Die Stimmlosen

von Melanie Metzenthin 
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Die Stimmlosen
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Stimmige Fortsetzung, kommt aber nicht an den ersten Teil heran.

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Tiefgründig, bewegend und sprachschön

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Inhaltsangabe zu "Die Stimmlosen"

Nach dem erfolgreichen BILD-Bestseller »Im Lautlosen« erschafft Melanie Metzenthin ein bewegendes Nachkriegsportrait über Menschlichkeit, Versöhnung und die Liebe zur Medizin.

Hamburg, 1945: Der Krieg ist zu Ende und die Naziherrschaft endlich vorbei. Doch in der Familie von Richard und Paula Hellmer kommt an diesem ersten Weihnachtsfest im Frieden keine rechte Freude auf. Zu beengt sind die Wohnverhältnisse, zu groß der Mangel an Lebensmitteln und warmer Kleidung. Vor allem Richard macht sich Sorgen – nicht nur um seine Familie. Er, der im dritten Reich als Psychiater immer wieder sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, um Menschen zu retten, muss feststellen, dass die alten Seilschaften sich nahtlos in die neuen Machtverhältnisse eingegliedert haben. Überzeugt, das Richtige zu tun, sagt er in einem Prozess gegen seinen Erzfeind Chefarzt Krüger aus und muss sich zu seinem Entsetzen plötzlich für sein eigenes Tun rechtfertigen. Unterdessen stellen seine Frau Paula und sein bester Freund Fritz eine medizinische Versorgung ganz eigener Art auf die Beine – gefährlich und nicht immer legal …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9782919801343
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Tinte & Feder
Erscheinungsdatum:17.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 05.07.2018 bei Amazon EU S.à r.l. erschienen.

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    verdiacs avatar
    verdiacvor einem Monat
    Tolle Fortsetzung

    "Die Stimmlosen" ist die Fortsetzung von "Die Lautlosen".

    Der 2. Weltkrieg ist zu Ende, es herrscht Mangel an Nahrungsmitteln, Medizin, Kohle...eben am Nötigsten.

    Paula und Richard leben mit ihrer Familie und Freunden in beengten Verhätnissen, sie versuchen alles, um zu überleben. Sie schrecken auch nicht vor Schwarzmarkthandel oder dem Kontakt mit der Unterwelt zurück. Aber sie behalten immer das Gute im Blick und planen für die Zukunft.

    Aber sie müssen auch feststellen, dass viele Nazis weiterhin in der Gesellschaft mitmischen...auch in gehobenen Positionen.
    Sie stellen aber auch fest, dass ein Offizier der englischen Besatzungsmacht ein guter Freund werden kann.

    Die Autorin Melanie Metzenthin hat es auch in diesem Buch geschafft, durch ihren flüssigen Schreibstil die Spannung und das Mitgefühl für die Protagonisten hoch zu halten.

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    Melody73s avatar
    Melody73vor 2 Monaten
    Erschreckend aber toll geschrieben

    Hamburg, 1945: Der Krieg ist zu Ende und die Naziherrschaft endlich vorbei. Doch in der Familie von Richard und Paula Hellmer kommt an diesem ersten Weihnachtsfest im Frieden keine rechte Freude auf. Zu beengt sind die Wohnverhältnisse, zu groß der Mangel an Lebensmitteln und warmer Kleidung. Vor allem Richard macht sich Sorgen - nicht nur um seine Familie. Er, der im dritten Reich als Psychiater immer wieder sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, um Menschen zu retten, muss feststellen, dass die alten Seilschaften sich nahtlos in die neuen Machtverhältnisse eingegliedert haben. Überzeugt, das Richtige zu tun, sagt er in einem Prozess gegen seinen Erzfeind Chefarzt Krüger aus und muss sich zu seinem Entsetzen plötzlich für sein eigenes Tun rechtfertigen. Unterdessen stellen seine Frau Paula und sein bester Freund Fritz eine medizinische Versorgung ganz eigener Art auf die Beine - gefährlich und nicht immer legal …



    Nach dem für mich erfolgreichen 1. Teil „Im Lautlosen“ war es für mich ein Muss den 2. Teil zu lesen. Ich wurde nicht enttäuscht. Wie schon im 1. Teil war die Geschichte sehr nah an den Menschen und der damaligen Zeit. Viel Hintergrundinformation und vorallem viel Recherchearbeit die dahinter steckt. In gewisser Weise eine Art Geschichtsunterricht.

