Melanie McGrath

 4.1 Sterne bei 53 Bewertungen
Autorin von Im Eis, Zeichen im Schnee und weiteren Büchern.
Melanie McGrath

Lebenslauf von Melanie McGrath

Melanie McGrath wird in Rumford, Essex als drittes von vier Kindern geboren. Nach ihrem Schulabschluss studiert sie in Oxford Politik, Philosophie und Wirtschaft und beginnt, erste Essays zu schreiben. Als Journalistin verfasst sie für diverse britische Zeitungen und ist zudem als Radio-Redakteurin tätig. Zeitweise hat McGrath Kurse in kreativem Schreiben gegeben. Auf ihre preisgekrönten Sachbücher folgt mit "Im Eis" ihr Romandebüt. Melanie McGrath lebt und arbeitet in London.

Alle Bücher von Melanie McGrath

Im Eis

Im Eis

 (45)
Erschienen am 01.10.2013
Zeichen im Schnee

Zeichen im Schnee

 (8)
Erschienen am 01.10.2014
Hopping

Hopping

 (0)
Erschienen am 04.02.2010
Motel Nirvana

Motel Nirvana

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Erschienen am 01.08.1997
The Long Exile

The Long Exile

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Erschienen am 01.10.2007
The Long Exile

The Long Exile

 (0)
Erschienen am 08.04.2008

Neue Rezensionen zu Melanie McGrath

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G

Rezension zu "Im Eis" von Melanie McGrath

Krimi mit viel Arktis-Hintergrund
Gisevor 4 Monaten

Die Inuk-Frau und erfahrene Arktis-Jägerin Edie führt zwei amerikanische Touristen zu einem Jagdausflug auf Ellesmere Island, ein paar Kilometer südlich des Nordpols. Einer der Männer stirbt dabei, die Umstände seines Todes bleiben ungeklärt. Edie jedoch fühlt, dass etwas dabei nicht stimmt. Es soll auch nicht der letzte Tote bleiben. Die Inuk-Frau sucht nach der Wahrheit…


Laut Covertext ist es vor allem die Arktis, die in diesem Buch „die eigentliche Heldin“ sei. Es ist auf jeden Fall eine Welt, die mir völlig fremd ist in meinem mitteleuropäischen Zuhause. Die Dorfgemeinschaft auf Ellesmere Island ist deshalb ein Abenteuer, das fasziniert, aber auch abschreckt, wenn Melanie McGrath die Auswirkungen des Alkohols auf die Bevölkerung schildert. Die Autorin hat wohl akribisch über Edies Lebenswelt recherchiert, denn diese erscheint mir völlig logisch. Etwas weniger erfreut hat mich die Beschreibung der Essgewohnheiten der Protagonistin – das war mir dann doch zu fremd.

Das Buch verspricht auch den Vergleich mit „Fräulein Smilla“, und die Parallelen dieser beiden Bücher sind offensichtlich. Beide „Ermittlerinnen“ haben sich selbst dazu berufen und handeln aus eigener Überzeugung und gegen den Willen derer, die eigentlich ermitteln sollten. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Parallelen nicht ganz so offensichtlich wären.

Das Buch ist sicherlich empfehlenswert, wenn man nach einem Krimi sucht in einer für uns völlig fremden Welt und mit dem Hintergrund der Arktis. Wer dies nicht genießen kann, wird sich mit diesem Krimi eher schwer tun. 

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Gulans avatar

Rezension zu "Im Eis" von Melanie McGrath

Eiswüste.
Gulanvor einem Jahr

„Ich würde dich nicht bitten, wenn ich keine Hilfe brauchte.“ Ihre Miene war plötzlich wild, sie packte sein Gesicht und schüttelte es. „Hast du vergessen, wer wir sind? Inuttigut. Wir sind Inuit. Wir bewohnen eine Stätte, die übersät ist mit Knochen, mit Seelen, mit Erinnerungen an Vergangenes. Hier stirbt nichts, hier verrottet nichts, Knochen nicht, Plastik nicht, Erinnerungen nicht. Wir leben inmitten unserer Geschichten. Das ist ein Geschenk. Anders als der größte Teil der Welt können wir unseren Geschichten nicht entkommen, Derek.“ Sie nahm seine Hand. „Wir müssen wissen, wie Joes Geschichte ausgeht. Deswegen müssen wir ihn ausgraben.“ (S.390-391)

Die Inuk-Frau Edie Kiglatuk ist eine erfahrene Jägerin und wird daher regelmäßig für Jagdausflüge im Süden der arktischen Ellesmere-Insel gebucht. Bei einem dieser Ausflüge mit zwei Amerikanern wird einer der Männer von einer Kugel tödlich verwundet. Die Dorfgemeinschaft und insbesondere der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Autisaq wollen eine offzielle Untersuchung vermeiden, so dass der Tod als Unfall abgehandelt wird. Edie beugt sich, kann dies aber nur schwer akzeptieren.


