Trümmerkind

von Mechtild Borrmann 
4,7 Sterne bei155 Bewertungen
Trümmerkind
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (150):
Yolandes avatar

Gefälliger Schreibstil und eine spannende Story

Kritisch (1):
MichaelSterziks avatar

Verworren - inhaltlich zu seicht. Keine wirkliche Atmosphäre.

Alle 155 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Trümmerkind"

Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel.
Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47.
Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …

In ihrem neuen Roman "Trümmerkind" beschreibt die mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann das Leben eines Findelkinds in der Nachkriegszeit und im vom Krieg zerstörten Hamburg von 1946 / 1947. Spannung und historisches Zeitgeschehen miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann, die auch für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis nominiert war, wie keine andere deutsche Autorin. Dies stellt sie mit ihren Bestsellern "Wer das Schweigen bricht", "Der Geiger", "Die andere Hälfte der Hoffnung" und ihrem neuen Roman "Trümmerkind", mit dem sie monatelang unter den Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste stand, eindrucksvoll unter Beweis.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426304921
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Droemer Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.12.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 17.01.2017 bei Argon Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,7 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne116
  • 4 Sterne34
  • 3 Sterne4
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Yolandes avatar
    Yolandevor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Gefälliger Schreibstil und eine spannende Story
    Trümmerkind

    Mechtild Borrmann wurde 1960 in Köln geboren. Sie absolvierte Ausbildungen zur Erzieherin, Gestalttherapeutin sowie Tanz- und Theaterpädagogin. Sie arbeitete u.a. für Tanz- und Theaterprojekte als Regieassistentin und Choreographin und führte ein Restaurant.

    Für ihr Buch "Wer das Schweigen bricht" erhielt sie 2012 den Deutschen Krimi Preis.
    Mechtild Borrmann lebt heute als freie Schriftstellerin in Bielefeld.
    (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt (Lovelybooks):
    Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel. 
    Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. 
    Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
    Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …

    Das Buch spielt in drei verschiedenen Zeitebenen mit unterschiedlichen Protagonisten. Nach und nach entwickelt sich eine spannende Geschichte und man beginnt die Zusammenhänge der verschiedenen Ebenen zu erkennen.
    Das Buch liest sich sehr angenehm und schnell und man erfährt auch viel über das Leben der deutschen Bevölkerung in der Nachkriegszeit. 
    Der Leser kann zwar recht schnell Vermutungen über die damaligen Geschehnisse anstellen, aber die Autorin hält dann doch noch einige Überraschungen bereit. 
    Fazit: Gefälliger Schreibstil und eine spannende Story - empfehlenswert!


    Kommentieren0
    1
    Teilen
    MikkaGs avatar
    MikkaGvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein sehr spannender und bewegender Einblick in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.
    Zeiten der Not

    Grundidee:

    Mechthild Borrmann nimmt sich der niemals aufgeklärten Hamburger Trümmermorde von 1947 an und macht daraus eine eindringliche Studie der Nachkriegszeit: sie beleuchtet das unermessliche Leid der Menschen, aber auch ihren Mut, ihr Mitgefühl und ihre Entschlossenheit.

    Spannungsbogen:

    Die Morde bilden eher den Hintergrund der Geschichte, die Spannung entsteht vor allem dadurch, dass die Charaktere mit Hunger, marodierenden Soldaten und der extremen Kälte eines Jahrhundertwinters zu kämpfen haben.

    Schlüssigkeit / Glaubhaftigkeit:

    Die Autorin hat die Zeit offensichtlich sehr gut recherchiert: zwei der drei Handlungsstränge spielen im Hungerwinter und fügen sich schlüssig in die Gesamtgeschichte, bis hin zu einer Auflösung mit einer schockierenden Wende.

    Charaktere:

    Die Charaktere sind unglaublich authentisch, sie wachsen dem Leser schnell ans Herz – und man fragt sich beklommen, wie aus der liebenswerten jungen Clara der Vergangenheit die verbitterte alte Frau der Gegenwart werden konnte. Die Antwort überrascht und überzeugt.

