Melanie Brosowski Ferner als der Horizont

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Inhaltsangabe zu „Ferner als der Horizont“ von Melanie Brosowski

Irland im Jahre 1848. Die Große Hungersnot, auch An Gorta Mór genannt, hat die grüne und umkämpfte Insel fest im Griff. Täglich sterben tausende Menschen, ganze Landstriche sind entvölkert. Männer verlassen ihre Familien oder bringen sich um, weil sie das Leid nicht länger mehr ansehen können. Frauen verkaufen ihre Körper, für ein schimmeliges Stück Brot oder einen faulen Apfel. Auch Caitlin O´Leary weiß nicht mehr, wie sie ihren Mann und ihre Kinder ernähren soll nund so beschließen sie, in die Neue Welt auszuwandern. Auf einem Coffin Ship, zusammengepfercht auf engstem Raum mit über 200 anderen Auswanderern, bei sich nur einige wenige Habseligkeiten, segeln sie der erhofften besseren Zukunft entgegegen. Doch die Strapazen des Trecks stehen ihnen noch bevor. Und als Banditen ihre Wagenkolonne überfallen, scheint das Ende gekommen zu sein

Eine faszinierende, packende, fesselnde, ergreifende und einfach tolle (fiktive) Geschichte vor dem historischem Hintergrund der großen Hungersnot in Irland 1848 und den - verzweifelt flüchtenden - Auswanderern Irlands; ihre große Hoffnung: Amerika. Wer hier "nur einen Western" vermutet dem entgeht ein beeindruckendes, bestens recherchiertes, bewegendes Buch und ein erstklassiger Lesegenuss. (5 Sterne & meine Rezension folgt noch).

— BTOYA
BTOYA

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  • Rezension zu "Ferner als der Horizont" von Melanie Brosowski

    Ferner als der Horizont
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. October 2010 um 10:41