Wenige Wochen später wird sie erneut engagiert, diesmal zusammen mit Joe, dem Sohn ihres Ex-Partners. Mit dabei ist auch wieder der überlebende Amerikaner aus dem vorherigen Ausflug. Doch als dieser in einem Schneesturm vermisst wird und Joe völlig entkräftet und verwirrt zurück ins Dorf und kurz darauf offenbar mit Tabletten Selbstmord begeht, ist Edie voller Trauer und Wut fest entschlossen, die Ungereimtheiten nicht länger zu ignorieren und der Wahrheit auf die Spur zu kommen.


Hintergrund

Die Autorin Melanie McGrath arbeitet als Journalistin für diverse britische Zeitungen. Als Schriftstellerin begann sie zunächst als Sachbuchautorin. In ihrem 2006 erschienenen Buch „The Long Exile“ beschreibt McGrath ein Umsiedlungsprogramm der kanadischen Regierung Anfang der 1950er Jahre von einigen Inuitfamilien aus der nördlichen Provinz Quebec in die Arktis. Damals wollte die Regierung mit der Umsiedlung unter anderem die Besitzansprüche in der Arktis zementieren. Ein heute sehr umstrittenes Projekt, denn die Familien wurden in ein für sie unbekanntes Terrain versetzt und die versprochene Unterstützung war nicht ausreichend. Diese Hintergrundrecherchen nutzte McGrath zur Konzeption einer Krimiserie mit der Inuk Edie Kiglatuk. Edies fiktives Heimatdorf Autisaq ist deutlich angelehnt an den damals im Zuge der Umsiedlung gegründeten Ort Grise Fiord an der Südspitze von Ellesmere Island. „Im Eis“ ist der Auftakt einer Trilogie, der zweite Teil heißt „Zeichen im Schnee“, der dritte Teil „The Bone Seeker“ wurde noch nicht ins Deutsche übersetzt.


Ausnahmsweise beginne ich mal mit dem Aspekt, der mich nicht ganz überzeugt hat: Der Plot. Es geht, so viel darf ich verraten, in diesem Roman natürlich um die Ausbeutung der Arktis, die Gier nach Bodenschätzen. Das allein bietet schon ausreichend Stoff. Doch letztlich spielen weitere Motive eine Rolle bei den gewalttätigen Ausbrüchen in diesem Buch. Dadurch wird der Plot aus meiner Sicht unnötig verkompliziert und es leidet meiner Meinung nach auch eines bisschen die Plausibilität. Man hätte es etwas stringenter und präziser erzählen können.


Die Jägerin

Überzeugend ist hingegen die Wahl der Protagonistin. Die Inuk Edie Kiglatuk ist eine Frau in den Dreißigern, die als Hilfslehrerin und Führerin für (Jagd-)Expeditionen arbeitet. Sie lebt getrennt von ihrem Ex-Mann Sammy. Besonders zu dessen Sohn Joe hat sie noch ein sehr enges Verhältnis. Edie ist eine Außenseiterin in Autisaq, sie ist eine selbstbewusste Frau und eine exzellente Jägerin, was von den Dorfältesten und insbesondere vom machtbewussten Bürgermeister Simeonie misstrauisch gesehen wird. Sie hatte wie so viele ein Problem mit zu viel Alkohol, das sie eigentlich in den Griff bekommen hat. Aber angesichts des Todes von Joe bricht eine gewisse Depression und auch ihr Alkoholproblem wieder auf. Letztlich überwindet sie ihre Depression und Lethargie, indem sie alles daran setzt, die Verantwortlichen für diese Tode zu ermitteln. Dabei ist ihr trotz einiger Widerstände der verantwortliche Polizist vor Ort, Derek Pallister, behilfreich. Edie Kiglatuk erweist sich als optimale Hauptfigur, eine starke, widerspenstige Frau mit großem Herz, ihren kleinen Fehlern und inneren Dämonen.


