Im Lautlosen

von Melanie Metzenthin 
4,8 Sterne bei35 Bewertungen
Im Lautlosen
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

V

Ein wunderbares Buch

N

Erschütternd - und wunderbar geschrieben

Alle 35 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Im Lautlosen"

Ein bewegender Roman über eine große Liebe in unruhigen Zeiten. Hamburg, 1926: An der noch jungen Universität der Hansestadt gehören Richard und Paula zu den begabtesten Medizinstudenten ihres Jahrgangs. Sie beide verbindet mehr als nur die Leidenschaft für den Arztberuf – sie verlieben sich unsterblich ineinander. Als nach ihrer Heirat die Zwillinge Emilia und Georg geboren werden, ist ihr Glück komplett, auch wenn der kleine Georg gehörlos ist. Doch dann ergreifen die Nationalsozialisten die Macht und das Leben der jungen Familie ändert sich von Grund auf. Richard, der inzwischen als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn arbeitet, kann sich mit der menschenverachtenden Gesetzgebung der Nazis nicht arrangieren, von der auch sein gehörloser Sohn betroffenen ist. Um seine Patienten vor der Euthanasie zu bewahren, erstellt er fortan falsche Gutachten. Damit nimmt er ein großes Wagnis auf sich, das nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Familie bedroht …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781542095969
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:526 Seiten
Verlag:Tinte & Feder
Erscheinungsdatum:11.07.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.07.2017 bei Amazon EU S.à r.l. erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne27
  • 4 Sterne8
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    verdiacs avatar
    verdiacvor 8 Tagen
    Ein tolles Buch


    Romane über die NS- Zeit faszinieren mich immer wieder. Und auch von diesem Roman wurde ich nicht enttäuscht.


    Zum Inhalt:  Im Jahr 1926 lernen sich die Medizin- Studenten Paula u Richard an der Uni in Hamburg kennen und lieben. Nach ihrer Heirat bekommen sie ein Zwillingspärchen, von dem der kleine Georg taub ist. Richard ist mittlerweile Arzt in einer Heil-u Pflegeanstalt Anstalt und hat u.a. die Aufgabe, Gutachten über die Arbeitsfähigkeit der ihm anvertrauten Menschen zu erstellen. Diese Menschen und auch seine Kinder sind in Gefahr, der Euthanasie zugeführt zu werden.

    Die Hauptfiguren wurden von der Autorin klar und akzentuiert herausgearbeitet und waren durchaus symphathisch.

    Eindringlich und sehr bewegend wurde beschrieben, wie schwierig die Gratwanderung von Ärzten und Pflegepersonal unter diesem schrecklichen Regime war…wie sie ihre Menschlichkeit bewahren wollten und auch die Möglichkeit, weiterhin ihre psyschich kranken Schutzbefohlenen vor der Deportation und einem grausamen Tod zu schützen.

    Melanie Metzenthin hat es geschafft, dass ich mich gut in die Zeit hineinversetzen und die Ängste aller Beteiligten nachvollziehen konnte. Ihr Schreibstil ist flüssig und klar.

    Teil 2  "Die Stimmlosen" werde ich mit Sicherheit auch lesen.

     

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    N
    Nadezhdavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Erschütternd - und wunderbar geschrieben
    Erschütternd - und wunderbar geschrieben

    Dieser Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite tief in seinen Bann gezogen und wird sicher auch noch länger in meinen Gedanken nachwirken.
    Sowohl in die Epochen der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und dann kurz noch der Nachkriegszeit als auch in die handelnden Figuren mit ihren inneren und äußeren Konflikten konnte ich mich gut hineinversetzen. Die Handlungsverläufe fand ich spannend, das Thema ohnehin sehr berührend und verstörend (auch wenn es mir nicht neu war - ich bin mit einer "Euthanasie"-Gedenkstätte im Nachbarort aufgewachsen). Aber vor allem habe ich die Dialoge und Gedankengänge der Figuren sehr genossen. Zum Teil witzig, zum Teil mit viel Tiefgang und zum Nachdenken anregend, mit ganz viel Wärme und Menschlichkeit selbst angesichts großen Leids und schreiender Ungerechtigkeit.


    Und nicht zuletzt traf mich ganz besonders der (zufällige) Zeitpunkt der Lektüre - das Wochenende, an dem die AfD in den Bundestag eingezogen ist. In diesem Roman bekommt man aufgeschlüsselt, wie das nationalsozialistische Gedankengut vor knapp hundert Jahren in die Gesellschaft und ins politische System eingesickert ist und da lange nicht wieder herauszubekommen war. Man kann nur hoffen und sich nach Kräften dafür einsetzen, dass die Geschichte sich in diesem Fall NICHT wiederholt.


    Ich bin Melanie Metzenthin von Herzen dankbar für dieses wunderbare Buch und freue mich auf den Folgeband.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    unclethoms avatar
    unclethomvor 2 Monaten
    Das muss man gelesen haben...

    Es ist sehr lange her, dass mich ein Buch so abgeholt hat. Gestern habe ich die letzten 450 Seiten am Stück gelesen.
    Das Buch ist eine Geschichte um das Schicksal zweier Familien in der Zeit von 1926 bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.
    Das Buch ist kein leichter Stoff und es ist eine Story die zum Nachdenken anregt und noch eine Weile Nachhallt.
    Man erlebt alle Gefühlsregungen von Freude über Angst und Trauer und ich gestehe, dass auch bei mir das eine oder andere Tränchen vergossen wurde. Stellenweise standen mir die Haare zu Berge, fast wie wenn ich einen Horrorfilm angesehen hätte. Doch die Gräueltaten der Nazis und ihrer Helfer waren mehr als das, sie konnten den stärksten Mann brechen.
    Sehr detailliert recherchiert schildert die Autorin von den Anfängen der NSDAP und ihren Anhängern bis hin in Tausendjährige Reich. Den zumeist stillen Kampf der Opfer und der Menschen die tagtäglich ihr Leben im Widerstand gegen das verbrecherische Regime aufs Spiel setzten.
    Sie setzt damit den stillen Helden dieser Jahre ein Denkmal und zeigt auf dass dies nie wieder geschehen darf.
    Die Figuren sind fein gezeichnet und wirken auch wenn es zu einem großen Teil rein fiktive Figuren sind, sehr real. Auch wenn es fiktive Figuren sind, die meisten haben reale Vorbilder oder besser reale Geschichten als Hintergrund.
    Man fühlte die Angst der Figuren, wenn sie in die Fänge der Denunzianten gerieten die sie an die GestaPo verrieten. Man bewunderte sie, wenn sie scheinbar kaltblütig, ihre Angehörigen und Freunde schützten.
    Man litt mit ihnen, wenn sie eben diese verloren und eben nicht schützen konnten. Man freute sich innerlich, wenn es den Tätern auf irgendeine Weise an den Kragen ging.
    Das Buch ist nicht nur reine Unterhaltung, in gewisser Weise klärt es auch auf, und vielleicht gerade die die heute „Ausländer raus“ blöken, sollten sich dieses Buch mal in Ruhe durchlesen.
    Für mich ist es das Beste, was ich zu diesem Thema gelesen habe in den letzten Jahren und so vergebe ich hierfür 5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 4 Monaten
    Es war damals nicht einfach anders zu sein ...

    Mit „Im Lautlosen“ hat die Autorin Melanie Metzenthin ein trauriges Thema angeschnitten, nämlich das Thema der Euthanasie während der Nazidiktatur als Hitler und seine Schergen ohne mit der Wimper zu zucken bereit waren, sogenanntes unwertes Leben zu vernichten. Wenn schon der Grundgedanke an sich den normalen Menschen erschaudern lässt, so waren die damals angewandten Methoden schlichtweg grauenhaft. Man ließ viele dieser armen Menschen elendig verhungern. Vielen körperlich oder geistig behinderten Kindern spritzte man Luminol, welches zu Atemlähmungen, Kreislauf- und Nierenversagen oder Lungenentzündungen führte, woran dann diese dann oft qualvoll verstarben. Wer nun aber glaubt, vor lauter Weinen könnte man dieses Buch nicht lesen, ist falsch gewickelt. Die Autorin hat es geschafft, eine Geschichte zu kreieren, die auch immer wieder die schönen und positiven Momente im Leben der jungen Familie aufzeigt. Sie lässt die Hoffnung nie sterben und zeigt, dass es Menschen gibt, die sich wehren, damals wie heute. Melanie Metzenthin ist selbst von Haus aus promovierte Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und kann sich wohl deshalb so einfühlend und sensibel an ein solch ernstes Thema heranwagen. Bin schon sehr gespannt, wie es im nächsten Band mit der Familie weitergehen wird. 

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 6 Monaten
    Ein bewegender Roman

    Hamburg 1926: Richard und Paula, die beide Medizin studieren, verlieben sich ineinander. Sie werden ein Paar, heiraten und werden Eltern von Zwillingen. Während die kleine Emilia gesund ist, ist ihr Bruder Georg gehörlos. Als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen, gerät auch Georg durch seine Behinderung in Gefahr.

    Mein Leseeindruck:

    Dieses Buch mit knapp über 500 Seiten hat mich sehr beeindruckt. Ich habe tatsächlich das Gefühl, nicht nur ein einziges Buch gelesen zu haben, sondern mehrere, denn es ist so vollgepackt mit Ereignissen. So vieles ist geschehen und die Geschichte ist so komplex und gehaltvoll.

    Wir begleiten Richard und Paula und ihre Freunde, Verwandte und Kollegen über mehrere Jahre hinweg und erleben so die Auswirkungen des Nationalsozialismus hautnah. Es ist sehr erschreckend zu lesen, was mit den Menschen passiert, und durch die Romanform habe ich mit den Charakteren sehr mitfühlen können.

    Richard ist Psychiater, und gerade seine Arbeit hat mich sehr gefesselt. Es ist erschreckend, wie damals mit den Patienten bzw. Kranken umgegangen und verfahren wurde. Das war mir zum Teil gar nicht so bewusst, daher empfand ich dieses Buch auch als lehrreich, weil es zwar ein fiktiver Roman ist, aber auf wahren Begebenheiten beruht.

    Kommentieren0
    33
    Teilen
    MajaGruens avatar
    MajaGruenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bewegend, erschütternd, aber auch fürs Herz.
    Erschütternde Liebesgeschichte

    Die Liebesgeschichte spielt vor den erschütternden Ereignissen vor und während des 2. Weltkrieges. Es geht um ein Ärzteehepaar, das sich durch seine politische Einstellung und seinen stillen Widerstand in höchste Gefahr begibt. Während die Liebesgeschichte fiktiv ist, wurden Teile des Hintergrundes und einige Personen aus der Realität in den Roman mit hinein genommen. Die Geschichte hat mich zutiefst bewegt.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Sigismunds avatar
    Sigismundvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Historisch interessant, packend und berührend
    Historisch interessant, packend und berührend

    Historisch interessant, packend und berührend, zugleich trotz der tragischen Dramatik der beschriebenen Vorkriegs- und Kriegsjahre immer wieder erfrischend und hoffnungsfroh stimmend ist der im Juli im Amazon-Verlag Tinte & Feder veröffentlichte Roman "Im Lautlosen" von Melanie Metzenthin. Denn allen Hindernissen zum Trotz versteht es das junge Paar Richard und Paula seinen Lebensweg geradlinig zu gehen, ethische Werte und eigene Überzeugungen trotz möglicher persönlicher Nachteile für Leib und Leben während der Kriegs- und Nazi-Jahre zu bewahren. In fiktiver Handlung schildert die Autorin unter Verwendung historischer Dokumente und Augenzeugenberichte u.a. das tragische Dilemma vieler Psychiater und Ärzte, die vom Nazi-Regime per Gesetz angeordnete Zwangssterilisation Behinderter und beginnende Massentötung "unwerten Lebens" (Euthanasie) letztlich trotz anfänglichen Bemühens nicht verhindern zu können. Im Gegenteil: Sie müssen sogar selbst erste Selektionen vornehmen, um wenigstens einen Großteil ihrer Patienten retten zu können, wenn sie schon nicht alle zu retten vermögen, um nicht aufzufallen. Parallel gelingt es der Autorin, das Leben gutbürgerlicher und weitestgehend unpolitischer Familien in Hamburg zu schildern, die in einer Art "stillem Widerstand" auch in schlimmster Zeit durchzuhalten versuchen - immer in der Hoffnung, dass das Leben irgendwann doch wieder besser werden und das Gute letztlich gewinnen muss. Melanie Metzenthin schafft es in detailgenauen Schilderungen, den schwierigen Alltag in schwierigster Zeit anschaulich, realistisch und nachfühlbar zu schildern, so dass man diesen Roman über die Jahre 1926 bis 1945 in Hamburg nicht nur jedem Erwachsenen, sondern vor allem auch jungen Menschen gern empfehlen kann: Der Roman "Im Lautlosen" ist ein Stück lebendige Geschichtsschreibung, wie man sie nicht in der Schule lernen kann. - Eine Fortsetzung über die ersten Nachkriegsjahre 1945 bis 1953 ist in Vorbereitung.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    MajaGruens avatar
    MajaGruenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bewegend, erschütternd, aber auch fürs Herz.
    Bewegender Roman mit realem Hintergrund

