Das weibliche Prinzip

von Meg Wolitzer 
4,0 Sterne bei83 Bewertungen
Das weibliche Prinzip
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Gwenflys avatar

Guter aber oberflächlicher Einstieg in das Thema "Feminismus".

takabayashis avatar

Spannende Lektüre über das Erwachsenwerden, allerdings thematisch etwas überfrachtet

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Inhaltsangabe zu "Das weibliche Prinzip"

Die schüchterne Greer Kadetsky ist noch nicht lange auf dem College, als sie der Frau begegnet, die ihr Leben für immer verändern soll: Faith Frank. Die charismatische Dreiundsechzigjährige gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselgur der Frauenbewegung, und sie ist das, was Greer gerne wäre: unerschrocken, schlagfertig, kämpferisch. So sehr Greer ihren Freund Cory liebt und sich auf die gemeinsame Zukun freut, wird sie doch von einer Sehnsucht umgetrieben, die sie selbst kaum benennen kann. Durch die Begegnung mit Faith Frank bricht etwas in der jungen Frau auf, und sie stellt sich die entscheidenden Fragen: Wer bin ich, und wer will ich sein?
Jahre später, Greer hat den Abschluss hinter sich, geschieht, wovon sie nie zu träumen gewagt hätte: Faith lädt sie zu einem Vorstellungsgespräch nach New York ein − und führt Greer damit auf den abenteuerlichsten Weg ihres Lebens: einen verschlungenen, manchmal steinigen Weg, letztlich den Weg zu sich selbst.

Mal mit funkelndem Witz, mal tief berührend und stets mit großer Empathie erzählt Meg Wolitzer von Macht in all ihren Facetten, von Feminismus, Liebe und Loyalität und beweist sich als hellwache Beobachterin unserer Zeit.

'Wenn alles gesagt ist, bleibt Wolitzers unerschöpfliche Fähigkeit, Menschen zu erschaffen, die so real sind wie die Schrift auf dieser Seite, und ihre Liebe zu ihren Charakteren scheint heller als jede Agenda.'
Lena Dunham in The New York Times

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832198985
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:496 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:24.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Gwenflys avatar
    Gwenflyvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Guter aber oberflächlicher Einstieg in das Thema "Feminismus".
    Feminismus wird nur sehr oberflächlich angekratzt

    Greer ist Anfang 20 und entdeckt durch die Rednerin Faith Frank die Welt des Feminismus mit all ihren Herausforderungen und Hürden. Der Leser begleitet sie auf ihrer Entwicklung von dem zurückhaltenden Mauerblümchen zur Verfechterin von Frauenrechten.

    Ich hätte mir das Buch ehrlich gesagt nie selber gekauft, weil mich das Cover überhaupt nicht anspricht und da bin ich leider doch etwas oberflächlich: zuerst Cover, dann Klappentext. Aber es wurde von den Mädls des Lesetreffs, den ich monatlich besuche, vorgeschlagen und so haben wir alle gemeinsam dieses Buch gelesen.

    Normalerweise beschäftige ich mich wenig mit Feminismus, obwohl ich wie die meisten Frauen ständig um Anerkennung und meine Position im Job und in der Gesellschaft „kämpfe“ und davon träume, irgendwann eine Familie und meine Arbeit unter einen Hut zu bekommen, ohne dass eines von beiden darunter leidet. Ich habe auch noch nie ein Buch, das sich diesem Thema annimmt gelesen und war anfangs skeptisch, ob es mir gefallen würde. Hinter dem doch sehr nüchternen Titel, steckt allerdings kein Sachbuch sondern ein Roman rund um eine junge Frau, die auf Umwegen durch eine feministische Mentorin ihren Weg findet. Das Buch hat mich zwar inhaltlich nicht wirklich überzeugt, dafür aber sprachlich, da ich ein großer Freund von Schachtelsätzen bin.

