Vom Ende an

von Megan Hunter 
3,6 Sterne bei74 Bewertungen
Vom Ende an
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (40):
Orishas avatar

Ein unaufgeregter Roman über eine Naturkatastrophe, die sich um die Ecke abspielt. Lesenswert.

Kritisch (13):
Ashimauss avatar

Mir war es leider etwas zu oberflächlich. Die Mutter-Kind-Beziehung steht klar im Vordergrund, jedoch fehlt es von vorne bis hinten an Tiefe

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Inhaltsangabe zu "Vom Ende an"

Eine Frau, die Erzählerin, bekommt ihr erstes Kind. Gleichzeitig sucht eine gewaltige Naturkatastrophe das Land heim. Eine Flut überschwemmt weite Teile Englands, Feuer brechen aus. Die Frau und ihr Gefährte müssen mit ihrem kleinen Sohn den Ort verlassen, Zuflucht suchen, sich auf eine Insel flüchten. Die kleine Familie wird getrennt. Der Schrecken eines sich steigernden Umweltdramas und die Intimität und das Glück einer Mutter-Kind-Liebe entfalten sich parallel. Mit den Augen eines Neugeborenen wird eine Welt entdeckt, die sich zugleich womöglich zu verabschieden droht. Lyrisch und lakonisch, durchsetzt mit Passagen, die sich wie Bibelzitate lesen, von archaischer Wucht und poetischer Zartheit, klug, komisch, dann wieder wie in Stein gemeißelt - einen solchen Text hat man lange nicht mehr zu lesen bekommen. Wie ein weibliches Gegenstück zu Cormac McCarthys "Die Straße", gleichzeitig beklemmend wahrscheinlich und doch von geschichtsloser Wahrheit, präzise und schön - hier ist eine neue Autorin zu entdecken!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406705076
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:96 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:18.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Orishas avatar
    Orishavor 4 Stunden
    Kurzmeinung: Ein unaufgeregter Roman über eine Naturkatastrophe, die sich um die Ecke abspielt. Lesenswert.
    Eine Naturkatastrophe, die nicht mal mehr so weit entfernt scheint...

    London, England, Großbritannien werden von einer Flut heimgesucht. Eine Flut, die alles verschlingt: Häuser, das Hab und Gut ihrer Bewohner, ganze Leben. Menschen müssen fliehen, sammeln sich in Lagern, kommen nicht zurück, verschwinden auf dem Weg zum Einkauf. In dieser Welt bringt die junge Hauptprotagonistin ihren Sohn Z zur Welt und fortan muss sie sich um sich und seine Sicherheit kümmern. Immer an ihrer Seite ist R., der Vater. Doch eines Tages werden die beiden voneinander getrennt.

    Megan Hunters Roman habe ich verschlungen. Zum einen weil er so kurzweilig aufgebaut ist - kurze, knappe Kapitel - die alles sagen, was gesagt werden muss (selbst die Vornamen der Protagonisten werden nur noch im dem ersten Buchstaben angedeutet), zum anderen kreiert Hunter eine Atmosphäre, die ruhig und bedrohlich zugleich wirkt. Ganz unaufgeregt erzählt sie die Geschichte einer Naturkatastrophe, die mal nicht fern ab von Europa, sondern in Großbritannien spielt und damit schafft sie eine Nähe, die zumindest bei mir gewirkt hat.

    Fazit: Ein unaufgeregter Roman über eine Naturkatastrophe, die sich um die Ecke abspielt. Lesenswert.

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    AenHens avatar
    AenHenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Das apokalyptisch-dystopische Szenario zieht den Leser schnell und nachhaltig in seinen Bann.
    Reduktion auf das Wesentliche

    Die Berechnungen waren falsch. Das Wasser steigt, und zwar viel schneller als erwartet. Eine Flutkatastrophe biblischen Ausmaßes trifft Großbritannien? Westeuropa? Die Welt? – dies ist nicht näher bestimmt, genau so wenig, wann die Ereignisses stattfinden, doch scheint es eine nicht allzu ferne Zukunft zu sein. Weite Teile des Landes werden unbewohnbar, nur höher gelegene Regionen bieten Zuflucht. Große Wanderungsbewegungen setzen ein, fordern Opfer im Chaos und in Auseinandersetzungen. Die Erzählerin verlässt mit ihrem Mann das dem Untergang geweihte London und bringt zu Beginn der Katastrophe einen Sohn zur Welt. Zunächst sucht man Schutz bei den Schwiegereltern, später in Flüchtlingsunterkünften, bis irgendwann auf ihrer Flucht gen Norden nur noch sie und ihr Kind, Z, übriggeblieben sind und sie Teil einer neuen Gruppe wird. In kurzen Abschnitten schildert sie nüchtern berichtend von den Ereignissen. Ihrer Angst, den Verlusten, Menschen, die sie trifft, ihrer Liebe und Fürsorge für Z, sein Aussehen, sein Verhalten.

    Wenn das Wasser steigt, wenn es ums Überleben geht, dann hat man keine Zeit zu schreiben. Das Leben reduziert sich auf genau das: (über)leben. Es findet eine Reduktion statt auf das Wesentliche. Sehr drastisch wird das in der Verwendung von Buchstaben statt Namen verdeutlicht. Das reicht. Mehr ist nicht nötig. Die kurzen Abschnitte, oft nur ein Satz der Erzählerin wirken wie Schlaglichter oder Gedankenfetzen, Schnappschüsse und beinhalten doch alles, was es zu sagen gibt über Angst, Einsamkeit, Bedrohung, Gefahr, Freundschaft und Liebe. Und obwohl kein Erzählfluss im herkömmlichen Sinn entsteht, wird etwas anderes kreiert: ein Sog, eine Dringlichkeit, eine Verknappung, eine hohe Lesegeschwindigkeit des Lesers, natürlich auch bedingt durch die geringe Nettotextmenge, man rauscht nur so hindurch durch die Ereignisse eines guten Jahres. Der Text ist oft voller Symbolik, oft dient Z als Transporteur der aktuellen Lage um ihn herum, er dient als Zeitmesser, geboren am Anfang der Flut spiegelt seine Entwicklung in seinem ersten Lebensjahr auch deren Verlauf. Als er „auf die Füße kommt“, scheint es auch das Land zu tun. Die Zitate aus Kreationsmythen verschiedener Religionen und Kulturen fügen sich unglaublich passend in den Text ein, es würde sich vielleicht sogar lohnen, das Buch noch einmal durchzugehen und nur die kursiv gesetzten Stellen zu lesen. Mal wieder finde ich den englischen Titel einen Hauch besser als den deutschen, ich finde, er transportiert die Botschaft noch einen Tick besser, bin aber ansonsten überzeugt, eine großartige Übersetzung gelesen zu haben.

    Das ist keine Unterhaltungsliteratur, sondern Literatur. Das Buch hat mich sehr fasziniert und ich bin äußerst gespannt auf Cormack McCarthys „Die Straße“, welches ich nach den Vergleichen auf dem Buchumschlag gleich auf meine Wunschliste gesetzt habe. Das apokalyptisch-dystopische Szenario zieht den Leser schnell und nachhaltig in seinen Bann.

    Wäre ich Oberstufen-Deutschlehrer, ich würde frohlocken und versuchen, bei nächster Gelegenheit meine Kurse mit der entsprechenden Lektüre zu beglücken. Interpretationsansätze und Analyseansätze noch und nöcher inklusive zahlloser Transfermöglichkeiten für ökologische, ökonomische und globalpolitische Vergleiche mit realen Ereignissen. Liest sich trotzdem nicht wie eine klassische Schullektüre. Großartig!

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    Galladans avatar
    Galladanvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Es war nicht meins bis ich merkte, dass es mich zum Nachdenken, Umdenken brachte.
    Man muss sich darauf einlassen

    Vom Ende an von Megan Hunter, erschienen im C.H.Beck Verlag am 25. Mai 2017.

    England wird von einer Flut unbewohnbar gemacht. Die Bewohner müssen fliehen. Erzählt wird aus Sicht einer Frau die gerade einen Jungen entbunden hat als die Katastrophe über England einbricht. Sie und ihr Mann machen sich auf den Weg und werden im eigenen Land zu Flüchtlingen.