    Man trifft liebgewonnene Charaktere und lernt neue kennen. Ohne zuviel ins Detail zu gehen, ich glaube jeder der das Buch kennt hätte sich ein anderes Urteil für Krüger gewünscht.

    Man kann das Buch zwar gut und gerne einzeln lesen, aber meiner Meinung mach verpasst man eine ganze Menge und die Charaktere haben sich ja auch entwickelt. Ich hab mit ihnen gelacht, geweint und gelitten.

    Der Autorin ist auch hiermit wieder ein kleines Meisterwerk gelungen. Nicht jeder traut sich an so ein schwieriges Thema ran, aber Melanie Mezenthin hat es mit ihrer einfühlsamen Art geschafft, dass auch dieses schreckliche Thema zumindest teilweise im Buch ein gutes Ende findet.


    Danke liebe Melanie für diese Bücher rund um Paula, Richard, Fritz und Co.

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    odenwaldcolliess avatar
    odenwaldcolliesvor 2 Monaten
    Tolle Fortsetzung von „Im Lautlosen“

    Der Zweite Weltkrieg ist endlich zu Ende, jedoch ist das Leben in Hamburg und damit in der britischen Besatzungszone alles andere als leicht: durch die viel zu niedrige Kalorienzuteilung droht den Menschen der langsame Hungertod. Auch die Arztfamilien Hellmer und Ellerweg sind davon betroffen und so entscheiden sich Paula Hellmer und ihr bester Freund Fritz Ellerweg, einen illegalen Rettungsdienst einzurichten, der ihre enge Freundschaft mit dem britischen Arzt Dr. Arthur Grifford auf eine harte Probe stellen könnte, sollte er davon erfahren. Währenddessen warten Richard Hellmer und Arthur Grifford auf den Prozess gegen Richards ehemaligen Kollegen Krüger, bei dem plötzlich Richard derjenige ist, der sich rechtfertigen muss.


    Auf die Fortsetzung von „Im Lautlosen“ habe ich mich sehr gefreut, vor allem auf das Wiedersehen mit den sympathischen Familien Hellmer und Ellerweg samt ihrem britischen Freund Arthur Grifford.

    Zuerst war ich nur froh, dass der Krieg endlich vorüber war und keine weiteren Opfer mehr fordern konnte. Jedoch ist die Versorgungslage in den ersten Nachkriegsjahren im britischen Besatzungssektor so katastrophal, dass viele Menschen in dieser Zeit verhungerten. Auch die Protagonisten dieses Buches sind nicht von der prekären Situation ausgenommen und so ist es kein Wunder, dass sich Paula und Fritz dazu entschließen, ungewohnte Wege zu gehen, um die Versorgung ihrer Familien einigermaßen aufrechterhalten zu können.


    Wie auch Richard war ich sehr gespannt auf den Prozess gegen Krüger, der u.a. wegen der Ermordung von mehr als zwanzig Kindern angeklagt werden soll, die während seiner Tätigkeit als Psychiater seine Patienten waren. Leider waren damals viele Posten gerade im Bereich der Justiz weiterhin von ehemaligen Nazis besetzt, so dass sich die deutsche Justiz damals nicht unbedingt mit Ruhm bekleckerte.


    Wie schon im ersten Band geht es auch in diesem Buch um Hoffnung,Träume und vor allem tiefe Freundschaft – eine Freundschaft zwischen den Helllmers und Fritz, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert und die die Freunde auffängt und aufrichtet, wenn sie an den Gegebenheiten zu verzweifeln drohen.

