Melanie Benjamin Alice und ich

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Inhaltsangabe zu „Alice und ich“ von Melanie Benjamin

Der Roman über Alice, die Titelheldin des weltberühmten Klassikers von Lewis Carroll<br /><br />"Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Hört sich das undankbar an? Das tut es. Nur, dass ich es wirklich leid bin." <br /><br />Das sagt die erwachsene Alice, die als Heldin des Kinderbuchklassikers unsterblich wurde. Sie war es, die Lewis Carroll bat, die Geschichte, die er ihr erzählt hatte, aufzuschreiben. Doch der Ruhm hat sich mit der Zeit ebenso gegen Alice wie gegen Lewis Carroll gewandt. Und als sich der jüngste Sohn der Königin Victoria in die junge Frau verliebt, wird Alice endgültig aus dem Wunderland vertrieben. <br /><br />Melanie Benjamin hat einen atmosphärisch dichten Roman über die wirkliche Alice geschrieben. Und sie erzählt von einem Leben, das von einem einzigen Buch bestimmt wurde.<br /><br />

Ich hab mir den Inhalt vom Buch auch anders vorgestellt, aber es hat sich als spannender Roman entpuppt. Superschöne und irgendwo auch traurige Handlung!!

— Traeumeline
Traeumeline

Bin mitten im Buch....bis jetzt ist es nicht unbedingt das was ich mir vorgestellt hatte, aber ich finde den Roman super fesselnd und bin schon gespannt wie es weitergehen wird.

— Belladonna
Belladonna

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    Alice und ich
    CocuriRuby

    CocuriRuby

    13. November 2016 um 17:59

    Ich mag den Stil, der sich leicht und flüssig lesen lässt und einen doch gefangen nimmt. Man wird tatsächlich auch gleich in diese Zeit versetzt, In die Gepflogenheiten und Umgangsformen, ohne dass es gewollt oder gar aufgesetzt wirkt. Die Figuren die natürlich den echten Vorbildern nachempfunden sind, fand ich ebenfalls gut in Szene gesetzt. Gerade Mr. Dodgson (Lewis Carroll) und Alice Liddell fand ich gut eingefangen – besonders das Wesen von Alice, erinnerte mich an manchen Stellen tatsächlich etwas an die Alice aus dem Roman „Alice im Wunderland“. Aber auch alle anderen Charaktere wirkten mit all ihren Facetten sehr authentisch.   Besonders spannend fand ich die Verwebung von wirklich existierenden Fotos, Briefen oder Gerüchten bzw. nachweislichen Fakten mit der fiktiven Geschichte. Die Autorin muss sich sehr lange mit Recherchen aufgehalten haben und sich wirklich mit dem Leben der Personen auseinander gesetzt und hin eingefühlt haben. Dabei alleine ist es aber nicht geblieben, sondern es ist ihr auch gelungen diese zu einer Geschichte zusammen zu setzen und diese glaubwürdig aufs Papier zu bringen. Das wurde sehr geschickt gemacht und die Grenzen verschwimmen dort z.T. sehr unterhaltsam. Die Geschichte ist dabei ist im Prinzip in drei Teile untergliedert: Die Kindheit von Alice, Alice als junge Dame und als Erwachsene. Den ersten Teil fand ich wunderbar erzählt und gerade dort spürt man das Mädchen Alice aus dem Buch sehr deutlich. Der zweite Teil ist nach dem Bruch zwischen Mr. Dodgson und der Familie Liddell gesetzt, welches bis heute nicht aufgedeckt werden konnte, was wirklich geschah. Dieser Teil hat mir leider weniger zugesagt. Dort driftete die Geschichte leider zu einer recht banalen Unterhaltung ab. Herzschmerz, Ansehen und Drama domminieren die Geschichte. Lichtblick bietet jedoch das Spiel der inneren Alice und der jungen Dame, die sie nach außen hin geben muss. Der dritte Teil entschädigt einen jedoch, den ich von allen Teilen am meisten mochte. Dieser Abschnitt von Alices Leben ist auch am wenigsten dokumentiert und somit bot es der Autorin mehr erzählerischen Spielraum, den sie gut genutzt hat. Es zeigt die Erwachsene Alice bis hin zu alten Frau, die auf ihr Leben zurücksieht, das auch von tragischen Ereignissen nicht verschont blieb. Es gibt sehr berührende Szenen, die mich sehr mitgenommen haben. Trotzdem haftet dem Ganzen eine besondere Hoffnung an. Diese Mischung fand ich wirklich toll.   Fazit Das Buch ist sehr schön erzählt – es ist berührend und unterhaltsam. Als Fan von „Alice im Wunderland“ sowieso sehr empfehlenswert, aber das hier ist auch ein Buch für jemanden, der mit dem Wunderland nicht viel am Hut hat. Ich kann es sehr empfehlen.

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  • Die Wahrheit über "Alice im Wunderland"

    Alice und ich
    carpe

    carpe

    28. February 2014 um 19:31

    Buchrücken: "Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Hört sich das undankbar an? Das tut es. Nur, dass ich es wirklich leid bin." Das sagt die erwachsene Alice, die als Heldin des Kinderbuchklassikers unsterblich wurde. Sie war es, die Lewis Carroll bat, die Geschichte aufzuschreiben, die er ihr erzählt hatte. Doch der Ruhm hat sich mit der Zeit ebenso gegen Alice wie gegen Lewis Carroll gewandt. Und als sich Prinz Leopold, der jüngste Sohn der Königin Viktorias, in die junge Frau verliebt, wird Alice endgültig aus dem Wunderland vertrieben. Es ist ein biografischer Roman um die Person, Alice Pleasance Liddell, die den Schriftsteller Lewis Carroll zu der Geschichte "Alice im Wunderland" inspirierte. Wie die Autorin in einer Anmerkumg am Schluss des Buches schreibt, hat sie sich allerdings einige künstlerische Freiheiten genommen und Wahrheit und Fiktion vermischt und einen angenehmen Roman geschaffen. Sie hat sehr gut geschrieben und verschafft gute Einblicke in die damalige Zeit und das damalige Leben. Der Leser kommt nicht umhin mit Alice zu leiden und zu leben. Natürlich ist es ein Buch ohne viel Spannung. Aber dennoch wird es nicht langweilig. Fazit: Ein Buch, was ich durchaus jedem empfehlen kann, der biografische Romane mag.