    Ich empfand den Anfang des Buches als sehr verstörend. Ich wusste erst nicht wirklich was damit an zu fangen bis ich mich auf dieses wortgewaltige Buch wirklich eingelassen habe. Es hatte so lange an meinem Ärmel gezupft, bis ich mich in die Situation dieser Mutter hineinversetzt habe. Die Charaktere in diesem Buch erhalten keine Personalisierung, nicht mal einen Namen. Irgendwann merkte ich dann auch, dass dieses Buch überall spielen könnte und die fehlenden Namen kann jeder mit Namen aus verschiedenen Kulturkreisen ersetzen.

    Sehr poetisch beschreibt die Ich-Erzählerin die Flucht und das Verständnis für den Vater des Kindes, erzählt vom Lagerleben, und der engen Beziehung zwischen ihr und dem neu geborenen Kind. Eine Geschichte die gerade hundertausendfach auf dieser Welt stattfindet, in wunderbaren Worten eindringlich erzählt.

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    Emotionens avatar
    Emotionenvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht so ganz meines ...
    Das Ende der Welt scheint nahe ...

    "Vom Ende an" ist das erste Buch von Megan Hunter, das ich im Zuge des Literatursalons gelesen habe.


    Inhalt
    Eine Frau, die Erzählerin, bekommt ihr erstes Kind. Gleichzeitig sucht eine gewaltige Naturkatastrophe das Land heim. Eine Flut überschwemmt weite Teile Englands, Feuer brechen aus. Die Frau und ihr Gefährte müssen mit ihrem kleinen Sohn den Ort verlassen, Zuflucht suchen, sich auf eine Insel flüchten. Die kleine Familie wird getrennt. Der Schrecken eines sich steigernden Umweltdramas und die Intimität und das Glück einer Mutter-Kind-Liebe entfalten sich parallel. Mit den Augen eines Neugeborenen wird eine Welt entdeckt, die sich zugleich womöglich zu verabschieden droht.

    Die Inhaltsangabe war total spannend, allerdings hätte ich vielleicht eine Leseprobe zu Rate ziehen sollen, denn ich war auf die Form des Buches nicht wirklich  vorbereitet. Dadurch, dass das Buch vom Umfang her ja eher minimalistisch ist, war es meiner Meinung nach schwer, gefesselt zu werden.


    Charaktere
    Mit den Charakteren tat ich mich auch etwas schwer. Da das Buch ja eher in einer lyrischen Form geschrieben ist, war es für mich schwer zu den Charakteren eine persönliche Beziehung aufzubauen. Ich kam nicht wirklich an die handelnden Personen heran, was ich sehr schade fand. Von der Idee her hätte die Geschichte bestimmt sehr viel Potenzial gehabt, das leider verschenkt wurde. Mir hat der Zugang zu den Charakteren total gefehlt.




    Schreibstil
    Ich möchte nur ungern über den Schreibstil der Autorin herziehen, vor allem, da es ja im Grunde meine Schuld ist, dass ich mich genauer über das Format des Buches informiert habe. Ich dachte ich gehe an einen "normalen" Roman heran, dem war aber nicht so. Der Schreibstil der Autorin ist sehr lyrisch, allerdings steht er aus meiner Sicht der Handlung im Weg. Wer auf diese Form steht, wird dem Buch sicher seine Freude habe, ich wurde allerdings nicht ganz warm damit und kann daher keine berauschende Anzahl an Sternen vergeben.


    Fazit
    Ein Buch, an das ich mit falschen Erwartungen heran gegangen bin und das mich dadurch enttäuscht. Ich hatte den Eindruck, dass viel Potenzial nicht ganz genutzt wurde. Die Geschichte an sich fand ich inhaltlich jedoch nicht schlecht, nur die Umsetzung hat mir nicht so ganz gefallen. Von mir gibt es zwei von fünf Sternen.

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    DamlaBuluts avatar
    DamlaBulutvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Man muss ihn nicht gelesen haben aber es würde einem auch nicht schaden, einen kurzen Blick hineinzuwerfen.
    Ein außergewöhnlicher Literaturschatz

    Inhalt
    Eine Frau, die Erzählerin, bekommt ihr erstes Kind. Gleichzeitig sucht eine gewaltige Naturkatastrophe das Land heim. Eine Flut überschwemmt weite Teile Englands, Feuer brechen aus. Die Frau und ihr Gefährte müssen mit ihrem kleinen Sohn den Ort verlassen, Zuflucht suchen, sich auf eine Insel flüchten. Die kleine Familie wird getrennt. Der Schrecken eines sich steigernden Umweltdramas und die Intimität und das Glück einer Mutter-Kind-Liebe entfalten sich parallel. Mit den Augen eines Neugeborenen wird eine Welt entdeckt, die sich zugleich womöglich zu verabschieden droht. Lyrisch und lakonisch, durchsetzt mit Passagen, die sich wie Bibelzitate lesen, von archaischer Wucht und poetischer Zartheit, klug, komisch, dann wieder wie in Stein gemeißelt

    Meinung
    Eigentlich ein großartiges Buch.
    auf sprachlicher Ebene ist dieses Buch ein Schatz für alle Literaturliebhaber. Dennoch muss ich eine Sache bemängeln...
    Mir fiel es teilweise sehr schwer, die einzelnen Gedankenfetzen vom restlichen Geschehen zu unterscheiden.
    Die religiösen Zitate jedoch haben mich teilweise ziemlich fasziniert. Außerdem fiel es mir mit Hilfe dieser Zitate etwas leichter, mich in die Gefühlslage der Protagonistin hineinzuversetzen.

    Fazit
    Alles in einem ist dieses Buch ein außergewöhnlicher Literaturschatz.
    Man muss ihn nicht gelesen haben aber es würde einem auch nicht schaden, einen kurzen Blick hineinzuwerfen.

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    bugfishlys avatar
    bugfishlyvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Schreibstil gewöhnungsbedürftig. Geschichte selbst = imho leider ziemliches Larifari.
    Unschlüssig

    Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Der gewöhnungsbedürftige Schreibstil gefiel mir nach anfänglichen Schwierigkeiten doch recht gut. So richtig warm wurde ich mit der Geschichte allerdings leider nicht. Trotzdem genoss ich die Bilder und Atmosphäre, die mir Frau Hunter in den Kopf zauberte. Ich würde diesem Buch trotz allem eine Chance geben, vor allem da es ja doch sehr kurz und schnell zu lesen ist.

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    SteffiSteffs avatar
    SteffiSteffvor einem Jahr
    Unwirklich, distanziert, farblos.. Konnte mich nicht überzeugen

    Worum geht’s:

    Eine Naturkatastrophe sucht England heim und die Menschen versuchen vor der Flut zu flüchten. Auf der Flucht bekommt eine Frau ihr erstes Kind und baut eine innige Beziehung zu ihrem Sohn auf.

    Charaktere:

    Der Name der Hauptperson wird nie genannt und die anderen Charaktere werden nur mit dem ersten Buchstaben des Vornamens benannt. Es fiel mir allgemein schwer zu den Personen eine Verbindung aufzubauen.

    Stil:

    Die Geschichte ist nicht in einer üblichen Erzählform geschrieben, es erinnert eher an ein Protokoll, das aus Sicht der Hauptperson geschrieben wurde. Dabei werden die Ereignisse nicht in der zeitlichen Abfolge aufgezählt, sondern es gibt immer wieder Zeitsprünge in die Vergangenheit. Zudem werden zwischendurch immer wieder Bibelstellen (oder sonstige mythologische Texte) zitiert. Durch den speziellen Stil fiel es mir schwer die Szenerie richtig vorzustellen. Ich konnte dadurch keine richtige Verbindung zu der Geschichte finden.

    Fazit:

    Eine interessante Leseerfahrung aber absolut nicht mein Fall. Durch die Erzählweise wirkte die Geschichte auf mich distanziert und farblos, irgendwie unwirklich.

