Meike Winnemuth hat den Luxus praktisch die ganze Zeit lesen zu können. Und sie hat nun sogar ein Buch darüber geschrieben. Ihr Projekt, so viele verschiedene Sachen in sechs Monaten zu lesen, fand ich sehr spannend. Sie hat mich neugierig gemacht auf bestimmte Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. Und ich musste schmunzeln, wenn etwas erwähnt wurde, das ich kannte. Manchen Autoren werde ich dadurch noch mal eine Chance geben. Manch andere Bücher und ich werden wohl nie Freunde.
Mir geht es auch schon länger nicht mehr darum, alle Klassiker gelesen zu haben, oder alles, „was man gelesen haben muss“. Ich liebe Bücher und das Lesen. Und behalte mir auch vor, manchmal Bücher abzubrechen. Jetzt mit Mitte 40 habe ich natürlich einen anderen Blick auf verschiedenste Bücher. Weshalb ich auch noch mal welche lesen werde, die ich mit 20 gelesen habe. Mal schauen was rauskommt. Jedenfalls danke an Meike Winnemuth für Ihre Inspiration.
Meike Winnemuth

Lebenslauf
Der Gewinn ihres Lebens: Meike Winnemuth wurde 1960 in Neumünster geboren. In jungen Jahren erwog sie Lateinlehrerin, Ornithologin oder Innenarchitektin zu werden, entschied sich dann aber doch für ein Magister-Studium der Germanistik und Anglistik in Göttingen, Exeter und Berlin. Danach absolvierte sie 1988, mit 28, die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg.
Sie hat unter anderem als Redaktionsleiterin der wöchentlichen RTL-Talkshow „Die Woche“, als Redakteurin im Ressort Kultur und Unterhaltung beim Stern und als stellvertretende Chefredakteurin der Cosmopolitan gearbeitet. Außerdem hat sie als freie Journalistin für den Stern, Geo Saison, Architekturen & Wohnen und das SZ Magazin geschrieben.
2010 gewann sie bei "Wer wird Millionär" 500.000€ und reiste 12 Monate um die Welt, wobei sie zwölf Städte jeweils einen lang Monat bewohnte. Ihre Erlebnisse fasste sie in "Das große Los" zusammen. Sie wohnt in Hamburg und München und schreibt eine wöchentliche Kolumne beim Stern.
Neue Bücher
Eine Seite noch: Warum Lesen uns so glücklich macht - Von der Autorin des SPIEGEL-Bestsellers "Das große Los" - Meike Winnemuth ist zurück!
Alle Bücher von Meike Winnemuth
Das große Los
Bin im Garten
Um es kurz zu machen
Eine Seite noch
Das große Los
Neue Rezensionen zu Meike Winnemuth
Warum lesen wir eigentlich und warum macht es uns so verdammt glücklich? Die Autorin Meike Winnemuth widmet sich in ihrem Sachbuch „Eine Seite noch“, das sie in der Hörbuchfassung selbst liest, diesen und anderen Fragen rundum das Thema Bücher. Schon nach den ersten Minuten war ich verzaubert von ihren Weisheiten über das Lesen und wollte sofort zu irgendeinem Buch greifen – so erzählt sie davon, wie sie in ihrem Flur auf der Fußbank immer einen Stapel Bücher liegen hat, in dem sie jeden Tag ganz beliebig liest, sinniert darüber nach, dass die vielen ungelesenen Bücher in ihrem Regal ein unendlicher Stapel herrlicher Möglichkeiten sind, und berichtet schmunzelnd, dass sie in jedem Urlaub mindestens ein Buch kauft, das sie zuhause hat, weil sie eben gerade dieses Buch nicht dabei hat und jetzt ganz dringend braucht.
Es sind Momente mit Büchern, von denen Lesebegeisterte vermutlich die meisten kennen – und es fühlt sich an, als würde Meike Winnemuth einem auf die Schulter klopfen und sagen: Dass du dich mit so vielen Büchern umgibst, dass du in deinem eigenen Tempo liest und deine Zeit lieber mit Worten auf Papier verbringst als in der echten Welt, ist genau richtig so. Und das tut beim Lesen bzw. Hören sehr gut, denn gerade auf Bookstagram und Booktok artet Lesen ja schnell zum Wettbewerb aus und ist es an der Tagesordnung, sich für seinen unendlich großen Stapel ungelesener Bücher zu entschuldigen und zu schämen. Winnemuths Buch ist dabei Balsam für die Bücherseele.
Und gleichzeitig inspiriert es dazu, seine eigene Komfortzone vielleicht auch mal zu verlassen, sich beim Lesen immer wieder selbst herauszufordern und sich so ein ganz eigenes Bücher-Universum zu schaffen. Meike Winnemuth erzählt zum Beispiel auch von der Magie von Lesungen und vom Lesen in Gemeinschaft, teilt ihre (sehr interessanten) Leselisten und berichtet davon, wie sie sich an Bücher heranwagt, die sie früher nie gelesen hätte. Etwas schade fand ich es, dass sie über Bücher wie Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ sehr viel und leidenschaftlich spricht, die moderneren Bücher auf ihrer Leseliste aber eher kurz abhandelt. Zu dem ein oder anderen hätten mich ihre Gedanken wirklich interessiert.
Trotzdem hatte ich mit „Eine Seite noch“ großartige Hörstunden – das Buch ist eine Ode an die Welt der Literatur und macht große Lust darauf, sich eine Kuscheldecke und einen Tee zu schnappen und sich den Rest des Tages mit einem Buch zu verbarrikadieren. Es ist also das perfekte Büchlein für Leseverrückte und eröffnet dabei auch einige neue Perspektiven und Möglichkeiten. Dafür gibt’s von mir auf jeden Fall eine Empfehlung!
Meine Meinung zu Eine Seite noch: Warum Lesen uns so glücklich macht
Eine Seite noch ist ein liebevoller, kluger und unglaublich ehrlicher Blick auf das Lesen selbst – und auf alles, was Bücher in uns auslösen können. Meike Winnemuth schreibt nicht einfach über Literatur, sondern über das Gefühl, sich in Geschichten zu verlieren, sich durch Bücher zu verändern und manchmal auch ein kleines Stück Heimat zwischen Seiten zu finden.
Besonders schön ist dabei ihre Mischung aus Humor, Beobachtungsgabe und persönlicher Reflexion. Das Buch fühlt sich weniger wie ein klassischer Essayband an, sondern eher wie ein langes Gespräch mit einer Freundin, die Bücher genauso liebt wie man selbst. Dabei springt Winnemuth zwischen Erinnerungen, Leseerfahrungen und Gedanken über das Leben hin und her – ohne jemals belehrend zu wirken.
Gerade für Menschen aus der Bookstagram- oder Leseratten-Bubble steckt hier viel Wiedererkennung drin: dieses „nur noch ein Kapitel“, das plötzlich bis 2 Uhr morgens dauert, das emotionale Anhängen an Figuren oder das ständige Bedürfnis, das nächste grossartige Buch zu finden.
Wer tiefgehende Literaturanalysen erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein. Dieses Buch lebt viel mehr von Atmosphäre, Leidenschaft und Persönlichkeit. Genau das macht es aber so charmant.
Eine warmherzige Liebeserklärung ans Lesen – perfekt für alle, die Bücher nicht nur konsumieren, sondern fühlen.
Würde ich das Buch Empfehlen?
Ja, ideal auch als Geschenk für sich selbst oder für andere.
Bewertung
Leseliebe ♥♥♥♥♥ (5/5)
Schreibstil ♥♥♥♥♥ (5/5)
Botschaft ♥♥♥♥♥ (5/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥♥ (5/5)
Gespräche aus der Community
Zusätzliche Informationen
Meike Winnemuth wurde am 19. Juni 1960 in Neumünster (Deutschland) geboren.
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