Meg Wolitzer Die Ehefrau

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Inhaltsangabe zu „Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer

Joan Castleman hat ihrem Mann alles geopfert – sogar ihr Talent. Sie führt ein Leben in zweiter Reihe, ein Leben als Mutter und Muse. Sie ist die Frau des berühmten Schriftstellers Joe Castleman. Einst war er ihr Dozent für Kreatives Schreiben und sie seine begabteste Studentin. Ihm zuliebe hat sie ihre Karriere aufgegeben. Nun, Jahre später, steht Joe vor der Krönung der seinen: Ihm soll der renommierte Helsinki-Preis verliehen werden. Für Joan ist das der Anlass, während des langen Fluges zur Preisverleihung ihre Ehe zu rekapitulieren. Sie nimmt den Leser mit an den Anfang der Beziehung ins Amerika der Fünfzigerjahre – und führt ihn in die literarischen Zirkel der Achtzigerjahre. Vor allem aber hinterfragt sie ihre Rolle als Ehefrau, in der sie Joe hassen gelernt hat – nicht nur seiner zahlreichen Seitensprünge wegen. Die eigentliche Demütigung ist ganz anderer Natur … Mit hintergründigem Witz entwickelt Meg Wolitzer die Psychologie einer zerrütteten Ehe mit einem meisterhaften Gespür für die Abgründe, die in ganz alltäglichen zwischenmenschlichen Beziehungen liegen.

Nach wenigen Startschwierigkeiten eine facettenreiche Geschichte, toll erzählt. Hat mir gut gefallen

— MissRichardParker
MissRichardParker

Erst etwas schwer reingekommen, aber dann wie im Rausch gelesen. Sprachlich großartige Literatur!

— eulenmatz
eulenmatz

Das beste Buch von Meg Wolitzer bisher. Aber immer noch neigt sie dazu, abzuschweifen oder sich zu wiederholen.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

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    Die Ehefrau
    dominona

    dominona

    10. August 2017 um 15:43

    Die Ehe kann kompliziert sein und eine mit einem erfolgreichen Schriftsteller ist es anscheinend noch viel eher. Wir begleiten eine Frau, die auf eine Ehe zurückblickt und den Entschluss gefasst hat, sich scheiden zu lassen.Während des Rückblicks ist sie oft zynisch, aber immer ehrlich und man merkt, dass da Liebe ist, gerade weil es nicht sie selbst ist, die im Mittelpunkt steht, sondern ihr ach so toller Ehemann, obwohl man der Frau mehr Beachtung schenken sollte. Das Buch hat mich manchmal schmunzeln lassen, aber alles in allem war abzusehen, was das Ganze werden soll, nur am Schluss war ich kurz überrascht.

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  • Die Ehefrau

    Die Ehefrau
    Minoo

    Minoo

    11. April 2017 um 15:28

    "Die Ehefrau" beschreibt das Leben der ca. 60-jährigen Joan Castleman. Ein Leben, das durch Verzicht und Zurückstecken gekennzeichnet ist. "Die Ehefrau" ist ein feministischer Roman und zeigt die Ehe, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten (teilweise auch heute noch) verstanden und gelebt wurde. Hierbei schiebt die Autorin nicht dem "bösen Ehemann" die Schuld in die Schuhe, sondern zeigt viel mehr auf, wie Passivität das eigene Leben beeinflussen kann. Denn Joan ist in Bezug auf sich selbst passiv, nachdem sie Joseph kennenlernte. Sie war eine junge Studentin mit einem großen schriftstellerischem Talent und eigenen Träumen. Joseph war ihr Professor, verheiratet und Vater einer Tochter. Sein Schreiben war eher schlecht als recht. Als Joan seinen ersten Text las, war sie enttäuscht. Zu konstruiert in der Handlung, zu hölzerne Charaktere. Und doch unterstützt sie ihn, redet ihm gut zu. Und schläft trotz ihrer eigenen Wertvorstellungen mit ihm, dem verheirateten Mann. Als Joseph sich von seiner Frau trennt und Joan heiratet, steckt Joan immer mehr zurück. Sie begleitet ihn auf all seinen Reisen, ist für ihn da, wenn er entmutigt ist, akzeptiert seine Seitensprünge. Doch wann ist er für sie da, wenn sie ihn braucht? Und was bestimmt eigentlich ihr Leben abgesehen von ihrem Mann und ihren Kindern? Der Titel des Buches "Die Ehefrau" bekommt während dem Lesen eine immer größere Bedeutung. Mit der Heirat verschwindet immer mehr von Joan und irgendwann ist sie nur noch "die Ehefrau". Die Handlung selbst ist weder mitreißend noch hochspannend. Das Thema an sich dafür umso mehr. Was bewegt eine Frau dazu sich dermaßen unterzuordnen? Welcher Mann nimmt eine Frau so sehr in Anspruch und merkt nicht, dass er damit dafür sorgt, dass sie sich selbst verliert? Die Fragen, die dieses Buch aufwirft, sind unglaublich wichtig. Durch die authentischen und vielschichtigen Charaktere habe ich mich keine Sekunde gelangweilt. Der Schreibstil von Meg Wolitzer ist sehr beschreibend und treffsicher in der Wortwahl. Sie ist eine der Autorinnen, bei welchen der Schreibstil heraussticht, bei welchem man sofort merkt "DAS ist Meg Wolitzer" und sich wünscht, selbst so schreiben zu können. Die Stimme und Tonlage der Hörbuchsprecherin Gabriele Blum waren passend und angenehm. Fazit: Ein nachdenklich machendes Buch, mit authentischen Charakteren und wichtigen Fragen.

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  • Eine toll erzählte Geschichte

    Die Ehefrau
    MissRichardParker

    MissRichardParker

    17. January 2017 um 10:24

    Joan Castleman ist die Ehefrau des berühmten Schriftsteller Joe Castleman. Ihm und seiner Karriere zuliebe hat sie alles geopfert. Nun, auf einem langen Flug von New York nach Finnland, entscheidet Sie sich, der Ehe ein Ende zu setzen und sich von Joe scheiden zu lassen. Vorher aber nimmt Sie den Leser mit zum Anfang Ihrer Beziehung...Klingt erst mal banal und etwas langweilig. Ist es aber bei weitem nicht. Ich hatte zwar ein paar Startschwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden, dann aber, konnte ich kaum noch zu lesen aufhören. Meg Wolitzer schreibt witzig, klug und packend und ich konnte die Ehe praktisch vor mir sehen, habe mitgelitten und mitgefiebert.Ein ganz toll geschriebenes und erzähltes Buch welches ich nur empfehlen kann! 

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  • Großartige Literatur

    Die Ehefrau
    eulenmatz

    eulenmatz

    11. January 2017 um 15:20

    INHALT: Joan Castleman hat ihrem Mann alles geopfert – sogar ihr Talent. Sie führt ein Leben in zweiter Reihe, ein Leben als Mutter und Muse. Sie ist die Frau des berühmten Schriftstellers Joe Castleman. Einst war er ihr Dozent für Kreatives Schreiben und sie seine begabteste Studentin. Ihm zuliebe hat sie ihre Karriere aufgegeben. Nun, Jahre später, steht Joe vor der Krönung der seinen: Ihm soll der renommierte Helsinki-Preis verliehen werden. Für Joan ist das der Anlass, während des langen Fluges zur Preisverleihung ihre Ehe zu rekapitulieren. Sie nimmt den Leser mit an den Anfang der Beziehung ins Amerika der Fünfzigerjahre – und führt ihn in die literarischen Zirkel der Achtzigerjahre. Vor allem aber hinterfragt sie ihre Rolle als Ehefrau, in der sie Joe hassen gelernt hat – nicht nur seiner zahlreichen Seitensprünge wegen. Die eigentliche Demütigung ist ganz anderer Natur … MEINUNG: Der Einstieg in den Roman gelang mir nicht ganz so leicht, was aber normal ist, wenn man ein anspruchsvolleres Buch liest, fernab der ganzen Jugendbücher etc. Meg Wolitzer bedient sich außerdem gerne und oft an wahren Bandwurmsätzen, die über mehreren Zeilen gehen. Der Roman enthältweiterhin nur sehr wenig wörtliche Rede, aber nach gut 50 Seiten war ich drin und völlig gefesselt. Die Verleihung des Helsinki-Preises stellt die Rahmenhandlung des Romans dar, in die Meg Wolitzer ganz geschickt verschiedene Rückblenden und Schlüsselszenen aus der Vergangenheit eingeflochten hat. Mit diesen Szenen kann man sich ein Bild machen, wie Joe und Joan zusammen gekommen sind, wie ihre Ehe verlaufen ist und wie es dazu gekommen ist, dass Joan den Entschluss gefasst hat, Joe zu verlassen. Die Rückblenden nehmen dabei den größten Teil des Romans ein und diese fand ich auch am interessantesten, weil sie mit so viel Liebe zur Sprache und Humor, der an Satire grenzt, ausgearbeitet worden sind. Der Roman wird ausschließlich aus der Sicht von Joan erzählt, aber diese erweist sich als sehr aufmerksame, kluge Beobachterin, die viel Details ihrer Ehe und ihres Alltags sehr ironisch widergibt. Dem aufmerksamen Leser beschleicht im Laufe des Lesens eine gewisse Diskrepanz, auf die ich nicht näher eingehen möchte, die zu einem Verdacht führt, der sich dann als erwiesen rausstellt. Dies führt dazu Joan nochmals in einem anderen Licht zu sehen und führt bei mir auch zu einer gewissen Fassungslosigkeit und einem Unverständnis, aber natürlich messe ich das an den Maßstäben meiner Zeit und meiner Generation. Heute wäre Joans Geschichte unter Umständen anders verlaufen, aber man muss ihr Verhalten im Kontext der Zeit betrachten. Aus diesem Grund hat der Roman auch starke feministische Züge und wirft immer wieder unterschwellig Kritik an der Rolle der Frau zu dieser Zeit auf. Damit ist Die Ehefrau nicht nur die Geschichte einer Ehe, sondern auch ein Gesellschaftsroman. Dies war mein erster Roman von Meg Wolitzer und es soll nicht der letzte gewesen sein. FAZIT: Das doch relativ schmale Buch schafft es mich restlos zu begeistern und ich habe nach anfänglichen Schwierigkeiten wie im Rausch gelesen. Der Roman zeichnet nicht nur das Bild einer Ehe mit einem berühmten Schriftsteller, sondern stellt gleichzeitig ein Zeugnis der 1950er und 1980er Jahre dar sowie einen Einblick in die Community von Schriftsteller dieser Zeit. Ich persönlich konnte Joans Reaktion zum Schluss nicht ganz verstehen, aber im Rahmen ihrer Person und ihrer Ehe mit Joe war nichts anderes zu erwarten und gibt dem Roman ein stimmiges Ende. Absolute Leseempfehlung. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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  • Leichtfüßig und mit viel satirischem Witz erzählt

