuflucht, und welche Menschen um Sie haben Sie begleitet?

Kritik aus dem WeLoveBooksJournal

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Rezension zu "Glücksreaktor" von Max Wolf

Glücksreaktor
Erdhaftigvor 3 Monaten

Dieses Buch ist von der Wortwahl her ein Lesegenuss. Inhaltlich haut es mich nicht sooo sehr vom Hocker, obwohl die Geschichte trefflich beschrieben ist. Es dreht sich um die Techno-Welle der 1990-er Jahre und einen Teenager, der alles sein möchte nur bitte nicht so spießig, wie die erwachsene Umwelt. Daher verfällt er dem Tanz- und Extasyrausch, hat nur noch Musik im Ohr und anderes vor den inneren Augen.

Wolf hat es auf jeden Fall geschafft die Gefühle in Worte zu fassen, sie so zu beschreiben als würde man sie selbst erleben. Dieses Buch ist ein Leseerlebnis.

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