    1847 - in der Gegend von Salt Lake City. Die Blutspuren sind schon etwas älter. In einiger Entfernung grast ein Rappe. Der Schwerverletzte zielt auf den Rancher, doch er zögert und überlegt, ob er nicht seine Rettung sein könnte. Aber sein Misstrauen siegt für den Moment. Halb verhungert und im Fieber bedroht er den Rancher erneut und schickt ihn fort. Dieser geht zum Schein darauf ein, wendet sich ab, und schlägt im nächsten Moment zu. Heath Scarid sieht sich die Wunde des Bewusstlosen an und ihm ist sofort klar, dass der junge Mann einen Transport in die nächste Stadt nicht überleben wird. Also muss er die Sache selbst in die Hand nehmen. Auf seiner Ranch angekommen, reinigt er sofort die Wunde und holt die Kugel heraus. Johnny Cooper wacht nach zwei Tagen auf und hat zunächst keine Erinnerung mehr an das, was geschehen war. Statt dessen fragt er sich, wie sich die selbstlose Hilfsbereitschaft des Ranchers erklären mag und wieso er ihn weder nach seinem Namen fragt, noch sich für die Gründe seiner Verletzung und seiner zahlreichen Narben interessiert. Was Cooper nicht weiß, ist die Tatsache, dass Heath Scarid den erbärmlichen Zustand seinen Rückens längst bemerkt hat. Und er hat sehr genau hingesehen. Ihm war sofort klar, dass er es hier nicht mit einem gezüchtigten Soldaten oder einem Straftäter zu tun hat. Dazu sind die Narben zu alt ... Schließlich bietet Scarid Cooper einen Job an, doch mit Vormann Callahan, der ihn für einen entlaufenen Sträfling hält, gibt es prompt Ärger. In seinem Boss findet er aber einen starken Verbündeten und den ersten Menschen, der sich für ihn einsetzt. Schließlich kommt es zu einem längeren Gespräch mit dem Rancher und Johnny packt aus. Er erzählt von seiner Kindheit und dem gewalttätigen Vater sowie von den dramatischen Ereignissen, die ihn von zu Hause vertrieben haben. Doch auch Scarid hat eine Vergangenheit, und diese ist noch weitaus grausamer, als die Geschichte des jungen Cooper. Der Mann, der ihm dies angetan hat, wurde nicht einmal gefasst ... Während nicht wenige Menschen in der "neuen Welt" scheitern, gehen in der "alten Welt" die Lichter ganz aus. Die endgültige Katastrophe kündigt sich im Sommer 1846 an. Gott scheinen die Gebete der Menschen in Irland wieder einmal nicht zu interessieren, denn nun schickt er auch noch die Kartoffelpest auf die Insel. Es mag eine seiner "Prüfungen" sein, wie standhaft Gläubige auch in diesen schlimmen Tagen ihre Lage interpretieren. Mehr bleibt ihnen auch nicht übrig. Caitlin O'Toole heiratet im Frühjahr 1829. Es ist nicht ihr Traummann, doch wen interesssiert das schon. In jenen Tagen wurden Frauen geheiratet - ob sie wollten oder nicht. Liebe spielte keine Rolle. Haushalt und Kinderkriegen waren angesagt. Eine Lebensaufgabe ... in durchaus mehrdeutiger Auslegung. Caitlin und Pádraig O'Leary bringen es immerhin zu bescheidenem Wohlstand. Sie bewirtschaften einen kleinen Gemüsegarten, den Kartoffelacker, die Kornfelder und halten sich Blackface-Schafe. 1845 kommt der große Regen und die Ernüchterung. Pádraig bringt schlechte Nachrichten mit nach Hause. Der größte Teil der Kartoffel- und Haferernte ist für dieses Jahr verloren. Wer sich nur auf die Kartoffeln verlassen hat, bekommt schon jetzt Probleme. Die O'Learys haben noch genug andere Vorräte und das Fleisch der Tiere. Noch können sich die Kinder satt essen, doch leider ändert sich die Lage auch in den nächsten Jahren nicht. 1848 wagen auch sie die Flucht vor dem sicheren Tod in der Heimat. Die Kinder fragen: "Mama, wohin gehen wir?" Das von den Engländern als Kornkammer ausgebeute Land hat nun gar nichts mehr. Die irischen Pächter bezahlten ihre Pacht bisher mit Korn und tierischen Produkten, die Kartoffeln durften sie zum Eigengebrauch behalten. Doch nun können sie weder ihren Hunger stillen noch ihre Schuld begleichen, was jetzt auch noch zu unerbittlicher Vertreibung durch die Unterdrücker führt. Es gibt keine Lebensgrundlagen mehr, viele Menschen nehmen sich das Leben und Frauen verkaufen sich für eine Handvoll Kartoffeln und ein Stück Fleisch. Ganze Landstriche sterben vollständig aus. Bis ca. 1850 sterben etwa 1.000.000 Iren den Hungertod und weitere 1,5 Millonen wandern in die USA, Kanada oder Australien aus. Ein Roman von einer solchen Intensität ist nicht gerade alltäglich. Man fragt sich, was hat dieses Land nur getan, um immer wieder bestraft zu werden. Melanie Brosowski beschreibt, im Rahmen einer fiktiven Handlung, mit dramatischer Wucht und Eindringlichkeit die schon fast vergessene Tragödie der Iren, welche bereits unter den Wikingern und Normannen viel Leid zu ertragen hatten. Durch die Politik englischer Großgrundbesitzer endgültig ruiniert, flüchtet ein Volk aus dem eigenen Land. Die Autorin lässt uns sehr direkt an dieser Reise ins Ungewisse teilnehmen - die Angst, Aussichtslosigkeit und Verzweiflung jener Tage bringt sie uns in die Gegenwart zurück und weit mehr als eine Ahnung davon, was die Menschen damals durchgemacht haben. Ihre Figuren sind sehr glaubwürdig und lebendig. Die Dialoge niemals künstlich oder aufgesetzt. Aus zwei Perspektiven schildert sie die steinigen Wege der Familien Cooper und O'Toole. Eine lebt bereits in der neuen Welt und die andere ist auf dem Weg dorthin. Cronologisch beschreibt sie deren Werdegang ab 1815 bzw. 1825 im Wechsel. Hochinteressant, was sich zeitgleich auf verschiedenen Kontinenten zuträgt, zumal es keinerlei Verbindung zwischen den Familien gibt. Noch nicht. Denn eines Tages, nach einer erneuten Tragödie, kreuzen sich die Wege ... Das Buch endet 1850. Ohne Inhaltliches über den Schluss verraten zu wollen, will ich ausnahmsweise die letzten Seiten erwähnen. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Roman zu beenden. Melanie Brosowski geht aber nicht nur einen Weg. Sie wählt gleich vier Perspektiven, indem sie ein Happy End mit einem offenen Ende, einem Gedankensprung zurück zur ersten Seite sowie einer Assoziation zum Titel vereint. Sehr gelungen, wie ich meine, denn dem Leser bleiben neben dem glücklichen Ende weitere Handlungsstränge. Das Buch mag im Regal verschwinden, doch die Geschichte geht weiter ... © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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  • Rezension zu "Ferner als der Horizont" von Melanie Brosowski

    Ferner als der Horizont
    Tshael

    Tshael

    03. December 2009 um 17:34

    Mein Debütroman, erschienen 2009

    Inhalt: Die Große Hungersnot hat Irland fest im Griff. Täglich sterben unzählige Menschen und auch Caitlin O’Leary weiß nicht mehr, wie sie ihre Familie ernähren soll. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern beschließt sie schließlich in die Neue Welt auszuwandern. Doch auf dem Treck Richtung Westen werden sie überfallen …