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Zenobi

    Zenobi

    20. March 2012 um 22:45

    Mir hat der Schreibstil unglaublich gut gefallen. Die Geschichte um die wahrhaftige Alice wurde sehr lebendig und mitreissend beschrieben. Wer sich für Alice im Wunderland und überhaupt für die ganze Entstehungsgeschichte interessiert, wird von diesem Buch begeistert sein. Ich habe es sehr gerne gelesen.

  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    SitataTirulala

    SitataTirulala

    Inhalt: Als die zehnjährige Alice Liddell den bedeutend älteren, etwas verschrobenen, aber ihr freundschaftlich zugetanen Mr. Dodgson bittet, die Geschichte über die Abenteuer ihrer Namensvetterin im Wunderland aufzuschreiben, die er ihr eines Nachmittags bei einem Ruderausflug erzählt hat, tut sie dies vor allem, weil sie nicht erwachsen werden will. Aber keine Geschichte der Welt kann die Zeit anhalten. Alice wird erwachsen. Sie verliebt sich, wird enttäuscht, muss schwere Schicksalsschläge meistern, doch über allem was sie tut schwebt wie ein Gespenst der Vergangenheit "Alice im Wunderland". Die Leser des Klassikers maßen sich an, sie zu kennen, dabei wird Alice eines immer klarer: Sie kennt sich selbst nicht. Ist sie Alice Liddell? Oder Alice im Wunderland? ---------- Meine Meinung: In den Anmerkungen hat Melanie Benjamin sich kurz dazu geäußert, wie sie dazu kam, die Geschichte der wahren Alice im Wunderland niederzuschreiben. Die meisten bisherigen Bücher oder Filme, die sich mit Alice Liddells Leben beschäftigen, thematisieren ihre Kindheit und ihre Freundschaft zu Mr. Dodgson, der wohl besser unter dem Namen Lewis Carroll bekannt ist. Die Autorin allerdings wollte unbedingt die ganze Lebensgeschichte der Frau erzählen, die langsam aber sicher ihrem Wunderland entwachsen ist. So begleitet der Leser Alice von ihrem siebten Lebensjahr bis ins hohe Alter, teilt Schicksalsschläge, Freud und Leid mit ihr. Und auch wenn die Autorin ausdrücklich darauf hinweist, dass sie historische Fakten zwar wahrheitsgetreu wiedergegeben hat, jedoch einen Roman und keine Tatsachenabhandlung hat schreiben wollen - ich konnte mir bei jeder Seite lebhaft vorstellen, dass sich Alices Leben vielleicht genau so abgespielt hat. Über die altkluge Siebenjährige, die sich mit ihrem Halb- und Dreiviertelwissen bereits unendlich klug und weise wähnt, habe ich oft schmunzeln, ja sogar lachen müssen. Die Gedanken und Gefühle der Alice, die Ehefrau und Mutter war und geliebte Menschen verloren hat, haben mich wiederum so sehr mitgerissen, dass ich das ein oder andere Tränchen vergossen habe. Alles in allem ist Melanie Benjamin ein unglaublich flüssig zu lesender, mitreißender Roman gelungen, der zum Lachen, Weinen, Seufzen einlädt. ---------- Fazit: Fünf verdiente Sterne für ein Buch, das mich tief berührt hat und das ich vorbehaltlos weiterempfehlen würde!

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. May 2011 um 23:19

    "Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Hört sich das undankbar an? Das tut es. Nur, dass ich es wirklich leid bin." Das sagt die erwachsene Alice, die als Heldin des Kinderbuchklassikers unsterblich wurde. Sie war es, die Lewis Carroll bat, die Geschichte, die er ihr erzählt hatte, aufzuschreiben. Doch der Ruhm hat sich mit der Zeit ebenso gegen Alice wie gegen Lewis Carroll gewandt. Und als sich der jüngste Sohn der Königin Victoria in die junge Frau verliebt, wird Alice endgültig aus dem Wunderland vertrieben. Handlung: Der Roman beschreibt die Geschichte von Alice Lidell, Tochter einer Dekansfamilie die im Oxford des 19. Jahrhunderts lebt. Mit dem Autor Lewis Carroll (den sie eher unter dem Namen Charles Ludwige Dodgsons kennt) verbindet sie in jungen Jahren eine tiefe und innige Freundschaft, da dieser in ihrem Elternhaus ein und aus geht. Auf einem ihrer Ausflüge, wo auch ihre beiden Schwestern Edith und Ina dabei sind, erzählt Caroll den drei Mädchen so einige Geschichten, wobei eine von ihnen die Geschichte von „Alice im Wunderland“ ist und darin so einige Parallelen zu Alice selbst und ihrer Familie zu finden ist. Das kleine Mädchen ist so fasziniert von dieser Geschichte, dass sie ihn gleich darum bittet den Inhalt in einem Buch festzuhalten. Kurze Zeit später kommt es jedoch zu einer Situation, die die Beziehung der Beiden schlagartig zerstört und beide ihr weiteres Leben verfolgen wird. Im weiteren Verlauf des Buches begleitet der Leser Alice durch ihr weiteres Leben als Junge Frau und alte Dame, wobei sie ihre eigene Geschichte, zunehmend als Last empfindet. Erst im hohen Alter ist es für sie möglich diese zu akzeptieren. Eigene Meinung: Auf den ersten Blick ist mir gleich die Aufmachung des Buches ins Auge gefallen: Allein das Bild und die schimmernde Farbe (die ich leider nicht genau definieren kann), geben dem ganzen das gewisse Etwas und man vermutet sofort, das sich etwas besonderes hinter dem Buchdeckel befinden muss. Ein besonderer Hingucker ist vor allem die goldene Umrandung des Covers und des Buchrückens, sodass man gleich denkt, man hält ein altes kostbares Buch in den Händen. Was es ja letzten Endes auch ist: Es ist die besondere Geschichte einer Frau, die sich im Kindesalter in einer naiv-kindlichen Gefühlsneigung wünschte, dass sie immer das gleiche aufmüpfige und leidenschaftlich fühlende Kind bleiben wollte, das sie zu dem Zeitpunkt war, wobei letztendlich diese Geschichte vom Wunderland für sie jedoch eine Qual für ihr gesamtes Leben war. Zu Beginn kam ich sehr gut in die Geschichte hinein und konnte mich gut in das kleine Mädchen Alice hineinversetzen und die Beschreibungen der Umgebungen, wo sich die Personen gerade befanden, waren auch sehr bildhaft dargestellt. Jedoch fiel es mir in der Mitte des Buches etwas schwer der weiteren Handlung zu folgen, da es sich doch etwas hinzog und man als Leser immer an der kurzen Leine gehalten wurde. Man kam nie genau dahinter, was wirklich zwischen Alice und Lewis Caroll passiert war und auch sonst blieb so die ein oder andere Frage offen. Auch ging mir das Verhalten von Alice und ihren Schwestern etwas auf die Nerven, wobei dies jedoch das typische Verhalten junger Mädchen und Frauen in diesem Zeitalter war, es mich aber doch nach einiger Zeit gestört hat. Fazit Es war zwar ein interessantes Leseerlebnis und ich habe einen guten Einblick in Alice Leben bekommen, jedoch fehlte mir hier das gewisse Etwas und daher vergebe ich dem Buch nur 3 Sterne.