    Schreibstil:

    Der Schreibstil ist klar, dabei aber auch lebendig und atmosphärisch dicht: man kann die Kälte quasi spüren und die Geschehnisse vor sich sehen.

    FAZIT

    Das Buch konnte mich voll und ganz überzeugen, es bietet einen sehr spannenden und bewegenden Einblick in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
    https://wordpress.mikkaliest.de/2018/09/02/kurz-und-knapp-mechthild-borrmann-truemmerkind/

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Schlehenfees avatar
    Schlehenfeevor einem Monat
    Fängt die Wirren der Nachkriegszeit perfekt ein

    Im bitterkalten Winter 1946/47 findet der 14jährige Hanno Dietz in den Trümmern Hamburgs einen kleinen Jungen. Nicht weit davon entfernt liegt eine nackte Frauenleiche in den Trümmern. Die Familie Dietz nimmt den Jungen bei sich auf und fortan lebt er als Joost Dietz bei ihnen. Erst nach der Wiedervereinigung wird Joost durch Zufall dem Geheimnis seiner Herkunft auf die Spur kommen.

    „Trümmerkind“ entführt den Leser in die Wirren und das Chaos der Nachkriegszeit und fängt diese unbeschreibliche Atmosphäre gekonnt ein. Die Ungewissheit nach der Kapitulation, die Willkür, Vertuschungsversuche der Vergangenheit, den Hungerwinter, die Hoffnung auf Überleben und Neuanfang. Die Schilderungen der Autorin wirkten auf mich sehr authentisch und beklemmend. Genauso habe ich mir das von einem Roman, der in dieser Zeit spielt, erhofft.

    Die Autorin Mechtild Borrmann hat dabei verschiedene Perspektiven und auch Zeitebenen gewählt, bis hin zu den 1990er Jahren, als die Wiedervereinigung die Spurensuche nach der Vergangenheit ermöglichte. Ich konnte all diese verschiedenen Facetten meist gut auseinanderhalten und mich in die jeweilige Situation einfinden. Nur bei Anna Meerbaum ist mir das anfangs nicht so gut gelungen.

    Das Innenleben ihrer Charaktere hat die Autorin hauptsächlich eben bei Anna und auch noch bei Agnes Dietz gut getroffen, die anderen bleiben ein wenig blasser. Gerade bei Joost Dietz hätte ich mir mehr Einsichten in seinen Charakter erhofft. Was hat es mit ihm gemacht, dass er ein Findelkind war oder plötzlich das Geheimnis seiner Herkunft aufgedeckt hat? Das erfährt man leider nur rudimentär. Meiner Meinung nach hätte die Autorin hier noch mehr in die Tiefe gehen können.

    Die Trümmermorde von Hamburg haben mich als Aspekt dieses Romans sehr betroffen gemacht, aber auch fasziniert. Genauso könnte sich alles ereignet haben oder hat es sich vielleicht in anderen Fällen ereignet. Tragischer- und auch ironischerweise hat gerade der Zusammenbruch Nazideutschlands und die Teilung in Ost und West wohl so manches Verbrechen begünstigt und die Täter entkommen lassen.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    schillerbuchs avatar
    schillerbuchvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch, das auch Nichtkrimileserinnen gefallen kann!
    Weit mehr als ein Kriminalroman!

    Wie in ihren früheren Romanen auch, verbindet Mechtild Borrmann in Trümmerkind Vergangenheit und Gegenwart zu einem spannenden Roman, der weit über einen konventionellen Krimi hinausführt.

