Maxie Wander

 3.9 Sterne bei 39 Bewertungen

Alle Bücher von Maxie Wander

Guten Morgen, du Schöne

Guten Morgen, du Schöne

 (22)
Erschienen am 29.10.2007
Leben wär eine prima Alternative

Leben wär eine prima Alternative

 (14)
Erschienen am 18.05.2009
Ein Leben ist nicht genug

Ein Leben ist nicht genug

 (1)
Erschienen am 29.10.2007
Tagebücher und Briefe.

Tagebücher und Briefe.

 (1)
Erschienen am 01.01.1981
Guten Morgen, Du Schöne

Guten Morgen, Du Schöne

 (0)
Erschienen am 01.01.1981
Tagebücher und Briefe

Tagebücher und Briefe

 (1)
Erschienen am 01.01.1996
Leben wär' eine prima Alternative

Leben wär' eine prima Alternative

 (0)
Erschienen am 01.12.1992

Neue Rezensionen zu Maxie Wander

Neu
Wortklaubers avatar

Rezension zu "Leben wär' eine prima Alternative" von Maxie Wander

Bewegend
Wortklaubervor einem Jahr

Im Sommer 1976 bekommt die in der DDR lebende österreichische Schriftstellerin MaxieWander die niederschmetternde Diagnose Krebs.

Hier setzt auch der erste der drei Teile des Buches ein, vom Text auf dem Buchdeckel abgesehen, unkommentiert: mit ihrem Einzug in die Frauenklinik der Charité. Der uninformierte Leser weiß nicht viel von ihr, abgesehen von den paar genannten Eckdaten. „1933 in Wien geboren“, heißt es da, „lebte seit 1958 mit ihrem Mann, dem österreichischen Schriftsteller Fred Wander, in der DDR“.  Tagebuchaufzeichnungen, anders als Lebenserinnerungen, und Briefe sind so: lückenhaft, sprunghaft, unvollständig. Der Leser des Buches, in dem diese Tagebucheinträge und Briefe veröffentlicht sind, kennt die Frau nicht, um die es da geht, aber das ist auch nicht weiter schlimm. Eine Frau ist das, deren Leben durch eine Krankheit auf den Kopf gestellt wird. Maxie Wander beschreibt ihre Klinikaufenthalte, die Verhältnisse auf der Frauenstation, hält Eindrücke über ihre Mitpatientinnen fest, hadert mit Ärzten und dem Krankenhaussystem, dem der Kranke letztendlich ausgeliefert ist. Eine öffentliche Anklage ist das nicht, höchstens eine stille Klage.


Der zweiteTeil greift zurück auf Jahre davor, gesunde Jahre, aber auch die nicht frei von Leid und Verlust. So schreibt Maxie Wander über den Tod ihrer Tochter, die 1968 an den Folgen eines Unfalls starb.

Der dritte Teil setzt nach der Behandlung der primären Krebserkrankung ein. Nun weiß man mehr über sie als nur, dass sie krank ist und mit der Krankheit ringt. Der Mensch ist inzwischen klar hervorgetreten. Man meint fast, sie zu kennen.

Es seien „keine Offenbarungen“, schreibt Fred Wander im Vorwort. Offenbarungen nicht, aber es gibt kleine funkelnde Momente, Erkenntnisse, Einsichten, ermutigende, aufrüttelnde, auch bittere. Sie schreibt von der Familie, auch über das Schreiben, das Ringen damit. Man spürt die Zerrissenheit, ihre Ängste, ihren Zorn, auch ihren Kampfgeist und ihren Mut – und zuletzt auch ihre Einsicht in die bittere Wahrheit. „Weiterleben“, schreibt sie, „so reduziert, das ist nicht einfach.“  

Erst 44-jährig, stirbt Maxie Wander 1977 in Potsdam. Die Veröffentlichung ihres Buches „Guten Morgen, du Schöne“ (Protokolle von Frauen), hat sie nur um wenige Monate überlebt.

Kommentieren0
3
Teilen
Ameises avatar

Rezension zu "Guten Morgen, du Schöne" von Maxie Wander

Rezension zu "Guten Morgen, du Schöne" von Maxie Wander
Ameisevor 10 Jahren

"Guten Morgen, du Schöne" , das sind 19 Lebensläufe vollkommen unterschiedlicher Frauen in der DDR, entstanden durch Tonbandprotokolle. Die jüngste ist 16, die älteste 92. Diese Frauen erzählen der Autorin Maxie Wander (die in Österreich geboren wurde und 1977 im Alter von 44 Jahren starb) ihre Lebensgeschichte. In der Vorbemerkung von Maxie Wander wird darauf hingewiesen, dass dieses Buch kein repräsentativer Querschnitt von DDR-Frauen sein soll, sondern schlicht und einfach die Protokolle von Frauen enthält, die mutig genug waren, ausfühlich über ihr Leben zu erzählen. Der Sprachstil ist so unterschiedlich wie die Frauen selbst. Offen berichten sie auch von ihrem Liebesleben und ihrer politischen Einstellung. Manchmal ist auch leise Kritik zu spüren, wie z. B. bei der 16jährigen Schülerin Gudrun, die kritisiert, dass die Schüler in der Schule nur fertige Wahrheiten zu schlucken bekämen und kein Platz für Gott wäre.
Manchmal stellt die Autorin ihren Gesprächspartnerinnen Zwischenfragen, die allerdings nie abgedruckt wurden, sondern nur die Reaktionen darauf, wie z. B. "Was, kennste nicht?" oder "Ja, da lachst du." Diese kleinen Zwischenbemerkungen verleihen den Protokollen einen zusätzlichen Reiz.
Eine Sache hat mich allerdings gestört: Am Anfang des Buches gibt es ein Inhaltsverzeichnis, in dem die Vornamem, das Alter, Familienstand usw. aufgelistet wurden, z.B. "Rosi, 32 Jahre, Sekräterin, 1 Kind, verheiratet". Im Buch selbst stand dann beim dazugehörigen Kapitel bloß noch der Vorname. Ich musste also bei jedem Kapitel noch mal im Inhaltsverzeichnis nachsehen, um noch etwas mehr als den Vornamen zu erfahren, was ich ziemlich lästig fand.
Trotzdem ist das Buch jedem zu empfehlen, der sich für den DDR-Alltag aus Frauensicht interessiert.

Kommentieren0
17
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 51 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks