Maxim Biller

 3.6 Sterne bei 149 Bewertungen
Autor von Sechs Koffer, Liebe heute und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Maxim Biller

Legt den Finger in die Wunde und stellt die unliebsamen Fragen: Maxim Biller ist 1960 in der tschechischen Hauptstadt Prag geboren worden und mit zehn Jahren nach Deutschland emigriert. Sein Studium der Literatur schließt er 1983 mit einer Magisterarbeit über das Bild der Juden im Frühwerk Thomas Manns ab und hängt ein weiteres Studium an der angesehenen Deutschen Journalistenschule in München an. Im Anschluss daran schreibt er für größere und große Magazine und Zeitschriften wie DIE ZEIT, den Spiegel oder Tempo. Bei Tempo hatte er eine eigene Kolumne mit dem Titel „100 Zeilen Hass“, die ihn als Provokateur ins Gespräch und die öffentliche Wahrnehmung brachte. Auch mit seinen literarischen Werken löst Biller regelmäßig Kontroversen aus. Sein Erzählband „Land der Väter und Verräter“ von 1994 beispielsweise stieß auf sehr gemischte Kritiken. Und nicht nur im Inland sorgt er für Aufsehen, seine Bücher wurden bereits in mehrere Sprachen übersetzt, zwei seiner Kurzgeschichten wurden sogar im New Yorker abgedruckt. Sein Roman „Sechs Koffer“ schafft es 2018 in die Shortlist des Deutschen Buchpreises. In den Jahren 2015 und 2016 war Maxim Biller Mitglied der Literarischen Quartetts und sorgte durch seine einzigartigen Denkansätze und Meinungen für Interesse beim Publikum. Heute lebt Biller in Berlin und schreibt für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung eine satirische Kolumne mit dem Titel „Moralische Geschichten“ und für die ZEIT die Kolumne „Über den Linden“.

Neue Bücher

Sechs Koffer

Erscheint am 29.07.2020 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Wer nichts glaubt, schreibt

Neu erschienen am 11.03.2020 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.

Alle Bücher von Maxim Biller

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Sechs Koffer9783462050868

Sechs Koffer

 (74)
Erschienen am 08.08.2018
Cover des Buches Liebe heute9783596172603

Liebe heute

 (12)
Erschienen am 01.02.2009
Cover des Buches Der gebrauchte Jude9783462037036

Der gebrauchte Jude

 (9)
Erschienen am 24.09.2009
Cover des Buches Bernsteintage9783596186037

Bernsteintage

 (8)
Erschienen am 11.02.2011
Cover des Buches Im Kopf von Bruno Schulz9783596030620

Im Kopf von Bruno Schulz

 (7)
Erschienen am 25.06.2015
Cover des Buches Esra9783462032130

Esra

 (6)
Cover des Buches Der gebrauchte Jude9783596172610

Der gebrauchte Jude

 (4)
Erschienen am 11.02.2011
Cover des Buches Die Tochter9783596185382

Die Tochter

 (5)
Erschienen am 01.12.2009

Neue Rezensionen zu Maxim Biller

Neu

Rezension zu "Sieben Versuche zu lieben" von Maxim Biller

Dreizehn jüdisch-russische Familiengeschichten
helena33vor 4 Monaten

Erst kürzlich las ich Billers Roman "Sechs Koffer", der 2018 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis stand. Er gefiel mir sehr gut, so dass es sich anbot, den vorliegenden Erzählband zu lesen. Hier sind 13 Erzählungen, die allesamt schon veröffentlicht wurden, unter dem (Unter-)Titel "Familiengeschichten" zusammengefasst. Sie beschäftigen sich mit Themen, Konstellationen und Motiven, mit denen sich auch "Sechs Koffer" auseinandersetzt. Dies geschieht sehr facettenreich, so dass es nie langweilig wird, ganz im Gegenteil, aufgrund der thematischen Dichte und der wiederkehrenden Motive gerät der Gesamtblick dadurch sehr eindrucksvoll und einprägsam.

Letztendlich sind dies zwar fiktionale Geschichten, Biller verwebt hier jedoch autobiographisch gefärbte Stoffe, immer auch im Kontext ganz konkreter politischer, gesellschaftlicher oder kultureller Begebenheiten. So  nimmt er oft auch Bezug zu anderen Schriftstellern oder Journalisten, wie Kafka, Ehrenburg, Zatewa, Schulz – Gerstein uva.

Im Kern geht es oft um Familiendynamiken. Die (jüdisch- russische) Familie besteht dabei zumeist aus Vater, Mutter und Sohn, wobei der Sohn häufig der Ich-Erzähler ist. Manchmal ist noch eine Schwester mit dabei, manchmal sind die Eltern getrennt, manchmal zusammen, manchmal schon verstorben. 