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    leselurch

    leselurch

    04. April 2011 um 18:14

    Worum geht's? Charles Dodgson ist ein Vertrauter der Dekansfamilie Liddell; besonders zu den drei Töchtern pflegt er eine enge Freundschaft. Aber keines der Mädchen fasziniert ihn so sehr wie aufgeweckte Alice, seine Muse, die ihn zur Geschichte von "Alice im Wunderland" inspiriert. Sie war es, die ihn darum bat, die Geschichte als Lewis Carroll aufzuschreiben, die er ihr und ihren Schwestern während eines Ruderausflugs erzählte. An einem Sommertag im Jahre 1863 - Alice ist elf, Dodgson 31 - kommt es plötzlich zum Bruch zwischen den beiden. Dieses schicksalhafte Ereignis überschattet von nun an Alices Leben. Immer ist sie "Alice im Wunderland", niemals nur Alice. Bloß Prinz Leopold sieht sie so, wie sie wirklich ist. Doch Alice wird wieder und wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt, und schließlich verliert sie selbst ihre große Liebe. Was geschah an jenem Sommertag? . Kaufgrund: Jeder kennt die Geschichte um "Alice im Wunderland". Zu wissen, wer Alice Liddell wirklich war und wie es zu dem Klassiker kam, können hingegen nur wenige behaupten. Als ich das Buch entdeckte, war mir sofort klar: Das muss ich lesen! . Meine Meinung: Die Autorin Melanie Benjamin hat mit "Alice und ich" einen autobiografischen Roman erschaffen, in dem Wahrheit und Erdachtes so eng miteinander verwoben sind, dass man keine klaren Grenzen ziehen kann. Alice selbst berichtet über ihr Leben als "Alice im Wunderland" und ihre verzweifelten Versuche, dem Wunderland zu entfliehen. Zu viele Probleme und Verluste musste sie erleiden, weil sie Dodgson darum bat, den bekannten Klassiker aufzuschreiben. . Anfangs war es schwierig, sich in die Geschichte hineinfinden zu können. Benjamin hat einen sehr detaillierten, gehobenen Schreibstil, der fantastisch in die viktorianische Zeit passt und diese auf besondere Art und Weise repräsentiert. Leser, die - wie ich - nicht an eine solche Sprache gewöhnt sind, werden hier Anlaufschwierigkeiten bekommen. Allerdings gelingt es sehr schnell, diese zu überwinden und in das Geschehen eintauchen zu können. . Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt: Im ersten wird Alices Kindheit und ihre innige Freundschaft zu Charles Dodgson beschrieben. Darauf folgt ein großer Zeitsprung: Die Freundschaft ist zerbrochen und Alice ist nun eine junge Dame, die sehr unter ihrer Berühmtheit durch "Alice im Wunderland" zu leiden hat. Im letzten Teil des Buches ist Alice zu einer alten Frau geworden und denkt unentwegt über ihr Leben, über das "Was wäre gewesen, wenn..." nach. Zu Beginn eines jeden Abschnittes ist ein Foto von der echten Alice zu sehen. Durch eine solche Unterteilung wird Alices Wandlungsprozess sehr gut dargestellt: Aus der kecken Alice, die sich gerne den Hügel herunterrollt, wird eine feine Dame. Unterstützend wirken dabei Sprache und Atmosphäre. Ich war begeistert, wie vollkommen diese Aspekte aufeinander eingestimmt wurden. Besonders die Leseatmosphäre hat dafür gesorgt, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Die Stimmung war oft mehr als bedrückend. Unangenehme Vorahnung (speziell bei der Freundschaft zwischen Alice und dem knapp zwanzig Jahre älteren Dodgson) begleiten einen ab der ersten Seite. Dadurch wird zusätzlich eine große Spannung erzeugt, die den Leser an das Buch fesselt. . Im gesamten Roman hatte ich das Gefühl, Alice Liddell würde mir ihre Lebensgeschichte persönlich erzählen - dabei hat die Autorin selbst nie mit der echten Alice gesprochen. Benjamin hat ausgesprochen gute Rechercheabeit geleistet und stets in den richtigen Momenten ihre kreativen Ideen in die Handlung einfließen lassen. Was an der Geschichte wahr, was fiktiv ist, wird schlussendlich nur im Nachwort deutlich. Alices Gefühle jedoch wurden stets authentisch dargestellt, egal, in welcher Lebensphase sie sich befand (insbesondere ihre Wut und ihre Trauer). Nicht nur die Protagonistin, auch die Nebencharaktere wurden realistisch wiedergegeben. . Der Abschluss des Romans ist großartig, emotional und bietet dem Leser die erhoffte Aufklärung: Was geschah an jenem Sommertag? Wer aufmerksam gelesen hat, wird viele Andeutungen gefunden haben, die auf dieses Ende schließen lassen, aber niemals zu viel verraten haben. Ob man dem Schluss glauben schenken mag oder nicht, sei dem Leser überlassen. Aufzeichnungen darüber wurden sowohl von Alices als auch von Dodgsons Familie verbrannt. . Cover: Das Cover ist ein absoluter Blickfang. Durch die edle Verarbeitung des Umschlags muss man das Buch einfach in die Hand nehmen! Auch das Motiv ist passend: eine junge Frau, die Alice darstellen soll, betrachtet sich in einem Spiegel. Diese bedeutsame Szene spielt auch im Roman eine große Rolle. . Fazit: Ein bewegender Roman über das wahre Leben der Alice Liddell. Nach der letzten Seite muss ich zugeben, dass ich nicht genau weiß, wo ich meine Gefühle einordnen soll. Zu sehr hat mich die Geschichte berührt, erschreckt, mitgerissen, bedrückt und erstaunt. Nur eines weiß ich sicher: Nie wieder kann ich "Alice im Wunderland" lesen oder als Film anschauen, ohne "Alice und ich" im Hinterkopf zu haben! Ich vergebe volle 5 Sterne für einen wundervollen autobiografischen Roman, der genau an den richtigen Stellen realitätsnah geblieben ist.

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. October 2010 um 17:59

    Klappentext: “»Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Klingt das undankbar? Gewiss. Aber ich bin es wirklich leid.« Das sagt die erwachsene Alice, die als Heldin des Kinderbuchklassikers unsterblich wurde. Sie war es, die Lewis Carroll bat, die Geschichte aufzuschreiben, die er ihr erzählt hatte. Doch der Ruhm hat sich mit der Zeit ebenso gegen Alice wie gegen Lewis Carroll gewandt. Und als sich Prinz Leopold, der jüngste Sohn Königin Viktorias, in die junge Frau verliebt, wird Alice endgültig aus dem Wunderland vertrieben.” Meine Meinung: Ich befasse mich schon seit einiger Zeit mit dem Thema “Alice im Wunderland”, und das nicht erst seit der Neuverfilmung durch Burton. So war es nur logisch, dass ich dieses Buch früher oder später lesen musste, denn wie auch die Autorin beschreibt, hatte ich stets ein seltsames Gefühl, wenn ich mir die Fotografien von Lewis Carroll ansah. Man kann den pädophilen Touch einfach nicht leugnen. So habe ich mich auch immer gefragt, wie es wohl den Mädchen dabei ergangen ist. Im Speziellen natürlich Alice Liddell, die letztlich nicht nur sein liebstes Model war, sondern ihn auch zu “Alice im Wunderland” inspiriert hat. Besonders toll an diesem Buch empfand ich, dass nicht nur die Zeit beschrieben wird, in der Alice und Mr. Dodgson (=Lewis Carroll) sehr viel Kontakt hatten, sondern ebenso was aus Alice geworden ist. Gleichzeitig war das allerdings auch der kleine Schwachpunkt des Buches, denn letztendlich wird auch hier nicht geklärt, oder versucht zu erklären, was letztlich den Bruch zwischen Alice und Carroll gebracht hat, obwohl die Autorin hier freies Spiel gehabt hätte. Das Buch baut zwar keinen rechten Spannungsbogen auf, hat mich jedoch auch nie gelangweilt, da es immer wieder neue Aspekte in die Geschichte gebracht hat. Besonders schön fand ich die Beschreibung der Gepflogenheiten zu dieser Zeit. Fazit: “Alice und Ich” ist ein Muss für jeden, der sich generell für den Mythos “Alice im Wunderland” interessiert. Auch Fans historischer Romane könnten hier auf ihren Geschmack kommen. Wer jedoch eine “Enthüllungsstory” erwartet, wird, wenn auch nicht gänzlich, enttäuscht werden.

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Eltragalibros

    Eltragalibros

    26. September 2010 um 11:13

    Inhalt: Alice Pleasance Hargreaves ist mit ihren 88 Jahren weltberühmt, denn sie ist die Alice, die wohl jedes Kind kennt. Die Alice im Wunderland, welche die Grinsekatze getroffen hat, dem Weißen Kaninchen hinterhergerannt ist und bei der kuriosen Teegesellschaft des verrückten Hutmachers teilgenommen hat. Doch sie ist es Leid mit dieser Kinderbuchfigur verglichen zu werden, denn die Erinnerung an die Entstehung der Geschichte und ihre Kindheit ist keine besonders Gute. Ihre Leben und das Schicksal, welches ihr widerfahren ist, beschreibt Melanie Benjamin in Alice und ich. Meinung: Wer war sie, die Alice, welche Lewis Carroll – oder vielmehr Charles Lutwidge Dodgson – zu seinem Weltklassiker Alice im Wunderland inspiriert hat? Welches kleine Mädchen hat das weiße Kaninchen, den verrückten Hutmacher und die Herzkönigin leibhaftig getroffen? Die Antwort darauf lautet: Alice Liddell, Tochter des Dekans an der Oxforder Universität. Alles begann 1859 in Oxford. Alice ist sieben Jahre alt und wächst dort mit ihren Schwestern Ina und Edith auf. Unter dem strengen Blick ihrer Gouvernante Miss. Prickett werden sie zu kleinen Damen erzogen, doch Alice ist schon immer die Tochter, die sich gerne schmutzig gemacht hat und immer etwas anstellt. Am liebsten halten sich die Mädchen in Gegenwart des Mathematikdozenten Mr. Dodgson aus. Er ist schlank, läuft als hätte er „einen Stock verschluckt“ und stottert. Der junge Mann Mitte zwanzig unternimmt viel mit den drei kleinen Liddell-Mädchen und hat ein besonderes Auge auf Alice geworfen. Sie freut sich insgeheim darüber, denn sie mag Dodgson sehr. Obwohl das den Ärger und Zorn von Ina auf Alice zieht. Sie ist drei Jahre älter und hält sich für viel erwachsener und hat dementsprechend auch mehr Ansprüche auf Mr. Dodgson. Aber mit den Jahren ist nicht nur Ina verärgert über den Umgang der Mädchen mit dem ruhigen Mann, sondern auch ihre Mutter beobachtet die Beziehung ihrer Töchter zum Mathematikdozenten mit Argusaugen. Eines Tages erzählt Mr. Dodgson auf einem Bootsausflug den Kindern die Geschichte von Alice im Wunderland. Nach langem Drängen von Alice schreibt er sie nieder und erlangt damit Weltruhm. Melanie Benjamins Roman ist in drei große Teile aufgeteilt, in welchen das Leben von Alice als kleines Kind (Oxford, 1859), als junge Frau (Oxford, 1875)und als alte Dame (Cuffnells, 1914) erzählt wird. Teil 1 hat sich für mich als Leser etwas gezogen. Alice ist ziemlich aufgeweckt, aber ihre kindliche Welt ist dennoch sehr naiv. Sie versteht noch nicht wie sie sich in der Gesellschaft verhalten soll und will lieber im Freien herumtollen und sich im Gras wälzen. Dennoch war auch dieser Abschnitt spannend zu lesen, denn durch die Augen der naiven kleinen Alice mit ihren sieben bis elf Jahren erfährt der Leser nur Bruchstücke, erkennt, wie verwirrend die sozialen Konventionen jener Zeit für ein Kind sind, dem nicht alles eröffnet wird, weil man nicht darüber spricht. Teil 2 – Alice‘ Leben nach dem Bruch mit Dodgson und ihre Liebe zu Prinz Leopold – hat mich besonders mitgenommen. Ich habe mit Alice gefühlt und ich war wirklich an das Buch gefesselt. Immer wieder taucht die Frage auf, was damals – als sie noch ein Kind von elf Jahren war – geschehen ist. Weshalb besucht Mr. Dodgson sie nicht mehr, warum liebt ihre Mutter sie nicht so wie früher und weshalb meint diese, dass ihre Schwester Edith weit besser für den Prinzen geeignet ist? Welche Vergangenheit schleppt Alice mit sich herum, an die sie sich nicht wirklich erinnern kann, die sie vielleicht verdrängt hat oder die ihr kindliches Gemüt nicht im vollen Ausmaß fassen konnte? Im letzten Teil versucht die Autorin Melanie Benjamin dann dem Geheimnis nachzugehen, über das auch Aufzeichnungen nicht vollends Auskunft geben. Dieser Teil ist ein weiterer Lebensabschnitt, in dem Alice eine alte Frau ist, verheiratet und Kinder hat. Sie blickt auf ihre Vergangenheit zurück, ist teilweise schockiert, erkennt aber auch, dass sie ein schlechteres Leben hätte führen können. Dennoch bleibt die Unzufriedenheit zurück, dass sie immer noch – selbst mit 88 Jahren – in den Augen der Menschen DIE eine Alice im Wunderland ist. Nach der Lektüre dieses Buches sieht man Alice und auch Lewis Carroll in einem anderen Licht. Alice und ich blickt hinter die Kulissen eines der wohl bekanntesten Bücher der Welt. Fazit: In ihrem Roman Alice und ich beschreibt Melanie Benjamin auf lebhafte Weise das Leben der wahren Alice, die in Oxford aufgewachsen ist. Sie sucht die Bruchstücke zusammen, die bis heute überdauert haben und Hinweise darauf geben, warum es zum Bruch zwischen dem Autor der weltberühmten Kindererzählung und der Dekansfamilie Liddell gekommen ist. Besonders ihre Jahre als junge Dame haben mich sehr berührt. Nach der Lektüre von Alice und ich, sieht man die Alice im Wunderland wohl aus einer neuen Perspektive.