    Die Ehefrau
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    12. November 2016 um 11:41

    Meg Wolitzer ist eine in den USA sehr bekannte Schriftstellerin, die im Jahr 2013 mit ihrem Roman „Die Interessanten“ auch in Deutschland einem größeren Publikum bekannt geworden ist. Dies hat dazu geführt, dass Dumont nun einen Roman von ihr nachlegt, der in den USA schon im Jahr 2003 erschienen ist und in dem die Feministin Meg Wolitzer in einer spannenden und frei von jedem moralischen oder politisch-korrekten Impetus die Geschichte eines berühmten Schriftstellers und seiner nicht minder literarisch-begabten Frau erzählt.Ich-Erzählerin ist Joan Castleman, die ihrem Mann Joe als dessen Studentin kennengelernt und wegen der er seine erste Frau verlassen hat. Auf dem Flug nach Helsinki – dort soll Joe Castleman ein  großer Literaturpreis verliehen werden auf den er schon jahrelang gewartet hat – beschließt Joan, ihren Mann zu verlassen. Sie erträgt seine sexuellen Abenteuer nicht mehr und hat lange genug ihre eigenen Bedürfnisse und auch ihre schriftstellerischen Ansprüche zurückgestellt um seinem Erfolg nicht im Weg zu stehen.Schon auf dem Hinflug und dann in Helsinki, denkt sie in Rückblicken, in denen sie ihre gesamte Geschichte mit Joe Castleman beschreibt, über ihr Leben nach.  Es geht um Ruhm und Erfolg, ihr Leben als Frau und Mutter. Und immer wieder auch um den Literaturbetrieb und viele andere Schriftsteller. Und um einen langjährigen Bewunderer von Joe,  Nathaniel Bone, der unbedingt dessen Biographie schreiben will.Der Roman ist spannend aufgebaut und der Leser wartet bis zum überraschenden Ende auf eine Auflösung des Geheimnisses der Beziehung zwischen Joan und Joe, das er schon bald nach Beginn seiner überaus unterhaltsamen Lektüre vermutet, aber keine Anhaltspunkte findet.Leichtfüßig und mit viel satirischem Witz erzählt Meg Wolitzer von Frauen, die ihre eigene Energie und Kreativität in die Karrieren ihrer Männer stecken und dabei unglücklich werden.

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  • "Ich hatte schon immer Angst davor, klein und gewöhnlich zu sein."