Der Sohn versucht Familiengeheimnisse zu lüften, geht verschwommenen Erinnerungen oder auch Lügen auf den Grund. Auf der Suche nach der einen "alles erklärenden"  Wahrheit, nicht zuletzt auch deshalb, um sich selbst besser zu verstehen. Familienstreitigkeiten, Grenzüberschreitungen, Verrat, Kindheitserlebnisse und natürlich die Beziehungen untereinander spielen immer wieder eine Rolle. Es gibt Krisen, es gibt Brüche, Schwierigkeiten im Beruf und in der Liebe sowie Schwierigkeiten dabei, den eigenen Weg zu finden.

Dies alles wird in einem historisch- politischen Kontext und immer auch aus einer jüdischen Perspektive betrachtet. So geht es um den Holocaust, um die Judenverfolgung in Russland/ Sowjetunion, es geht um den Prager Frühling, den Einmarsch der Russen, um eine erneute Flucht nach Deutschland. Der Verlust von Heimat, die Frage nach Herkunft, die Suche nach Wurzeln, das Ringen um Sprache und Kultur werden wiederkehrend thematsiert.  

"[...D]er Wahnsinn dieses ganzen Jahrhunderts und der Wahnsinn und Unsinn meines eigenen Lebens..." korrelieren miteinander. Zudem wird deutlich, wie prägend die Erlebnisse der Vorfahren sind und so politische Schrecknisse noch Jahrzehnte später Wirkkraft haben.

Ich mag Billers Schreibstil. Er beobachtet scharf und erzählt tiefgreifend. Die Erzählungen lesen sich komisch, lustig, liebenswürdig und weniger liebenswürdig, hart und provokant, aber auch weich und gefühlvoll. Die Erzählungen wirken ganz unterschiedlich, jede an sich ist aber lesenswert. Mal mit leiser Pointe, mal mit lauter Pointe; mal sehr intensiv, mal eher ruhig. Verdichtet oder auch ausschweifend, mal eher in Andeutungen, mal sehr direkt, zwingen sie in jedem Fall zur Auseinandersetzung. Sie berühren und hallen nach.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Sechs Koffer" von Maxim Biller

Unsympathische Familiengeschichte
simone_richtervor 10 Monaten

Ein neuer Roman von Maxim Biller, dem Schriftsteller, Essayisten und Fernseh-Literaturkritiker.
Hier erzählt er die Geschichte eines familiären Verrats – der seiner Familie - zwischen Lügen und Halbwahrheiten zwischen Ost und West. Wer hat seinen Großvater Schmil Biller an die Sowjets verraten und wird das Familiengeheimnis gelöst?

Biller ist selbst der Erzähler und geht nicht chronologisch vor. In den sechs Kapiteln ist immer von je einem verdächtigen Familienmitglied die Rede mit diffamierenden Geschichten und Beschuldigungen. Das ist bitter, boshaft und kalt, genauso wie ich Biller bisher wahrnahm und mir mit diesem Roman nochmal ein Urteil bilden wollte. Für mich spricht nichts Sympathisches aus den Figuren und dem Erzähler. Unfreundlich wird die Familie beschrieben voller Gier ohne Moral und mit vielen Lügen, die denken Geld könne Leben, Seelen und ganze Weltreiche retten. Die Versuche Billers die geheimen Motive der Charaktere zu entschlüsseln sind zähe und unsympathische Zeilen für mich. Da wollen sogar Juden keine Juden mehr sein und das Buch ist mit deutsch-jüdischen Worten versehen, die kaum bekannt sind. Ein empathieloses Werk, das mich traurig zurücklässt in seiner feindseligen Art. Am Ende wird übrigens auch nicht über den gewaltsamen Tod des Großvaters aufgeklärt.

Kommentieren0
44
Teilen
N

Rezension zu "Sechs Koffer" von Maxim Biller

war leider nicht meins
nonostarvor einem Jahr

In "Sechs Koffer" geht es um eine russisch-jüdische Familie, deren Familienmitglieder aus Russland gen Westen flohen. In sechs Kapiteln und jeweils einer anderen Perspektive wird die Flucht geschildert, die sich für jeden anders gestaltet. Und über allem schwebt ein großes Geheimnis: der Verrat am Großvater, der zu dessen Verhaftung und schließlich Hinrichtung führt. Doch wer ist wirklich Schuld daran? Jedes der Familienmitglieder hat seine eigenen Theorien und so sind die Beziehungen immer wieder belastet durch Vorwürfe und Verachtung.

