Das Gefühl des Alleinseins kam wieder in ihr hoch. Tja, so war das; sie stand wieder einmal am Anfang eines neuen Lebensabschnitts; ausgehen, quatschen, flirten, vielleicht auch einmal abgewiesen werden. Unter der schweren Last des Liebeskummers, der allgemeinen Angst und der Einsamkeit konnte sie ein zartes Aufflackern positiver Erregung spüren.
Nach zehn Jahren Beziehung verabschiedet sich ihr Partner Frank aus Lilys Leben und lässt sie voller Liebeskummer zurück. Erst langsam gelingt es ihr, sich über die gescheiterte Beziehung, ihr Leben und die Zukunft Gedanken zu machen. Sie muss erkennen, dass Frank nicht alles ist und das Leben als Single auch seine schönen Seiten hat.
Durch den Klappentext und den Hinweis auf ihr neues, wildes Singleleben – aber auch die Bezeichnung „spritziger Frauenroman“ - hatte ich eine bestimmte Vorstellung der Geschichte. Diese musste ich erst einmal anpassen. Spritzig war der Beginn nicht, eher ernüchternd. Das Ende der Beziehung bringt eine Lily mit sich, die sich in sich selbst zurückzieht und erst einmal mit sich selbst klarkommen muss, bevor sie sich wieder auf andere einlässt. Von wildem Singleleben keine Spur. So war der erste Teil des Romans melancholischer als gedacht. Dafür erschien er mir aber realistischer.
Lily findet zwar einen neuen Alltag, von wilden Partys aber keine Spur. Im Gegenteil wird mehr noch als die Begegnung mit neuen Männern auf andere Aspekte ihres Lebens eingegangen – und das bis ins kleinste Detail. Die Beschreibungen auch der alltäglichsten Verrichtungen waren mir zu ausführlich und ließen keine Spannung aufkommen. Immer wieder ging es darum, sich selbst zu finden. Dabei stürzt sie sich auch auf die Persönlichkeitsanalyse aller anderen in ihrer Umgebung. Ob sie das in dieser Phase ihres Lebens auch weiterführt, fand ich zweifelhaft.
Fazit: Ein langweiliges Buch, von dem ich mir auf Grund des Klappentextes bei weitem mehr erwartet hätte.