    Gemeinsam mit meinen Lesetreffmädls habe ich mich häufiger gefragt, worauf will die Autorin hinaus? Teilweise hat sie sich leider zu intensiv mit Kleinigkeiten beschäftigt und dafür Anderes einfach übersprungen. „Das weibliche Prinzip“ war zwar gut zu lesen und mal etwas Anderes, aber so gut, dass ich es ein zweites Mal lesen würde, war es leider nicht. Zudem wird es vermutlich bald in Vergessenheit geraten, weil einfach zu wenige Spannungsbögen vorhanden waren und es meistens gemächlich vor sich hin plätscherte.

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    Adina13s avatar
    Adina13vor 3 Tagen
    Feministische Coming of Age Geschichte

    Im Buch das "Weibliche Prinzip" von Meg Wolitzer geht es- wie hätte man es anderes erwartet - vor allem um das Leben von Frauen - von drei sehr unterschiedlichen Frauen, die dann aber am Ende doch nicht so verschieden sind, wie man oder sie selbst am Anfang gedacht haben. Ich will gar nicht viel vom Inhalt vor weg, es ist durchgehend spannend mit vielen kleineren Dramen und "Auf und Abs". Was mich aber wirklich gefesselt hat ist der außergewöhnlich gute Schreibstil der Autorin. Sie schafft es so zu schreiben, dass es ohne Frage literarisch anspruchsvoll ist ohne dabei das Gefühl "des leichten Lesens" zu schmälern oder gar hochtrabend rüber zu kommen. Und doch hat sie so eine wunderbare Art Szenen zu beschreiben, wie ich es sehr lange nicht mehr gelesen habe. Schon allein dafür lohnt es sich das Buch zu lesen, egal ob man gern feministische Romane liest oder nicht. Wobei mich dieses Buch auch gelehrt hat, dass wir eigentlich alle Feministinnen sein sollten! Das Buch gibt einen interessanten und unterhaltsamen Einblick in den Feminismus, sehr zu empfehlen für Leser, die sich so wie ich, noch nicht so viel damit beschäftigt haben.

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    takabayashis avatar
    takabayashivor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Spannende Lektüre über das Erwachsenwerden, allerdings thematisch etwas überfrachtet
    Nicht so überzeugend, wie es der englische Originaltitel verspricht

    Am Ende der Lektüre fragte ich mich, was denn nun das "weibliche Prinzip" sein soll, bis mir die Idee kam, nach dem Originaltitel zu schauen: "The Female Persusasion", was übersetzt etwa "Die weibliche Überredungskunst" heißt. Und das passt auch viel besser, denn Faith Frank, feministische Ikone, die im Leben der jungen Protagonistin Greer Kadetsky eine große Rolle spielt, beherrscht die Kunst der Überredung, ja, der Verführung (nicht im sexuellen Sinne gemeint).
    Greer begegnet Faith zum ersten Mal, als diese an ihrem Provinzcollege einen Vortrag hält. Das kurze persönliche Gespräch mit ihr gleicht einem feministischen Erweckungserlebnis für Greer, macht ihr Mut und gibt ihrem Leben eine Richtung.
    Wir folgen den beiden über einen Zeitraum von 13 Jahren, in denen es Greer nach Studienabschluss gelingt, einen Job in der von Faith geleiteten Stiftung zu bekommen. Im Zuge dieser Arbeit lernt sie, wo ihre persönlichen Talente liegen, wird aber zu einem späteren Zeitpunkt von Faith enttäuscht und findet schließlich Erfüllung als erfolgreiche Buchautorin.

    Neben Greer und Faith spielen noch 2 weitere Personen eine größere Rolle: Greers Studienfreundin Zee und der Nachbarssohn Cory, Sohn portugiesischer Einwanderer und Greers große Liebe. Der Roman springt zwischen den Protagonisten hin und her, erklärt in zahlreichen Rückblenden die Hintergründe der Figuren und liest sich generell gut und spannend. Allerdings ist er mit Themen überfrachtet und verzettelt sich darin: Gleichberechtigung, sexuelle Belästigung, gleichgeschlechtliche Liebe und Ehe, Rückhalt von Kindern in ihren Familien, Klassengesellschaft, Ausbeutung, Kommerzialisierung ... und und und. Es ist durchaus interessant, die handelnden Personen und ihr Leben kennenzulernen, aber mir fehlt irgendwie der rote Faden, ein Fazit, das klar macht, warum die Autorin uns diese Geschichten erzählt.
    Nicht schlecht, aber im Verhältnis zum Hype um dieses Buch doch etwas enttäuschend.

