Meg Mitchell Moore Eine fast perfekte Familie

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Inhaltsangabe zu „Eine fast perfekte Familie“ von Meg Mitchell Moore

Tolle Jobs, perfekte Zähne und ein schickes Haus nicht weit von der Golden Gate Bridge: Die Hawthornes dachten eigentlich, sie hätten es geschafft. Dass die älteste Tochter Angela kurz vor dem Sprung auf die Elite-Uni Harvard steht, ist da nur standesgemäß. Wenn nicht plötzlich der Verdacht aufkäme, Angela habe von der Nachbarin Aufputschmittel gestohlen ... Und nicht nur die Älteste macht den Hawthornes Sorgen. Nora, der Multi-Tasking-Mutter par excellence, droht ein Acht-Millionen-Deal mit einer Traumimmobilie wegzubrechen. Schuld daran: Hesperolinon congestum, eine äußerst seltene Pflanze unter Artenschutz. Und die kleine Tochter Cecily fühlt sich plötzlich dazu berufen, Selbstmörder auf der Golden Gate Bridge zu retten ... Selbst Nora schafft es bald nicht mehr, all die Feuer auszutreten, die das Familienglück bedrohen. Aber ist es nicht schon Glück, wenn eine Familie einfach nur zusammenhält, egal was da kommt? »Ganz selten nur liest man ein so gutes Buch, das die Qualität des gesamten Lebens verbessert. Ich kann nur schwärmen: Das Buch ist brillant, jede Seite ein Vergnügen. Ich liebe es!« Elin Hilderbrand

Ein Buch für Mütter, nicht nur, aber unbedingt für diese. Wunderschön. Absoluter Pageturnerüber den alltäglichen Parforceritt des Lebens

— thursdaynext
thursdaynext

"Eine fast perfekte Familie" kann als lustiger Familienroman oder Geschichte über Werte gelesen werden. Beides funktioniert ziemlich gut.

— Alexandra_Luchs
Alexandra_Luchs

Eine nicht ganz so perfekte Familie mit Ecken und Kanten und großen Sympathien.

— Fantasie_und_Träumerei
Fantasie_und_Träumerei

Wunderbar! Schade, dass es schon vorbei ist.

— erinrosewell
erinrosewell

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  • Eine turbulente, wunderbare Familienstory

