Eine aufgewühlte Frau namens Kathleen Wyatt taucht im Büro der Journalistin Cindy Thomas auf und berichtet aufgebracht davon, dass ihre Tochter Tara und ihr Baby Lorrie verschwunden sind. Sie kann ihre Tochter seit Stunden nicht erreichen, was ungewöhnlich ist. Kathleen hat ihren Schwiegersohn Lucas Burke im Verdacht, wo sie schon seit langem vermutet, dass er ihre Tochter misshandelt. Cindy setzt sich kurzerhand Sergeant Lindsay Boxer in Kontakt. Lindsay weiß, dass in so einem Fall jede Stunde zählt. Je länger eine Person vermisst wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie tot sein könnte. Das San Francisco Police Department setzt all seine Kräfte in Bewegung, um junge Mutter, die noch nicht einmal 21 Jahre alt ist, und ihr Baby zu suchen.
Dieser Band hat mir unglaublich gut gefallen, denn hier wurde auch mein größter Kritikpunkt an der Reihe endlich umgesetzt. Ich habe in früheren Bänden kritisiert, dass mir Lindsay zu präsent ist (auch wenn sie Hauptprotagonistin ist, geht es ja trotzdem um die vier Frauen) und man ihre Freundinnen nicht gut mit in die Handlung eingebaut hat. Aber hier war das von Anfang an anders. Erst Cindy, die den Fall überhaupt ins Rolle gebracht hat. Dann Lindsay die ermittelt, Claire die wichtige gerichtsmedizinische und präsente Arbeit leistet, was in anderen Bänden vor allem gefehlt hat und schließlich Yuki, die den Prozess leitet. Cindy, die als Reporterin immer wieder mit dabei ist. Es war wirklich ein schönes Zusammenspiel der Figuren und das hat besonderen Spaß beim Lesen gemacht, weil diese vier Figuren eben wichtige Pfeiler der Geschichte waren. Da habe ich mich wirklich gefragt, warum man das nicht schon in vorherigen Bänden so gehandhabt hat. Da wurde oft der Fokus komplett auf Lindsays Ermittlungen gezogen. Die Gerichtsmedizin nur nebenbei erwähnt, Cindy als Reporterin nicht eingesetzt, obwohl diese mit ihren eigenen Informationen neue Blinkwinkel geben könnte. Lediglich Yuki als Staatsanwältin wurde oft gut eingebunden.
Neben diesem positiven Aspekt war der Fall auch unglaublich spannend. Zudem wurde sich nach langer Zeit mal wieder nur auf einen Fall fokussiert. In den letzten Bänden wurden meist mehrere Fälle bearbeitet, die teils etwas miteinander zu tun hatten, teils aber auch nicht. Ich fand es sehr angenehm, dass hier der ganze Fokus auf den Fall Burke lag. Es wurde erwähnt, wenn es gerade nicht zu ermitteln gab, man zum Beispiel nur auf den Prozess gewartet hat, Lindsay und ihre Kollegen andere Fälle bearbeitet haben, aber es wurde eben nicht näher darauf eingangen.
Zudem wurde die ganze Zeit Zweifel gesät, ob der Verdächtige wirklich der Schuldige war. Ich habe während der Geschichte ständig hin und her geschwenkt, weil es eben nichts Konkretes gab, aber immer wieder Indizien aufgetaucht sind. Erschreckend fand ich, dass der Verdächtige mit diesen ziemlich fragwürdigen Indizien angeklagt werden konnte. Nur weil es sich bei den Vermissten um seine Frau und Kind handelte? Es wirkte wirklich so, als hätte nur die Polizei keine anderen Verdächtigen. Dann tauchten zwar nach und nach eindeutigere Indizien auf, aber es war dennoch kein Beweis. Der ganze Prozess war irgendwie erschreckend für mich. Das macht der Autor wirklich gut, es wirkt realistisch und da merkt man, dass das Team um Patterson gut recherchiert.
Es war bis zum Schluss spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Und das Ende… es macht mich etwas sprachlos.
In dem Buch wurde eine neue Ermittlerin, Sonia Alvarez, eingeführt, die die neue Partnerin von Richie Conklin ist. Einerseits traurig, dass somit Lindsay und er getrennt werden, andererseits gefällt mir die Neue recht gut. Mal sehen wie sie in den weiteren Bänden eingesetzt wird. Vielleicht wird sie ja im Club der Ermittlerinnen mit aufgenommen.
Fazit: Der 21. Fall von dem Club der Ermittlerinnen gehört für mich mit zu den besten der Reihe. Hier wurde alles richtiggemacht. Der Band war durchgängig spannend und alle vier Frauen wurden gut in die Handlung integriert, dass es sich auch so angefühlt hat, als haben Lindsay, Clair, Yuki und Cindy zusammen den Fall gelöst. Außerdem war es angenehm, dass es dieses Mal nur um eine Ermittlung ging. Es war nicht so chaotisch wie in den letzten Bänden, sondern ein roter Faden führte durchs Buch. 5 Sterne.