    Die Ehefrau
    R_Manthey

    R_Manthey

    16. October 2016 um 18:32

    Joan Castleman, Ehefrau des berühmten Schriftstellers Joe Castleman, konnte sich schon als kleines Mädchen nicht mit der Vorstellung abfinden, im späteren Leben klein und gewöhnlich zu bleiben. Doch manchmal tritt genau das ein, wovor man sich am meisten fürchtet. Joe erreicht gerade den Zenit seiner Berühmtheit, während Joan nur seine Frau geblieben ist. Im Flieger nach Helsinki, wo ihr Mann mit einem bedeutenden Preis geehrt werden soll, beschließt sie ihre Ehe zu beenden. Ausgerechnet jetzt und mehr als vierzig Jahre zu spät. Ihre Beziehung beginnt in den 1950er Jahren. Joe arbeitet als Lektor an einem College, ist verheiratet und gerade Vater geworden. Joan besucht seine Seminare und liest die frühen Ausflüsse seines beschränkten Schreibtalents. Weil Joe unter Liebesentzug leidet, beginnt bald eine Beziehung zwischen den beiden, die mit seiner Entlassung und Joans Flucht vom College endet. Dem Leser entfaltet Joan die Geschichte dieser Beziehung. Was steht nicht alles auf dem Cover dieses Buches: irrsinnig witzig und tief berührend, bitterböse und zugleich extrem komisch und mit einem Gespür für die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen. Von großer Leichtfüßigkeit und satirischem Können ist die Rede. Es mag sein, dass manche Menschen dieses Buch tatsächlich so empfinden oder empfinden wollen. Vielleicht hat ja jeder seine Wahrheit. Mir fiel jedenfalls beim Lesen bald auf, dass irgendetwas in dieser Geschichte nicht stimmt. Abgesehen davon empfand ich sie weder als irrsinnig witzig, noch als tief berührend. Berührt hätte sie, wenn einem von Anbeginn an reiner Wein eingeschenkt worden wäre. Doch stattdessen erzählt Joan ihre Geschichte ohne dass man wirklich begreifen kann, was denn nun eigentlich zwischen ihr und Joe nicht stimmt. Man erfährt, dass Joan selbst gut schreiben konnte, dies aber für ihren Mann und spätere Kinder aufgegeben hätte. Mehr offenbart Joan zunächst nicht. Und überhaupt: Bei allem, was sie über die vielen Jahre schreibt, bleibt ein merkwürdiges Gefühl des Unbeteiligtseins. Es scheint immer so, als wäre sie nur Beobachterin und Protokollantin. Über die Ansichten ihrer Tochter zur Ehe schreibt Joan: "Sie wusste nichts von jener Subkultur der Frauen, die einfach dablieben, Frauen, die ihre Loyalität nicht logisch erklären konnten, die sich festklammerten, weil es das Verhalten war, das ihnen am vertrautesten war, mit dem sie sich am wohlsten fühlten. Sie begriff den Luxus des Bekannten nicht: dasselbe Stück Rücken, das unter der Bettdecke hervorragte, das Haarbüschel, das aus dem Ohr wuchs. Der Ehemann. Eine Figur, zu der es einen nie hinzog, die einen emotional kaum berührte, neben der man einfach herlebte, ..." Doch Joan hatte Joe einmal geliebt. Nun ist es offenbar nicht mehr so, und das Stück Film dazwischen wird falsch erzählt. Quälend falsch, wenn man es denn merkt. So falsch, dass ich mich mehrmals gefragt habe, worum es hier eigentlich geht. Das eigentliche Drama enthüllt sich erst auf den letzten paar Seiten. Dann erst bekommen die diffusen Schuldzuweisungen und die nebulösen Andeutungen einen Sinn. Ohne Zweifel fasziniert die präzise Sprache, mit der Meg Wolitzer ihre Geschichte erzählt. Leider aber steht sie in einem erheblichen Kontrast zu ihrer Verschleierungstaktik, die dem Leser die Sicht auf das tatsächliche Geschehen fortwährend versperrt. Wenn man jedoch erst am Ende überrascht wird und erst dann merkt, dass mit dieser bisher erzählten Geschichte etwas nicht gestimmt hat, dass die Wunde konkret ist und nicht in einer irgendwie gearteten und mehr oder weniger gewöhnlichen Abnutzung in einer Ehe besteht, dann kann man vielleicht auch in die Begeisterungsstürme verfallen, die man auf dem Cover dargeboten bekommt. Es verwundert auch nicht, dass manche Leser dieses Buch als feministisch empfinden. Aber auch das ist ein recht subjektiver Blickwinkel. Denn um wirklich feministisch zu sein, hätte die Geschichte vielmehr auf den Zeitgeist und auf konkrete Phänomene eingehen müssen. Doch dies spielt alles keine wirkliche Rolle. Und schließlich erklärt Wolitzer die Geschichte auch selbst nicht so. Sie verharrt immer im Subjektiven, im logisch nicht erklärbaren Verhalten von Joan. Was bleibt? Ein sehr gut geschriebenes Buch mit einer über weite Strecken nicht vollständig erzählten Geschichte, deren eigentliche Konstruktion sich erst am Ende enthüllt.

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