Mechtild Borrmann Trümmerkind

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Inhaltsangabe zu „Trümmerkind“ von Mechtild Borrmann

Der kleinen Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel - das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst das Findelkind bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist...

Sehr fesselnd - und toll gelesen!

— extremehappy

Sehr eindrucksvoll gelesen. Eine komplexe Geschichte aus verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven

— Kerstin_KeJasBlog
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  • Mein bestes Hörbuch 2017 (Hörbuchrezension)

    Trümmerkind

    Starbucks

    16. December 2017 um 11:56

    „Trümmerkind“ von Mechtild Borrmann ist mir eher zufällig in die Hände gefallen. Das Hörbuch ist atmosphärisch so gelungen, dass ich es zu meinem Hörbuchhighlight 2017 erklärt habe. Ich musste leider fast die gesamte Nacht weiterhören, weil es mir so gut gefesselt hat. Das Hörbuch „Trümmerkind“ ist im Argon Hörbuch Verlag erschienen. Gelesen werden die insgesamt 6 CDs und fast 8 Stunden Hörzeit von Vera Teltz. Es handelt sich dabei um eine ungekürzte Lesung. Dabei überzeugt, wie Inhalt und Sprecherin zusammen wirken. Vera Teltz schafft hier eine bitterkalte Nachkriegsatmosphäre ebenso wie die Verzweiflung der letzten Tage der Gutshofbewohner in der Uckermark nach dem Kriegsende.Zum Inhalt: Mehrere Handlungsstränge sind hier verwoben. In Hamburg im Winter 1946/47 überlebt die Familie Dietz den Hungerwinter mit mit Einfallsreichtum und Überlebenswillen. Als der Sohn Hanno eine kleinen Jungen findet, der nicht spricht, wird auch dieser noch mit aufgenommen. Der Vater ist noch verschollen. Fast zur gleichen Zeit muss die Familie Anquist ihren Gutshof in der Uckermark verlassen und flieht u.a. auch nach Hamburg. 1993 will der ehemals kleine Junge, das Trümmerkind, Joost Dietz, der nun Architekt ist, den Gutshof in der Uckermark restaurieren. Und Anna, die Tochter der Clara Anquist, trifft ihn dort, wo sie seltsame Details über ihre Mutter, die damals vom Gutshof geflohen ist, erfährt. Man kann sich schon denken, wie hier die Stränge zusammenführen. Nach und nach werden immer mehr Geheimnisse um das Geschehen damals gelüftet. Aber der Roman ist kein Krimi (oder nur am Rande), für mich ging es hier mehr um die einzelnen Charaktere und ihr Umgang mit der Vergangenheit bzw. ihr Überleben nach dem Krieg. Borrmann spricht viele Aspekte an, aber sie spricht nicht in Klischees. Vieles scheint am Rande zu stehen, z.B. die Rückkehr des Vaters aus dem Krieg („mein zerstörter Mann“), aber nimmt durch wenige Sätze oder kleine Bemerkungen doch soviel Gewicht ein. Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat, ist, dass die „Böse“ im Roman gleich unendlich böse ist – ihre Vergangenheit hätte es hier nicht gebraucht. Fazit: Obwohl Mechtild Borrmann nicht zu den Kriegsjahrgängen gehört, hat sie die Stimmung und das schwere Leben im Hungerwinter sehr gut eingefangen. Sie hat gezeigt, wie wohl die meisten Menschen nicht verzweifelten, sondern ihr Schicksal in die Hand nahmen und auf bessere Zeiten hofften, aber auch auf den Führer zurückblickten, der doch alles richten sollte. Sie hat die Hoffnung derer beschrieben, die im Osten alles verloren haben und doch noch hofften, dass sie irgendwann zurückkehren würden. Und sie hat dies alles noch in eine geheimnisvolle Geschichte verpackt. Ich denke, dass dieser Roman als Hörbuch noch mehr Stimmungen und die Atmosphäre schaffen kann als das Buch. 

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