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Leserrezension2010

    Leserrezension2010

    16. August 2010 um 15:56

    A19 Melanie Benjamin: Alice und ich Kategorie: Allgemein Alice Liddell ist die mittlere der drei Töchter des Dekans von Christ Church in Oxford und dessen Frau. Sie und ihre Schwestern verbindet eine tiefe Freundschaft mit Charles Dogdson, einem Mathematikprofessor und Fotografen. Doch immer wieder kommt es auch zu Rivalitäten zwischen Alice und ihrer älteren Schwester Ina, liegt beiden doch sehr viel an ihm. Derweil führt dieser die Mädchen aus, erzählt ihnen Geschichten … unter anderem die von Alice im Wunderland, die er später auch veröffentlicht und damit weltweite Berühmtheit erlangt. Was danach kommt, ist jedoch weit vom Wunderland entfernt. Durch einen Vorfall an einem Sommertag kommt es zum Bruch zwischen Mr. Dogdson und der Familie Liddell, der die Geschehnisse noch sehr lange Zeit beeinflussen wird – und Alice’ Wunderland scheinbar zerstört. Ich war überrascht, wie sehr mir ein Kind doch ans Herz wachsen kann, bin ich normalerweise alles andere als ein Kinderfreund. Doch schon zu Beginn zeichnet die Autorin Alice lebendig und sympathisch, man schließt das kleine Mädchen mit dem klugen Kopf einfach ins Herz und kommt nicht umhin, ihr Leben mit Spannung zu verfolgen. Geteilt ist das Buch in drei verschiedene Abschnitte aus Alice’ Leben: einmal sie als Kind, als junge Frau und als alte Dame. Während all dieser Teile ist die Entwicklung der Protagonisten sehr deutlich zu spüren; sie lebt und wird Fleisch, statt ein Name auf dem Papier zu bleiben. Besonders deutlich wird der Bruch, der zwischen ihrem kindlichen und jüngerem Ich aber auch zwischen ihr, ihrer Familie und Lewis Carroll alias Mr. Dogdson stattfindet. Plötzlich ist alles Kindliche verloren und Alice wird genau das, was sie früher doch gar nicht sein wollte. Im Zentrum dieser Entwicklung steht immer wieder die Geschichte von Alice aus dem Wunderland und damit einhergehend sie selbst als Vorbild für dieses Abenteuer und Mr. Dogdson als Autor. Bis zum Ende hin ist nicht ganz klar, was genau geschah, dass sich die Verhältnisse so rapide verschlechtern und Alice’ Leben bis ins hohe Alter hin belasten. Man kann sich zwar seinen Teil denken und ich wage zu bemängeln, dass Dogdsons Darstellung stellenweise unglücklich vorgenommen wurde, doch eröffnet sich die ganze Tragweite, all die Kleinigkeiten, die sich zur großen Katastrophe zusammenschlossen, erst am Ende – wenn Alice es schafft, doch zu sich selbst zu finden. Leider kommt es mit der zunehmenden Abhärtung (dem Erwachsenwerden) von Alice auch zu einer gewissen Distanz zwischen Protagonistin und Leser. Man versteht sie und verfolgt die Geschichte weiterhin gespannt, doch fühlt man es ihr nicht nach. Ihre wahren, echten Gefühle bleiben unerreichbar und man muss sich mit einem Kratzen an der Oberfläche zufrieden geben. Hinzu kommt, dass einige Satzgruppen und Gedanken Wort für Wort wiederholt werden, ohne dass es als stilistischen Mittel zur Geschichte und der Nahebringung dieser beitragen würde. Dennoch ist „Alice und ich“ ein sehr interessantes und gelungenes Buch. Selbst wenn nicht alles, was im Roman geschieht, historisch belegt ist, wirkt die Geschichte schlüssig und korrekt, was der Autorin sehr zugute zu halten ist. Daher, und da es wieder eines dieser Bücher ist, das so ein wunderschönes, bittersüßes Gefühl hinterlässt, verdient das Buch meiner Meinung nach vier von fünf Sternen. Nicht nur für Fans des Klassikers lohnendes Lesefutter!

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    bücherelfe

    bücherelfe

    01. August 2010 um 12:45

    „Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Klingt das undankbar? Gewiss. Aber ich bin es wirklich leid." Dass ein Buchcover mich magisch anzieht, ist eher selten. Bei „Alice und ich“ ist genau das passiert. Dem Inhalt habe ich mich eher zögerlich genähert, denn was aussen so toll aussieht, kann eigentlich nur enttäuschen. Aber weit gefehlt. Mit dieser Mischung aus Roman und Biografie, hat Melanie Benjamin eine zauberhafte Geschichte geschaffen. Sie erzählt die Entstehungsgeschichte von Lewis Caroll's „Alice im Wunderland“ und ist geschrieben aus der Ich-Perspektive von Alice Liddell. Charles Lutwidge Dodgson, der später unter dem Künstlernamen Lewis Caroll „Alice im Wunderland“ veröffentlicht, arbeitet als Mathematikprofessor in Oxford, wo Alice Liddell zusammen mit ihrer Familie ein behütetes, privilegiertes Leben führt. Seine grosse Leidenschaft gehört der Fotografie. Mit Alice's Familie verbindet ihn eine enge Freundschaft. Ganz besonders zugetan ist er den drei Töchtern der Familie. Er verbringt viel Zeit mit den dreien, gibt aber vor allem Alice das Gefühl, sie sei etwas ganz Besonderes. Bei einem Ruderausflug erzählt er ihnen wie so häufig eine Geschichte – er ist ein sehr begabter Geschichtenerzähler - und Alice, die ihn sowieso schon anhimmelt, hängt förmlich an seinen Lippen. Diese neue Geschichte ist so aussergewöhnlich, dass sie ihn drängt, diese aufzuschreiben. „Aber du wirst dich nicht ändern, Alice, oder? Du wirst nicht wie die anderen werden? Du bist anders – warst als Kind schon alt und weise. Da ist es nur folgerichtig, dass du im Alter jung sein wirst“. Als Alice 11 und Dodgson 31 Jahre alt sind, passiert etwas, was diese ganz engen Bande zwischen den beiden schlagartig zerstört und was ihrer beider Leben nachhaltig beeinflussen wird. Die Alice aus „Alice im Wunderland“ zu sein, scheint wie ein Fluch auf Alice's Leben zu liegen. Statt ihrer grossen Liebe – Königin Viktoria's jüngsten Sohn Prinz Leopold – heiratet sie einen reichen Gutsbesitzer. „All dies gehörte mir, einfach nur, weil ich eingewilligt hatte, einen Mann zu heiraten, den ich zwar nicht liebte, der aber letztlich der Einzige war, der mich je gefragt hatte“. Was ist an diesem „Alice im Wunderland“ dran, dass die erwachsene Alice es nicht über sich bringt, die Geschichte ihren Kindern vorzulesen? Fazit: Eine hinreissende Romanbiographie. Lesen!