    Im bitterkalten Winter 1946/47 versucht der 14jährige Hanno Dietz seinen Teil zum Überleben seiner Familie beizutragen, indem er in den Trümmern des völlig zerstörten Hamburgs nach Brennholz und Brauchbarem für den Schwarzmarkt sucht. Seine kleine Schwester Wiebke begleitet ihn auf diesen Streifzügen, die Mutter Agnes arbeitet bei Räumungsarbeiten und erledigt nebenbei Näharbeiten für die Frauen der britischen Besatzer.  Bei einem dieser ‚Ausflüge’ entdeckt Hanno in den Trümmern die nackte Leiche einer jungen Frau und ganz in der Nähe einen völlig verstörten etwa dreijährigen Jungen. Sie nehmen  ihn mit, und auch die Mutter entschließt sich, den offensichtlich verlassenen Jungen zu behalten, denn Wiebke, die seit dem Bombenangriff vor 3 Jahren so gut wie nicht mehr gesprochen hat, scheint durch den Jungen aus ihrer Starre erwacht zu sein.

    Der zweite Erzählstrang  erzählt von Anna Meerbaum, die 1992 auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte in die Uckermark fährt, um sich den Hof ihres Großvaters, ehemals Gut Anquist, anzuschauen. Ihre Mutter hat sich immer strikt geweigert, über ihre Familie und ihre Herkunft zu sprechen, schon die Erwähnung des Gutsnamens führt bei ihr zu einer Krise. Anna will sich nun endlich ein Bild vom Herkunftsort ihrer Mutter machen.

    Der dritte Erzählstrang schildert die Besetzung des Gutes Anquist durch die Russen im April 1945 und das weitere Schicksal seiner Bewohner. Am Ende klärt sich auch ein altes Verbrechen auf, das die Schicksale aller dieser Menschen belastet hat.

    Im Roman verflicht Mechtild Borrmann die Lebensgeschichten der Menschen auf meisterhafte Weise, ihr gelingt darüber hinaus ein großartiges  Zeitgemälde. Spannend bis zum Schluss hat der Roman noch lange in mir nachgewirkt.

    Sehr lesenswert auch für Nichtkrimileserinnen, die sich für ein Stück deutscher Geschichte interessieren.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    A
    Alex_Grubervor 3 Monaten
    In meinen Augen zwar kein Krimi, aber ein echt guter Roman

    "Trümmerkind" von Mechthild Borrmann ist ein Buch, das mich wirklich beeindruckt hat
    Allerdings muss ich gleich zu Anfang sagen, dass ich dieses Buch nicht als Krimi bezeichnen würde! Unter einem Krimi versteh ich etwas anderes.
    Dieses Buch ist in drei verschiedenen Zeitebenen geschrieben.
    1947 in Hamburg lernen wir Agnes Dietz, ihren Sohn Hanno und ihre Tochter Wiebke kennen. Agnes' Mann ist nicht vom Krieg heimgekehrt, er gilt schon lange als vermisst. Agnes arbeitet beim Steineklopfen und näht zusätzlich am Abend noch, um sich und die Kinder über Wasser zu halten. Hanno unterstützt sie dabei, indem er in den Trümmern der Ruinen nach Dingen sucht, die man auf dem Schwarzmarkt eintauschen kann. Eines Tages findet er in einer Ruine eine Tote. Er will schnell wieder weg und findet zurück auf der Straße an der Hand seiner Schwester einen kleinen Jungen. Die beiden Geschwister nehmen ihn mit nach Hause.
    Agnes kann zwar kaum sich und die eigenen beiden Kinder über Wasser halten, sie nimmt den Kleinen dennoch auf und gibt ihm nach einiger Zeit den Namen Joost. Dieser Zeitstrang berichtet, wie es der Familie Dietz ergeht.
    1992 lernen wir Anna Meerbaum kennen. Sie ist Lehrerin und ihre Mutter Clara, eine geborene Anquist aus dem ehemaligen Osten. Ihre Familie wurde nach dem Krieg von den Russen beschlagnahmt. Im Jahr 1992 ist es jedoch möglich, für diese Enteignung Schadenersatz einzufordern. Annas Mutter Clara ist Alkoholikerin. Derzeit trinkt sie etwas weniger. Auf Annas Fragen zu der Zeit auf Gut Anquist bekommt Anna nie Antworten, deswegen beschließt sie einfach mal dorthin zu fahren, sich das anzusehen und ein paar Nachforschungen anzustellen.
    Allerdings erfährt Anna dort, dass es noch mehr Verwandte gegeben hat, die damals geflohen sind. Was ist mit ihnen geschehen? Leben diese denn noch?
    Der dritte Zeitstrang lässt uns im Mai 1945 miterleben, wie die Russen eingedrungen sind auf Gut Anquist. Clara muss mit dem Rest ihrer Familie das Gut verlassen. Sie will zusammen mit den Brandners, ein Vater und seine Tochter Luise, Flüchtlinge, die auf dem Gut einquartiert worden sind, über die Grenze in den Westen fliehen. Nur zusammen können sie das schaffen. Doch wohin danach? Ist Spanien eine Möglichkeit?

    Ich muss sagen, dass mich das Buch wahnsinnig gefesselt hat, denn es ist wahnsinnig gut recherchiert. Man leidet mit Agnes und ihren Kindern, die trotz aller Not noch den kleinen Jungen aufnehmen. Man freut sich, dass Joost richtig mit der Familie zusammen wächst.
    Ich habe auch gelitten mit Clara, die doch nur auf Grund von Lügen ihrer Heimat beraubt wurde. Wie schwer die ganze Flucht war und sie immer weiter gekämpft hat. Ja, sie hatte Dinge, die sie eintauschen konnte, was es ihr erleichtert hat, aber dennoch hatte sie einen schweren Weg vor sich.
    Und auch Anna hat es nicht leicht. Ihre Mutter weigert sich jede Frage zur Vergangenheit zu beantworten und gibt Anna die Schuld daran, dass es ihr so schlecht geht und sie so viel trinkt. Dabei ist es wohl das schlechte Gewissen, das Schuld daran trägt.....
    Ich finde den Schreibstil von Mechthild Borrmann sehr anschaulich. Man kann direkt das zertrümmerte Hamburg vor sich sehen und wie die Menschen danach gelebt haben.

    Wenn jemand einen Nachkriegsroman lesen möchte, dann kann ich dieses Buch wirklich sehr empfehlen. Allerdings habe ich damit in meinen Augen keinen Krimi gelesen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Bücherfüllhorn-Blogs avatar
    Bücherfüllhorn-Blogvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Zwar leicht oberflächlicher Rückblick ins Nachkriegsdeutschland, dennoch sehr spannend und sehr unterhaltsam.
    Leicht oberflächlicher, dennoch sehr spannend und sehr unterhaltsam

    Anfangs hatte ich nicht so recht die Leselaune für dieses Buch. Zudem erschwerten gerade in den ersten drei Kapiteln drei verschiedene Zeitebenen und jede Menge verschiedene Protagonisten die Übersicht. Aber ich kann versprechen, wenn man weiterliest, dran bleibt und wenig Lesepausen macht, hat man die Protagonisten schnell verinnerlicht und das Buch liest sich flüssig, unterhaltsam und sehr spannend.

    Eine Zeitebene spielt in Hamburg 1947, Familie Dietz, die nur noch aus Mutter und zwei Kindern besteht, muss sich im zerbombten Hamburg aus dem nichts, nur mit dem was sie noch auf ihren Körpern haben, unter widrigsten Bedingungen ein neues Heim aufbauen. Durch Fleiß, Ehrlichkeit und Mitgefühl, aber auch einen guten Anteil Pragmatismus, gelingt ihnen dies. Ich mochte die Familie Dietz sehr, wie sie in der Not, vor allem Mutter Agnes Dietz, als Frau allein für das Überleben ihrer Kinder sorgt.

    Die zweite Zeitebene spielt 1945 bei Templin in der Uckermarck. Familie Ankquist wird von ihrem hochherrschaftlichen Hofgut vertrieben. Lange Zeit wollen Vater, Tochter und Schwiegertochter dies nicht wahr haben, aber die Russen geben ihnen keine Chance. Im Gegenteil. Sie flüchten, mit dem was sie tragen können. Die Ankquist erleiden Willkühr, Demütigungen und Diebstähle ihres Besitzes. Sie können nichts dagegen tun.