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    seiten_weisevor 19 Tagen
    Feminismus mit Unterhaltungswert

    Meg Wolitzers Roman ist zwar kein feministisches Manifest, führt aber vielleicht (und hoffentlich) LeserInnen an das Thema Feminismus heran, die bislang noch nicht so viel damit am Hut hatten. Und das ist ja (unter anderem) die Aufgabe der Literatur: Zugänge zu mitunter schwierigen Themen schaffen.

    Zugegeben, die Sprache fand ich anfangs etwas spröde, aber nach ein paar Kapiteln hat mich der Text dann doch gepackt. Die Multiperspektivität und die sehr unterschiedlichen Figuren, die jede auf ihre Weise mit dem Oberthema verbandelt sind, fand ich ganz gut gemacht. Meg Wolitzer setzt sich für die Rechte schreibender Frauen im Kulturbetrieb ein, und das allein finde ich schon so toll, dass ich ihr Buch empfehlen würde.

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor einem Monat
    Kurzmeinung: Interessantes Buch über Feminismus, Beziehungen und auch das Erwachsenwerden.
    Lesenswert!

    Kurzmeinung:
    Ich fand dieses Buch toll, hätte es aber gern noch mehr gemocht! Ein gutes Buch mit einem sehr wichtigen Thema, interessanten Charakteren und einer vielschichtigen Handlung. Auf jeden Fall lesenswert!
    Ich persönlich war aber leider auch ein bisschen enttäuscht, weil ich mir einfach noch mehr von dem Roman erhofft hatte.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch war irgendwie ganz anders, als ich es erwartet hatte, aber es hat mir dennoch gefallen. Ich hatte mir einen stärkeren Schwerpunkt auf das Thema Feminismus gewünscht, etwas mehr auch inhaltlich dazu. Doch das Thema wird weniger explizit im Roman behandelt, schwingt aber dennoch die ganze Zeit mit.

    Im Kern dieses Romans stehen Beziehungen. Die Beziehung zu unseren Eltern, Freunden, unserem Partner oder unserer Partnerin. Zu unseren Freund_innen, Kolleg_innen. Zu unseren Idolen. Beziehungen werden hier in all ihrer Bandbreite eingefangen und mit allen schönen und schwierigen Seiten dargestellt. Neben den feministischen Themen hat das einen Großteil des Reizes an diesem Buch ausgemacht.


    Der Anfang des Romans hat mir sehr gut gefallen und mich gleich sehr in die Geschichte gesogen. Dort wird sehr gut beschrieben, wie es sich für Frauen anfühlt, Sexismus ausgesetzt zu sein und Übergriffe zu erleben. Die Ohnmacht, die Scham. Das in der Gesellschaft (leider!) noch weit verbreitete Victim Blaming, wenn Frauen mutig sind und die Täter anzeigen. Das alles hat sehr gut die Erfahrungen widergespiegelt, die ich als Frau schon selbst erlebt habe und von vielen anderen Frauen gehört habe.

    >> Jungs und Männer hatten sie natürlich oft mit groben oder anzüglichen Bemerkungen bedacht, das passierte allen Mädchen, das geschah überall.<< (aus "Das weibliche Prinzip", S. 24)

    Es ist so traurig, dass dieser Satz so geschrieben werden muss und wahr ist.

    Außerdem geht es um die Themen "Frauen und Macht", dass Frauen sich eigentlich gegenseitig unterstützen müssten und gerade Frauen in Führungspositionen, die es "geschafft haben", ihren Einfluss nutzen sollten, sich für andere Frauen stark zu machen. Doch weil ihnen ständig das Gefühl der Bedrohung vermittelt wird, haben sie Angst und denken, sie können es sich nicht leisten, mit anderen Frauen freundlich umzugehen. Das ist zumindest die Erklärung, die das Buch gibt.

    Auch die unbezahlte Care Arbeit, die zumeist Frauen überall auf der Welt leisten, wird thematisiert, und wie dies seinen Beitrag zur bestehenden Ungerechtigkeit leistet.
    Und auch die unterschiedlichen Ansprüche, die an Männer und Frauen gestellt werden, kommen in dem Buch sehr gut rüber.

    Das alles hat mir gut gefallen. Diese Analyse der Position der Frau in der heutigen Zeit, die Beschreibung der Entwicklung, die es von den 60ern bis heute gegeben hat. Die Schilderungen, was Frauen (auch heute noch) erleben und ertragen müssen. Ein kleiner Kritikpunkt daran ist, dass es sich hier hauptsächlich um recht privilegierte, weiße Frauen handelt. Das ist allerdings ein Punkt, der auch im Buch selbst angesprochen und diskutiert wird. Der Umgang damit hat mir gut gefallen und schwächt die Aussage des Buches in meinen Augen nicht.

    Ein weiterer Aspekt, der mit mir persönlich sehr resoniert hat, ist Greers Situation nach dem College. Sie ist von Faith Frank begeistert, möchte unbedingt etwas bedeutsames tun, sich für den Feminismus und für Frauen engagieren. Gleichzeitig ist sie aber auch noch unsicher, hat sich selbst noch nicht so richtig als Person gefunden.
    Ich selbst habe bald meinen Abschluss in der Tasche und stehe vor einer ähnlichen Situation. Ich weiß noch nicht genau, wo es mich hin verschlagen wird, was ich tun werde. Die Zukunft ist noch so ungewiss und das macht mir etwas Angst. Auch ich möchte gern etwas "wichtiges" tun, mich engagieren, den Menschen helfen. Und genau wie Greer fällt es mir schwer, es ruhig angehen zu lassen, sondern stürze mich lieber Hals über Kopf und mit vollem Engagement in ein Projekt.
    In diesen Schilderungen habe ich also ziemlich viel von mir selbst entdeckt und hatte deswegen einen sehr persönlichen Bezug zum Buch.

    Umso komischer erscheint es mir, dass trotzdem nicht so richtig eine Verbindung entstehen wollte. Ich habe das Buch gern und auch interessiert gelesen, allerdings war es für mich weniger bereichernd, als ich es mir gewünscht hätte. Es hat mich nicht sehr bewegt, konnte mich nicht überraschen, mich provozieren oder mir etwas Neues beibringen. Ich hätte mir irgendwie mehr "Erleuchtung" von dem Buch erhofft. Mehr Aha- Momente, mehr Innovation und mehr Inspiration für meine eigenen Position im Feminismus. Das war zwar alles in Ansätzen gegeben, aber ich hatte mir eben einfach mehr –vielleicht auch zu viel– erhofft.


    Fazit:
    Das weibliche Prinzip von Meg Wolitzer ist auf jeden Fall ein gutes Buch und auch ein Buch, das ich jeder und jedem empfehlen möchte. Es hat viele interessante Charaktere, deren Entwicklung gut geschildert und spannend zu verfolgen ist. Der Roman hat eine vielschichtige und abwechslungsreiche Geschichte und ist gut geschrieben. Meg Wolitzer ist eine gute Autorin und sie hat tolle Charaktere geschaffen und eine komplexe, aktuelle und relevante Geschichte konstruiert. Außerdem dreht sich viel um das Thema Feminismus und das ist einfach so wichtig und schon allein deswegen sollten möglichst viele Menschen dieses Buch lesen.
    Nur mir persönlich hat etwas gefehlt, weil ich mir einfach noch viel mehr von diesem Roman erhofft hatte. 