    Aber auch die Freundschaft zwischen Richard, Fritz und dem britischen Arzt Arthur Grifford vertieft sich zunehmend und zeigt, dass wahre Freundschaft keine Grenzen kennt, auch wenn sie weder von deutscher noch von britischer Seite allzu gerne gesehen wird. Wer das erste Buch kennt, weiß, wie ungewöhnlich das Zustandekommen dieser deutsch-britischen Freundschaft war.


    Fritz Ellerweg gehört zu meinen Lieblingsfiguren der beiden Bücher: ich liebe einfach seinen pragmatischen Humor, sein großes Herz und schätze seine Ehrlichkeit, mit der auch im zweiten Band den einen oder anderen Charakter zum Nach- und Umdenken bringt.


    Die Autorin entwirft mit diesem Buch ein spannendes Zeitzeugnis der Nachkriegszeit in Hamburg, nicht nur am Schicksal der beiden Arztfamilien, sondern auch der Hamburger, die von Trümmer und Hunger betroffen sind.

    Und natürlich war ich gespannt darauf, ob Richard und Paula ihre Träume, die sie sich am Ende von „Im Lautlosen“ vorgenommen haben, verwirklichen werden.


    Dieses Buch ist eine tolle Fortsetzung des ersten Bandes und ich bedaure es sehr, die lieb gewonnenen Charaktere nun ziehen lassen zu müssen.

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    winniehexs avatar
    winniehexvor 2 Monaten
    Empfehlenswert

    Hamburg, 1945: Der Krieg ist zu Ende und die Naziherrschaft endlich vorbei. Doch in der Familie von Richard und Paula Hellmer kommt an diesem ersten Weihnachtsfest im Frieden keine rechte Freude auf. Zu beengt sind die Wohnverhältnisse, zu groß der Mangel an Lebensmitteln und warmer Kleidung. Vor allem Richard macht sich Sorgen – nicht nur um seine Familie. Er, der im Dritten Reich als Psychiater immer wieder sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, um Menschen zu retten, muss feststellen, dass die alten Seilschaften sich nahtlos in die neuen Machtverhältnisse eingegliedert haben. Überzeugt, das Richtige zu tun, sagt er in einem Prozess gegen seinen Erzfeind Chefarzt Krüger aus und muss sich zu seinem Entsetzen plötzlich für sein eigenes Tun rechtfertigen. Unterdessen stellen seine Frau Paula und sein bester Freund Fritz eine medizinische Versorgung ganz eigener Art auf die Beine – gefährlich und nicht immer legal …

    Ich weiß auf jeden Fall, dass ich unbedingt den ersten Teil auch noch lesen möchte, denn ich finde das Buch wirklich schön und sehr gefühlvoll geschrieben.

    Deutschland, Hamburg Nachkriegszeit für alle ist es schwer, denn Deutschland ist komplett zerstört und muss erst wiederaufgebaut werde. Die Lebensmittel sind rar und die Menschen noch immer traumatisiert noch immer von den Folgen des Krieges. Ich finde es unglaublich interessant immer wieder zu lesen, wie Menschen sich arrangieren können mit den absolut nötigsten.

    Eine wunderschöne Geschichte, die hier erzählt wird, auch wenn Sie todtraurig ist.

     

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    Nadezhdavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Tiefgründig, bewegend und sprachschön
    Tiefgründig, bewegend und sprachschön

    Mit „Die Stimmlosen“ hat Melanie Metzenthin einen weiteren ganz wunderbaren Roman um das Hamburger Ärztepaar Paula und Richard sowie ihr Umfeld vorgelegt. Das Buch schließt nahtlos an das Geschehen und die schriftstellerische Qualität des ersten Bandes ("Im Lautlosen) an.


