Der vorletzte Band der Biografiereihe der amerikanischen Ikone Maya Angelou, hat mich wieder einmal gefesselt und meinen Horizont erweitert. Weit weg von zu Hause in Ghana, versucht sie Wurzeln zu festigen. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer afrikanischen Identität.
Das Buch beginnt mit der Pflege ihres Sohnes, der nach einem Autounfall lange Zeit in einen Gips gebettet wird. Maya, die eigentlich nach Liberia wollte, bleibt also in Ghana hängen. Dort knüpft sie neue Kontakte, und besonders Schwesternschaft erweist sich als hilfreich. Doch bald muss sie erkennen, dass sie von einheimischen nicht als vollwertige Afrikanerin anerkannt wird. Sie kommt ja schließlich aus den USA. Und so ist sie nicht Fleisch, nicht Fisch. Das ist besonders schmerzhaft, denn ihre Hoffnungen dort als das anerkannt zu werden, was sie ist, eine schwarze Frau, die Gleichberechtigung sucht, erleiden ein paar Dellen. Auch Männer spielen wieder eine Rolle und Mayas Leichtigkeit im Umgang mit Flirts lässt sie nicht immer klug und Weise aussehen. Aber Lebenslust ist auch wichtig. Außerdem wird ihr Sohn erwachsen und auch das bereitet Maya Schmerzen. Er ist geübter im loslassen. Nach einer Tournee, auf der sich Deutschland nicht gerade von seiner besten Seite präsentiert, fasst sie einen Entschluss
Die Erzählweise der Autorin ist wie immer leicht und locker und gut zu lesen. Ab und an gibt es noch mal ein inflationäres Name Dropping, das aber einfach dazugehört. Es hält sich für mich aber diesmal in Grenzen. Aufgefallen ist mir, dass der Stil sich doch etwas verändert hat. Er wirkt reifer und berichthafter. In Episoden erzählt sie Ereignisse, die mich manchmal regelrecht zum Lachen gebracht haben. Besonders die Friseur Szene die zur Assimilation beitragen sollte, war so lustig. Aber wir haben es hier nicht mit einem humoristische Werk zu tun. Sehr berührende Szenen, die das Ausmaß des Leids schwarzer Menschen auf Basis kolonialer Geschichte deutlich machen, verleihen dem Buch großer Tiefe
Ich habe viel darüber nachdenken müssen, wann diese vielseitige, starke Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, den Kultstatus in den USA erreicht hat, und war dann überrascht, dass dies erst recht spät geschah. Als Autorin ist sie allerdings schon mit dem ersten Buch der Biografie Reihe zu großen Ruhm gekommen. Damals verpflichtende Schuhlektüre, kämpft man heute gegen die Verbannung ihrer Bücher aus Schulen und Universitäten.
Die ganze Reihe ist eine große Empfehlung und ich freu mich jetzt auf den abschließenden Teil den Anja und ich sicherlich dieses Jahr noch lesen werden.
