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    KerstinThs avatar
    KerstinThvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nette Novelle. Lyrisch angehaucht. Konnte mich aber nicht überzeugen.
    Nette Novelle – ausbaufähig

    In England steht eine große Flut bevor. Währenddessen bekommt die Erzählerin, deren Namen man nicht kennt, ein Kind. Dieses muss sie nun auf der Flucht großziehen. Dabei muss sie immer wieder auf ihr nahestehende und sie liebende Menschen verzichten.

    Bei diesem Buch handelt es sich um eine Novelle. Sie ist in einem sehr lyrischen Schreibstil geschrieben und sehr bildlich. So konnte man sich als Leser ein Bild von der Situation machen und hat selbst die Wassermassen gesehen. Zwischen der eigentlichen Handlung gibt es immer wieder Zitate aus der Mythologie und Religion, zum Beispiel aus der Geschichte Arche Noah.

    Die Geschichte wird in der Ich-Form erzählt. Die Erzählerin verwendet leider keine Namen, sondern nur die Anfangsbuchstaben der Namen. So wird es etwas verwirrend wer noch mal N, wer R und wer O ist. Außerdem schafften diese Buchstaben eine gewisse Distanz zu den Personen. So dass ich mir von keinem einzigen Charakter ein Bild machen konnte und mich schon gar nicht in ihn hineinversetzten konnte. Des Weiteren gibt es einige Zeitsprünge, so dass manche Aussagen sich auf eine jahrealte Handlung beziehen und die nächste Aussage wieder aktuell ist.

    Einen tieferen Sinn konnte ich in dieser Novelle leider nicht entdecken. Da mich auch die kurzen Aussagen, die die Handlungen gestaltet haben, nicht so richtig angesprochen haben, vergebe ich leider nur zwei von fünf Sternen. Ich hatte mit eine bessere und in sich schlüssigere Geschichte vorgestellt. Irgendwie machte die ganze Geschichte einen sehr fiktiven und unrealistischen Eindruck. Die Flut war einfach zu groß. Es wirkte als wäre ganz England versunken. Es gab keine Erklärungen zu dieser Naturkatastrophe, nichts. Es war leider nicht meins.

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    LadyIceTeas avatar
    LadyIceTeavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wow. Dieses Buch ist ungewöhnlich aber wirklich ein unglaublich gutes Buch. So wenig Worte vermögen eine solche Atmosphäre zu schaffen.Mega!
    Unglaublich faszinierend


    Eine Frau, die Erzählerin, bekommt ihr erstes Kind. Gleichzeitig sucht eine gewaltige Naturkatastrophe das Land heim. Eine Flut überschwemmt weite Teile Englands, Feuer brechen aus. Die Frau und ihr Gefährte müssen mit ihrem kleinen Sohn den Ort verlassen, Zuflucht suchen, sich auf eine Insel flüchten. Die kleine Familie wird getrennt. Der Schrecken eines sich steigernden Umweltdramas und die Intimität und das Glück einer Mutter-Kind-Liebe entfalten sich parallel. 

    Zu diesem Buch ist mir keine eigene Beschreibung eingefallen. Zu schwer fällt es mir die passenden Worte zu finden.
    Als ich das Buch nach der letzten Seite zugeklappt habe, war mein erster Gedanke „wow!“. Ich habe noch nie ein solches Buch gelesen und bin wirklich begeistert.
    Objektiv betrachtet, enthält das Buch nicht viele Seiten und durch die große Schrift und die vielen Absätze wohl auch nicht viel Text. Doch mit diesen kurz gehaltenen Sätzen, dieser tagebuchartigen Erzählweise und dieser sich immer weiterentwickelnden Geschichte, wird so viel übermittelt und erzählt.
    Ich habe am Ende noch einmal die einzelnen Kapitel durchgeblättert und war überrascht wie kurz sie waren und wieviel trotzdem in ihnen passiert ist.
    Der Autorin ist es gelungen, mit knappen Sätzen und treffsicheren Worten eine Atmosphäre zu schaffen und eine ganze Handlung zu erzählen, mit der ich nicht gerechnet habe.
    Ich glaube, es gab keinen einzigen Moment an dem ich mir mal eine Situation nicht vorstellen konnte oder nicht ganz von der Erzählung gefangen war.
    Dieses kleine, kurze Buch hat mich wirklich umgehauen.
    Für alle Literaturliebhaber ein absolutes Muss!

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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bin etwas geteilter Meinung. Tiefgründig, aber trübsinnig.
    Gehaltvoll, aber schwer zu fassen

    Mich überfallen bei der Rezension diese Büchleins diverse Schwierigkeiten. Erstens, was ist es eigentlich?  Eine Kategorisierung nach handelsüblichen literarischen Kriterien fällt jedenfalls schwer. Zweitens, muss ich es mögen, weil es allgemein hoch gelobt wird?  Und drittens, ist es gut geschrieben?  An welchen Standards soll ich das messen,
     wenn die Autorin ganz offenbar bewusst versucht hat, Neuland zu betreten? 


    Ich finde es schon  erstaunlich, als  Erstlingswerk etwas zu verfassen, das zunächst einmal keinen gängigen Publikumsgeschmack  bedient. Das Büchlein springt auf keinen fahrenden Zug auf, schielt nicht nach hohen Verkaufszahlen. Doch was ist es? Mit seinen 94 Seiten eindeutig zu lang für eine Kurzgeschichte.  Ein Roman ist es auch nicht;  es findet keine abgeschlossene Entwicklung statt, weder von den Charakteren, noch von der Story her. Ich habe es verschiedentlich als "Novelle" betitelt gefunden, bin damit aber auch nicht recht glücklich. 


    In der Tat liegt hier für mich der hauptsächliche Stolperstein, warum ich erst einmal nicht mehr als drei Sterne geben möchte. Bei "Novelle " denke ich an Stefan Zweig oder E. T. A. Hoffmann  (Beispiele aus dem englischen Sprachraum wollen mir gerade nicht einfallen ). Doch dies hier gleicht den großen Vorbildern so gar nicht. Es ist für mich wie ein in Sirup getauchter Schnappschuss aus einem Alptraum  -Alles ist ziemlich schwermütig, und mit unklaren Ende. Obwohl unverkennbar sprachlich hochwertig. 


    Es ist die Rede von einer Naturkatastrophe in England, einer Überflutung. Ein Endzeitszenario. Mitten in diesem Chaos bekommt eine Frau ihr erstes Kind. Die Familie muss flüchten und diverse Engpässe durchstehen, bevor das Buch - für mich völlig unvermutet  - ohne erkennbaren Abschluss nur vorsichtig optimistisch endet. Keinerlei Erklärung für die Ursache der Katastrophe, keinerlei Hintergründe,  auch kein Ausgang der Geschichte. Man weiß nicht einmal,  ob es "England" am Schluss noch gibt. Ich habe das Büchlein einem Freund zu lesen gegeben, weil der sich für die  Thematik der Umweltkatastrophe interessierte. Er gab  es mir nur halb gelesen zurück, mit dem Kommentar, das habe ihn enttäuscht und sei für ihn am Thema vorbei gegangen. Ehrlich gesagt, ich kann ihn verstehen. 


    Das Buch ist ganz auf Atmosphäre ausgerichtet, und fast gar nicht auf Plot bzw. Handlung. Die  Menschen werden nur mit Buchstaben benannt, es gibt keine Namen. Die Sätze ( und Absätze ) sind kurz und abgehackt,  es liest sich teilweise wie Traumfetzen. Und dazwischen immer wieder biblisch, ja apokalyptisch anmutende Zitate.  Die Entwicklung des Kindes nimmt bei weitem den meisten Raum ein; vom ersten Lachen über das Greifen bis zum Stehen und Laufen. Eine normale psychische Reaktion der Mutter angesichts einer Extremsituation, oder eine Wochenbettdepression?  Auch das bleibt unklar. 


    Ich will gerne zugeben, dass manche sprachlichen Bilder verstörend schön waren. Das Buch lässt sich ganz gewiss nicht zur Unterhaltung "konsumieren", oder in einem Rutsch durchlesen. Aber es gibt mir als Text aus sich heraus leider einfach zu wenig Hinweise, was es erreichen und bewirken möchte. Deshalb bleibe ich bei meinen drei Sternen, will aber keinen potentiellen  Leser davon abhalten, sich auf diese kleine Herausforderung einzulassen. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    "Als Kind glaubte ich, ich wäre für unsere Zeit geschaffen worden. Die Endzeit. Die Flutzeit."