    Der Autorin ist es dabei auf herausragende Weise gelungen, mich in das oft düstere und beklemmende Leben der unmittelbaren Nachkriegszeit zu versetzen, die von heutzutage fast unvorstellbarem Mangel geprägt war. Aber auch die Frage nach den Werten, nach denen man angesichts solcher Umstände das Leben gestalten kann, spielt wieder eine wichtige Rolle in diesem Roman: Welche Gesetze muss man einhalten, welche darf oder muss man sich jedoch erlauben zu brechen, um zu überleben, um sich seine eigene Menschlichkeit zu bewahren und um andere Menschenleben retten zu können? Wie weit kann man gehen, ohne sich selbst in zu große Gefahr zu bringen? Auf wen kann man sich verlassen, wenn private Schicksalsschläge, schwierige bis unmögliche politische Verhältnisse oder Verrat, Intrigen und schreiende Ungerechtigkeit einen aus der Bahn zu werfen drohen?


    Ohne ständig mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln, sondern weil es den Romanfiguren schlicht ebenso eine Frage des Überlebens ist wie das Organisieren von Nahrung, Brennstoff oder Medikamenten, kreist der Roman also sowohl um die großen Themen des menschlichen Daseins – Leben, Sterben, Liebe, Hass, Gerechtigkeit, Vergebung, Hoffnung usw. – , als auch um das nötige und oft haarsträubende Kleinklein des alltäglichen Überlebenskampfes im zerbombten Nachkriegsdeutschland. Oft standen mir beim Lesen die Tränen in den Augen, z.B. beim Schicksal eines von Russen vergewaltigten Flüchtlingsmädchens und der kleinen Leni oder bei dem aus Trümmern geborgenen Puppenkopf… Dabei drückt Melanie Metzenthin gar nicht unnötig auf die Tränendrüse, sondern sie stellt nur Szenen dar, wie sie damals an der Tagesordnung gewesen sein müssen und von denen meine Großeltern nie berichten konnten, weil sie diese schrecklichen Erlebnisse einfach hinter sich lassen wollten. Der Autorin gelingt es jedoch darüber hinaus, immer wieder das Gute im Menschen zu bestärken und Hoffnung auf positive Wendungen zu wecken, wenn man sich für diese einsetzt, statt einfach aufzugeben. Dass es dabei in den Gedankengängen und Dialogen der Figuren manchmal auch ein wenig pathetisch zugeht, hat mich persönlich nicht gestört. Mir tut es vielmehr gut, das Geschehen um die Weltkriege herum nicht zu vergessen und mir immer wieder einmal bewusst zu machen, wie gut ich lebe und wie privilegiert meine Kinder aufwachsen. So sehe ich in Melanie Metzenthins Buch auch einen Appell an ihre Leserschaft, die eigenen Kräfte zu mobilisieren und mit dafür zu sorgen, dass es hierzulande nie wieder zu einem totalitären Regime, zu Krieg und zu einem derartigen gesellschaftlichen Zusammenbruch kommen kann.


    Es hat mir sehr viel Freude bereitet, dieses sprachlich so gelungene, inhaltlich so tiefgründige und bewegende und bei alledem auch noch immer wieder humorvolle Buch zu lesen, und ich hoffe, dass die Autorin noch mehr Romane dieser Art verfassen wird. Das Buch ist auf jeden Fall eins meiner Jahreshighlights

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    miriamBvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Nachkriegsjahre in Hamburg - spannend, informativ und wirklich berührend erzählt.
    Berührend und informativ

    Hamburg 1945: der Krieg ist vorbei. Aber das Leben in der Nachkriegszeit ist schwer, es mangelt an allem: zu wenig Nahrung, zu wenig Kleidung, keine Medikamente, wenig Heizmaterial, wenig Wohnraum in der zerbombten Stadt.

    In dieser Zeit kämpfen die Ärzte Richard und Paula, deren Familien sowie deren Freunde Fritz und Arthur um ihr Überleben. Sie sind zwar in durchaus privilegierten Stellungen, haben Arbeit, Einkommen und Wohnung, aber einfach ist es für sie trotzdem nicht, ganz im Gegenteil! Auch sie sind  manchmal gezwungen am Rande der Legalität zu agieren, um überleben zu können. Verständlich, denn Lebensmittelmarken, die den Bezug von 5gr (!) Fleisch erlauben, sind oft sinnlos, da es kein Fleisch gibt – der Schwarzmarkt blüht. Jeder muss irgendwie überleben.

     

    Melanie Metzenthin beschreibt wirklich spannend und authentisch die Zustände, die die Menschen in den ersten Jahren der Nachkriegszeit meistern mussten. Darüber hinaus greift sie zahlreiche Themen der Zeit auf, wie zum Beispiel die Diskussion um die Euthanasie von Behinderten im Krieg, die Art wie die Prozesse diesbezüglich geführt wurden und die Tatsache, dass die Seilschaften aus der Nazi-Zeit auch in der Nachkriegszeit perfekt funktionierten. Viele der wichtigen Posten nach dem Krieg wurden von jenen besetzt, die im Krieg überzeugte Nazis waren und dann versicherten, dass sie sowieso immer im Widerstand waren.  Außerdem wird die Beziehung zu den alliierten Besatzungsmächten immer wieder beschrieben, die Verbote, die Vorurteile, die auf allen Seiten herrschten und das Zusammenleben bestimmten.

    Alle Themen zu nennen, würde den Rahmen dieser Besprechung sprengen. Aber in diesem Zusammenhang möchte ich auf die Facebook- Autorenseite von Melanie Metzenthin verweisen. Dort findet man noch viele geschichtliche und private Hintergrundinformationen und Fotos!

    Soviel sei verraten: die Protagonisten meistern diese schwere Zeit mit viel Lebensmut, Mitgefühl, einer guten Portion Humor und einer Freundschaft, die Rückhalt gibt und es ermöglicht, von einer besseren Zukunft zu träumen. Mehr noch: die es ermöglicht, alles zu tun, damit diese bessere Zukunft Wirklichkeit wird.

    Die Autorin versteht es, die einzelnen Protagonisten in allen ihren Facetten lebensnah und glaubwürdig zu charakterisieren. Ihr Kampf ums Überleben, ohne dabei die eigenen Überzeugungen über Bord zu werfen, ist so detailreich und informativ beschrieben, dass die knapp 500 Seiten rasend schnell gelesen sind, ohne auch nur einen Moment der Langeweile.

    Sie beschreibt emotional berührend und historisch fundiert, welch grausame Folgen Nationalsozialismus und der Krieg für alle Menschen hatte. Ein Buch, das zu denken gibt – nicht nur als Roman, der in der Vergangenheit spielt, sondern als wichtiges Buch in Zeiten wo Rechtsextremismus und Menschenverachtung wieder salonfähig gemacht werden!

    Unbedingt lesenswert!

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Hier wird ein wichtiger Abschnitt unserer eigenen Geschichte beleuchtet - die harten Jahre der Nachkriegszeit - absolut empfehlenswert !!!
    Der Aufbau Deutschlands nach dem verlorenen Krieg ... auf dass wir es nie wieder zerstören mögen !