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    anushkas avatar
    anushkavor einem Monat
    Aktuelles Thema, nicht ganz so spannend umgesetzt

    2006 beginnt die schüchterne Greer ihr Studium an einem College. Ein Erlebnis mit einem Jungen einer Burschenschaft weckt in ihr die Empörung darüber, wie sie als Frau behandelt wird. Kurze Zeit später hält die berühmte Feministin Faith Frank einen Vortrag am College. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit erregt Greer Faiths Aufmerksamkeit und ist von ihr tief beeindruckt. Faith Frank wird Greers Leben nachhaltig beeindrucken, denn sie weckt in Greer die Sehnsucht, sich selbst zu verwirklichen und zu engagieren. Und so tritt Greer eine lange und nicht immer leichte Reise zu sich selbst an ...

    Die Beschreibung klingt vielleicht etwas esoterisch, aber Wolitzer gelingt es, das Normale an diesem Lebensweg hervorzuheben. Aus wechselnden Perspektiven wird  hier der Lebensweg Greers von ihrer Jugend bis ca. zur Mitte ihrer 30er nachgezeichnet, einerseits anhand ihrer eigenen Geschichte und andererseits anhand der Geschichte ihres Freundes und ihrer besten Freundin. Interessant an dem Buch ist, dass Wolitzer hier nicht auf das Spektakuläre setzt, nicht auf Parolen schreiende, sitzstreikende halbe Superheldinnen, sondern den Weg aufzeigt, den ein normales junges Mädchen nimmt, das sich an einer sexuellen Belästigung stört und zunehmend die vor allem kleinen Ungerechtigkeiten im Alltag wahrnimmt. Hier geht es nicht um drastische Aktionen im Stile von Greenpeace, sondern es wird erzählt, wie der moderne Feminismus funktioniert, dass er oft aus Spendensammeln und Kompromissen besteht und nicht selten auch innerhalb der eigenen Community kritisiert wird. Gleichzeitig ist es aber auch eine Art Coming-of-Age-Roman der jungen Greer, die einerseits langsam ihre eigene Stimme findet und sich andererseits zunehmend von ihrem großen Idol löst, das lange Zeit unerreichbar für sie war und irgendwann plötzlich doch fehlbar scheint. Thematisiert wird dabei auch, wie sehr Aktivisten heutzutage auf Geldgeber angewiesen sind und wie abhängig sie sich dabei machen bzw. wie sehr sie ihre eigentlichen Ziele unterordnen müssen. "Das weibliche Prinzip" ist dementsprechend meiner Meinung nach ein moderner Gesellschaftsroman, der ein sehr wichtiges Thema bearbeitet, das eigentlich aufgrund der aktuellsten Debatten und auch Bedeutung in der Vergangenheit noch zu selten in Romanen vorkommt.

    Dennoch hat das Buch für mich ein kleines Manko und das ist der Spannungsbogen. Greers Desillusionierung in Bezug auf Faith hätte meiner Meinung nach ruhig dramatischer ausfallen können. An der ein oder anderen Stelle gibt es durchaus Dramatik und ergreifende Entwicklungen, diese bleiben jedoch bald wieder auf der Strecke. Ich hatte dahingehend mehr von dem Buch erwartet.

    Insgesamt ist das Buch aber auf jeden Fall lesenswert, wenn man sich vorab bewusst ist, dass es sich nicht um ein sehr spannungsgeladenes oder hoch emotionales Buch handelt. Stattdessen ist es ein Entwicklungs-, Gesellschafts- und Aufklärungsroman, der aufzeigt, dass man nicht hoch politisch oder schon immer engagiert gewesen sein muss, um zu einer*m Aktivist*in zu werden.

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    Konsumfraus avatar
    Konsumfrauvor einem Monat
    Das weibliche Prinzip

    Im Roman „Das weibliche Prinzip“ von Meg Wollitzer streifen wir die Geschichte des amerikanischen Feminismus, allerdings aus heutiger Perspektive betrachtet und wesentlich ruhiger, weniger konfrontativ. Mehrere Hauptpersonen werden episodenhaft auf ihrem Lebensweg zwischen 2010 (und mit Rückblenden in die Zeit davor) und der nahen Zukunft begleitet, so dass wir an ihren persönlichen Entwicklungen Anteil nehmen.