    Die dritte Zeitebene spielt 1992 in Köln, Anna Meerbaum, eine Lehrerin will durch Nachforschungen auf dem Gut Ankquist das seltsame Verhalten ihrer Mutter verstehen. Dort lernt sie den Architekten Joost Dietz kennen, den Sohn von Agnes Dietz.

    Diese Zeitebenen hängen alle miteinander zusammen. Wie, das ist sehr spannend erzählt. Erst zögerlich, aber dann mit hohen Spannungspotenzial musste ich einfach immer weiter lesen. Das Buch hat nur 300 Seiten, und entsprechend sind manche Protagonisten auch sehr oberflächlich angelegt, aber das macht gar nichts. Denn man kann sich in die damalige Zeit mit all ihrer Not gut hineinversetzen und man leidet mit den Protagonisten.

    Alles in allem: Ein zwar leicht oberflächlicher Rückblick in das Nachkriegsdeutschland, aber dennoch sehr spannend und unterhaltsam.   

    Sterne: Ich vergebe fünf von fünf Sternen. Die einzelnen Familiengeschichten sind spannend präsentiert und man erhält einen Blick in das Nachkriegsdeutschland. Zum einen vom ausgebombten Hamburg, zum anderen einen Blick auf die Vertreibung der Besitzer aus ihren Herrenhäusern. Das Buch hat zudem nur 300 Seiten, die viel zu schnell vorbei waren. Deswegen sind auch einige Figuren etwas oberflächlich angelegt, aber ich denke, der Fokus lag hier eher auf den Begleitumständen und der Zeit. Normalerweise mag ich solche Oberflächlichkeiten nicht, aber dieses Buch hier habe total gerne gelesen, und einmal angefangen, mochte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ich möchte jetzt zudem mehr von dieser Autorin lesen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Perserkatzes avatar
    Perserkatzevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Trümmerkind---ein beindruckender Roman der Nachkriegszeit!
    Absolut Lesenswert!

    1945 Nachkriegszeit alles ist zerstört viele Menschen kämpfen ums Überleben so auch der 14-Jährige Hanno Dietz mit seiner Familie. 1946/1947 erlebt Deutschland den schwersten Winter. An einem bitter kalten Tag entdeckt Hanno bei der Suche nach brauchbaren Dingen, den Steine klopfen, Altmetallsuche und Schwarzhandel gehörten zum Alltag, fand in den Trümmern einen dreijährigen Jungen und eine tote nackte Frau. Den kleinen Jungen nimmt er mit nach Hause und Joost, so wird er seitdem genannt, wächst bei der Familie auf, aber von der toten Frau erzählt er niemanden, jedoch beherrscht es seine Gedanken Tag und Nacht.

    Erst Jahre später wir das Trümmerkind Joost per Zufall einem Versbrechen auf die Spur kommen, das auf eine schreckliche Weise mit der Geschichte seiner Familie verbunden ist. Der Zufall ist das Gut Anquist doch die Büchse der Pandora wird erst gänzlich von Anna Meerbaum geöffnet. Zeitpunkt, Ort, August,1992 Köln. Anna Meerbaum erfährt von ihrem Ex Mann einem Anwalt, dass ihre Mutter eventuell einen Anspruch auf das Gut Anquist in Uckermark das früher in Besitz ihrer Familie war, hätte. Ihre Neugier und Recherche bringen sie einer erschreckenden Wahrheit, in der ihre eigene Mutter verstrickt ist, immer näher.  

