Mechthild Gläser

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Interview mit Mechthild Gläser

7 Fragen an Mechthild Gläser

1)Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Als Kind habe ich sehr viel gelesen und war fasziniert davon, dass sich ganze Welten zwischen zwei Buchdeckeln verbergen können. Welten aus nichts anderem als Papier und Buchstaben, die erst lebendig werden, wenn jemand sie liest. Dieser magische Moment begeistert mich noch heute. Daran, selbst so etwas Wunderbares zu erschaffen, habe ich aber zunächst nicht gedacht. Erst mit 14 Jahren erkannte ich, dass es echte Menschen sind, die hinter all den Geschichten stehen, keine gottgleichen Wesen oder so, wie ich es mir als früher ausgemalt hatte. Damals besuchte ich die Theatergruppe meiner Schule und unsere Lehrerin schrieb die Stücke, die wir aufführten, selbst. Als ich das herausfand, kam für mich der Punkt, an dem ich es selbst auch einmal zu versuchen beschloss. So verfasste ich zunächst ein Theaterstück, welches besagter Lehrerin so gut gefiel, dass wir es gemeinsam aufführten. Dieser erste Erfolg gab mir den Mut, mich auch an längere Texte zu wagen...

2)Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?

Hui, das ist keine leichte Frage. Ich habe ja schon geschrieben, welche Autoren ich besonders verehre. Leider lebt keiner von ihnen mehr. Aber, da es sich hierbei eher um eine hypothetische Frage handelt, lasse ich das mal außer Acht und entscheide mich für Jane Austen. Ihre Texte sind so witzig, das wäre sicher amüsant.

3)Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Ideen fliegen um mich herum und ich muss sie bloß einsammeln. Dafür trage ich ständig ein kleines Notitzbuch bei mir, in das ich alles Mögliche notiere, Gedankenblitze, Dinge, die ich sehe... Irgendwann ballt sich dieses Sammelsurium dann von ganz allein zu einer Geschichte zusammen.

4)Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Natürlich spielt die Muse, die mich in einer schlaflosen Nacht, unter der Dusche oder in der S-Bahn küsst, wie es ihr gerade so in den Kram passt, eine wichtige Rolle für meine Arbeit. Allerdings geht es dabei eher um Ideen, wenn ich gerade einen Plot oder eine Figur entwickle. Das Schreiben selbst ist dann eine einigermaßen unromantische Angelegenheit. Meistens tippe ich ganz langweilig an meinem Schreibtisch vor mich hin und ja, es hat mit Disziplin zu tun. Vor allem, weil ich unter anderem auch noch studiere und so verschiedene Dinge gleichzeitig koordinieren muss. Platz für Ablenkung und Schreibblokaden bleibt da wenig. Ich habe ein tägliches Pensum und das versuche ich, wenn es eben geht, einzuhalten.

5)Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Für meine Bücher wünsche ich mir, dass sie nachts mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen werden, Knicke bekommen, weil sie herumgetragen und ausgeliehen wurden, und einfach als meine kleine Welt zwischen zwei Buchdeckeln in fremden Bücherregalen stehen. Für mich selbst wünsche ich mir, dass ich noch viele weitere Bücher schreiben und veröffentlichen darf.

6)Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Das war unbeschreiblich toll. Als meine Agentin mich anrief, um mir mitzuteilen, dass Loewe meine Schattenstadt herausbringen will, war das für mich ein Gefühl wie ein Sechser im Lotto. Es hat einige Tage gedauert, bis ich es fassen konnte und auch jetzt kommt es mir noch ziemlich unwirklich vor, wenn ich mein Buch im Laden stehen sehe. Aber anscheinend ist wirklich passiert, wovon ich so lange geträumt habe.

7 )Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich bin ein großer Fan von Jane Austen. Außerdem liebe ich die Bücher von Astrid Lindgren und Michael Ende. Wenn ich mir mein Bücherregal so ansehe, fällt mir auf, dass fast ausschließlich Jugendbücher darin stehen, viel Fantasy, viele deutsche Autoren. Empfehlungen bekomme meistens von Freunden oder ich stoße im Internet darauf.