    So hat sich die Protagonistin von Megan Hunters Debüt "Vom Ende an" ihr Leben als junge Mutter nicht vorgestellt: Während einer großen Naturkatastrophe in England muss sie ihr Baby zur Welt bringen. Hat die kleine Familie unter diesen Umständen überhaupt eine Chance?
    "Vom Ende an" ist nicht nur eine ungewöhnliche Zukunftsvision, es ist eine Geschichte über die Macht der Liebe, über eine Mutter, die zeigt, dass es sich lohnt, zu kämpfen, auch dann, wenn alles verloren zu sein scheint.

    Wenn ihr neugierig geworden seid, dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen!

    Liebt ihr anspruchsvolle Literatur? Wir freuen uns sehr, euch mit "Vom Ende an" einen weiteren Titel im LovelyBooks Literatursalon vorstellen zu dürfen, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten.

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    Eine Frau, die Erzählerin, bekommt ihr erstes Kind. Gleichzeitig sucht eine gewaltige Naturkatastrophe das Land heim. Eine Flut überschwemmt weite Teile Englands, Feuer brechen aus. Die Frau und ihr Gefährte müssen mit ihrem kleinen Sohn den Ort verlassen, Zuflucht suchen, sich auf eine Insel flüchten. Die kleine Familie wird getrennt. Der Schrecken eines sich steigernden Umweltdramas und die Intimität und das Glück einer Mutter-Kind-Liebe entfalten sich parallel. Mit den Augen eines Neugeborenen wird eine Welt entdeckt, die sich zugleich womöglich zu verabschieden droht.
    Lyrisch und lakonisch, durchsetzt mit Passagen, die sich wie Bibelzitate lesen, von archaischer Wucht und poetischer Zartheit, klug, komisch, dann wieder wie in Stein gemeißelt - einen solchen Text hat man lange nicht mehr zu lesen bekommen. Wie ein weibliches Gegenstück zu Cormac McCarthys "Die Straße", gleichzeitig beklemmend wahrscheinlich und doch von geschichtsloser Wahrheit, präzise und schön - hier ist eine neue Autorin zu entdecken!


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    Zur Autorin
    Megan Hunter, geboren 1984 in Manchester, lebt mit ihrer Familie in Cambridge. Hunter hat englische Literatur studiert und stand mit ihrer Lyrik auf der Shortlist des Bridport Prize. Ihre Erzählung "Selfing" war nominiert für den Aesthetica Creative Writing Award. "Vom Ende an" ist ihr erstes Buch, die Rechte wurden auf Anhieb in zahlreiche Länder verkauft.

    Möchtet ihr mehr von dieser besonderen Geschichte haben? Möchtet ihr wissen, wie es für Mutter und Kind weiter geht?
    Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 30 Exemplare von "Vom Ende an" unter allen, die sich im Rahmen einer Leserunde über diese schicksalhafte und bewegende Novelle austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Seid ihr bereit? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 28.05., indem ihr auf diese Frage antwortet:

    Eine gewaltige Naturkatastrophe überschwemmt England.
    Wie realistisch findet ihr so ein gewaltiges Unglück? Glaubt ihr, so etwas könnte –auch in Deutschland – in einer nicht so fernen Zukunft passieren? Oder seid ihr der Meinung, dass diese Szenerien nur in Romanen zu finden sind?


    Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

    Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

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    DamlaBuluts avatar
    Letzter Beitrag von  DamlaBulutvor 9 Monaten
    Rezension https://www.lovelybooks.de/autor/Megan-Hunter/Vom-Ende-an-1358497907-w/rezension/1516743798/ Fazit Alles in einem ist dieses Buch ein außergewöhnlicher Literaturschatz. Man muss ihn nicht gelesen haben aber es würde einem auch nicht schaden, einen kurzen Blick hineinzuwerfen.
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