Die Arktis

Bei den Einheimischen hieß es, der Unterschied zwischen Inuit und Südlern sei, dass Südler Eis für gefrorenes Wasser hielten, während Inuit wussten, das Wasser nur geschmolzenes Eis war. (S.145)

Ein großer Pluspunkt des Romans ist außerdem sein Schauplatz. Ellesmere Island gehört zu den größten Inseln der Welt und ist gleichzeitig einer der einsamsten Orte. In der Sprache der Inuit heißt die Insel Moschusochsenland. Es ist eine Kältewüste mit Stein, Geröll und Eis, umgeben von arktischen Gewässern mit mächtigem Schelfeis (allerdings wird die Erderwärmung und die Klimaveränderung immer wieder im Buch nebenbei thematisiert). Eine imposante Landschaft, aber McGrath hat dieses Buch bewusst aus Sicht der Einheimischen geschrieben, um die Umgebung nicht zu verklären. Bei aller Bewunderung für die Landschaft ist immer klar, dass dies hier ein gefährlicher, feindseliger Ort ist. Die Autorin gibt zudem einen Einblick in die Lebenswelt der Inuit, die hier mühselig ihr Dasein fristen und sich im Buch immer mal wieder abfällig über die 'qalunaat', die Menschen aus dem Süden, äußern, die sich selbst bei gutem Willen nicht wirklich in die Lebensumstände der Einheimischen hineinversetzen können. Diese sind im Wesentlichen durch die äußeren Gegebenheiten beeinflusst. Der Autorin spart nicht aus, dass es zahlreiche Probleme in der dörflichen Inuit-Gemeinschaft gibt: Armut, Verwahrlosung, Alkohol, Drogen. Dennoch gibt sie den Inuit ein Gesicht und letztlich über Edie und Derek auch das Heft des Handelns in die Hand.


Das ist alles sehr überzeugend beschrieben, immer wieder sind auch Wörter in Inuktitut, der Sprache der Inuit, eingeflossen. Im Nachwort wird auch die Kompliziertheit dieser Sprache erklärt und die beiden Übersetzerinnen danken einem Glaziologen für die Hilfe, bei der Übersetzung so mancher Fachbegriffe. Trotz meiner Abstriche beim Plot kann ich „Im Eis“ als spannenden, mitreißenden Thriller auf jeden Fall empfehlen. Vor allem die starke Hauptfigur Edie und der eindrucksvolle Schauplatz in der Arktis machen den Reiz dieses Buch aus.

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TochterAlices avatar

Rezension zu "Im Eis" von Melanie McGrath

Ein Krimi, der aus der Kälte kommt
TochterAlicevor 3 Jahren

Edie Kiglatuk ist eine Reiseleiterin der besonderen Art: sie führt Touristen, vor allem Jäger, durch die kanadische Hocharktis. Nicht leicht: wird doch ihre Kompetenz in Frage gestellt, weil sie eine Frau ist. Und die männliche Konkurrenz ist groß und beäugt sie überaus kritisch, ohne bislang einen nennenswerten Schwachpunkt, an dem man sie packen könnte, gefunden zu haben. Doch nun wird ein amerikanischer Tourist angeschossen und erliegt seinen schweren Verletzungen.

Bereits auf den ersten Seiten des Buches lässt sich erahnen, dass nun eine schwere Zeit für Edie und ihren Stiefsohn Joe, einen Sanitäter in Ausbildung, anbricht. Joe wurde in den Fall nur involviert, weil er Edie helfen wollte und gerät nun zusammen mit seiner Stiefmutter selbst in die Schußlinie. Doch es kommt noch viel, viel schlimmer: Edie wird sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht so stark in den Fall hineingezogen, dass sie kaum noch einen Ausweg sieht. Aber sie gibt nicht auf - ihre Ermittlungen führen sie kreuz und quer durch die Arktis bis nach Grönland und sie begegnet reihenweise Figuren, die ähnlich skurril und ungewöhnlich sind wie sie selbst - allen voran Derek Palliser, dem Chef der lokalen Polizeistation.

Ein spannender Krimi mit jeder Menge Polarkreis- und Eskimo-Lokalkolorit - obwohl die Geschichte zeitweise ein bisschen behäbig daherkommt, kommen jede Menge Überraschungen auf den Leser zu. Als kleine Beeinträchtigung des Lesevergnügens erscheinen zunächst die Klischees, mit denen die kanadische Autorin Melanie McGrath ihre Darstellungen gespickt hat - Eskimos und ihr Alkoholproblem, Iglu-Bauen, exotische Gerätschaften und Speisen, die verschiedenen Sorten von Schnee - diese Thematik zieht sich geballt durchs ganze Buch, wirken sich letztlich aber doch eher bereichernd auf den Plot aus, da das Hintergrundwissen der Autorin beeindruckend groß ist. Was ein bisschen stört, sind die zahlreichen Inuit-Wörter, die nicht immer erläutert werden - hier wäre ein Glossar am Ende des Buches hilfreich gewesen. Insgesamt jedoch ein gelungener Krimi der besonderen Art mit einer absolut ungewöhnlichen Heldin - hoffentlich wird daraus eine kleine Serie!

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