    Die Autorin Melanie Metzenthin hatte es schon mit ihrem Vorgängerband „Die Lautlosen“ geschafft, mich in den Bann zu ziehen. In einer gemeinsamen Leserunde durfte ich unter anderem das erschütternde Thema „Euthanasie im Zweiten Weltkrieg“ mit ihr aufarbeiten.
    Sie greift nun in diesem Buch die losen Fäden der beiden befreundeten Ärzte Richard und Fritz und ihren Familien wieder auf. Viel ist passiert, nicht alle Familienmitglieder haben den Krieg unbeschadet überstanden. Was für uns im Nachhinein wie ein Geschenk erscheint – nämlich, dass die Bomben des nachts nicht mehr über Hamburg und den Rest von Deutschland abgeworfen werden – fühlt sich für die Betroffenen von damals ähnlich wie „vom Regen in die Traufe“ an. Die Bomben werden abgelöst von einer vollkommen zerstörten Stadt, die Hunger, Krankheit und Kälte mit sich bringt. So schlimm sind diese beiden Zustände, dass selbst diese beiden Familien zu drastischen Maßnahmen greifen müssen, die sich oft am Rande oder auf der anderen Seite der Legalität bewegen. Jeder muss gucken, dass er über die Runden kommt, denn die Lebensmittelmarken, die sparsam verteilt werden, sind durch den Nachschubmangel oft wenig nützlich.
    Richard ist zu dem besessen von seinem Gefühl für Gerechtigkeit. Er leidet noch sehr unter der Ungerechtigkeit, die einen kindermordenden Arzt freigesprochen hat.
    Die Autorin lässt uns aber auch teilhaben an den Lichtblicken im Leben in Hamburg der späten 40er und frühen 50er Jahre. Auch hier schießt Amor den ein oder anderen Pfeil in die richtige Richtung und die Familien haben ihren Mut nicht verloren. Sie halten zusammen und kämpfen. Ein Satz im Buch, den Richard von sich gibt, hat mich sehr bewegt: „Es ist die Pflicht echter Patrioten, jetzt alles dafür zu tun, unsere Heimat wiederaufzubauen und nicht irgendwo in der Fremde unser Glück zu suche. Ich sehe es als meine Pflicht, dort zu bleiben, wo ich gebraucht werde.“
    Ich möchte dieses wunderbare Buch all denjenigen empfehlen, die ein wenig mehr darüber erfahren wollen, was unsere Familien damals geleistet haben und dass das alles nicht selbstverständlich war. Das Buch soll aber auch ein kleines Mahnmal sein für die Momente im Leben, wenn wir mal wieder unzufrieden mit unserem eigenen Leben sind. Man kann nur hoffen, dass sich solch eine grausame Zeit nie wiederholen wird.  

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    brauchnixs avatar
    brauchnixvor 2 Monaten
    gute Fortsetzung

    Nach „die geliehene Schuld“ von Claire Winter und „Wie Treibholz im Sturm“ von Daniela Ohms passten „die Stimmlosen“ zeitlich und thematisch gut zu meinem Lesestoff der letzten Monate. Melanie Methenthin beschreibt das Leben von Richard und Paula im zerbombten Hamburg der Nachkriegszeit. Die Not der Menschen ist groß. Es mangelt an allem. Wohnraum, Kleidung, Essen, Heizung. Eindringlich erzählt die Autorin und lässt ihre Protagonisten trotz all dem Elend mutig und zuversichtlich erscheinen, wodurch auch der Leser leichter durch diese raue Zeit kommt. Richard mutet etwas blauäugig an, da er überrascht erkennen muss, dass die Menschen und die Seilschaften immer noch die gleichen wie vor Kriegsende sind und dass sich noch einiges tun muss, um die alten Verkrustungen und die versteckten Nazisympathisanten auszumerzen.

    Das Buch liest sich schnell und spannend und bietet einige interessante Informationen und Details über die damalige Zeit. Man sollte allerdings den Vorgängerband gelesen haben, denn nur dann kommt man den Darstellern so wirklich nahe.

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    kessis avatar
    kessivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine berührend geschriebene Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt.
    Träume und Hoffnungen verleihen Kraft im Leben

    Richard, Paula und deren Familien haben den Krieg überstanden und sind glücklich sich noch zu haben. Waren sie der Hoffnung, alles würde nach dem Krieg besser werden, mussten sie schnell erkennen, dass es wohl noch Jahre dauern wird um einigermaßen über die Runden kommen zu können.

    Aber sie haben ein Dach über den Kopf und müssen nicht im zertrümmerten Hamburg in einem Keller oder einer Ruine hausen. Auch Fritz, der gemeinsame Freund von Paula und Richard lebt mit seinem Sohn Harri in der Wohnung, wie auch die Eltern und Schwiegereltern von Richard. Alles ist sehr beengt und doch haben sie einen Weg gefunden, am Tag über eine Arztpraxis zu führen.

