Maxim Biller Im Kopf von Bruno Schulz

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Inhaltsangabe zu „Im Kopf von Bruno Schulz“ von Maxim Biller

In einem Keller der polnischen Kleinstadt Drohobycz sitzt der Schriftsteller und Zeichner Bruno Schulz, gepeinigt von Ängsten, Visionen und Begierden. Er schreibt einen Brief an den berühmten Kollegen Thomas Mann, denn etwas Unheimliches ist geschehen: Im entlegenen Drohobycz ist ein Doppelgänger von Thomas Mann aufgetaucht, und die Zeichen apokalyptischen Unheils mehren sich.

Inspiriert von der osteuropäischen Erzähltradition eines Michail Bulgakow oder Isaak B. Singer, gelingt Biller eindrucksvoll die literarische Wiedererweckung des von einem SS-Mann ermordeten Schriftstellers Bruno Schulz (1892–1942) und seiner Welt des osteuropäischen Judentums, von der nicht viel mehr geblieben ist als die Bücher, die von ihr erzählen. Seien es nun ›Die Zimtläden‹ von Bruno Schulz oder, Jahrzehnte später, ›Im Kopf von Bruno Schulz‹.

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  • Die Erinnerung an einen von Millionen. Ihm und ihnen allen hat Maxim Biller ein Kaddisch geschrieben

    Im Kopf von Bruno Schulz

    WinfriedStanzick

    15. January 2014 um 11:30

      Voller Angst geht es zu im Kopf von Bruno Schulz, jenem 1892 in Drohobycz in Galizien geborenen Schriftsteller, Künstler und Kunstlehrer, der diesen Ort zeit seines Lebens nur selten verließ.   Bruno Schulz wurde 1942 auf offener Straße von der Gestapo erschossen. Doch in den Jahren zuvor, so lässt Maxim Biller in seiner Novelle die alte osteuropäisch-jüdisch Kultur noch einmal lebendig werden, ahnt er auf eine besondere Weise das sich anbahnende Unheil und die Apokalypse für die galizischen Juden.   In einem Keller sitzt Bruno Schulz, träumt davon, ein großer Schriftsteller zu werden und schreibt an einem Brief an den großen Thomas Mann. Es hat diesen Brief wohl tatsächlich gegeben. Er ist aber verschollen. Ihm berichtet er in angstvollen Worten, dass in Drohobycz ein Doppelgänger des berühmten Schriftstellers aufgetaucht sei, der dort sein seltsames Unwesen treibe. Visionen plagen ihn, in denen man durchaus Vorahnungen kommenden Unheils sehen kann. Träume von peitschenden Deutschen quälen ihn und viele andere schreckliche Bilder tauchen vor seinem inneren Auge auf.   Bruno Schulz, der sich von Thomas Mann Hilfe erhofft, beschreibt ihm in seinem an Kafka erinnernden Brief das drohende Unheil, er ahnt, wie es für die Juden nach 1939, nachdem die Deutschen Polen überfallen haben werden, aussehen wird und er hat Angst, ihnen zum Opfer zu fallen, wie es 1942 dann auch tatsächlich geschehen wird.   Zurück bleiben die von Schulz erhalten gebliebenen Texte, an denen sich Maxim Biller in seiner Novelle in ihrem grotesken Stil, in dem die Wirklichkeit immer wieder in die Phantasie verdunstet, orientiert.   Und zurückbleibt die Erinnerung an einen von Millionen. Ihm und ihnen allen hat Maxim Biller mit dieser Novelle ein Kaddisch geschrieben

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  • Eigenwillig und grandios

    Im Kopf von Bruno Schulz

    bogi

    05. January 2014 um 15:41

    Mein erster Text von Maxim Biller. Es handelt sich um ein sehr schmales Büchlein, das als Biller-ungewohnter Leser zwar vollste Konzentration erfordert, mit diesem Einsatz jedoch in maximal 90 Minuten durchgelesen ist. Der Autor beschreibt in einer Art Kammerspiel das Wohl und Wehe des Kunstlehrers und Hobbyliteraten Bruno Schulz in seiner Kellerbehausung in einer polnischen Stadt im Angesicht der Nazi-Besatzung und des aufziehenden zweiten Weltkrieges. Schulz versucht einen Brief an sein, vermutlich, literarisches Vorbild Thomas Mann zu schreiben. Er berichtet darin von einem Mann-Doppelgänger, der in Schulzens polnischer Stadt sein Unwesen treibt. Je mehr er über ihn berichtet, desto klarer wird ihm, dass es sich nicht um den echten Thomas Mann handeln kann. Je weiter die Beschreibung gedeiht, desto mehr entpuppt er sich als eine Art Nazi-Agent. Das eigentliche Anliegen des Briefes von Schulz scheint aber die Bitte zu sein, Mann möge ihm doch nach Durchsicht eines Manuskriptes einen Verlag im Westen vermitteln, der ihm als Schriftsteller zum Durchbruch verhilft.       Ein einfacher, leicht lesbarer Schreibstil scheint Maxim Biller nicht gerade zueigen zu sein. Man muss sich ihm schon voll und ganz widmen und selbst dann bleiben Zweifel. Er verfügt aber in jedem Fall über eine herausragend phantasievolle Erzählkunst. Diese ist im vorliegenden Werk zudem gespickt mit einem Feuerwerk an Skurilitäten (Schulzens Zwiegespräch mit zwei Tauben oder die teils urkomischen Personenbeschreibungen seien hier stellvertretend erwähnt). Ein sehr kleines Kunstwerk, das es sich in jedem Falle zu lesen lohnt.

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