    Die schüchterne Studentin Greer ist voller Bewunderung für die kämpferische Frauenrechtlerin Faith und eifert ihr in ihrem Wunsch, etwas bedeutungsvolles mit ihrem Leben anzufangen, nach. Auch ihre lesbische Kommilitonin Zee möchte etwas sinnvolles tun, ist jedoch gezwungen einen anderen Weg einzuschlagen. Mit Greers Freund Cory, dem scheinbar alle Wege zu einem erfolgreichen Karriereleben offen stehen und der sich nach einem Schicksalsschlag plötzlich neu orientieren muss, wird die Handlung um eine männliche Perspektive erweitert. Obwohl mit Greer, Zee und vor allem Faith viele feministische Sichtweisen zur Rede kommen, empfand ich den Roman nicht als besonders feministisch. Das liegt aber nicht nur an Corys Geschichte – alle Charaktere werden mit grundlegenden menschlichen Themen und Problemen konfrontiert, vor allem aber nach der Sinnhaftigkeit ihres Tuns und Daseins. Auch wenn ich die vielschichtigen Entwicklungen der Personen gerne mit verfolgte, die Gedankenanstöße rund um Freundschaft, Verrat und Vergebung, Idealismus und Machthunger, gerne annahm, fehlte mir jedoch hin und wieder der rote Faden und klare Botschaften.

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    krimielsevor einem Monat
    Kurzmeinung: Sanfter Feminismus, coming-of-age Roman und Amerikanische Familiengeschichten. Lesenswert und gut geschrieben, aber kein absolutes Muss.
    Sanfter Feminismus

    Ein bisschen weichgespült mutet Meg Wolitzers neuestes Buch „Das weibliche Prinzip“ an, nachdem man nach Verlagswerbung und Klappentext eigentlich einen feministischen Roman erwartet. Ich habe das Buch dennoch gerne gelesen, denn die Autorin kann schreiben und verknüpft Amerikanische Familiengeschichte und Coming-of-Age-Roman mit einer Geschichte zur Frauenbewegung, letztere allerdings eher wenig kämpferisch.

    Geer Kadetsky, ein schüchternes Kleinstadt-College-Mädchen und Faith Frank, seit Jahrzehnten eine Ikone der amerikanischen Frauenbewegung, begegnen sich bei einem von Faiths College-Auftritten. Die damals 63jährige Faith besitzt alle Attribute, die Greer gerne hätte: sie ist charismatisch, kämpferisch und unerschrocken. Die unsichere Greer verändert sich durch diese Begegnung und beginnt, sich wichtige Lebensfragen außerhalb ihrer kleinen heilen Welt mit ihrem Freund Cory, den sie seit Kindestagen kennt, zu stellen. Nach ihrem Abschluss bietet Faith Greer einen Job in einem neuen Frauen-Projekt an, Greer zieht nach Brooklyn und verabschiedet sich damit vollends aus ihrem alten Leben und ihren kleinlichen Zukunftsplänen. Viele positive und auch negative Erfahrungen prägen von da an ihren nicht immer leichten Weg, der sie zur Selbsterkenntnis, Einsicht und letztlich wieder zur zufriedenen Gelassenheit führt.

    Meg Wolitzer zeichnet das feministische Erwachen und das Erwachsenwerden der Greer Kadetsky nach, eine Heldin, die sich letztlich versucht selbst zu verwirklichen, aus ihrem kleinen beengten Kreis auszubrechen und statt dessen einen steinigen aber idealistischen Weg einschlägt. Mit vielen Rückschauen und sehr differenzierten Nebenfiguren und Nebenschauplätzen ergibt sich ein unterhaltsames Konstrukt. Interessante Blicke auf die Geschichte der Frauenbewegung, denn auch wenn Faith Frank eine fiktive Figur ist, findet man Entsprechungen in der Frauenbewegung weltweit, und nicht zuletzt aktueller Bezug zu den Machtfragen der Trump-Ära hätten einen wirklich großartigen Roman hervorbringen können, wenn die sprachliche Spritzigkeit der Autorin bei der stellenweise hausbackenen und althergebrachten Übersetzung nicht auf der Strecke geblieben wären und wenn sich Meg Wolitzer nicht weitestgehend auf die kuschelige Gemütlichkeit der weißen weiblichen Mittelschicht beschränkt hätte, die auf Frauen-Konferenzen mit Appetizern in Edelklamotten frisch frisiert die schreckliche Welt ein bisschen zu verbessern versucht.