    Eine fast perfekte Familie
    Babscha

    Babscha

    17. August 2016 um 23:25

    Es geht um die Hawthornes, eine Familie aus der gehobenen Mittelschicht San Franciscos. Das sind Vater Gabe, Partner in einer erfolgreichen Consultingfirma, zielstrebig und bodenständig, aber in den Feinheiten des familiären Zusammenlebens mit nicht immer ganz glücklicher Hand agierend. Dann Nora, seine Frau, Immobilienmaklerin und rechte Hand ihres Chefs. Gleichzeitig auch noch Mutter von drei Töchtern und sich damit rund um die Uhr zerreißend zwischen ihrem Job und dem unerfüllbaren Wunsch, auch zuhause einfach alles perfekt zu deichseln. Und das auch noch in einer ungesunden Kombination von permanenter Neugier und Besorgnis um ihre Familie. Und dann die drei Kinder. Angela, siebzehn, im letzten Highschooljahr stehend, extrem ehrgeizig, voll gestresst und genau wie ihr Vater besessen von dem Wunsch, nach der Schule einen Studienplatz in Harvard zu ergattern . Cecily, die Mittlere, ist zehn, ein liebenswertes Mädchen und der ausgleichende Familienfaktor, ein Tanztalent, sozial und mit immer großem Herz für Menschen und Tiere. Und dann noch Maya, sieben, die Kleine, die Liebe, das Nesthäkchen eben. Das Buch besticht zum einen durch den überzeugenden Wortwitz und den Humor seiner Autorin, die sich in den Tiefen amerikanischer Familienverhältnisse und deren Denkweisen offensichtlich genau so gut auskennt wie in den verzwickten Seelen- und Gefühlslandschaften junger wie älterer Menschen. Ein Feuerwerk voll subtiler, selbstironischer Querverweise und Anspielungen auf die Eigentümlichkeiten in der gesellschaftlichen Realität des US-amerikanischen Bügertums wird hier abgebrannt und bereitet mächtig Lesespaß. Genau wie die teils urkomischen Dialoge und Interaktionen zwischen den einzelnen Beteiligten der Familie. Und natürlich hat jeder hier sein kleines wie großes Päckchen zu tragen, alles ist dabei, was das Leben so an Schwierigkeiten, Miss- und Unverständnissen im Miteinander innerhalb und außerhalb der eigenen vier Wände für alle zu bieten hat. Gewürzt mit der ein oder anderen Leiche im Keller, die über kurz oder lang dann ans Licht gezerrt wird. Aus den immer wieder wechselnden Erzählperspektiven der einzelnen Familienmitglieder heraus erfährt der Leser im Laufe des Buches dann so ziemlich alles über die einzelnen Hawthornes und wie jeder von ihnen so tickt. Ein echtes Gute-Laune-Buch mit sympathischen Figuren, das sich in einem Rutsch weg liest, nah am Leben und mit nettem Wiedererkennungswert für eigentlich jeden Leser. Aber dabei durchaus mit dem erkennbar ernsten Anliegen der Autorin, über ihre Geschichte das teils unsägliche tiefverwurzelte amerikanische Leistungs- und Karrieredenken kritisch ein wenig zurecht zu rücken. Auch wenn Moore hier natürlich versucht, wirklich jede denkbare Eskapade und jedes gesellschaftliche Klischee in die story zu packen. Auch wenn die erstklassige Leistung der Übersetzerin des Buches so ganz im Gegensatz zu den vielen nervenden Rechtschreibfehlern steht, die den Lesefluss immer wieder stören. Und auch wenn die gute Meg hier ganz offensichtlich und geradezu dreist eine der Kernideen ihres Buches aus der genialen amerikanischen Anwaltsserie "Suits" einfach mal so abgekupfert hat: Das Buch funktioniert als gute, überzeugende Sommerlektüre und nette Familiengeschichte. Und zwar großartig. Echte Überraschung.

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    • 2
  • Fast perfekt

    Eine fast perfekte Familie
    Sara_1801

    Sara_1801

    11. June 2016 um 20:03

    "Empathie nannte ihre Mutter das. Ihre Mutter sagte immer, Cecily würde die Empathie aus allen Poren quellen." ( Wie toll ist das denn bitte geschrieben???) Ein ganz wunderbares Buch, das einem wieder einmal zeigt, dass nichts perfekt ist und auch nicht sein muss. Besonders angetan hat es mir Cecily. Aber auch mit der völlig unter Druck stehende Angela habe ich mitgefühlt. Am Ende bekommt nicht jeder das was er wollte und doch ist die Familie Hawthorne einem perfekten Leben näher als zu Beginn der Geschichte.    

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  • Geh immer mit einem Lächeln durch den Tag

    Eine fast perfekte Familie
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. May 2016 um 08:21

    Familie Hawthorne besteht aus den Eltern Nora und Gabe sowie ihren drei gemeinsamen Töchtern Angela (17), Cecily (11) und Maya (7). Sie leben in Kalifornien, genauer gesagt in San Francisco unweit der Golden Gate Bridge. Auf den ersten Blick wirken sie wie die perfekte Familie. Harmonisch, gut gelaunt, immer fröhlich. Doch der Schein trügt. Ehrlich gesagt hat jeder von ihnen eine Menge Stress.Nora ist Immobilienhändlerin und dabei sich ein riesen Geschäft durch die "Lappen" gehen zu lassen, Gabe wird von der neuen intriganten Praktikantin "geplagt", Angela steht vor ihren Abschlussprüfungen und möchte durch eine Frühbewerbung in Harvard aufgenommen werden, Cecily übt für den perfekten Tanzauftritt bei einem Feist und Maya, nun Maya versucht zu lesen. Während die Familienmitglieder durch den Druck unter dem sie stehen immer weiter auseinanderdriften, kommen mehr oder weniger alte Geheimnisse sowohl der Eltern als auch der Kinder ans Tageslicht. Wenn das mal gut geht.Meg Mitchell Moore ist selbst verheiratet und hat drei Töchter. Das sie weiß wovon sie spricht wenn sie von der morgendlichen Aufbruchstimmung während des Frühstücks oder von einer quengeligen Maya im Auto schreibt, merkt man. Im Laufe der Handlung denken die Eltern immer mal wieder an die Zeit zurück als ihre Kinder noch klein waren. Was für lustige Dinge die Mädchen gesagt oder getan haben und wie schön diese Zeit doch war. Auch wenn unsere Tochter noch sehr jung ist, konnte ich den beiden ihre "Sehnsucht" gut nachfühlen. Ein anderes Beispiel wie nachdrücklich die Autorin die Geschichte erzählt, sind die Abschnitte in denen die Praktikantin Gabe erzählt, dass sie sein Geheimnis entdeckt hat. Man merkt wie verzweifelt der Mann ist. Alles steht auf dem Spiel, er kann alles verlieren- auch seine Familie. Diese Anspannung setzte mir ebenfalls so zu, dass ich überlegte das Buch einfach zur Seite zu legen. Ich muss ja nicht unbedingt erfahren wie alles den Bach hinunter geht, dachte ich mir. Aber die Neugier siegte. Und das war gut so, denn sonst hätte ich ganz viele Details und lustige Szenen verpasst. Im Fokus der Geschichte steht ja ganz klar die Familie, ihr Zusammenleben sowie ihre Verbundenheit. Hätte ich selbst keine Familie bzw. kein Kind, glaube ich, hätte ich die Geschichte nicht so mitreißend empfunden. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich derartige Schilderungen, in noch gar nicht so langer Vergangenheit, als "anstrengend" empfunden hätte. Doch wenn man weiß welche Gedanken man sich bei einem Sturz des Kindes macht und darin eine mögliche Ursache des "Nicht-Lesen-Könnens" befürchtet, findet das Buch von Meg Mitchell Moore auf jeden Fall packend. Fazit: Ein Roman über den Zusammenhalt einer Familie und dem Beweiß "ehrlich währt am längsten".

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  • Traumjob. Traumhaus. Traumleben?

    Eine fast perfekte Familie
    Alexandra_Luchs

    Alexandra_Luchs

    21. April 2016 um 18:26

    Traumjob. Traumhaus. Traumleben? Die Hawthrones haben eigentlich alles, was eine perfekte Familie braucht: Nora und Gabe sind berufliche Überflieger, ihre Tochter Angela die Klassenbeste und die jüngere Tochter Cecily eine talentierte Tänzerin. Trotz dieser scheinbaren Perfektion, braucht es nur wenig, um das Glück der Familie ins Wanken zu bringen. Einen kleinen Strauch marinen Zwergflachs zum Beispiel… Ich habe lange darüber nachgedacht, warum bei „Eine fast perfekte Familie“ immer noch der letzte Funke fehlte, um mich zu begeistern. Einerseits ist das Buch eine tolle Betrachtung unserer Zeit. Es geht um Perfektion und das, was „Glück“ gesellschaftlich definiert. Ist es eine möglichst schicke Wohnung oder der Platz 1 auf einer Bestenliste? Wie die Familie im Buch von, zum Teil kleinsten, Problemen derart erschüttert wird, ist unterhaltsam zu lesen. Für mich stellten diese „Krisen“ auch immer wieder einzelne Aspekte unserer Kultur in Frage. Leistungsstreben und elitäres Denken werden zerpflückt und Werten wie Zusammenhalt und Treue entgegengestellt. Andererseits verfolgte mich während der gesamten Lektüre das Gefühl, dass da noch mehr kommen muss. Eine kleine rosa Blume treibt Nora an den Rand der Verzweiflung. Wirklich?! Wenn man sich darauf einlässt, ist die Handlung stimmig und durch die humorvolle Erzählweise nie langweilig. Die Konflikte wirkten für mich aber zum Teil wirklich lächerlich. Eine Mischung aus „Full House“ und den „Gilmore Girls“. Wieder andererseits ist es vermutlich gerade jene Lächerlichkeit, die alles am deutlichsten zum Punkt bringt: in unseren eigentlich perfekten Leben, machen wir uns ziemlich viele Probleme einfach selbst. „Eine fast perfekte Familie“ kann man auf zwei Arten lesen: als humorvolle Familiengeschichte mit schrägen Charakteren und witzigen Dialogen. Oder als Metapher auf gesellschaftliche Werte und deren Stellenwert in unserem Leben. Beides macht das Buch ziemlich gut aber nicht perfekt.