Leider muss ich sagen, dass ich keinen Zugang zu diesem Buch gefunden habe. Die Sprache und der Schreibstil haben mir nicht gefallen, alles wirkte etwas zu gewollt. Die unzusammenhängende Erzählweise bei der Vergangenheit und Gegenwart immer wieder durchmischt wurden war dabei auch nicht sehr hilfreich. Auch dass der Ich-Erzähler immer wieder seine Erinnerungen durcheinander bringt und sich nicht siche rist, wie sich die jeweilige Situation tatsächlich ereignet hat fand ich am Anfang noch ganz sympathisch, irgendwann aber nur noch nervig. Bei den Erzählungen verwischt die Ich-Perspektive des Erzählers immer wieder mit der Person, die das jeweilige Kapitel behandelt, was sehr gewöhnungsbedürftig war.
Die einzelnen Charaktere blieben für mich oberflächlich und ich konnte keinen Sinn hinter allem entdecken. Die Handlungen und Gespräche haben mich ebenfalls nicht wirklich überzeugt. Was sich am Anfang etwas in die Länge zieht geht mir am Ende zu schnell, plötzlich sind Jahre vegrangen, die Eltern alt, die Onkel fast alle tot und die Kinder erwachsen. Wo ist die Zeit dazwischen geblieben?

Fazit: Leider konnte mich mein erstes Buch von Maxim Biller überhaupt nicht begeistern, so dass ich vermutlich keine weiteren Bücher von ihm lesen werde.

Kommentare: 2
6
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Sechs Kofferundefined
Deutscher Buchpreis

Wir freuen uns sehr, den Deutschen Buchpreis 2018 bei LovelyBooks begleiten zu dürfen! Nachdem wir die Leseproben der zwanzig Longlist-Titel diskutiert haben, stellen wir euch nun die sechs Titel der Shortlist vor.

Heute möchte wir euch in unserer Buchverlosung Maxim Biller mit seinem nominierten Titel "Sechs Koffer" vorstellen. Mit etwas Glück könnt ihr eines von zwei Exemplaren von "Sechs Koffer" gewinnen!

Verratet uns heute am 23.09.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button, warum ihr gerne das neue Buch von Maxim Biller lesen möchtet und landet somit automatisch im Lostopf für unsere Verlosung. 

Unter allen Usern, die an mindestens 3 Aktionen zu den Shortlist-Autoren teilnehmen, verlosen wir außerdem ein signiertes Exemplar des Deutschen Buchpreis-Gewinners!

Mehr zum Buch
Eine berührende Familiengeschichte – und ein virtuoser literarischer Kriminalroman von großer politischer Aktualität.
In jeder Familie gibt es Geheimnisse und Gerüchte, die von Generation zu Generation weiterleben. Manchmal geht es dabei um Leben und Tod. In seinem neuen Roman erzählt Maxim Biller von einem solchen Gerücht, dessen böse Kraft bis in die Gegenwart reicht. 'Sechs Koffer' – die Geschichte einer russisch-jüdischen Familie auf der Flucht von Ost nach West, von Moskau über Prag nach Hamburg und Zürich – ist ein virtuoses literarisches Kunststück. Aus sechs Perspektiven erzählt der Roman von einem großen Verrat, einer Denunziation. Das Opfer: der Großvater des inzwischen in Berlin lebenden Erzählers, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. Unter Verdacht: die eigene Verwandtschaft. Was hier auf wenig Raum gelingt, sucht seinesgleichen in der deutschen Gegenwartsliteratur: eine Erzählung über sowjetische Geheimdienstakten, über das tschechische Kino der Nachkriegszeit, vergiftete Liebesbeziehungen und die Machenschaften sexsüchtiger Kultur-Apparatschiks. Zugleich ist es aber auch eine Geschichte über das Leben hier und heute, über unsere moderne, zerrissene Welt, in der fast niemand mehr dort zu Hause ist, wo er geboren wurde und aufwuchs. 'Sechs Koffer' ist ein Roman von herausragendem stilistischen Können, elegantem Witz und einer bemerkenswerten Liebe zu seinen Figuren: Literatur in Höchstform – und spannend wie ein Kriminalroman. 



93 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Hopeandlivevor 2 Jahren
Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern und viel Freude beim Lesen!

Zusätzliche Informationen

Maxim Biller wurde am 15. August 1960 in Prag (Tschechische Republik) geboren.

Community-Statistik

in 244 Bibliotheken

auf 39 Wunschlisten

von 8 Lesern aktuell gelesen

von 3 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks