Mechtild Borrmann Die andere Hälfte der Hoffnung

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Inhaltsangabe zu „Die andere Hälfte der Hoffnung“ von Mechtild Borrmann

Die andere Häfte der Hoffnung - nominiert für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis 2015! Valentina wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland. Seit Monaten hat sie nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden – wie viele andere Studentinnen, die angeblich ein Stipendium in Deutschland erhalten haben. Valentina lebt dagegen in der verbotenen Zone von Tschernobyl, ihrer alten Heimat. Um dem trostlosen Warten und dem bitterkalten Winter zu trotzen und die Hoffnung nicht zu verlieren, beginnt Valentina ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. In Deutschland versteckt währenddessen Martin Lessmann eine junge osteuropäische Frau vor ihren Verfolgern. Als sie sich kurz darauf die Pulsadern aufschneidet, rettet er sie ein zweites Mal – und erfährt Ungeheuerliches. Zeitgeschichte packend aufbereitet - ein Roman der Spuren hinterlässt!

Trotz der spannenden Hintergrundgeschichte habe ich nicht den rechten Zugang gefunden

— Kelo24

Ein spannender Krimi mit einer außergewöhnlichen Hintergrundgeschichte !!! Super !!!

— noita

Ergreifend!

— Fantasie_und_Träumerei

Ergreifend und so realistisch. Das kann wirklich so passiert sein.

— MonicaS

Die verschiedenen Fäden die zusammen führen,der melancholische Grundton,die gute Erzählweise...ein Krimi,der mir sehr gut gefallen hat

— hannelore259

Sehr gut recherchierte, detaillierte Zeitgeschichte mit realen Hintergründen.

— Glanzleistung

Erstklassig geschrieben mit vielen interessanten und bedrückenden geschichtlichen Details, meisterhaft zu einem Krimidrama verwoben

— Julitraum

Interessant, spannend, bedrückend - einfach lesenswert!

— gaby2707

Berührend, fesselnd und ergreifend

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Sehr berührende Geschichte!

— Sweetybeanie

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  • Die andere Hälfte der Hoffnung

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    noita

    23. April 2017 um 21:14

    Es geht um Menschenhandel und Zwangsprostitution, aber auch um die Zeit des Unglücks in Tschernobyl. Mehrere Erzählstränge, ein Buch aus Krimi und Roman. Einfach faszinierend wie die Autorin alles zusammenfügt und mit ihrer tollen Erzählweise immer wieder Spannung aufbaut. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen !!! Toll !!!

  • "Packende Zeitgeschichte, die den Leser fesselt!"

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    MeinLesezauber

    11. April 2017 um 09:40

    Cover: Das Buchcover ist in grau/schwarz gehalten. Es ist sehr dezent. Der Autor steht am äußersten linken Rand. Der Titel des Buches im oberen Drittel und rechtsbündig. Man erkennt einen Zaun aus Stacheldraht. Das Augenmerk wird hier auf einen blutroten Frauenhandschuh aus Baumwolle gelegt, der sich in diesem verfangen hat. Inhalt: In dem historischen Krimi von Mechtild Borrmann wird die Geschichte von drei Personen erzählt. Sie beginnt mit dem älteren Matthias Lessmann und seiner Hünding Bella. Er lebt auf einen Hof und besitzt ein paar Schafe, um die er sich liebevoll kümmert. Sine Frau hat er an den Krebs verloren. Bis zum bitteren Ende war er ihr beigestanden. Den Verlust kann er noch immer kaum verkraften. Im Winter 2010 sieht er eine junge osteuropäische Frau, die sich barfuß einen Weg durch den Schnee kämpft. Sie hat es eilig. Sie flieht vor einem schwarzen Wagen, der sie verfolgt. Matthias Lessmann nimmt sie bei sich auf und verscheucht zunächst die unsympathischen beiden Männer. Die unterkühlte Tanja, wie sich das Mädchen nennt, setzt er in eine heiße Badewanne. Als er nach einiger Zeit nichts von ihr hört, betritt er das Badezimmer. Das Badewasser ist rot. Sie hat sich die Pulsadern mit einer seiner Rasierklingen aufgeschnitten. Ohne zu zögern zieht er sie aus dem Wasser, verarztet sie und bringt sie zur Erholung in sein Schlafzimmer. Er kocht ihr eine Hühnersuppe, pflegt sie. Doch die Verfolger lassen nicht lange auf sich warten. Matthias Lessmann verteidigt sein grundstück und auch Tanja mit seinem Schrotgewehr und er wird es auch einsetzen. Die beiden helfen und stützen sich gegenseitig. Tanja bringt jedoch seiner Meinung nach nicht nur das Beste aus ihm hervor. Dennoch will er ihr bei der Suche nach ihrer Freundin Marina helfen. Hingegen Valentina in der sogenannten Entfremdungszone wohnt. Sie wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer Tochter, die zu einem Auslandssemester nach Deutschland gereist ist. Doch seit geraumer Zeit, hat sie nichts von ihr gehört. Ihre kleine Kateryna scheint spurlos verschwunden. Doch ist sie die Einzige? Im Oktober beginnt Valentina ihre Geschichte in einem Heft niederzuschreiben. Ihre Jugend, ihre Ausbildung und ihr Glück in Pripyat. Mit ihrem Mann und Sohn arbeitete sie dort als Krankenschwester, bis zu jenem verhängnisvollen Tag am 25. April 1986, der ihr Leben verändern sollte. Zur gleichen Zeit wartet der junge Leonid Witalijowytsch Kyjan nach einer vierundreißigstündigen Busfahrt auf die Ankunft in Düsseldorf. Anfang des Jahres arbeitete er für die neu gegründete Sondergruppe IV in Kiew, doch er wurde suspendiert. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, einem Versprechen nachzugehen, was er einer Frau einst gegeben hat. Fazit: Seit ich "Trümmerkind" von Mechtild Borrmann gelesen habe, bin ich ein großer Fan dieser deutschen Autorin. Dies war mein bereits dritter Roman von ihr und ich hatte wieder hohe Ansprüche gesetzt. An dieser Stelle kann ich sagen, dass meine Erwartungen vollends erfüllt worden. Das Storyboard war einwandfrei. Ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt. Zugleich werden Themen wie Menschenhandel und Prostitution in der heutigen zeit aufgegriffen. Der Erzählstil der Ich-Form von Valentina, die ihre Gedanken und Erinnerungen in einem Tagebuch an ihre Tochter niederschreibt, haben mich gefesselt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte rund um Matthias Lessmann wurde im Erzählstil geschrieben. Ein sympathischer Charakter, der für mich eher eine Vater- bzw. Oparolle inne hatte. Der junge Leonid, der nach Deutschland reist um die Vermisste Tochter von Valentina und deren Freundin zu suchen, hat mir gut gefallen Alle drei Geschichten der Charaktere sind so stimmig gewählt, dass ich hier nur die volle Punktzahl vergeben kann. Für mich ist das Buch neben "Trümmerkind" ein absolut gelungener historischer Krimi in Perfektion. 5 Sterne.

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  • Einzigartige, berührende Schreibweise von Mechtild Borrmann

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    Devona

    19. May 2016 um 19:52

    Ich bin immer wieder fasziniert von Mechtild Borrmanns ruhiger Schreibweise, die völlig ohne Effekthascherei auskommt und es trotzdem vermag, im Leser vielfältige Emotionen zu wecken. “Die andere Hälfte der Hoffnung” unterscheidet sich dahingehend von Meilensteinen wie “Wer das Schweigen bricht” und “Der Geiger” nicht und hat mich ebenso wie diese beiden Bücher wieder einmal restlos von Mechtild Borrmanns Können überzeugt. In zwei zunächst parallel laufenden Erzählsträngen schildert die Autorin zum einen Walentynas Lebensgeschichte, beginnend in der Kindheit, später geprägt vom Reaktorunfall in Tschernobyl. Zum Anderen verfolgt der Leser die Ereignisse um Matthias Lessmann in Deutschland, der in einem Dorf nah an der holländischen Grenze lebt und mitten im Winter -als ein fast unbekleidetes Mädchen auf seinem Hof auftaucht und offensichtlich vor Jemandem auf der Flucht ist- in sich förmlich überschlagende Ereignisse gerät, die sein beschauliches Dorfidyll jäh auf den Kopf stellen. Verbunden werden diese beiden Erzählstränge nach und nach durch Leonid Kyjan, der als Leutnant einer ukrainischen Sondergruppe der Kripo in den Fällen spurlos verschwundener ukrainischer Studentinnen ermittelt, die offensichtlich mit falschen Versprechungen über ein Praktikum nach Deutschland gelockt worden sind. Walentyna wartet auf ihre Tochter Katharyna und beginnt -getrieben von dunklen Vorahnungen und um die Zeit des Wartens schneller vergehen zu lassen- ihre traurige Lebensgeschichte für ihre Tochter aufzuschreiben. Aufgewachsen als intelligentes, linientreues Kind des Sozialismus ist es Walentynas größter Wunsch, Ärztin zu werden, dafür arbeitet sie zielstrebig an den erforderlichen schulischen Leistungen und betätigt sich darüber hinaus engagiert an allen obligatorischen gesellschaftlichen Veranstaltungen in Pionierorganisation und Komsomol. Trotz ihres untadeligen, ja sogar vorbildlichen Auftretens wird ihr dieser Wunsch von offizieller Seite verwehrt, darüber hinaus wird sie ohne weitere Begründung aus dem Komsomol ausgeschlossen und sieht sich eine Zeit lang auch einer distanzierten dörflichen Gemeinschaft gegenüber. Das Mädchen ist am Boden zerstört und kann dem hinter vorgehaltener Hand verbreiteten Klatsch nur entnehmen, dass die Entscheidung über ihre berufliche Zukunft irgendetwas mit ihrer Mutter zu tun haben muss, die während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiterin in Deutschland war. Ihre Eltern schweigen hilflos und betroffen zu den wütenden Anschuldigungen von Walentyna, die sich letztendlich für den Beruf der Krankenschwester entscheidet und ihrer großen Liebe Hlib in das Gebiet um das Kernkraftwerk Tschernobyl folgt. Hlib arbeitet direkt im Kraftwerk. Im Fokus der Beschreibungen von Mechtild Borrmann steht weniger die direkte Reaktor-Katastrophe von 1986, sondern vielmehr die Auswirkungen und Folgen dieser Ereignisse auf die Menschen -speziell Walentyna und ihre Familie-  rund um den Reaktor, die völlig unvorbereitet quasi nicht vorhandenem Katastrophenschutz, gezielter Desinformation und krimineller Vertuschung durch Regierungsseite hilflos ausgeliefert sind und denen nach der mehr als chaotischen Evakuierung nur noch Hilflosigkeit und eine vollkommen zerstörte Existenz am Rand des Identitätsverlustes bleibt. Diese Beschreibungen der Autorin aus der Sicht einer Betroffenen wie Walentyna machen sehr betroffen. Betroffen machen auch die mehr 20 Jahre später laufenden Ermittlungen von Leonid Kyjan, der sich im Fall  um die verschwundenen Studentinnen verbissen -und nicht wie einstmals nach dem Zerfall der SU engagiert und in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Ukraine- gegen marode gesellschaftliche und moralische Strukturen im Staatsdienst der Kripo zur Wehr setzt und sich dabei in einem Netz aus Korruption, Vetternwirtschaft, Geldgier und Gewissenlosigkeit verfängt, aus dem es kaum ein Entkommen gibt und das internationale Dimensionen hat. Der Leser muss sich konzentrieren, um Leos Weg durch die Wirrnisse in der Ukraine schließlich bis nach Deutschland zu folgen. Beurlaubt und auf eigene Faust ermittelnd, landet er hier aufgrund eines lancierten Tipps der eigenen Behörde als Verdächtiger in U-Haft. Mechtild Borrmann versteht es glänzend, die Auswirkungen politischer Ereignisse -damals und heute- glaubhaft mit dem Schicksal ihrer Protagonisten zu verknüpfen. Anders als in vielen anderen Büchern gibt es in “Die andere Häfte der Hoffnung” keine Zufälle, die über das Wohl und Wehe der Hauptpersonen entscheiden und die Geschichte schlussendlich zu einem guten Ende bringen. Es gibt Zufälle, aber sie entscheiden nichts, sie runden nur traurig das Bild der Ereignisse ab, für Walentyna und für Matthias Lessmann. Zufälle, verbunden mit der Vergangenheit von Walentynas längt verstorbener Mutter, die in und an der Gegenwart nichts mehr ändern, gerade deshalb aber besonders realistisch wirken. So wie auch das Ende der Geschichte. Mechtild Borrmann führt die Erzählstränge zusammen und verabschiedet den Leser mit einem kurzen, knappen Epilog und den  auf den Punkt gebrachten, zusammen gefassten Fakten und ein paar zwangsläufigen Folgen als Aufzählung. Fazit: Berührende Menschenschicksale, verknüpft mit alten und neuen politischen Konstellationen in der Ukraine, ein paar Krimianteile und der einzigartige, ruhige Schreibstil der Autorin machen auch “Die andere Hälfte der Hoffnung” wieder zu einem lesens- und empfehlenswerten Buch von Mechtild Borrmann.

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  • Die andere Hälfte der Hoffnung

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    Fantasie_und_Träumerei

    26. April 2016 um 15:39

    Als auf dem Hof von Matthias Lessmann das Mädchen auftaucht, weiß er nicht, was er tun soll. Gesellschaft hatte er seit dem Tod seiner Frau nicht mehr. Die Männer, die nach ihr fragen, sehen bedrohlich aus. Es ist eine Kurzschlussreaktion, die ihn dazu veranlasst, das frierende Mädchen, das aussieht, als habe es schon länger nichts mehr zu essen bekommen, in seinem Wohnhaus zu verstecken. Er ahnt, dass sie in Not ist, dass die Männer ihr nichts Gutes wollen. Was er nicht ahnt – sie ist Opfer eines Menschenhändlerringes, der junge Osteuropäerinnen zur Prostitution zwingt. Zeitgleich sehnt sich in der Ukraine Walentyna nach der Rückkehr ihrer Tochter, die nach Deutschland gegangen ist, um dort Geld zu verdienen. Seitdem hat Walentyna nichts mehr von ihr gehört. Die Wartezeit ist für sie unerträglich, denn sie merkt, dass etwas in ihrem Körper wächst, dass sie von innen heraus zerfressen wird. Nachwirkungen der großen Katastrophe. Damals, als in Tschernobyl der Reaktor explodierte und sie nur wenige Kilometer entfernt lebte. Mechtild Borrmann war mir bisher namentlich ein Begriff, eins ihrer Bücher hatte ich aber noch nicht gelesen. Auf Empfehlung einer Bloggerkollegin, die mir erklärte, dass Borrmann die Autorin sei, die sie aus einem Lesetief holen könne, griff ich zu „Die andere Hälfte der Hoffnung“, dessen Inhalt mich schon nach Lesen des Klappentextes angesprochen hat. Trotz der Empfehlung war ich überrascht, welchen Sog der Roman, der als Kriminalliteratur deklariert wird, auf mich ausüben konnte. Es fiel mir schwer ihn aus der Hand zu legen, weil ich so gefesselt war von der Schreibe der Autorin und der Geschichte und doch musste ich immer wieder pausieren, denn der Inhalt ist von bedrückender Schwere. Mit feiner Feder zeichnet sie Lessmanns Gefühle und Walentynas Geschichte, die schon vor ihrer Geburt dramatisch verlief. Ihre Mutter war Opfer des zweiten Weltkriegs, verschleppt von Soldaten, nach ihrer Heimkehr verachtet, als eine, die mit dem Feind kooperiert. Von dem, was sie damals erlebte, spricht sie nicht. Doch der Ausdruck ihres Gesichtes, wenn das Thema auf den Tisch kommt, spricht Bände. Umso dramatischer, dass sich solche Erlebnisse Generationen übergreifend wiederholen. In anderer Form, aber mindestens genauso schrecklich, wenn nicht noch schlimmer. Jede Figur des Romans wurde mit Präzision herausgearbeitet. Wurde mit psychischen Strukturen versehen, die handeln und denken der Charaktere näher bringen und nachvollziehbar machen, und auch dafür sorgen, dass diese tief unter die Haut gehen. Nicht nur einmal hatte ich einen dicken Kloß im Hals, musste schluckend das Buch zur Seite legen, tief durchatmen, um dann weiterzulesen, damit ich endlich mehr erfahre. Mehr über die verschleppten Mädchen, mit denen ich bis zuletzt gebangt habe, und mehr über Walentyna, die trotz all der Hoffnungslosigkeit und Dramatik in ihrem Leben die Hoffnung nicht aufgibt. Es ist nicht nur die faszinierend eindringliche Schreibe der Autorin, die dafür sorgt, dass der Roman so bedrückend ist, sondern auch der Bezug zur Realität. Menschenhandel wird nach wie vor praktiziert, seit der Flüchtlingsschwemme vielleicht sogar noch mehr. Außerdem das Reaktorunglück, das nachhaltig Opfer fordert und eigentlich schon viel zu sehr in Vergessenheit geraten ist. „Die andere Hälfte der Hoffnung“ war mein erster, aber nicht letzter Roman der Autorin Mechtild Borrmann. Sie hat mich nicht nur mit ihrer feinen Sprache und gut recherchierten Geschichte beeindruckt, sondern vor allem damit, dass sie mich tief drinnen sehr berührt hat.