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  • das Auf und Ab des Lebens

    Eine fast perfekte Familie
    robbylesegern

    robbylesegern

    12. April 2016 um 22:59

    " Eine Fast perfekte Familie " ist das dritte Buch der Autorin Meg Mitchell Moore und hat mir, als ich reingefunden hatte in diese turbulente Familiengeschichte, schöne Lesestunden beschert.Dieses Buch stellt in wechselnden Kapiteln, in denen jeweils eines der Familienmitglieder der Familie Hawthorne berichtet, das Auf und Ab einer amerikanischen Mittelstandsfamilie vor.Die Hawthornes , bestehend aus Nora , einer erfolgreichen Immobilienmaklerin, Gabe, Partner einer Unternehmensberatung und ihren drei Töchtern Angela, Klassenbeste mit der Hoffnung auf Aufnahme an der Eliteuni Harvard, Cecily begeisterte Tänzerin und Maya, die Jüngste der Familie, die sich mit einer Leseschwäche quält.Die Familie lebt in Kalifornien , in einer angesagten Wohngegend und muss, um den Standard zu halten, schon einen Balanceakt vollbringen. Vor allem Nora, die neben ihrer Arbeit auch noch den Haushalt schmeißt und als das Kindermädchen kündigt, auch diese Aufgabe noch übernimmt und ihre Kinder zu den Verschiedenen Vereinen zu kutschiert. Aber auch Angela , die Älteste hat rund um die Uhr zu tun , um das Niveau als Klassenbeste zu halten, was Voraussetzung für eine Aufnahme an einer Eliteuni ist. Aber auch Cecily und Maya haben ihre Probleme.Bei diesem Buch braucht es etwas , um ins Geschehen eintauchen zu können und dem Leser die Familiensituation der Hawthornes vor Augen zu führen. Ist man aber erst einmal drin, möchte man keine Minute dieser Familiengeschichte verpassen, denn die Familie Hawthorne symbolisiert das Familienleben vieler Menschen und ist zutiefst emotional. Dass das Leben nicht immer in einer geraden Linie verläuft, sondern wellenförmig, ein Auf und Ab mit Höhen und Tiefen , erfährt der Leser und kann sich vielleicht selbst mit dieser Familie identifizieren, die sich einen kleinen Wohlstand geschaffen und drei wohlgeratenen Kinder haben. Aber diese Geschichte zeigt auch, dass Wohlstand nicht alles ist, man seinen Kindern nicht seine eigenen Träume aufdrängen sollte und es wichtig ist einmal inne zu halten, um zu überlegen, ob man dieses Leben so weiterführen möchte, denn das Glück ist wandelbar und kann einem auch mal den Rücken kehren.Ich fand die Figuren in diesem Roman gelungen, sie hatten Ecken und Kanten und man fühlte sich ihnen verbunden. Man hat sich mit ihnen gefreut, mit ihnen gelitten und gehofft, dass alles zu einem guten Ende führt.Nach anfänglichen Längen hat mich dies Buch sehr gut unterhalten und ich empfehle es gerne weiter.

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  • Ein ziemlich perfekter Roman

    Eine fast perfekte Familie
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. March 2016 um 13:50

    Ein ziemlich perfekter Roman„Soll ich ihnen ein Geheimnis verraten? Ihre ganze Generation, sie und ihre Altersgenossen, sie alle halten sich für etwas Besonderes. Aber wie soll jeder von ihnen etwas Besonders sein? Das ist schlicht und ergreifend unmöglich“.Und „Besonders Sein“, das bedeutet vor allem in den Köpfen von Gabe, Nora und ihrer ältesten Tochter Angela im einfachen Ablauf des Alltages, jede Minute zu nutzen, getimt zu sein, effizient zu sein. Bis dahin, dass sich Nora mit zunehmender Ungeduld ihrer (natürlich teuren und edlen) Spülmaschine zu stellen hat, die tatsächlich 49 Minuten für den Spülgang zu brauchen gedenkt.Während Kunden warten (Nora ist erfolgreiche Immobilienmaklerin), während Angela rund um die Uhr alles dafür tut, Jahrgangsbeste zu werden, um das einzig denkbare Lebensziel für sich und ihre Familie zu erreichen: Als Frühbewerberin in Harvard aufgenommen zu werden.Schon die Konkurrenz an der eigenen Schule ist hart, beste Freundinnen haben sich im Lauf der Monate zu einander nur mehr kühl abschätzenden Wesen verändert und die Zeit reicht hinten und vorne nicht für die Noten, den Sport, die Ehrenämter, und, und, und.Während ihre zweite Tochter sich für einen Platz im Ensemble des „Irischen Tanzes“ abstrampelt (Lebensziel, natürlich), während ihr Mann Gabe von einer neuen Praktikantin „belagert“ wird, die scheinbar den dunklen Fleck seiner Vergangenheit kennt.Während die jüngste Tochter sich schwer abmüht, das Lesen mit ihren acht Jahren fließend hinzubekommen. Während Nora versucht, ihre sozialen Kontakte zu Mutter und Schwester und Miteltern der Schule zu halten.Fast perfekt, könnte man sage. Für die heutige Zeit. Für das durchgeplante und durch terminierte Leben, in dem jede Minute zur „Ertüchtigung“ des eigenen Körpers oder der eigenen Person oder der eigenen Chancen genutzt werden muss.Zwar kann sich Nora kaum erinnern, wann es das letzte Mal „echtes“ Essen (nicht irgendwo schnell geholt) im entspannten Kreis gegeben hat, aber wer sich mit einer seltenen Flechte im Garten eines verkauften Hauses oder mit mikroskopischen Streifen in Glastüren oder mit Besitzern, die trotzig auf einem viel zu hohen Preis beharren zu beschäftigen hat, der kann ja froh sein, überhaupt die eigenen Kinder zu den wichtigen Terminen zu chauffieren.Eine fast perfekte Familie i Strom der Zeit. Eine Familie, die Mitchel Moore mit einer überaus modernen Sprache auf den Punkt begleitet. In einem Roman, in dem sie, nie aufdringlich, aber sehr, sehr stetig, im Hintergrund den Leser sich immer unwohler fühlen lässt.Denn, auch wenn man keine eigenen Kinder haben sollte, die Grundabläufe dieses modernen Lebens mit seinem Kreisen um Erfolg, Geld, Status, fassbare Ziele vor allem, das kennt jeder.Und Schritt für Schritt, ganz unaufdringlich, aber unnachgiebig nachhaltig lässt Mitchell Moore spielerisch den Preis, den diese Lebenshaltung kostet, innerlich im Leser bewusstwerden und sich verankern.Wofür ihr Angela, die älteste Tochter, als zentrale Blaupause dient. Hier verläuft er eigentliche innere rote Faden des Buches, hier werden die entscheidenden Brüche dieser Lebensform überaus deutlich, die umrandeten Augen, die grundlos scheinenden Tränen, der Griff zur Tablette, alles für „DAS ZIEL“.Wobei nicht nur Angela, sondern alle Personen im Buch, aus deren Perspektive Mitchell Moore wechselseitig von diesen Wochen vor der Bekanntgabe der Entscheidung Harvards erzählt.Im Buch braucht es die Aktion der mittleren Tochter mit deren bester Freundin gemeinsam mit dem, was Angela heimlich an Weg unter die Räder nimmt, bis es allen wie Schuppen von den Augen fallen wird. Aber mit welchen Folgen? Kann es überhaupt Folgen geben in einem auch innerlich so fest zementiert wirkendem Leben?Und, über den Rand der gut 430 Seiten hinaus, was wäre dem Leser als Ereignis vorstellbar, das eigene Hamsterrad (was übrigens im Buch wunderbar eingepasst als Symbol vorkommen wird) zumindest einmal zu überdenken?Eine sprachlich wie inhaltlich überaus empfehlenswerte, hervorragend konzipiert und lebensnahe Lektüre.

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  • Eine fast perfekte Familie

    Eine fast perfekte Familie
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    04. March 2016 um 10:48

    Familie Hawthorne scheint perfekt zu sein. Mutter Nora ist als Maklerin so erfolgreich, dass ihr Chef sie darum bittet, nach der Kinderpause wieder bei ihm zu arbeiten. Vater Gabe ist Seniorpartner eines erfolgreichen Unternehmens, Harvardabsolvent und liebt seine Frau auch nach all den Jahren noch. Angela, die Älteste der drei Töchter, ist Klassenbeste und strebt an ebenfalls nach Harvard gehen zu dürfen. Tochter Cecily ist eine hochbegabte Tänzerin und kämpft mit ihrer Truppe um die Weltmeisterschaft und Nesthäkchen Maya ist trotz fehlender Lesefähigkeit ein echter Sonnenschein. Doch tief im Inneren des Familiensystems brodelt es. Jedes Familienmitglied trägt Geheimnisse und Lügen mit sich herum, die untergründig schwelen, zu Schuldgefühlen und stetig wachsenden Hindernissen führen. Was passiert, wenn diese wie ein alter Vulkan schlummernden Täuschungen so hoch brodeln, dass eine Explosion nicht mehr abzuwenden ist? Bricht dann die heile Familienwelt zusammen? Keins der Familienmitglieder fühlt sich so richtig wohl in seiner Haut. Angela z.B. verbringt so viel Zeit mit Lernen, dass sie das richtige Leben einer Jugendlichen verpasst. Keine Partys, keine Jungs, kein Spaß. Ist der Weg tatsächlich der richtige oder sollte sie gar ihr Ziel noch einmal überdenken? Ich lese sehr gerne Familiengeschichten, habe mir im letzten halben Jahr einige zu Gemüte geführt. Die der Hawthornes ist eine der interessantesten, die ich in diesem Zeitraum gelesen habe. Meg Mitchell Moore hat jedem einzelnen Familienmitglied viel Zeit gewidmet, sie in feinster Detailgenauigkeit ausgearbeitet und so starke Charaktere entstehen lassen. Auf den ersten Blick perfekt, hat jeder von ihnen reichlich Ecken und Kanten. Das erweckt sie zum Leben, lässt sie real wirken und macht sie sympathisch. Gekonnt hält die Autorin den Leser im Lesefluss. Es entstehen erste Zweifel an den Geschichten der Figuren, der Leser bemerkt, dass da etwas im Argen ist, dass es Behauptungen gibt, die nicht stimmen, weiß aber zunächst nicht, worum es tatsächlich geht. Häppchenweise bekommt er die Auflösung. Nicht zu viel auf einmal, immer so, dass man eben mal noch ein Kapitel mehr lesen möchte. Und noch eins. Und noch eins. Meg Mitchell Moore lässt ihre Protagonisten erzählen. Auf verschiedenen Ebenen kommt jeder der Familienmitglieder zu Wort. Es entsteht eine gewisse Nähe zwischen Protagonisten und Leser, die sich zum Ende hin mehr und mehr verstärkt. Einem Ende, das ganz nach meinem Geschmack ist.

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  • "Eine Fast Perfekte Familie" von Meg Mitchell Moore

    Eine fast perfekte Familie
    erinrosewell

    erinrosewell

    29. February 2016 um 07:52

    Autor: Meg Mitchell Moore Titel: Eine Fast Perfekte Familie Gattung: Roman Erschienen: 2015 Gelesene Ausgabe: Bloomsbury Berlin ISBN: 978-3-8270-1283-8 Gelesen auf: Deutsch Gelesen im: Februar 2016 Zum Buch: Das Buch hatte mir eine Kollegin empfohlen, ich war auf der Such nach etwas richtig fesselndem, der literarische Anspruch war dabei eher nebensächlich. Das Cover ist eher schlicht, aber gefällt mir sehr gut in seiner Klarheit. Sollte Meg Mitchell Moore auch im echten Leben Meg Mitchell Moore heißen, war sie prädestiniert etwas im künstlerischen Bereich oder zumindest in der Öffentlichkeit zu machen. Meine Kollegin hat mal wieder bewiesen, dass sie ihren Job zu Recht schon so lange und so gut macht. Es war genau was ich mir erhofft hatte und hat mich positiv überrascht. In den letzten Jahren war ich durch Uni und Arbeit und täglichen Wahnsinn gezwungen Bücher, gerade dicke (Moores Roman hat immerhin doch stolze 430 Seiten) in mehreren Sitzungen zu lesen. Dass ich ein Buch am Stück verschlungen habe und meinen Schlafplan komplett über den Haufen geworfen habe, hat mir gefehlt und umso froher bin ich, wenn ich berichten kann, dass dieses Buch es geschafft hat. Ich bin Hals über Kopf in es verliebt. In Moores Roman geht es um die Familie Hawthorne, bestehend aus dem Vater Gabe, seiner Frau Nora  und den drei Töchtern: Angela, Cecily und Maya. Auf den ersten Blick sind die Hawthornes eine perfekte Familie. Gabe ist ein ehemaliger Harvard-Absolvent und erfolgreicher Unternehmensberater, Nora ein Immobilienmarklerin, die kurz vor einem 8,7 Millionen-Deal steht, die 17-jährige Angela steckt mitten in den Vorbereitungen für ihre Anmeldung in Harvard und Cecilys irische Tanzmannschaft steht kurz vor der Qualifikation zu den Weltmeisterschaften. Doch nach und nach bröckelt bei jedem der Familienmitglieder die Fassade und nicht nur die Fassung des einen geht verloren. In wechselnden Perspektiven erfährt man nach und nach, welche Geheimnisse die Familienmitglieder voreinander verbergen, was sie beschäftigt und ihre Träume. Es sind alltägliche Probleme in denen sich wohl jeder bis zu einem gewissen Grad wieder finden kann. Die Autorin verwebt, dass ganze wunderbar humorvoll zu einem wirklich sehr, sehr gelungenem Roman. Eine der Lieblingsstellen: Nora zeigt potentiellen Käufern die 8,7 Dollar Immobilie Zitat: "Wissen Sie schon, was es wird?“, fragte Nora höflich; sie bewegte sich derzeit nicht mehr oft in Kreisen, in denen junge Schwangere verkehrten, doch sie wusste noch, dass dies eine passende Frage war. Und natürlich, wo man gebären würde. Zum Totlachen! Man stelle sich vor, Frauen in Somalia, Kenia oder Indien würde so mit ihren Freundinnen reden. Nie im Leben!“[1] Stil und Sprache: sehr angenehmer Stil, eher kurze Sätze, teilweise eine Annäherung an Stream of Consciousness, allerdings sehr gemäßigt Zitat: "Nora Hawthrone holte abermals tief Luft, breitete die Arme aus und legte sie um ihre älteste Tochter, ihren Engel, so viele Jahre ihr Ein und Alles. Dies war das Mädchen, das beim Einschlafen so besessen an seinen Finger genuckelt hatte, dass eine frühzeitige, kostspielige Behandlung bei einem der renommiertesten Kieferorthopäden im Marin County unumgänglich gewesen war.“[2] Schlüssigkeit der Handlung: Zwar eigentlich vier verschiedene Handlungsstränge, bzw. Perspektiven, allerdings alle so eng miteinander verbunden, dass es einen nicht verwirrt   Das hat mir gefallen: Der Witz, der dahinter steht. Die menschlichen und tiefen Protagonisten. Das hat mir nicht gefallen: Tatsächlich eigentlich nichts. Kaufempfehlung: Jede/r der mal wieder auf ein fesselndes Buch hat, dass man aus zufrieden aus der Hand legen kann und nur trauert weil es schon wieder vorbei ist. Sterne: 5 [1] S.124 [2] S.22

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