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Shiku

    Shiku

    05. June 2010 um 00:56

    Alice Liddell ist die mittlere der drei Töchter des Dekans von Christ Church in Oxford und dessen Frau. Sie uns ihre Schwestern verbindet eine tiefe Freundschaft mit Charles Dogdson, einem Mathematikprofessor und Fotografen. Doch immer wieder kommt es auch zu Rivalitäten zwischen Alice und ihrer älteren Schwester Ina, liegt beiden doch sehr viel an ihm. Derweil führt dieser die Mädchen aus, erzählt ihnen Geschichten … unter anderem die von Alice im Wunderland, die er später auch veröffentlicht und damit weltweite Berühmtheit erlangt. Was danach kommt, ist jedoch weit vom Wunderland entfernt. Durch einen Vorfall an einem Sommertag kommt es zum Bruch zwischen Mr. Dogdson und der Familie Liddell, der die Geschehnisse noch sehr lange Zeit beeinflussen wird – und Alice’ Wunderland scheinbar zerstört. Ich war überrascht, wie sehr mir ein Kind doch ans Herz wachsen kann, bin ich normalerweise alles andere als ein Kinderfreund. Doch schon zu Beginn zeichnet die Autorin Alice lebendig und sympathisch, man schließt das kleine Mädchen mit dem klugen Kopf einfach ins Herz und kommt nicht umhin, ihr Leben mit Spannung zu verfolgen. Geteilt ist das Buch in drei verschiedene Abschnitte aus Alice’ Leben: einmal sie als Kind, als junge Frau und als alte Dame. Während all dieser Teile ist die Entwicklung der Protagonisten sehr deutlich zu spüren; sie lebt und wird Fleisch, statt ein Name auf dem Papier zu bleiben. Besonders deutlich wird der Bruch, der zwischen ihrem kindlichen und jüngerem Ich aber auch zwischen ihr, ihrer Familie und Lewis Carroll alias Mr. Dogdson stattfindet. Plötzlich ist alles Kindliche verloren und Alice wird genau das, was sie früher doch gar nicht sein wollte. Im Zentrum dieser Entwicklung steht immer wieder die Geschichte von Alice aus dem Wunderland und damit einhergehend sie selbst als Vorbild für dieses Abenteuer und Mr. Dogdson als Autor. Bis zum Ende hin ist nicht ganz klar, was genau geschah, dass sich die Verhältnisse so rapide verschlechtern und Alice’ Leben bis ins hohe Alter hin belasten. Man kann sich zwar seinen Teil denken und ich wage zu bemängeln, dass Dogdsons Darstellung stellenweise unglücklich vorgenommen wurde, doch eröffnet sich die ganze Tragweite, all die Kleinigkeiten, die sich zur großen Katastrophge zusammenschlossen, erst am Ende – wenn Alice es schafft, doch zu sich selbst zu finden. Leider kommt es mit der zunehmenden Abhärtung (dem Erwachsenwerden) von Alice auch zu einer gewissen Distanz zwischen Protagonistin und Leser. Man versteht sie und verfolgt die Geschichte weiterhin gespannt, doch fühlt man es ihr nicht nach. Ihre wahren, echten Gefühle bleiben unerreichbar und man muss sich mit einem kratzen an der Oberfläche zufrieden geben. Hinzu kommt, dass eine Satzgruppen und Gedanken Wort für Wort wiederholt werden, ohne dass es als stilistischen Mittel zur Geschichte und der Nahebringung dieser beitragen würde. Dennoch ist „Alice und ich“ ein sehr interessantes und gelungenes Buch. Selbst wenn nicht alles, was im Roman geschieht, historisch belegt ist, wirkt die Geschichte schlüssig und korrekt, was der Autorin sehr zugute zu halten ist. Daher, und da es wieder eines dieser Bücher ist, das so ein wunderschönes, bitterüsßes Gefühl hinterlässt, verdient das Buch meiner Meinung nach vier von fünf Sternen. Nicht nur für Fans des Klassikers lohnendes Lesefutter!

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Belladonna

    Belladonna

    19. April 2010 um 15:01

    "Alice und ich" erzählt die Geschichte der Alice Liddell. Schon in jungen Jahren ist Alice ein sehr aufgewecktes Mädchen. Oft verbringt sie mit ihrem Schwestern Ina und Edith und ihrem Kindermädchen die Nachmittage. Als Alice sieben Jahre alt ist gesellt sich immer öfter der Mathematikdozent Charles Lutwidge Dodgson (Lewis Carroll) zu den Damen um mit ihnen Ausflüge zu unternehmen, ihnen Geschichten zu erzählen und sie zu fotografieren. Zwischen Alice und Mr. Dodgson entwickelt sich schon früh ein festes Band der Freundschaft. Als Alice sieben Jahre alt ist fotografiert er sie (knapp bekleidet) als Zigeunermädchen, wie sie im Garten herumtollt. An einem anderen Tag bei einem Ruderausflug erzählt Mr. Dodgson die Geschichte von Alice im Wunderland. Die kleine Alice ist begeistert von der wunderschönen Geschichte in der sie die Hauptrolle übernimmt und bittet Mr. Dodgson immer wieder diese aufzuschreiben. Doch schon bald kommt es zum Bruch zwischen der Familie Liddell und Mr. Dodgson. Es kursieren viele Gerüchte und Spekulationen über diesen Vorfall, doch Alice und ihre Eltern äußern sich nicht dazu. Einige Jahre später lernt Alice den jungen Prinz Leopold kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Da auch der Prinz nicht mehr ohne Alice leben kann scheint einer Heirat nichts im Wege zu stehen, doch als die Gerüchteküche über den Vorfall zwischen Alice und Mr. Dodgson ins Königshaus schwappt bleibt Alice das Wunderland versagt.... Die amerikanische Autorin Melanie Benjamin kam durch eine Freundin auf die Idee über die Entstehungsgeschichte von Alice im Wunderland zu recherchieren. Rund um die gesammelten Daten erschafft Melanie Benjamin ein mitreisendes Werk über das Leben von Alice Liddell. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive (Alice) geschrieben. Von ihren Kindertagen an verfolgt man die Gefühle die sich in ihr abspielen. Von Alice's kindlicher Freude über die Entstehung der tiefen Gefühle zu Mr. Dodgson, die sie in so jungen Jahren noch gar nicht richtig deuten kann, rutscht Alice in eine Situation die ihr Leben verändert und sie dazu zwingt schneller erwachsen zu werden wie ihr eigenltich lieb ist. Nun schildert die Autorin die Gedanken und Gefühle einer jungen Frau die sich unsterblich in den Prinzen verliebt. Viele Momente des haderns und des nachgrübelns über die Vergangenheit und vor allem über den Ursprung des Bruchs zwischen Mr. Dodgson und ihrer Familie macht Alice zu schaffen. Immer wieder habe ich mich gefragt was zwischen ihnen passiert sein mag....und konnte mich so sehr gut in die Rolle der Alice hineinversetzen. Gefesselt von der spannenden Schreibweise der Autorin durchlebt man als Leser die ganz eigene Welt der Alice Liddell. Viele Schicksalsschläge muss sie im Lauf ihrer Jugend aber auch ihres Erwachsenenlebens einstecken. Zuerst verliert sie ihre große Liebe Leo und als sie dann doch noch heiratet schenkt sie ihrem Mann drei Jungen wovon zwei im Krieg sterben werden. Melanie Benjamin beschreibt all diese schweren Momente mit so viel Emotionen dass mir mehr als einmal der Atem stockte und Tränen aus meinen Augen kullerten. Im ganzen betrachtet hat mir "Alice und ich" einige schöne Lesestunden beschert, obwohl ich zu Anfang etwas ganz anderes von dem Buch erwartet hätte. Eigentlich bin ich mit dem Eindruck an das Buch herangegangen das sich mystische vielleicht auch magische Ereignisse um das Leben der Alice ranken, doch schon nach einigen Seiten wusste ich das ich es hier mit etwas ganz anderem zu tun hatte...einer richtigen Lebensgeschichte. Mein Fazit: Was steckt hinter der Enstehung des Kinderbuchklassikers "Alice im Wunderland"? In Melanie Bejamin's fesselndem Roman erfährt man einfach alles über das Mädchen das im Wunderland war und dem es dennoch verfährt bleiben sollte.