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  • Krimi und emotionales Zeitzeugnis - gelungene Kombination

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    Franzis2110

    11. February 2016 um 20:56

    Matthias Lessmanns Leben ist von einer Sekunde auf die andere vollkommen auf den Kopf gestellt: Als ein frierendes Mädchen plötzlich barfuß und leicht bekleidet auf seinem Hof steht. Der Bauer nimmt das junge Mädchen auf und gewährt ihr Schutz vor ihren Verfolgern. Dadurch gerät er mitten hinein in eine Geschichte voller Korruption, Gewalt und Menschenhandel. „ […] Aber Hoffnung – das habe ich viel zu spät verstanden – ist ein lähmendes Gift, das uns ausharren lässt.“ (S. 17) Währenddessen wartet Walentyna verzweifelt darauf, dass ihre Tochter zurückkehrt. Sie hat seit Monaten nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden, wie viele andere Studentinnen, die nach Deutschland ausgewandert sind. Um das Warten erträglicher zu machen, beginnt sie, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Meinung Mechthild Bormann schreibst sehr schlicht und schnörkellos. Und dennoch hat sie es geschafft, dass ich das Buch in nur wenigen Stunden gelesen habe. Mit „Die andere Hälfte der Hoffnung“ hat sie mich vom ersten Satz an in Atem gehalten. Eine Kriminalgeschichte, die durchweg spannend und unfassbar ist. Aber das Buch ist viel mehr, es ist ein Zeitzeugnis der Geschehnisse in Terschnobyl und ein Zeugnis von den Folgen dieser Katastrophe. Es ist eine tragische und ergreifende Familiengeschichte. Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Trotz dieser drei so unterschiedlichen Erzählstränge wirkt das Buch keineswegs überfrachtet. Denn Borrmann ist eine hervorragende Komposition aus diesen drei Sichten gelungen. Die kriminalistischen Aspekte laufen nahtlos in die zeitgeschichtlichen Geschehnisse und das Familienschicksal Walentynas über. Sie schreibt uns ihre Erinnerungen an ihr Leben und besonders die Jahre rund um die Tschernobyl-Katastrophe auf. „‚Ich schreibe, weil ich darauf hoffe, dass du diese Zeilen einmal lesen wirst. Wider aller Vernunft halte ich dem Schicksal dieses Heft wie einen Köder hin. Weil ich es nicht ertrage, untätig zu sein. Weil ich es nicht ertrage, ohne Hoffnung zu sein.‘“ (S. 104) Sie schreibt für ihre Tochter. Die Tochter, die seit Monaten spurlos verschwunden ist. Die in Deutschland studieren und arbeiten wollte und seit dem kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hat. „Dass er von ihr als Tanja sprach, hatte für einen Moment die Schmerzen gelindert. Das passierte nicht ihr und ihrer Freundin. Das passierte Marina und Tanja.“ (S. 31) Gleichzeitig erleben wir in einem anderen Handlungsstrang eine packende Kriminalgeschichte. Als ein frierendes, leicht bekleidetes Mädchen auf dem Hof von Matthias Lessmann auftaucht. Dessen Leben ab diesem Moment für die nächsten Monate vollkommen durcheinander kommt, der aber auch aus seiner Litanei entkommt. Und der in einer Geschichte landet, die grauenvoller nicht sein könnte und die leider auch harte Realität ist. Ein Geschichte voller Korruption und Menschenhandel, in denen sich reiche Menschen mit viel Einfluss die Not der Kinder der Terschnobylopfer, die alle an der Armutsgrenze vollkommen ohne Perspektive in der Ukraine leben, zu nutze machen, um sie auszubeuten und zur Prostitution zu zwingen. „Ein Gespinst aus Lügen, von Anfang an. Ihre Lügen und seine. Und wie ein Insekt hatte er sich in den feinen Fäden verfangen.“ (S. 244) Fazit Mechthild Borrmann verwebt die Geschichte des hilflosen, fliehenden Mädchens, mit der Geschichte von Leonid, der in der Korrupten Miliz verzweifelt versucht den Fall der verschwundenen Tochter von Walentyna aufzuklären. Diese gehen wiederum lückenlos und perfekt in die Lebensgeschichte Walentynas über. Eine gelungene Kombination, die mich unterhielt, packte und allen voran sprachlos machte und mich tief ergreifen konnte.

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  • Ein (Kriminal)Roman der mich überzeugt hat

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    hannelore259

    Dieser beeindruckende und auf seine Art sehr schonungslose Roman behandelt neben dem Thema Zwangsprostitution und Frauenhandel, auch die Geschichte der Verbliebenen in der Entfremdungszone des Tschernobylunglücks. So nennt man das eigentlich unbewohnbare Gebiet um das Kernkraftwerk herum. Dabei splittet der Roman in Gegenwart und Vergangenheit auf. Er beginnt im Winter in Deutschland, wo eine spärlich bekleidete junge Frau vor dem Bauernhof von Matthias Lessmann steht und von diesem vor ihren Verfolgern gerettet und bei ihm Asyl gewährt wird. Dabei verstrickt´er sich auch immer mehr in ihre persönliche Geschichte. In einem ärmlichen Dorf in der Ukraine in der Entfremdungszone sitzt unterdessen Walentyna und schreibt ihre Lebensgeschichte für ihre Tochter auf, berichtet über ihre Hoffnung und die andere Hälfte davon. Denn sie hat oft auch die negativen Seiten ebendieser kennengelernt. Trotz allem hält sie daran fest und setzt Leonid, einen ihr nahestehenden Leutnant der Sondergruppe auf das Verschwinden ihrer Tochter an. Dabei gerät er tief in die Fänge von Korruption und unseriösen Machenschaften. Mechthild Bormann versteht es geschickt die verschiedenen Fäden des Buches zu verknüpfen. Sie erzählt packend und beschönigt nichts. Trotzdem sollte man bei diesem Kriminalroman nicht den höchsten Spannungsbogen erwarten bei dem man immer mitfiebert und rätselt wie es es endet. Die Geschichte hat andere überzeugende Argumente. Mich haben vor allem die Erzählungen von Walentyna erschüttert und mitgenommen. Die Hoffnungslosigkeit ist während des Lesens spürbar und wirkt beklemmend. Für mich eine Geschichte die nachhallt und die es wert ist gelesen zu werden, auch oder gerade wegen der Thematik.

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    • 2

    Janna_KeJasBlog

    03. February 2016 um 20:14
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Hoffnungslose Stille

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    Glanzleistung

    14. January 2016 um 14:58

    Inhalt: Walentyna wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland. Seit Monaten hat sie nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden – wie viele andere Studentinnen, die angeblich ein Stipendium in Deutschland erhalten haben. Valentina lebt dagegen in der verbotenen Zone von Tschernobyl, ihrer alten Heimat. Um dem trostlosen Warten und dem bitterkalten Winter zu trotzen und die Hoffnung nicht zu verlieren, beginnt Valentina ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. In Deutschland versteckt währenddessen Martin Lessmann eine junge osteuropäische Frau vor ihren Verfolgern. Als sie sich kurz darauf die Pulsadern aufschneidet, rettet er sie ein zweites Mal – und erfährt Ungeheuerliches. Zeitgeschichte packend aufbereitet - ein Roman der Spuren hinterlässt! Das Cover mit dem roten Handschuh und dem Stacheldraht passt für mich nicht ganz zur Story, sieht aber auf jeden Fall ansprechend aus. Insgesamt bietet der Inhalt aber mehr als das relativ schlichte Cover verspricht. Gesamtidee und Protagonisten sind für mich sehr überzeugend. Vor allem Leonid und die besorgte Mutter Walentyna sind sehr gut herausgearbeitet. Mit sehr viel Liebe zum Detail und großem Interesse an den geschichtlichen Hintergründen zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erzählt Mechtild Borrmann von den Auswirkungen auf Menschen, Familien und der Gesellschaft in der Ukraine. In einem zweiten Erzählstrang sucht der junge Milizbeamte Leonid nach verschwundenen Mädchen, die aus der Ukraine nach Deutschland reisten um ein neues, hoffnungsvolles Leben zu beginnen. Verschiedene Erzählstränge laufen alle irgendwie zusammen. Übersichtlich und verständlich. Die Tagebucheinträge einer Zeitzeugin sind sehr intensiv und umfangreich recherchiert und sehr interessant zu lesen. So wird nicht nur von den unerträglichen Zuständen nach dem Unglück im Kernkraftwerk sondern vor allem von Menschen erzählt, die ums pure Überleben kämpfen mussten. Den einzigen Wehrmutstropfen macht für mich das Ende der Geschichte aus. Da hätte ich mir gut und gern ein paar Seiten mehr gewünscht. Fazit: Ein spannender, emotionaler zeitgeschichtlicher Roman über ein Thema, das doch sehr vertuscht wurde.

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    • 6213
  • Spannender und packender Krimi

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    jackdeck

    06. January 2016 um 20:49

    Walentyna lebt in der verbotenen Zone Tschernobyls, dort, wo auch jetzt noch alles verseucht ist. Sie wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter, die nach Deutschland gegangen und dort verschwunden ist. Dabei beginnt sie, ihre eigene Geschichte aufzuschreiben. Das Leben in der Ukraine, das Reaktorunglück, die Jahre danach... Unterdessen versteckt Lessmann auf seinem Hof ein fremdes Mädchen, das auf der Suche nach ihrer Freundin ist. Auch Leonid ist auf der Suche nach einem Mädchen und riskiert dabei so einiges. Diesser Kriminalroman ist absolut erstklassig geschrieben. Ein lebendiger und mitreißender Schreibstil, gekonnt gezeichnete Protagonisten und verschiedene Handlungsstränge, zeitweilig auch in der Vergangenheit angesiedelt, fesseln den Leser von der ersten Seite an. Dabei sind viele historische Details der ehemaligen Sowjetunion, der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl und dem heutigen Leben in der Ukraine bestens recherchiert und wiedergegeben worden. Gerade auch diese geschichtlichen Fakten sind allein schon unheimlich spannend und ergreifend und der Autorin gelingt es ausgezeichnet hier den richtigen Ton zu treffen.

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  • Erstklassig

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    Julitraum

    04. January 2016 um 19:20

    Als der deutsche Bauer Lessmann an einem Winterabend eine unbekannte, junge Frau auf der Landstraße entlang seines einsam gelegenen Gehöfts laufen sieht, wundert er sich zunächst, warum diese bei den eisigen Temperaturen nur so leicht bekleidet ist, bis er bermerkt, daß die Frau von einem Wagen verfolgt wird. Tanja, die junge Frau, stammt aus der Ukraine und hat ein Martyrium hinter sich. Nichtsahnend ist sie mit anderen ukrainischen Frauen in die Fänge von brutalen Menschenhändlern geraten, vor denen sie jetzt auf der Flucht ist. Lessmann versteckt sie vor ihren Verfolgern und soll auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin nicht die Polizei arlamieren. Als Tanja in ihrer Verwzweiflung versucht, sich das Leben zu nehmen, kann Lessmann sie erneut retten. Doch Tanjas Peiniger kommen wieder und Lessmann ahnt noch nicht, wie sich sein Leben von nun an verändern wird. Währenddessen wartet in der Ukraine eine Mutter vergebens auf ein Lebenszeichen ihrer einzigen Tochter, die aufgrund eines verlockenden Angebotes nach Deutschland gereist ist, um dort ihr Glück zu versuchen. Die Miliz, bei der die Mutter längst eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat, kann nicht helfen. Doch durch einen glücklichen Umstand wird ein pflichtbewußter Sonderermittler der Miliz auf ihren Fall aufmerksam udn verspricht ihr, Nachforschungen anzustellen. Dadurch keimt in der Mutter neue Hoffnung auf und sie beginnt während des zermürbenden Wartens auf die Tochter für diese ihre eigene, bedrückende Lebensgeschichte aufzuschreiben. Der Sonderermittler deckt unterdessen Ungeheuerliches auf. Diesser Kriminalroman ist absolut erstklassig geschrieben. Ein lebendiger und mitreißender Schreibstil, gekonnt gezeichnete Protagonisten und verschiedene Handlungsstränge, zeitweilig auch in der Vergangenheit angesiedelt, fesseln den Leser von der ersten Seite an. Dabei sind viele historische Details der ehemaligen Sowjetunion, der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl und dem heutigen Leben in der Ukraine bestens recherchiert und wiedergegeben worden. Gerade auch diese geschichtlichen Fakten sind allein schon unheimlich spannend und ergreifend und der Autorin gelingt es ausgezeichnet hier den richtigen Ton zu treffen. Die sehr realistisch geschriebene Krimihandlung tut ein Übriges und zieht den Leser in ihren Bann. Ein absolut überzeugender Roman, der bei mir noch lange nachwirkt und von dem ich restlos begeistert bin.

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  • Ein eindrucksvolles Stück Zeitgeschichte

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    gaby2707

    02. January 2016 um 14:35

    Bauer Matthias Lessmann holt ein junges Mädchen von der Straße und rettet ihr damit das Leben. Als er sie nach einem heißen Bad mit aufgeschlitzten Pulsadern in der Wanne findet, fühlt er sich für sie verantwortlich. Walentyna Schtschukina wartet in der Entfremdungszone in der Nähe von Tschernobyl in der Ukraine nun schon seit einem Jahr auf ein Lebenszeichen ihrer Tochter Kateryna und beginnt, für sie ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Leonid Witalijowytsch Kyjan macht sich auf die Suche nach Spuren von unzähligen jungen Studentinnen, die von deutschen Universiäten ein Stipendium und von verschiedensten Firmen einen Job angeboten bekommen haben. Diese jungen Frauen sind bis heute unauffindbar. Mechthild Bormann nimmt mich mit in die Entfremdungszone, die 1986 nach dem Reaktorunglück in Tscherobyl entstanden ist. Die Geschichten und Erinnerungen, die Walentyna aufschreibt, scheinen sehr gut recherchiert zu sein und haben mich doch sehr verstört. Vieles von dem, was ich hier gelesen habe, war mir nicht bekannt und geahnt habe ich es damals schon, aber es scheint die Wahrheit zu sein: wir haben sehr vieles nicht erfahren. Und auch die Menschen, die in der direkten Umgebung gelebt haben, wurden mit Lügen, Unwahrheiten und Halbwahrheiten abgespeist und hingehalten. Die Autorin hat Walentyna eine solch plastische Sprache mitgegeben, dass mir die einsame Frau immer wieder richtig leid getan hat - damals und heute immernoch. Keine ihrer Hoffnungen hat sich erfüllt. Ihre Aufzeichnungen sind ein sehr interessantes und z.T. verstörendes Stück Zeitgeschichte. Da die Geschichte von Walentyna in der Gegenwart erzählt wird, bin ich noch mehr mitten drin. Aber auch der kriminalistische Teil der Geschichte, der von Menschenhandel, Prostitution und Korruption erzählt, hat mich in seinen Bann gezogen. Hier ist es Leonid Kyjan, der versucht, mit seinen Mitteln die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Auch er muss immer wieder Enttäuschungen und Rückschläge verkraften, lässt aber nicht von seinen Zielen ab. Überhaupt sind die Protagonisten so lebensecht, verständlich und fein ausgearbeitet, dass das Lesen von jedem Einzelnen richtig Spaß gemacht hat. Der Erzählstil bringt die Hoffnung, den Schmerz, die Trauer und auch das Gute so gut rüber, dass ich nach dem Lesen erst mal eine kurze Auszeit gebraucht habe um das alles zu verarbeiten. Ich habe schon lange keinen so interessanten, spannenden und emotionalen Krimi gelesen. Ein Buch, das meine absolute Leseempfehlung bekommt.

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  • Die andere Hälfte der Hoffnung

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. December 2015 um 10:26

    Walentyna wartet auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland. Seit Monaten hat sie nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden - wie viele andere Studentinnen, die angeblich ein Stipendium in Deutschland erhalten haben. Valentina lebt dagegen in der verbotenen Zone von Tschernobyl, ihrer alten Heimat. Um dem trostlosen Warten und dem bitterkalten Winter zu trotzen und die Hoffnung nicht zu verlieren, beginnt Walentyna ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. In Deutschland versteckt währenddessen Martin Lessmann eine junge osteuropäische Frau vor ihren Verfolgern. Als sie sich kurz darauf die Pulsadern aufschneidet, rettet er sie ein zweites Mal - und erfährt Ungeheuerliches. Kateryna reist mit ihrer besten Freundin Olena nach Deutschland. Olena hat eine Einladung von der Düsseldorfer Universität bekommen und Kateryna kann als Gasthörerin mitreisen. Beide Mädchen können Arbeitsverträge von einem Restaurant und Hotel vorweisen, damit sie ein Visum erhalten. Walentyna, Katerynas Mutter wartet vergeblich auf Nachricht ihrer Tochter aus Deutschland, und so meldet sie nach Wochen ihre Tochter als vermisst. Doch die Beamten der Miliz kümmern sich nicht wirklich um den Vermisstenfall. Es wird bald darauf eine Sondereinheit gebildet, in der auch Leonid mit drei anderen Kollegen mitarbeiten soll. Er wird auf Vermisstenfälle von zig Studentinnen aufmerksam, die allesamt nach Deutschland im Studentenaustausch eingeladen worden sein sollen, von denen aber niemand mehr etwas gehört hat. In der Sondereinheit herrscht Misstrauen und jeder arbeitet gegen den anderen, anstatt miteinander. Leonid macht sich eines Tages alleine auf nach Deutschland, um Kateryna und Olena dort zu finden und erfährt Unglaubliches. Martin Lessmann derweil hat ein Mädchen aus Osteuropa aufgenommen, die er rettet und sie vor ihren Verfolgern beschützt. Er gerät immer weiter hinein, in das Rad der Geschichte dieser jungen Frau, bis er befürchtet, sie würde irgendwann seinen Hof und ihn wieder verlassen. Er tut alles, um ihr zu helfen und Informationen zu erhalten. Währenddessen beginnt Walentyna, ein Tagebuch ihrer Vergangenheit zu schreiben. Das Reaktorunglück, die Zeit danach, das Verschwinden ihres Ehemannes, der Tod ihres Sohnes und vieles mehr. Sie schreibt alles auf für ihre Tochter Kateryna, damit sie all dies lesen kann, wenn sie wieder zu Hause ist. Diese Tagebucheinträge sind sehr ergreifend und berührend. Detailgetreu beschreibt Walentyna die schlimme Zeit, wie die Menschen belogen wurden nach dem Reaktorunfall, wie sie behandelt und evakuiert wurden, was sie durchgemacht hat. Mehr als interessant war es, diese Dinge über die damalige Zeit von Tschernobyl und alles rund um den Reaktorunfall zu erfahren. Mechthild Borrmann hat mit „Die andere Hälfte der Hoffnung" eigentlich einen Kriminalroman geschrieben. Doch dieses Buch ist viel mehr. Sie hat es geschafft, durch die Ereignisse mit Kateryna und Olena eine unglaubliche Spannung aufzubauen, durch die Tagebucheinträge von Walentyna eine ergreifende und berührende Nebengeschichte aufzuschreiben und mit den Ereignissen bei Martin Lessmann alles zusammenzubringen und perfekt ineinanderfließen zu lassen, so dass man vor lauter Spannung das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Das eine ist erschreckend, das andere berührend und das Ende fesselnd. Der Schreibstil der Autorin sowie die kurzen Kapitel runden dieses Buch am Ende zu einem perfekten Lesevergnügen ab. Mich hat dieses Buch sehr berührt, gefesselt und begeistert. Auf jeden Fall, nicht nur jedem Krimi-Fan, weiterzuempfehlen.  

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  • Die andere Hälfte der Hoffnung

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    Sweetybeanie

    22. December 2015 um 16:05

    Zum Inhalt: Oktober 2010 - eine verlassene Hütte in der Entfremdungszone am Rand von Tschernobyl: Seitdem Walentyna sich eine Wohnung nicht mehr leisten kann, lebt sie verbotenerweise in der Entfremdungszone. Walentyna wartet auf ein Lebenszeichen ihrer Tochter Kateryna. Kateryna ist vor einem Jahr nach Deutschland gegangen. um zu studieren. Seitdem hat Walentyna nichts mehr von ihrer Tochter gehört. Während Walentyna auf Nachricht wartet, lässt sie ihr Leben Revue passieren und schreibt ihre Erinnerungen auf: ihr Leben als Jugendliche im Kolchos, das Leben in der neu erbauten Stadt Prypjat in Tschernobyl und das Leben nach April 1986 – nachdem das Reaktorunglück geschehen ist. Zyfflich 2010 – in der Nähe der niederländischen Grenze: auf dem Hof von Matthias Lessmann erscheint eines Tages ein junges Mädchen. Tanja – so nennt sie sich – ist von skrupellosen Menschenhändlern zur Prostitution gezwungen worden und konnte fliehen. Matthias nimmt das Mädchen auf und will ihr helfen, auch ihre Freundin Marina zu befreien... Düsseldorf 2010: Leonid – ein ukrainischer Polizist wurde aufgrund seiner umfangreichen Ermittlungen vom Dienst suspendiert und macht sich auf den Weg nach Deutschland, um nach den vielen vermissten ukrainischen Mädchen – insbesondere Kateryna – zu suchen. Bei seinen Ermittlungen stößt er in ein Wespennest... Meine Meinung: Ein ergreifender Roman, der sehr gut recherchiert ist und einem das Grauen von Tschernobyl und das Leben der Menschen nach der Katastrophe nah zu bringen versucht. Die Geschichte hat mich unheimlich berührt und mit einem Gefühl der Beklemmung und Trauer zurückgelassen. Man kann sich nur wenig vorstellen, wie die Lebensbedingen in der Ukraine ausgesehen haben mögen oder sogar heute noch aussehen. Die Korruption der Behörden und das daraus resultierende Unglück der Bevölkerung haben mich stellenweise fassungslos zurückgelassen. Ich konnte dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen und habe beim Lesen so sehr gehofft, dass Walentyna nach all dem Unglück in ihrem Leben doch noch ein wenig Glück beschieden sein möge. Auch wenn die Geschichte nur fiktiv ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, das es viele ähnliche Schicksale wie das von Walentyna gegeben hat. FAZIT: 10 von 10 *

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  • Nomen est omen

    Die andere Hälfte der Hoffnung

    WolfgangHaupt

    05. August 2015 um 15:29

    Ich überlege noch immer hin und her, ob mich das gleich mitgerissen hat oder nicht. Ich bin lange um das Buch herumgeschlichen, habe es ein paar Mal im Einkaufswagen gehabt, wieder verworfen, um letztendlich doch zuzuschlagen. Der Titel hat es in sich, beschreibt das Buch am besten. Weil die Hoffnung alle befällt, die andere Hälfte eben. Sei es Leonid, der ukrainische Milizionär, die Mädchen Tanja und Marina, den Bauer Lessmann, oder Walentyna, die gerade ihre Memoiren aufzeichnet. Es transportiert viel, was zuweilen etwas unangenehm war, weil es auffällt. Die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht, das sieht man. Die Figuren sind gut gewählt, auch die Szenerie, es ist alles schwierig, düster, ergibt sich ganz dem Titel. Es dümpelt lange dahin, ist interessant, bis die Figuren klarer werden. Dann nimmt es Fahrt auf, die Seiten fliegen geradeso dahin. Am Ende werden die Verstrickungen klar, man ahnt es schon, ich konnte trotzdem nicht aufhören, wollte Bestätigung. Und: Es passieren doch einige Überraschungen. Dann wird der Titel ein großes Woah, ein Schaudern. Leseempfehlung? Ja, auf jeden Fall.

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