    Die Geschichte hat mich von Anfang an sehr beeindruckt vor allem, weil sie in der Nachkriegszeit stattfindet. Sie zeigt auf in welche Verhältnisse die Menschen nachdem Ende des 2. Weltkrieges leben mussten, welche Grausamkeiten und Ängsten sie ausgesetzt waren. Die Sprache liest sich flüssig und Kapiteln haben genau die richtige Länge und präsentiert dem Leser keinen langatmigen Inhalt. Die Autorin schafft es drei Familiengeschichte mit einen roten Faden mit einander zu verbinden und mit der Aufklärung am Ende abzurunden, jedoch ist am Ende mehr ein Sprintlauf zur Zielgeraden. Ich hätte mir gewünscht das einiges etwas ausführlicher emotionaler, wie es im laufende des Romans auch der Fall war, beschrieben wurde. Das ist keinesfalls als Kritik zu verstehen den das von der Autorin gewählte Ende rundet die Geschichte gänzlich ab, aber ein oder zwei Kapiteln mehr mit weiteren Details und mehr Gefühl hätte der Geschichte auch keine Falls einen Abbruch getan.

    Ein spannender historischer Roman mit Kriminalistischen Elementen und einer geheimnisvollen Familiengeschichte dessen schreckliche Enthüllung erst in der Gegenwart zutage kommt. 4,5 Sterne von mir! 


    Kommentieren0
    14
    Teilen
    J
    Jey92vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Diese Geschichte ist sehr gut geschrieben und es schaffen nicht viele Bücher von mir 5 Sterne zu bekommen, aber das Buch war so spannend.
    spannende Geschichte mit Geschichtlichem Hintergrund

    In dem Buch werden drei Familien / Personen beschrieben. Nach dem ersten Weltkrieg wird die Geschichte von Clara Anquist und Joost Dietz erzählt und in der neueren Zeit die Geschichte von Anna Anquist, welche durch ihre neugierde ein Familiengeheimnis aufdeckt.


    Dieses Buch ist seit lagem wieder ein Buch gewesen, welches ich in weniger als einem Monat durch hatte. Anfangs dachte ich noch, da es einen geschichtlichen Hintergrund hat, dass das Buch nicht sehr spannend sein kann, aber da habe ich mich getäuscht. Auch wenn das Buch sehr in den Orten und Zeiten springt, so bin ich nie durcheinander gekommen. Anfangs versucht man noch den Zusammenhang zu finden, aber der wird erst ab ca. 200 Seiten deutlich. Davor bin ich nicht zum Hintergrund der Familiengeschichte gekommen, aber ab den 200 Seiten konnte ich mir meine Theorie zusammenspinnen und hatte dann zum Schluss sogar noch recht. Für mich ging aber die Spannung nie verloren, da immer wieder zwischen den einzelnen Familien abgewechselt wurde und man so ein wenig auf die "Folter" gespannt wurde, wie es denn da weiter gehen wird. Bis zum Ende war die Spannung gegeben, auch wenn man sich schon denken konnte, wie die Geschichte endet, so war es bis zum Schluss nie ganz sicher.
    Es ist eine tolle Geschichte, welche auch auf die Armut nach dem 2. Weltkrieg aufmerksam macht und aufzeigt, welche Verhältnisse damals herrschten. 
    Ich kann das Buch nur weiter empfehlen, daher auch volle Sterne.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Magicsunsets avatar
    Magicsunsetvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannender Kriminalroman mit zeitgeschichtlichem und gesellschaftlichem Hintergrund.
    Ein spannender Kriminalroman und gleichzeitig eine Familiengeschichte

    "Weil du immer weiter in der Vergangenheit wühlst, bis du endlich alles ans Licht gezerrt hast." (Zitat Seite 183)

    Inhalt
    Auch wenn Anna Meerbaum keine Ansprüche betreffend Gut Anquist in der Uckermark stellen will, das bis zur Enteignung ihrem Großvater gehörte, ist sie neugierig, wo ihre Wurzeln liegen. Ihre Mutter weigert sich beharrlich, über die Vergangenheit zu reden. Anna ist Lehrerin und in den Herbstferien fährt sie in die Uckermark und beginnt nachzuforschen. Sie erfährt, dass der Architekt Joost Dietz im Auftrag einer Investorenfirma das alte Gutshaus sanieren und zu einem Hotel umbauen soll. Er zeigt ihr ein paar alte Fotos und ihr Leben scheint auf den Kopf gestellt – jetzt will sie die Wahrheit wissen …

    Thema und Genre
    Dieser Roman ist sowohl ein Kriminalroman, als auch eine Familiengeschichte mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Thema sind eine sehr problematische Mutter-Tochter Beziehung und die Wirren und Armut der frühen Nachkriegsjahre in Deutschland. Es geht aber auch um die Tragik der Findelkinder, die oft nie mehr nachvollziehen konnten, wer die Eltern waren.