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    hanghuhn

    hanghuhn

    12. March 2010 um 16:22

    Die amerikanische Autorin Melanie Benjamin erzählt in ihrem Roman „Alice und ich“ das Leben der Alice Liddell. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive: aus der Sicht von Alice. Alice Liddell – das kleine Mädchen, was Lewis Carroll (eigentlich Charles Lutwidge Dodgson) dazu inspiriert hat, Alice im Wunderland zu schreiben. Dodgson pflegte eine intensive Freundschaft zu den drei Schwestern Alice, Ina und Edith. Besonders Alice schien es ihm sehr angetan zu haben. Sie unternahm viel mit dem 20 Jahre älteren Mathematikdozenten und Photographen. Dodgson erzählte den Schwestern gerne Geschichten. Außerdem fotografierte er Alice im Alter von 7 Jahren in nur knapper Bekleidung als Bettlermädchen. Auf einer Ruderfahrt erzählte er die Geschichte, die er später, auf Alice Drängen hin, veröffentlichte und die zu einem Klassiker wurde: Alice im Wunderland. Doch 1863 kommt es zum Bruch zwischen Alice und Dodgson. Was genau der Grund ist, wird man nie erfahren, denn Alice Mutter verbrannte alle Briefe, die er der jungen Alice geschrieben hatte. Niemand aus der Familie äußerte sich zu den Umständen. Dodgsons Erben zerrissen schließlich die Seiten aus dem Tagebuch des Autors, die mit diesem Bruch zu tun hatten. Wie verlief Alice Leben? Das hat Melanie Benjamin meiner Meinung nach hervorragend geschildert. Vieles sind natürlich nur Spekulationen. Hatte Prinz Leopold wirklich Interesse an Alice oder an ihrer jüngeren Schwester Edith? Im Buch jedoch sind die beiden ein Paar, was jedoch auf Wunsch der Königin nicht heiraten darf. Als junge Frau lässt sich Alice wieder von Dodgson fotografieren. Zusammen mit Leopold und ihren Schwestern besuchen sie den Dozenten. Im Buch werden die Gefühle der jungen Frau geschildert. Ich konnte mich in ihre Lage hineinversetzen und immer wieder kam in mir die Frage auf: was war geschehen zwischen den beiden? Hatte der ältere Mann Gefühle für die kleine Alice? War er vielleicht pädophil? Weshalb begegnete er viel später der erwachsenen Alice, inzwischen Mutter von drei Jungen, so distanziert? Wieso konnte er kleine Jungen nicht leiden, dafür aber kleine Mädchen? Und wie mag Alice sich gefühlt haben, immer die Alice aus dem Wunderland zu sein? Zumindest die letzte Frage kann durch das Buch beantwortet werden. Was fiktiv ist und was nicht, weiß ich nicht genau. Aber die Gefühle dürfte die Autorin doch ziemlich gut widergespiegelt haben. Alice, als Kind, die sich nicht richtig von der Mutter geliebt fühlte, die in Dodgson einen Freund gefunden hat, die ihre große Liebe, Prinz Leopold, verlor und schließlich ihre Schwester Edith. Die Alice, die mit 28 Jahren einen Mann heiratete, der in ihr nicht das kleine Mädchen aus dem Buch sah, sondern die Alice, die sie wirklich war. Viele Gefühle werden geschildert. Alice hat zwei Söhne im Ersten Weltkrieg verloren. Man kann sich gut in ihre Lage hineinversetzen. Man spürt den Schmerz der Mutter. Das ganze Buch ist wunderbar geschrieben. Man bekommt einen Einblick in das viktorianische Leben, in das Leben der Alice Liddell. Ich kann es wirklich jedem empfehlen.

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  • Rezension zu "Alice und ich" von Melanie Benjamin

    Alice und ich
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. February 2010 um 18:42

    Jeder Autor braucht seine Muse. Und dies ist ein Roman über Alice, wie sie in das Wunderland hinein und wie sie auch wieder hinaus kam. Sehr gefühlvoll geschrieben, ein Buch für alle Jane Austen Fans.