Wer ohne Liebe ist

von Mechthild Lanfermann 
4,3 Sterne bei21 Bewertungen
Wer ohne Liebe ist
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Thalas avatar

Ein sehr atmosphärischer Krimi mit einer sehr sympathischen Heldin und gesellschaftspolitischem Anspruch!Perfekt!

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Emma Vonderwehr - die vielschichtige, facettenreiche Protagonistin einer anspruchsvollen Krimireihe mit gesellschaftspolitischem Anspruch!

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Inhaltsangabe zu "Wer ohne Liebe ist"

Ein toter Lehrer, eine verbotene Liebe, eine Ermittlerin zwischen den Fronten.

In Berlin Zehlendorf wird ein Mann ermordet in seiner Wohnung gefunden. Seltsame Codes im Internet bringen die Radioreporterin Emma Vonderwehr auf eine brisante Spur: Der allseits beliebte Grundschullehrer verkehrte in rechten Kreisen. In seinem brandenburgischen Heimatort findet Emma heraus, dass der Schlüssel zu dem Mord in der DDR-Vergangenheit des Opfers liegt. Weitere Menschen sterben und auch Emma steht auf der Liste der Täter. Die junge Journalistin muss sich entscheiden: Macht sie ihre Entdeckungen öffentlich um Schlimmeres zu verhindern oder verhält sie sich loyal zu ihrem Partner Kommissar Edgar Blume, der auf den Fall angesetzt ist?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442743773
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:08.07.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    Katzenpersonal_Kleeblatts avatar
    Katzenpersonal_Kleeblattvor 5 Jahren
    2. Teil mit der Radiojournalistin Emma

    Als der Lehrer Lukas Brinkmann ermordet wird, erhält Emma den Auftrag zur Berichterstattung des Falles. Schnell ist ersichtlich, dass der Lehrer im rechtsradikalen Milieu anzusetzen ist.
    Auch ihr Freund und Polizist Edgar Blume ist auf den Fall angesetzt und ermittelt. Ein Austausch der beiden mit hilfreichen Informationen findet nur sporadisch statt, denn Edgar Blume sieht den Fall aus einer anderen Sicht als Emma, darf ihr jedoch dazu nichts sagen.
    Emma findet heraus, dass der Lehrer ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Brandenburg stammt und dass es vor kurzem schon mal einen Toten aus genau dem Dorf in Berlin gab. Gibt es da einen Zusammenhang und wenn ja, welche Rolle spielen die vielen Rechtsradikalen, die das Dorf fest in ihrem Griff haben? ...

    Das war der zweite Teil mit der Radioreporterin Emma Vonderwehr und dem Polizisten Edgar Blume.
    Die Autorin Mechthild Lanfermann macht es sich mit ihren Themen nicht leicht. Hat sie sich im ersten Teil unter anderem dem Thema Juden zugewendet, so hat sie sich mit diesem Krimi ein weiteres brisantes Thema ausgesucht - die rechte Szene in Deutschland. 
    Der Roman beginnt mit einem Ereignis aus dem Jahre 1987 im Osten Berlins. Nach einem Konzert in der Zionskirche tauchten Skinheads auf und grölten Naziparolen. Justiz und Polizei hatten bis dato rechtsextreme Tätigkeiten in der DDR abgestritten. 
    Einer der Beteiligten kam wegen Denunziation unschuldig in den Knast und schwor Rache an dem, der ihn da hineingebracht hatte.

    Ein Dorf in Brandenburg scheint hier der Sitz von Rechtsextremisten zu sein. Es ist kurz vor der Landtagswahl und die Rechten wollen in den Landtag einziehen. Edgar Blume und sein Team wollen das verhindern, Drogen sind mit im Spiel, es fehlt noch die Verbindung, alles miteinander zu verknüpfen, um die rechte Partei verbieten zu können.
    Für Blume drängt die Zeit, in 14 Tagen ist die Wahl, aber sie sind ihrem Ziel noch keinen Schritt näher.
    Emma recherchiert auf die ihr eigene Art und Weise und kommt Edgar Blume mehr als einmal in die Quere, was ihm natürlich nicht passt. Er bittet sie, vieles von ihrem Recherchiertem noch nicht an die Öffentlichkeit zu bringen, um seine Arbeit nicht zu gefährden.
    Sie ist mit der Situation nicht zufrieden und sucht weiterhin nach Antworten.
    Mit Rocco Schmitz, einem der Rechtsextremisten, schafft sie sich einen ernst zu nehmenden Feind, der unter anderem auch gegen sie aufwiegelt. Obwohl sie Angst hat, gibt sie nicht auf.

    Ein ausgesprochen dicht atmosphärisch aufgeladener Krimi mit dem Thema Rechtsextremismus in Deutschland legt Mechthild Lanfermann hier vor.
    Es ist erschreckend, wie genau sie dieses Buch recherchiert hat, es macht Angst, weil man weiß, dass vieles die Realität in Deutschland ist.
    Der Aufmarsch der Nazis und wie verschreckt man das als Otto Normalverbraucher in den Medien immer wieder erleben muss. 
    Hier ein ganzes Dorf unter der Knute der Neonazis, die Kirche wird als Treffpunkt genutzt, um das Jungvolk an sich binden zu können. Großkotziges Getue mit dem Gefühl der Macht lässt die andersdenkenden Dorfbewohner kapitulieren. 
    Beim Lesen spürt man die Angst förmlich.

    Mit diesem Roman wird aber nicht nur nach einem Mörder gesucht, es zeigt einen Teil der deutschen Geschichte, der wieder nachweisbar gut recherchiert wurde. Neben Mord, Drogen und Nazis hat der Leser auch  Einblick in die Gefühlswelt der beiden Protagonisten Emma und Edgar, die es sich beide nicht einfach machen.
    Die Fäden des Ereignisse hat die Autorin geschickt geflochten. Selbst als der Mörder gefasst wurde, sinkt das Spannungslevel nicht ab, denn es ist noch immer eine Rechnung offen, die gezahlt werden muss. 
    Dass letztendlich alles stimmig ist, lässt den Leser mit einem guten Gefühl das Buch schließen. 

    Auch wenn man dieses Buch für sich allein lesen kann, würde ich empfehlen, den Vorgänger zu lesen. Die Autorin bringt zwar einige Rückblicke auf den Vorband, um die Zusammenhänge verstehen zu können, aber das erklärt meiner Meinung nach nicht genug die Beziehung zwischen Emma und Edgar, die langsam zustande kam. 

    Teil 1 hatte mir schon gefallen, aber der hier gefiel mir besser, ich fand ihn spannender und atmosphärisch dichter und empfehle ihn sehr gern weiter.

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    Thalas avatar
    Thalavor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr atmosphärischer Krimi mit einer sehr sympathischen Heldin und gesellschaftspolitischem Anspruch!Perfekt!
    Blutige Geheimnisse in Brandenburg

    Emma Vonderwehr ist eine Berliner Radiojournalistin, welche sich auf Spurensuche in einem Mordfall begibt. Ein Grundschullehrer mit rechtem Hintergrund ist unfreiwillig gestorben-doch wer hat ihn auf dem Gewissen? Emma recherchiert in Brandenburg und gerät ins Kreuzfeuer der rechten Szene.

    Auch wenn ich den Erstling der Vonderwehr-Reihe noch nicht gelesen habe, hat mir dieses Buch aufgrund der sympathischen Heldin und des brisanten, aktuellen Themas sehr gut gefallen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, da ich unbedingt wissen wollte, wer denn nun der Mörder ist. Lanfermann schreibt sehr detailliert und atmosphärisch, so dass eine fast schon beklemmende Spannung entsteht.

    Außerdem hat mich das Buch zum Nachdenken angeregt, was eigentlich fast schon wichtiger ist als die Suche nach dem Mörder. Schließlich bekommen die rechten Parteien im Osten immer mehr Zulauf. Wie kann man dies verhindern? Dies verstehe ich unter gelungener Unterhaltung mit gesellschaftskritischem Seitenblick.

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    kolokeles avatar
    kolokelevor 5 Jahren
    "Wer ohne Liebe ist"

    "Wer ohne Liebe ist" von Mechthild Lanfermann ist der zweite Band um die Radiojournalistin Emma Vonderwehr und Kommissar Edgar Blume, die auch privat ein Paar sind.

    Wie es dazu kam und ob die Beziehung Bestand haben wird, bleibt offen bzw. wurde vermutlich im ersten Band angesprochen, das ist das einzige, was am Anfang des Buches etwas fehlt, man weiß die Beziehung der Beiden nicht so richtig einzuordnen.

    Aber zum eigentlichen Inhalt: Lukas Brinkmann, ein Grundschullehrer wird ermordet aufgefunden. Durch Recherche von Emmas Kollegin, die verschiedene Kanäle im Internet beobachtet,  wird schnell klar, dass er im rechten Milieu aktiv war und es steht zu fürchten, dass dies bei dem Mord eine Rolle spielte.
    Edgar Blume nun, ist in weiteren Ermittlungen in eben dieser Szene aktiv, die offenbar auch dem Drogenhandel zugetan scheint. Auch hier scheint ein Zusammenhang zum Mord nicht ausgeschlossen. Doch wie genau hängt alles zusammen? Es ist nicht so offensichtlich wie es scheint.
    Emma sucht das Heimatdorf von Lukas Brinkmann und seinen Vater, einen ehemaligen Pfarrer auf und erfährt ein wenig mehr über Brinkmann, auch über seine Aktivitäten in seiner Jugend in der DDR. Außerdem befindet sie sich auf einmal mittendrin in der rechten Szene des Dorfes, es sieht so aus, als hätten die Rechten das Dorf komplett in der Hand. Gerade diese Szenen sind sehr gut beschrieben, sie sind bedrückend, ist man sich doch bewusst, dass dies nicht nur der Fantasie der Autorin entspringt.
    Das Buch hat somit eine ganz besondere Atmosphäre, ist spannend und gerade zum Ende hin, als der Mord bereits aufgeklärt ist, spitzt sich die Lage erneut zu und  es werden weitere Fragen und Zusammenhänge aufgedeckt.  Der Krimi ist durch und durch gelungen.
    Mir hat er so gut gefallen, dass ich den ersten Band nun auf jeden Fall auch noch lesen werde.

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    Grandvilles avatar
    Grandvillevor 5 Jahren
    DDR, Neonazis und ein kleiner Junge


    Der Grundschullehrer Lukas Brinkmann wird in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Emma Vonderwehr erfährt bei ihrer Recherche Unglaubliches: Brinkmann war Mitglied der rechten Szene und konnte trotzdem an einer Grundschule unterrichten. Doch damit nicht genug: was hat die DDR-Vergangenheit des Opfers damit zu tun? Auch Privat läuft es nicht gut für Emma: Stress bei ihrem Radiosender und Edgar Blume, der ebenfalls in diesem Fall ermittelt, geht auf Abstand und nähert sich seiner Frau wieder an. Emma sitzt zwischen allen Stühlen. Bei ihren Ermittlungen lernt sie August kennen und erhält einen Einblick in die rechte Szene von Brandenburg.
     
    Der zweite Roman um Reporterin Emma und  Kommissar Edgar Blume. Bereits erschienen: "Wer im trüben fischt", 2012.
     
    Als jemand, der den ersten Roman um Emma und Edgar Blume nicht kennt, würde ich empfehlen "Wer im trüben fischt" zuerst zu lesen. Beim Lesen dieses Buches hatte ich das Gefühl, dass mir viele Kleingikeiten aus dem Leben der beiden fehlen, auch wenn es kurze Rückblicke in "Wer ohne Liebe ist" gibt.
     
    Bedrückend ist die Stimmung im Buch. Das Leben auf dem Brandenburger Land im Einflussbereich der rechten Szene wurde meiner Meinung nach gut erzählt und getroffen. Diese Stellen empfand ich als besonders beklemmend und intensiv.
    Das Buch lässt sich insgesamt sehr flott und flüssig weglesen. Zum Ende hin entwickelt es sich sogar zum Pageturner, weil man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.
    Leider sind mir sowohl Emma als auch Edgar Blume nicht so nahe gekommen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ihre privaten Verwicklungen empfand ich ein klein wenig störend, den Mordfall betreffend. Auch Emmas Arbeit als Reporterin für den Radiosender empfand ich zum Teil als ein wenig verwirrend. Zwar war es interessant soviel Hintergrundwissen zu erfahren, aber so ganz bin ich nicht durch die Verwicklungen und Beziehungen durchgestiegen und speziell ihre beste Freundin Bente hat bei mir einen nicht so guten Eindruck hinterlassen.
     
    Ein solider Krimi in der Berliner/Brandenburger Neonazi-Szene. Mir hat es gefallen und ich kann es weiterempfehlen. Allerdings würde ich den ersten Teil zu erst lesen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Wer ohne Liebe ist

    "Wer ohne Liebe ist" ist der zweite Band über die Radiomoderatorin Emma Vonderwehr, die über einen Mordfall berichtet und auf eigene Faust Ermittlungen anstellt. Vielleicht ist es ratsam, den Vorgängerband "Wer im Trüben fischt" gelesen zu haben, um die Vorgesdchichte einiger Protagonisten besser zu verstehen.
    In diesem Fall wird ein Lehrer ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Schnell führt die Spur ins rechte Milieu und Emma gerät mehr als einmal in bedrohliche Situationen. Ihr Partner Edgar Blume ist Kommissar und ermittelt in diesem Fall. Und irgendwie scheint er darin verstrickt zu sein.

    Das Buch ist spannend und flüssig geschrieben. Die Beschreibungen der rechten Gruppierung und deren Bedrohung und Vereinnahmung eines kleinen Dorfes sind bedrückend und eindringlich beschrieben. Hier geht es nicht nur um einen Mordfall, sondern auch um aktuelle Probleme, wie der sich ausbreitende Rechtsradikalismus in Deutschland.

    Ein spannender, aktueller Krimi mit Protagonisten, mit Ecken und Kanten, der auf jeden Fall lesenswert ist und den Leser am Ende nicht mehr loslässt!

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    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 5 Jahren
    Rechte Szene, Drogen und eine verlorene Liebe

    Der beliebte Grundschullehrer Lukas Brinkmann wird brutal ermordet in seiner Zehlendorfer Wohnung gefunden. Während Polizist Edgar Blume die Ermittlungen in dem Mordfall aufnimmt, kümmert sich Reporterin Emma Vonderwehr für den Radiosender „Berlin Direkt“ um die Information der Bevölkerung. Einige Zeit vor dem Mord an dem Lehrer gab es schon einen Todesfall eines Teenagers. Die beiden Fälle hängen irgendwie zusammen, aber wie?

    Im Zuge der Nachforschungen stellt sich heraus, dass Lukas Brinkmann ein wichtiges Mitglied der Rechten Szene war, die vom Verfassungsschutz schon seit Längerem beobachtet wird, weil man stichhaltige Beweise für ein Parteiverbot sucht. Während sich Blume mit den Politikern und den verdeckten Informanten herumschlägt, bringt Emma sich immer mehr durch ihre eigenen Ermittlungen in Gefahr und steht schon bald im Visier der Rechten Szene. Bei ihren Recherchen stößt sie auf einen alten Fall aus dem Jahr 1987, der auf einmal wieder ganz aktuell wird.

    Mechthild Lanfermann ist mit ihrem zweiten Buch „Wer ohne Liebe ist“ um die Reporterin Emma Vonderwehr und Edgar Blume ein guter Nachfolger zu Band 1 gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Spannung baut sich langsam, aber stetig, auf und findet in einem großen überraschenden Finale ihren Abschluss. Der Charakter von Emma ist eigenbröt-lerisch, einsam, stur, clever, aber auch liebenswert, manchmal anlehnungsbedürftig. Blume ist ebenfalls ein spezieller Typ, manchmal sympathisch, aber auch zerrissen durch seine Beziehung zu seiner Ex-Frau und dem gemeinsamen Sohn auf der einen Seite und seiner Liebesbeziehung zu Emma Vonderwehr auf der anderen. Beide Protagonisten sind allerdings so angelegt, dass sie schon allein durch ihre einzigartigen Charaktere unvergesslich sind.

    Die Geschichte besteht aus mehreren Handlungssträngen, die erst parallel laufen, am Ende aber sehr gekonnt miteinander verknüpft werden, so dass keine Fragen offen bleiben. Das Storyende birgt trotzdem ein überraschendes Finale als würdigen Schlusspunkt.

    Mechthild Lanfermann ist ein atmosphärischer und gesellschaftskritischer Krimi zu einem sehr schwierigen Thema gelungen. Fans von Elizabeth Herrmann werden hier voll auf ihre Kosten kommen! Besonders spannend und sehr lesenswert.

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    bidi66s avatar
    bidi66vor 5 Jahren
    Wer ohne Liebe ist

    Mechthild Lanfermann hat mit ihrem zweiten Fall um die Journalistin Emma Vonderwehr wieder einen spannenden Krimi geschrieben. Nach einem kurzen spannenden Prolog, der viele Fragen aufwirft, lässt sie es im Verlauf der Handlung manchmal etwas zu ruhig angehen um dann aber mit einem spannenden Schluß aufzuwarten.
    Die Autorin hat sich, wieder einem heiklen Thema gewidmet. Sehr ausführlich schildert sie, wie die rechtsradikale Szene in der dörflichen Umgebung Brandenburgs Fuß fassen will und mit welchen Methoden sie um die Jugend buhlt. Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit treiben die Jugendlichen in den Dunstkreis der Rechten Szene.
    Nicht nur Edgar Blume sondern auch Emma Vonderwehr vermuten dort den Grund, warum Lukas Brinkmann sterben musste. Dennder beliebte Lehrer war aktives Mitglied einer neonazistischen Partei. Obwohl er mit dieser rechtsradikalen Gesinnung unterrichten durfte, ging die Lehrerschaft Lukas so gut wie aus dem Weg. Nur Gesine Lorenz, eine Kollegin, hielt zu ihm. Denn bei ihr wird nicht nur die Zuneigung zu Lukas sondern auch zu dessen Szene vermutet. Als dann schließlich noch der Handel mit Drogen ins Gespräch kommt, erschließt sich einem schnell die Verbindung zu einem früheren Todesfall, der mehr als 6 Monate zurück liegt.
    Mechthild Lanfermann hat die anfänglichen Recherchen der Journalistin Emma und ihrer Kollegin Bente für meine Begriffe fast zu ausgiebig geschildert, um dabei die eigentlichen Ermittlungen der Kripo fast ein bisschen aus den Augen zu verlieren. Wer ermittelt den eigentlich: die Polizei oder die Jornalisten?  Ausgedehnte Befragungen von Lehrern, Nachbarn und Freunden lassen einem fast ermüden, doch das änderte sich spätestens im letzten Drittel des Buches. Ab diesem Zeitpunkt nimmt das Buch richtig Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich.
    Die Autorin hat ihre Geschichte auf mehreren Handlungssträngen aufgebaut, wodurch sich die Spannung auch kontinuierlich auf einem Niveau hielt. Etwas enttäuschend fand ich nur, dass der Bezug zum Prolog erst zum Ende des Buches wieder aufgenommen wird.
    Mechthild Lanfermann hat sich auf das Wesentliche konzentriert und die Botschaft vermittelt, dass der Umgang und die Mitgliedschaft in der rechtsradikalen Szene keine Zukunft hat.

    Sehr interessantes Thema und immer wieder brisant.
    Die Autorin springt meiner Meinung nach zu zu vielen Nebenschauplätzen und versucht dann irgend wie wieder die Kurve zu bekommen. Dabei kommen manche Hauptakteure zu kurz und andere Nebendarsteller wird zuviel Aufmerksam gezollt.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Emma Vonderwehr - die vielschichtige, facettenreiche Protagonistin einer anspruchsvollen Krimireihe mit gesellschaftspolitischem Anspruch!
    Deutscher Krimi mit gesellschaftspolitischem Anspruch

    Mit "Wer ohne Liebe ist" hat die Autorin Mechthild Lanfermann den zweiten Teil ihrer Krimiserie um die Journalistin Emma Vonderwehr und den Ermittler Edgar Blume veröffentlicht. Die Serie spielt in Berlin, wohin es Emma nach einem Skandal in ihrer Heimat Bremen verschlagen hat, hat aber mit herkömmlichen Regionalkrimis nichts zu tun - weder betulicher Humor noch Lokalkolorit - sei es im positiven oder in negativen Sinn - finden hier Platz.

    Emma ist eine unbequeme Journalistin, die sich gern der Wahrheit stellt, bis ins Detail rechercheriert und auch schwierigen Interviews bzw. solchen mit unangenehmen Gesprächspartnern nicht aus dem Weg geht.  Auch sie selbst ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, genau wie auch ihre Beziehung zu Edgar Blume - auch er ein Typ mit Ecken und Kanten.

    In vorliegendem Fall führt der Tod eines jungen Lehrers schnell und zunächst überraschend ins Milieu der brandenburgischen Neonazis  und ist untrennbar mit der Vergangenheit - den 1980er Jahren, der Zeit vor dem Mauerfall also, verbunden. Der Leser sollte durchaus eine gewisse Nervenstärke aufweisen, denn die Anzahl an unangenehmen Figuren und unerfreulichen Begegnungen ist in diesem Roman nicht gerade gering - dafür aber realistisch und stilistisch gut dargestellt.

    Ein ungewöhnlicher Krimi mit Protagonisten, die man so schnell nicht vergisst: genauso sollte es aus meiner Sicht sein, wenn man eine Krimireihe aufbaut, die lange in den Regalen der Buchhandlungen zu finden sein soll. Allerdings nichts für Leser, die durchweg sympathische Protagonisten mögen, mit denen man sich in jeder Situation identifizieren kann - das ist hier mit Sicherheit nicht so. Für mich ist dieser Faktor unwesentlich, deswegen ist die Reihe aus meiner Sicht ein großer Gewinn für die deutsche Krimilandschaft - ich werde Emma Vonderwehr auf jeden Fall treu bleiben und hoffe auf viele weitere Bände mit ihr!

    In Qualität, Thematik und Anspruch möchte ich die Krimis von Mechthild Lanfermann auf eine Stufe mit denen von Elisabeth Herrmann, Nele Neuhaus und Jan Seghers stellen - ernsthafte Krimis also mit einem Anspruch auf Gesellschaftskritik. Auch den internationalen Vergleich bspw. mit der Norwegerin Anne Holt braucht sie nicht zu scheuen. Wer also einen richtig guten und spannenden deutschen Krimi lesen will, in dem auch gesellschaftliche Mißstände angesprochen werden, der greife zu diesem Buch.

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    tweedledees avatar
    tweedledeevor 5 Jahren
    Brisantes Thema, perfekt recherchiert und umgesetzt!



    In Berlin-Zehlendorf wird die Leiche des Grundschullehrers Lukas Brinkmann gefunden, er wurde brutal zusammengeschlagen, ermordet. Radioreporterin Emma hat Bereitschaft für den Sender "Berlin Direkt" und fährt mit dem Ü-Wagen zum Tatort, um live zu berichten und Meinungen der Nachbarn einzuholen. Bald stellt sich heraus, dass der allseits beliebte Lehrer Verbindungen zur rechten Szene hatte, Emma wittert eine brisante Story, die sie gern exklusiv bringen möchte. Sie beginnt nachzuforschen und befindet sich schneller als gedacht im Fokus der Rechten Szene.
     
    Bei dem Krimi "Wer ohne Liebe ist" handelt es sich um den zweiten Fall für Emma Vanderwehr. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, lässt sich dieser Teil auch gut lesen, ohne den ersten Teil zu kennen. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, obwohl ich den ersten Band nicht kenne, ohne großes Vorgeplänkel ist man in der Handlung drin. Emmas Recherchen führen  sie in das ländliche Brandenburg in einen kleinen Ort,  zum Geburtsort des Opfers. Ihre Nachfragen werden von den Dorfbewohnern, die überwiegend der rechten Szene angehören, mit Argwohn betrachtet.  Emma macht sich mit ihrer Fragerei schnell unbeliebt und gerät selbst ins Fadenkreuz der Rechten.
     
    Die Autorin Mechthild Lafermann  hat einen fesselnden und spannenden Krimi geschrieben, der viel Atmosphäre ausstrahlt. Man spürt die Tristesse, die beklemmende Atmosphäre im dem kleinen brandenburgischen Ort sowie die unterschwellige Bedrohung durch die Rechte Szene, die stets präsent ist. Selbst Kinder werden von ihr vereinnahmt.
    Emma ist als Protagonistin gut beschrieben, im Verlauf erfährt man auch genug Details zu ihre Familiensituation, so dass man sich schnell ein Bild von ihr machen kann. Sie ist zielstrebig, etwas frostig aber doch sympathisch. Ihr Freund, Kommissar Blume, bleibt dagegen blasser, schwer einzuordnen. Was vielleicht auch daran liegt, dass seine Rolle in der Geschichte lange Zeit nicht ganz klar ist. Die Handlung an sich ist stimmig, gut durchdacht und bis zur letzten Seite spannend.
     
    Fazit: Ein dichter, atmosphärischer und gut recherchierter Krimi, der zum nachdenken anregt. Unbedingt lesen!

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    thenights avatar
    thenightvor 5 Jahren
    Wer ohne Liebe ist von Mechthild Lanfermann

    Klappentext:
    Ein toter Lehrer, eine verbotene Liebe, eine Ermittlerin zwischen den Fronten.

    In Berlin Zehlendorf wird ein Mann ermordet in seiner Wohnung gefunden. Seltsame Codes im Internet bringen die Radioreporterin Emma Vonderwehr auf eine brisante Spur: Der allseits beliebte Grundschullehrer verkehrte in rechten Kreisen. In seinem brandenburgischen Heimatort findet Emma heraus, dass der Schlüssel zu dem Mord in der DDR-Vergangenheit des Opfers liegt. Weitere Menschen sterben und auch Emma steht auf der Liste der Täter. Die junge Journalistin muss sich entscheiden: Macht sie ihre Entdeckungen öffentlich um Schlimmeres zu verhindern oder verhält sie sich loyal zu ihrem Partner Kommissar Edgar Blume, der auf den Fall angesetzt ist?

    Meine Meinung:
    Der Klappentext verrät schon genug vom Inhalt um es interessant zu machen, was er nicht vermittelt ist die Atmosphäre des Buches, die meiner Meinung nach etwas ganz besonderes ist.
    Das Buch lebt von vielen verschieden Menschen, deren Wichtigkeit nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist, erst zum überraschenden Ende als alle Fäden zusammenlaufen hat der Leser einen klaren Blick auf die logischen Zusammenhänge. Wichtiger als der Mord, es sei mir verziehen, fand ich , dass die Autorin es geschafft hat mich zum Nachdenken anzuregen, darüber wie aktuell das Thema Rechtsradikalismus immer noch ist und was ich tun würde, würde eine rechte Gruppierung in meiner Nachbarschaft agieren, würde ich mich hinter der Gardine verstecken oder Stopp rufen, welche Beweggründe haben die Menschen sich solchen Gruppen anzuschließen und was kann man tun um dies zu verhindern, nicht nur von Seiten der Politik sondern auch im Kleinen, auch etwas darüber zu erfahren wie Rechtsradikale arbeiten um andere in ihren Bann zu ziehen war sehr interessant.
    Ich vergebe gern eine absolute Leseempfehlung


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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    BTB_Verlags avatar

    Liebe Krimi-Freunde,
    wir starten, gemeinsam mit unserer Autorin Mechthild Lanfermann, eine Leserunde zu ihrem Krimi „Wer ohne Liebe ist“ zu der wir Euch herzlich einladen möchten. Es ist der zweite Fall für die Radioreporterin Emma Vonderwehr und Kommissar Edgar Blume. Ihr Krimi-Debüt „Wer im Trüben fischt“ erschien 2012 bei btb im Taschenbuch und wurde in diesem Jahr für den Glauser-Preis nominiert!


     Wir verlosen 15 Exemplare des Romans und wenn ihr mit Mechthild Lanfermann über ihr Buch diskutieren möchtet, bewerbt Euch bis zum       01. Sep 2013. Schreibt uns dazu einfach, warum ihr das Buch gerne lesen würdet.


    Wir sind gespannt und freuen uns auf Eure Antworten!

    Zum Inhalt:
    Ein toter Lehrer, eine verbotene Liebe, eine Ermittlerin zwischen den Fronten.
    In Berlin Zehlendorf wird ein Mann ermordet in seiner Wohnung gefunden. Seltsame Codes im Internet bringen die Radioreporterin Emma Vonderwehr auf eine brisante Spur: Der allseits beliebte Grundschullehrer verkehrte in rechten Kreisen. In seinem brandenburgischen Heimatort findet Emma heraus, dass der Schlüssel zu dem Mord in der DDR-Vergangenheit des Opfers liegt. Weitere Menschen sterben und auch Emma steht auf der Liste der Täter. Die junge Journalistin muss sich entscheiden: Macht sie ihre Entdeckungen öffentlich um Schlimmeres zu verhindern oder verhält sie sich loyal zu ihrem Partner Kommissar Edgar Blume, der auf den Fall angesetzt ist?


    Zur Autorin:
    Mechthild Lanfermann ist 1969 in Niedersachsen geboren. Sie studierte Theater, Film- und Fernsehwissenschaften und später Journalistik an verschiedenen deutschen Hochschulen und an der Sorbonne in Paris. Nach dem Studium arbeitete sie als Reporterin und Redakteurin beim WDR, bei Radio Bremen, beim RBB und bei Deutschlandradio Kultur. Als Dozentin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover lehrt sie seit kurzem Hörfunk. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Berlin.

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