    So ist es eben ein gut lesbarer, unterhaltsamer Roman, dem aber jeglicher feministischer Kampfgeist fehlt, der die Heldinnen seltsam unproduktiv verharren lässt, da die Frage nach Intersektionalität hinsichtlich wirtschaftlicher, sexistischer und rassistischer Benachteiligung nicht einmal gestellt wird und die statt dessen in Drogenschwadigen Erinnerungen schwelgen. Auch bezüglich Greers Weg dreht sich die Geschichte letzten Endes im Kreis, denn auch sie erhebt, als sie desillusioniert auf unbequeme Wahrheiten stößt, nicht wirklich ihre Stimme, sondern gibt den Stab letztlich nur weiter und zieht sich zurück.

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    La_Stellinas avatar
    La_Stellinavor einem Monat
    Kurzmeinung: Toller Roman über Beziehungen, Überzeugungen und Feminismus.
    Wichtiges Thema - unterhaltsam aufbereitet

    Greer ist durch einen Fehler ihrer Eltern nicht wie gewünscht am Elitecollege gelandet, sondern auf dem Ryland College, fern ihres Freundes Cory mit dem sie eigentlich studieren wollte. Auf dem College kommt es zu einem für die schüchterne und pflichtbewusste Greer zu einem sehr prägenden Zwischenfall mit einem jungen Studenten. 
    Doch der Vorfall wird unter den Tisch gekehrt. Richtig Schwung gewinnt Greers Leben erst als die Feministin Faith Frank einen Gastvortrag am College hält. Jahre später startet Greer ihre Karriere im Unternehmen der Feministin. 

    Der Roman erzählt Greer's Weg vom schüchternen Mädchen, zur emanzipierten, erfolgreichen Frau. Dazwischen liegen einige Ups und Downs und auch bisherige Beziehungen und Überzeugungen werden auf eine harte Probe gestellt. 

    Den Erzählstil der Autorin empfand ich als sehr angenehm. Die einzelnen Kapitel sind gut gegliedert. 
    Das Buch hat mich grundsätzlich gut unterhalten. 

    Natürlich handelt es sich um ein nach wie vor sehr wichtiges und angesagtes Thema - den Hype um das Buch kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. 

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    MotteEnnas avatar
    MotteEnnavor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr theoritsch ohne Aktivismus
    Feminismus oder Erwachsen werden?

    http://buecherregalschaetze.blogspot.com/2018/08/das-weibliche-prinzip-meg-wolitzer.html

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor 3 Monaten
    Feminismus ist ein mega spannendes und wichtiges Thema und das in einem Roman verpackt –das kann ja nur gut werden.
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    Petite_bichevor 3 Monaten
    Ich nehme mir schon länger vor mich mehr mit Feminismus auseinander zu setzen - vielleicht ist das hier das richtige Buch dafür. :)
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    BookfantasyXYs avatar
    BookfantasyXYvor 3 Monaten
    Mich interessiert das Thema Frauenbewegung in dem Roman. Ich erhoffe mir bei dem Roman tiefe Elemente in der Geschichte zum Nachdenken und Anregen für Diskussionen.
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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 3 Monaten
    Meg Wolitzer ist einfach klasse! Ich hoffe ihr neues Buch kommt an "Die Interessanten" heran! ♥
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    S
    SofieWaldenvor 3 Monaten
    Eine junge Frau sucht ihren Weg in die Welt und durch die Welt hindurch, zu ihrem eigenen 'selbstbestimmtem und selbstbewusstem' Ich.
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