    Dies hilft der Familie, zusammen mit Fritz seiner Arbeit in der Klinik, die Familien über die Runden zu bringen. An allem herrscht großer Mangel, Nahrung, Heizmaterial für den Winter und auch Medikamente, die dringend benötigt werden, sind kaum aufzutreiben.

    Die Lebensmittel -Karten alleine reichen nicht zum Überleben und so ist es dem Einfallsreichtum alle zu verdanken, sich einigermaßen über Wasser zu halten.

    Die Verbrechen der Nazis werden in den verschiedenen Besatzungszonen vor Gericht verhandelt. Richard, der im Krieg alles unternommen hat, seine Patienten vor der Euthanasie zu retten, hofft nun ebenfalls, dass sein ehemaliger Vorgesetzter Dr. Krüger, zur Rechenschaft gezogen wird und seine gerechte Strafe bekommt.

    Kann es Hoffnung auf Gerechtigkeit geben? Die Nürnberger Prozesse haben es gezeigt, aber viele kleine Lichter im Naziregime haben einen Weg nach dem Krieg gefunden, weiterhin in gehobenen Positionen ein Amt zu bekleiden.

    Oft verlieren Richard, Paula und Fritz den Glauben am Rechtssystem in einem Deutschland welches von den Besatzungsmächten regiert wird.


    Nur der unerschütterliche Glaube an eine neue Zukunft, bei denen die Protagonisten an ihren Träumen festhalten und nicht verzweifeln, sondern immer nach vorne schauen und sich ihren Optimus bewahren, nur so ist es ihnen gelungen, Jahre später zufrieden und glücklich zu sein.

    Richards und Paulas Kinder, Emilia und Georg, die in den ersten Nachkriegsjahren so viel entbehren und zu schnell ihre Kindheit hinter sich lassen mussten, können nun, auch Dank ihrer liebevollen Eltern, ein eigenes Leben führen.

    Aber bis dahin, war es ein beschwerlicher und oftmals auch gefährlicher Weg.


    Meine Meinung:

    "Die Stimmlosen" von Melanie Metzenthin, ist eine Fortführung von " Im Lautlosen", in der die Geschichte der Familie Hellmer und deren Freunden erzählt wird. Beide sind in sich abgeschlossene Bücher und es stellt kein Problem dar, die Stimmlosen alleine zu lesen. Doch möchte ich empfehlen auch "Im Lautlosen" zu lesen, da es eine interessante Geschichte der Protagonisten ist.

    Ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, um zu erfahren wie es allen nach dem Krieg ergangen ist. Wie schon mit dem ersten Band, bin ich nicht enttäuscht worden und bin glücklich, dass ich am Schicksal der Protagonisten teilhaben durfte.

    Es ist zu merken, diese beiden Romane sind ein Herzensprojekt von Melanie Metzenthin, wie sie es auch im Nachwort erwähnt. Ich hatte das Glück, dass Buch in einer Leserunde mit mit der Autorin zu lesen, in der sie uns Lesern alles ausführlich erläuterte und all die Fragen die wir gestellt hatten, beantwortete.

    So viel Herzblut steck im Inhalt, der mich so manches Mal an meine Grenzen der Gefühle gebracht hat. Der Schreibstil ist einfühlsam, sehr bildhaft und so berührend, dass mir an manchen Passagen die Tränen kullerten. Wenn ein Autor/in das schafft, spricht es für das Können des Schreibens und verdient ein großes Lob.

    Nicht nur die Hauptprotagonisten mit ihren besonderen Charaktere, sonder auch alle anderen Angehörigen und Freunden der Familie Hellmer sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen gelitten und mich mit ihnen gefreut. Besonders habe ich mich auch über die Rückkehr nach Hamburg von Horst ( Melanie Metzenthin's Vater) gefreut, dessen Erlebnisse so geschehen sind, wie sie hier geschildert werden.

    Ich kann nicht anders, ich gebe fünf Sterne, eine absolute Leseempehlung.

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    Kathrin_Schroeders avatar
    Kathrin_Schroedervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Hamburg nach Kriegsende, Not, Hunger, Engpässe, alte Naziseilschaften und der gemeinsame Weg voran
    Besonderer Nachkriegsroman

    Die Stimmlosen von Melanie Metzenthin

    Erscheinungsdatum: 17.07.2018, gelesen als ebbok (kindle) im August 2018 dank Netgalley

    Genre: Historischer Roman, Zeitgeschichte Nachkriegszeit

    Für mich sind die in diesem Buch besprochenen Jahre 1945 bis Anfang der 50er-Jahre in Deutschland der unbekannteste Teil der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zu nah dran um in der Schule besprochen zu werden und für meine Eltern und Großeltern auf andere Art zu nah dran um viele Details zu erzählen.

    Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Haus- und Praxisgemeinschaft befreundeter Ärzte und Psychiater, die sich in den Nachkriegsjahren in Hamburg Wohnung, Praxis und das Lebensnotwendige teilen, unterstützt von guten Freunden und näheren und ferneren Vewandten. Fritz verlor seine Ehefrau und Tochter im Feuersturm und konnte den kleinen Sohn erst nach zwei Jahren lebend im Waisenhaus wiederfinden. Paula und Richard sind glücklich, dass ihr gehörloser Sohn und seine Zwillingsschwester nicht mehr Gefahr laufen zwangssterilisiert zu werden, aber die unmittelbare Not ausreichend Lebensmittel und Heizmaterial zu bekommen, zwingt immer wieder zu illegalen Aktionen.

    Das Buch erzählt sehr hautnah und lebensecht vom Leben im Nachkriegs-Hamburg. An allen Ecken und Enden des Buches hat der Leser die Möglichkeit den Stand der Medizin und die Probleme mit den Versorgungsengpässen in diesem Feld ebenso kennenzulernen wie die Probleme zwischen Briten und Deutschen.

    Der im Klappentext angesprochene Euthanasiefall, der gerichtlich behandelt wird, zieht sich in der Person Dr. Krügers quer durch das Buch. An einigen Stellen des Buches war ich der Meinung, dass dieses Thema weniger dominant behandelt würde, als der Klappentext vorgibt, aber Dr. Krüger taucht dann doch immer mal wieder auf und bewegt Richard und Paula.

    Das Buch spricht ein wenig viele weitere Themen an, so wirkt der Erzählstrang England und die verwandtschaftlichen Beziehungen von Fritz zunächst ein wenig dick aufgetragen, bauen sich aber insgesamt gut in die Gesamtgeschichte ein.

    Auch wenn man bei den Personen gut zwischen "guten" und problematischen Menschen unterscheiden kann, bleibt niemand durchgehend rechtstreu, müssen auch die Guten ihre eigenen Maßstäbe immer wieder hinterfragen und neu ausrichten.

    In diesem Buch habe ich mir zwei Zitate markiert. Das erste ist für mich ein Beispiel für den besonderen Humor: "Ich werde nie wieder einen Kaffee trinken können, ohne an die dreiundzwanzigjährige Indiofrau mit Liebeskummer denken zu müssen, deren Tränen den Boden gedüngt haben."

    Das zweite Zitat stellt den Hass auf die Feinde des Krieges in den für mich richtigen Bezugsrahmen: "Und da war mir klar, das ist wie eine Naturkatastrophe. Genauso wenig wie es etwas bringt, die Flutwelle zu hassen, die deine Familie ertränkt oder den Vulkan, dessen Lava sie unter sich begräbt, genauso wenig nützt es etwas, den einzelnen Piloten zu hassen, der die Bomben geworfen hat."

    Das Vorgängerbuch habe ich noch nicht gelesen, dieses Buch hier kann aber auch alleine stehen.

    #Netgalleyde#DieStimmlosen #MelanieMetzenthin #KathrinliebtLesen #Rezension


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