Maxim Harezki Zwei Seelen

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Inhaltsangabe zu „Zwei Seelen“ von Maxim Harezki

Weißrussland in den Wirren der Revolution 1917/1918. Der Gutsbesitzersohn Ihnat Abdsiralowitsch gerät zwischen alle Fronten. Soll er sich für sein geliebtes Vaterland einsetzen oder soll er sich für die Sache seiner sozialen Herkunft starkmachen? Oder soll er nicht doch stattdessen einer nicht zu überhörenden Stimme in seinem Inneren folgen, die eine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse fordert?

Als kleiner Junge verliert Ihnat Abdsiralowitsch unter tragischen Umständen seine Mutter. Fortan wird der Sohn eines vermögenden Gutsbesitzers von einer Amme aus dem Dorf aufgezogen, die selbst ein Kind in Ihnats Alter hat, Wassil. Ihnat wächst in der Schule und der Universität zu einem melancholischen und sensiblen Mann heran, Wassil wird Schäfer. Während des Ersten Weltkriegs steigt Ihnat im Militär als Fähnrich zum Kompaniechef auf, wird dann aber von der Front zur medizinischen Behandlung nach Moskau geschickt. Dort begegnet er zufällig seiner Amme wieder, und auch Wassil, der sich den Bolschewiken angeschlossen hat. Ihnat ist hin- und hergerissen, er sieht die Notwendigkeit sozialer Veränderung, gleichzeitig kann er sich nicht mit der Gewalt und der Brutalität der Revolutionäre anfreunden. Als ihm dann die alt gewordene Amme ein lange verschwiegenes Geheimnis offenbart, wird noch die letzte Gewissheit auf den Kopf gestellt. Maxim Harezki (1893–1938) hat mit Ihnat Abdsiralowitsch eine Figur geschaffen, in der sich all die Widersprüche des weißrussischen Volkes spiegeln.

Harezki schrieb den Roman über die Revolutionswirren 1917/1918 aus dem Herzen des Geschehens, als eine historische Einordnung noch lange nicht möglich war. So ist 'Zwei Seelen' nicht nur ein glänzendes Portrait eines zweifelnden, in sich zerrissenen Helden, sondern auch ein literarisches Dokument, das Aufschluss gibt über die Verhältnisse in Russland und Weißrussland zur Zeit der Revolution, und die Disparität der revolutionären Bewegungen in einem fesselnden Roman festhält.

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  • Ein wichtiges Buch, das mich aber nicht hundertprozentig überzeugen konnte

    Zwei Seelen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. October 2014 um 17:21

    Mein erstes Buch aus einem unabhängigen Verlag und mein erstes eines weißrussischen Schriftsteller. Tolstoi, Dostojewski, Puschkin. Russische Schriftsteller und die Geschichte Russlands kennen wir, aber wer kennt sich schon mit der belarussischen Geschichte aus oder kann einen bekannten Literaten dieses Landes nennen? Ich wollte meinen Horizont erweitern und griff daher zu "Zwei Seelen". Es hat eine Weile gedauert bis ich mich an den Schreibstil und die belarussichen Namen gewöhnt hatte. Dann war es zwar schon interessant etwas über die belarussische Revolution zu lesen und die Zerrissenheit des Protagonisten zwischen den Bolschewiken und seiner Herkunft als Gutsbesitzersohnes war sehr gut dargestellt, trotzdem konnte mich daa Buch nicht hunderprozentig catchen. Das liegt aber nicht unbedingt an dem Buch, denn es ist ein wichtiges Buch, das nicht zu Unrecht nach so vielen Jahren ins Deutsche übersetzt wurde. Es ist nur einfach nicht mein Thema gewesen. Der Krieg (und es tut mir leid das sagen zu müssen) interessiert mich nicht so sehr. Natürlich ist es berührend was in der Zeit der Revolution passiert ist, aber mir fehlen zwei Dinge: mehr Drama und die Liebe. Die vergangene Liebe des Protagonisten wird nur kurz angerissen und spielt sonst keine Rolle und auch, wenn der Protagonist Schicksalschläge zu erleiden hat, was in Zeiten von Krieg und Revolution kaum vermeidbar ist, so war es mir einfach zu wenig dramatisch dargestellt. Viele Dinge, wie der Tod der Amme, bei der er nach dem frühen Tod seiner Mutter aufgewachsen ist, haben den Protagonisten kaum bewegt, obwohl sie ihm am Sterbebett ein für ihn lebensveränderndes Geheimnis anvertraut hat. Das fand ich sehr schade, weil es mir daher schwerfiel mit dem Protagonisten mitzufühlen und mich in ihn hineinversetzen zu können. Da schafft es Tolstoi, der ja auch viel über Krieg und Revolution geschrieben hat eher mich mitzunehmen, indem er mehr auf das persönliche Schicksal seiner Hauptfiguren eingeht. Dennoch ist "Zwei Seelen" kein schlechtes Buch und ich würde es all jenen empfehlen, die nichts oder nur wenig  über die Geschichte Weißrusslands wissen. Es ist aber ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss und das nicht so nebenbei in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit gelesen werden kann.

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