Im Reich der Verborgenen: Die Auserwaehlte

von Mehliqa Yigit 
4,4 Sterne bei37 Bewertungen
Im Reich der Verborgenen: Die Auserwaehlte
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junias avatar

Gelungener Auftakt einer Reihe aus 1001 Nacht

Agata2709s avatar

Eine tolle Geschichte

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Inhaltsangabe zu "Im Reich der Verborgenen: Die Auserwaehlte"

Besinnungslos lag sie auf einer grünen Weide am Flussufer. Die Nacht war kalt, erbarmungslos kalt. Dennoch war das Zirpen der Grillen deutlich zu vernehmen. Hunderte mussten es sein, die mit ihrem Liebesgesang den Herbst einläuteten. Leichter Nebel hatte sich auf den Fluss und in die Senken gelegt, verbarg so manche Geheimnisse in sich. Im Licht einer Laterne näherte sich ihr eine Gestalt, dessen Schatten durch das schwache Streulicht besonders lang und Furcht einflößend wirkte. Äste und Zweige knackten unter seinen Schritten. Das Laub raschelte. Das warme Licht der Laterne legte sich auf ihr Gesicht, als der Mann neben ihr niederkniete. Sanft tastete er mit zwei Fingern nach ihrem Puls; er war schwach, aber noch lebte sie. Sie lag bäuchlings ausgestreckt auf dem feuchten Gras. Langsam drehte er sie auf den Rücken. Viel konnte er von ihrem Gesicht nicht erkennen. Blut und roter Staub klebten daran. Erleichtert stieß er die Luft zwischen den Zähnen aus, die sich in weißen Dunst verwandelte und sich mit dem Nebel vermischte. Vorsichtig hob er sie hoch und trug sie im Licht der Laterne einen schmalen Pfad entlang zu einem Haus, aus dessen Fenstern ein warmer, einladender Lichtschein drang. Er drückte die Klinke mit dem Ellenbogen, stieß mit dem Fuß die Tür auf und trat über die Schwelle. »Mari! Mach ein Bett fertig. Rasch!« »Shaheen! O Allmächtiger! Was ist mit ihr? Wo hast du sie gefunden?«, fragte die Angesprochene besorgt, eine junge Frau von gedrungener Gestalt. Sofort richtete sie ein Bett her, dessen Bezug mit farbenfrohen Blumen bestickt war. Behutsam legte der fremde Mann die Verletzte darauf. »Ziehe ihr bitte das Kleid aus. Es ist nass. Ich warte so lange im Nebenraum.« Mari nickte. Sie verschwand in einem Zimmer und kam mit einem blauen Nachtkleid in der Hand zurück. Sie hatte sichtlich Mühe, der Verletzten das Kleid auszuziehen. Mithilfe einer Schere schnitt sie es auf. »Schade um das schöne Kleid, aber es war sowieso nicht mehr brauchbar«, murmelte sie. Wie ein Tiger in einem Käfig ging Shaheen im Nachbarraum auf und ab. Er rieb sich das Kinn und horchte. »Du kannst hereinkommen!«, rief Mari, als sie der fremden Frau das Nachthemd übergezogen hatte. Shaheen trat ein und wartete, bis Mari die Decke über der Frau ausgebreitet hatte. Dann kniete er sich hin und nahm sie genauer in Augenschein. Beim Zurückstreichen ihrer Haare sah er die Wunde an ihrem Kopf.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781515295556
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:376 Seiten
Verlag:CreateSpace Independent Publishing Platform
Erscheinungsdatum:03.08.2015

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