    Charaktere
    Clara Meerbaum ist Alkoholikerin und jener selbstsüchtige Muttertyp, der immer auf die "Opfer" hinweist, die für das Kind gebracht wurden. Erst im Laufe ihrer Recherchen gelingt es Anna, ihre ständigen Schuldgefühle als Tochter abzustreifen und selbstbewusster zu werden. Ihre Hartnäckigkeit, mit der sie die Geschichte um Gut Anquist verfolgt, macht sie zu einer sympathischen Protagonistin.
    Agnes Dietz steht für das schwere Leben der Trümmerfrauen in Kriegs- und Nachkriegszeiten, in denen es kaum Arbeit und kaum Lebensmittel gab. Sie muss alleine für das Überleben ihrer Kinder sorgen. Doch sie kämpft und behält die Hoffnung. Sie zögert keine Minute, den kleinen Jungen aufzunehmen, den ihr Sohn Hanno in den Trümmern eines Hauses findet.

    Handlung und Schreibstil
    Die Geschichte wird in drei parallelen Handlungssträngen erzählt, Hamburg 1947, Uckermark ab 1945 und Hamburg 1992, 1993 (Jetztzeit). Die Kapitel sind fortlaufend nummeriert und die Überschrift gibt immer den jeweiligen Handlungsort und Zeit an. Dies macht die gesamte Handlung für den Leser übersichtlich. Auch wenn man schon während des Lesens Zusammenhänge vermutet, bleibt die Geschichte bis zum Ende sehr spannend und interessant. Die Sprache ist gekonnt, angenehm und flüssig.

    Fazit
    Ein Kriminalroman mit zeitgeschichtlichem und gesellschaftlichem Hintergrund. Spannend zu lesen und kaum aus der Hand zu legen. Leser, die bereits Bücher von Mechthild Borrmann gelesen haben, werden auch von diesem Buch begeistert sein. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle Leser, die anspruchsvolle Kriminalromane suchen, deren Thema weit über einfache Mordtaten hinausgeht.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    black_horses avatar
    black_horsevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr gut aufgebaute Nachkriegsgeschichte, die Fäden geschickt spinnt und fesselt.
    Nachkriegswirren

    Dieser Roman von Mechthild Borrmann verwebt 3 Familiengeschichten zu einem Nachkriegsbild.

    Zum einen ist da die Geschichte der Familie Anquist, die 1945 von ihrem Gut in der Nähe von Templin vertrieben wird.
    Der zweite Strang spielt 1947 in Hamburg, wo Familie Dietz ein Findelkind aufnimmt.
    Die "Gegenwart" 1992/93 handelt von Anna, die in der Familiengeschichte ihrer alkoholkranken Mutter einige Ungereimtheiten findet.
    Die drei Schauplätze wechseln sich in recht kurzen und flüssig zu lesenden Kapiteln ab. Nach und nach gibt es Verbindungen, die immer mehr auf ein schreckliches Geheimnis hindeuten.

    Der Roman ist abwechslungsreich, spannend und liefert Einblick in die Stimmung zu Kriegsende und der Nachkriegsjahre. Die Figuren sind sehr lebendig beschrieben, so dass ich mich als Leser gut vorstellen konnte, welche Gefühle sie durchleben.

    Insgesamt ein wirklich gelungener Roman, der mich neugierig macht auf weitere Bücher der Autorin.

    Kommentieren0
    4
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks