Meinrad Braun Gabun

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Inhaltsangabe zu „Gabun“ von Meinrad Braun

Seit der Trennung von Lea übernachtet Bernd Jesper in seinem roten Subaru. Aber ein Auto ist auf die Dauer kein Heim. Und ein Schrottplatz ist keine Perspektive für einen angehenden Ameisenforscher. Gustav Wessing, der Mann an der Metallwaage, nimmt Jesper unter seine Fittiche und macht ihm beim abendlichen Bier ein verlockendes Angebot. Er erzählt ihm vom 'Park', einer Edel-Urlaubslodge mitten in der Wildnis von Gabun. Dort können betuchte Touristen Afrika erleben, wie es einmal war. Für einen Biologen ist noch eine Stelle frei. Bernds letzte SMS an Lea bleibt, wie befürchtet, ohne Antwort. Er verkauft seinen Subaru und fliegt mit Wessing nach Afrika.

Der Hauptakteur konnte mich weniger begeistern!

— Arun
Arun

sehr sprunghaft

— Vierteldeern
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  • Streifzug durch Gabun.

    Libreville
    Gulan

    Gulan

    In diesem Moment bereute Koumba bitterlich, dass Colonel Edmond Tchicot vor drei Jahren in Rente gegangen war. Eine solche Gelegenheit hätte er sich bestimmt nicht entgehen lassen. Colonel Lambert Essono hatte seine Qualitäten, in Sachen Menschenführung war er super, aber die Werte, die er predigte, galten in der gabunische Gesellschaft 'kalakala' – schon lange – nicht mehr. Aufrichtig und redlich zu sein, sich verdient zu machen, und was es an moralischer Anstrengung noch alles gab: Alle Welt schiss drauf. Putzte sich mit der Nationalflagge den Arsch ab. Wie sollte man Ehrlichkeit in einem Land predigen, in dem die Höchsten des Staates sich die Taschen vollstopften? (S.188) Libreville, Hauptstadt Gabuns, ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen: Der investigative Reporter Roger Missang wird im Regierungsviertel ermordet aufgefunden. Mit den Ermittlungen werden die beiden Beamten Louis Boukinda und Hervé Envame der Generaldirektion des Fahndungsdienstes betraut. Eine heikle Aufgabe, denn der Fundort der Leiche lässt einen politischen Hintergrund vermuten. Gleichzeitig sind zwei weitere Polizisten schwer im Stress: Pierre Koumba und Jacques Owoula, Polizisten der PJ, der Kripo, müssen den Raub eines Scheckhefts eines Ministers und die Fahrerflucht bei einem tödlichen Verkehrsunfall aufklären. Und wie es der Zufall will, werden sich die Wege der beiden Beamten-Duos im Laufe des Buches kreuzen. „Libreville“ ist ein waschechter Polizeikrimi. Autor Janis Otsiemi beschreibt nachvollziehbar die Kriminalarbeit der Polizisten, die erwartungsgemäß wenig technisch geprägt ist (hier werden die Protokolle noch auf der Schreibmaschine geschrieben). Stattdessen vertrauen die Ermittler auf Informanten und erheblichen (auch körperlichen) Druck bei Verhören. Und auch sonst sind die Polizisten keine Engel, teilweise kassieren sie Bakschisch und alle unterhalten ein „Zweitbüro“, eine Geliebte oder Nebenfrau. Außerdem wird kein Zweifel gelassen, dass die Polizeibehörden im Zweifel eher der Regierung dienen als dem Volk. Ein Krimi aus Gabun! Als ich dies in der Vorschau sah, war ich sofort interessiert. Denn was bekommt man hierzulande von diesem afrikanischen Land mit? Die Jüngeren verbinden maximal noch Pierre-Emerick Aubameyang, den Kapitän der gabunischen Fußballnationalmannschaft, mit dem Land, die Älteren vielleicht Albert Schweitzer mit seinem Urwaldspital in Lambaréné. Insofern ist dieser Krimi eine echte Rarität auf dem deutschen Markt und daher gebührt dem Polar Verlag ein großes Lob für diese Veröffentlichung. Das gilt auch für das interessante Interview von Alf Mayer mit dem Autor am Ende des Buches. Das Beste an diesem Krimi ist dann tatsächlich auch, dass meine Erwartungen, etwas mehr über dieses Land Gabun und die Hauptstadt Libreville zu erfahren, vollkommen erfüllt werden. Janis Otsiemi bringt nebenbei einen umfassenden Einblick in die politischen Verhältnisse (angesichts der geringen Kenntnisse über Gabun verzeihe ich diesmal auch längere Erläuterungen). Vor allem wird es aber interessant, wenn die Polizisten ihre Büros verlassen und in die Viertel und Slums Librevilles eintauchen. Besonders gelungen fand ich, wie die Übersetzerin Caroline Gutberlet die Idiome und Eigenarten der Sprache nicht zwanghaft mit deutschen Synonymen übersetzt, sondern ihre volle Wirkung entfalten lässt und lieber mit einem Glossar arbeitet. So kommen wir in den Genuss solcher Redewendungen wie „ein Kerl so lang wie ein Tag ohne Brot“, „in die Flasche scheißen“ (Verdächtige in die Mängel nehmen) oder „Feuer im Mund haben“. Jetzt darf ich am Ende meines Fazits natürlich nicht verschweigen, dass die eigentliche Krimihandlung und die Aufklärung mich nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen haben hinreißen lassen. Das war eher unspektakulär. Aber die Eindrücke und die Atmosphäre des zentralafrikanischen Landes, die Otsiemi in seinem Roman vermittelt, machen „Libreville“ dann doch zu einem überdurchschnittlichen Krimi.

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    • 13
  • Ein schönes Buch

    Gabun
    anne7778

    anne7778

    15. November 2015 um 18:56

    Man taucht förmlich ein in ein Bild von Afrika. Es hat eine sehr schöne Erzählsprache und der Autor nimmt einen mit auf die Reise.

    Ich habe es gern gelesen, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, wenn der Protagonist etwas länger in der Lodge geblieben wäre.

  • Afrika ...!

    Gabun
    Heinrich_Stefan_Noelke

    Heinrich_Stefan_Noelke

    08. November 2013 um 10:39

    Afrika ist der einzige Kontinent, den ich noch nie betreten habe. Daher wohl das schier unstillbare Verlangen, etwas zu erfahren. Und das Vergnügen daran. Bei diesem Buch bin ich voll auf meine Kosten gekommen. Ein wunderbares Buch und ein Kleinod im Sortiment des sonst auf Krimis spezialisierten Emons-Verlags. Meinrad Braun spricht in Bildern, Geräuschen und Düften, wie ich es selten gelesen habe. Man sieht das Land, man riecht, schmeckt und hört es. Dabei geht es immer vorwärts. Ein unfassbarer Roadtrip hin und zurück. Zu Lande und in der Luft, nur das Wasser fehlt. Per Auto, Flieger, viel zu Fuß, Motorrad, Hubschrauber, Lastwagen. I love Surimi! Es wird gern gekocht in diesem Buch und nie liest es sich wie ein Kochbuch. Es ist ein Roman, wie er spannender kaum sein kann. Ganz nebenbei nimmt er sich die Zeit, das Land zu zeigen. Ich weiß jetzt, wie es aussieht in Afrika. Wie es schmeckt und riecht. Meinrad Braun war für mich dort. Es muss ein Höllentrip gewesen sein.

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