    Die Liebesgeschichte vor dem historischen Hintergrund des Zweiten Weltkrieges mit seinen zahlreichen realen Elementen hat mich erschüttert und zutiefst bewegt. Sie gibt Einblick in die Zwickmühle, in der die Menschen damals steckten und hat mich die damalige Zeit wieder aus einer neuen Perspektive sehen lassen. Die Liebesgeschichte, in die die zahlreichen Schicksalsschläge eingebettet sind, zieht sich wie ein roter beruhigender Faden durch den Roman. Ein Buch, das mich in den Tiefen meiner Seele berührt hat.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    sabrinchens avatar
    sabrinchenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Absolute Leseempfehlung! Ärztealltag im dritten Reich, Psychologische gute Unterhaltung, Buch wirkt stark nach, Plot super gelungen
    Absolute Leseempfehlung! Ärztealltag im dritten Reich, Psychologische gute Unterhaltung, Sogwirkung

    ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG! Für mich das Buch 2017

    Kurzmeinung:
    Sehr ausdruckstarkes Buch, wahnsinnig informativ und unterhaltend, wirkt nach, fühlte sich gut recherchiert an und deshalb definitiv 5 Sternewürdig
    Absolute Leseempfehlung! Ärztealltag im dritten Reich, Psychologische gute Unterhaltung, Buch wirkt stark nach, Plot super gelungen.

    Empfinden:
    Der Klappentext hat mich sofort angesprochen daher war ich sehr neugierig auf die Umsetzung im Buch.

    Der Schreibstil ist sehr komplex schafft es dabei aber trotzdem zu unterhalten.
    Der Erzählstil ist sehr authentisch und lässt mich mitleiden und mitfiebern.
    Der richtige Mix aus Tragik und Lebensfreude wird suggeriert.

    Ich konnte eine starke Beziehung zu den Charakteren aufbauen da sie sehr sympathisch und natürlich beschrieben sind.
    Paula und Richard sind sehr farbig und nachvollziehbar erläutert mit ihren Fehlern und Problemen.
    Auch die Nebencharaktere die beste Freundin Leonie oder der gewitzte Fritz wie auch die Gegenspieler sind gut gelungen und glaubhaft.

    Der 1. Weltkrieg wirkt noch nach da steigen wir 1926 in Hamburg auf dem Universitätsgelände ein.
    Stark im Vordergrund stehen der Alltag in Nervenkliniken ,dem Leben mit einem tauben Kind zur Naziblütezeit in einer Doktorenfamilie mit jüdischen Freunden.
    Es wird erschreckend realistisch dargestellt und dadurch hat mich die Handlung fasziniert.
    Tragisch und mitreissend sind die Erbgutgesetze und die Judengesetze  zur Zeit des 3. Reiches beschrieben und im Plot verankert.

    Das Thema fühlt sich sehr gut recherchiert an dadurch wird es auch bedrückend und wirkt stark nach.
    Von Anfang an ist die Geschichte psychologisch ohne belehrend zu wirken.
    Ein starkes Buch das zum Nachdenken anregt daher von mir 5 Sterne mit einer dicken Leseempfehlung.  

    Kommentieren0
    23
    Teilen
    Girdies avatar
    Girdievor einem Jahr
    Bringt ein dunkles Kapitel der Geschichte wieder ans Licht

    „Im Lautlosen“ ist ein historischer Roman der Hamburgerin Melanie Metzenthin. Schon das schwarzweiß Foto auf dem Cover ließ mich aufgrund der Kleidung schließen, dass der Roman in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg spielt. Im Mittelpunkt steht das Arztehepaar Richard und Paula Hellmer. Ihr Sohn ist taub und so bezieht sich der Titel einerseits auf dessen Gehörlosigkeit, andererseits aber auch auf den Mut vieler Zivilpersonen, die sich wie die Hellmers vor und im Krieg gegen die Ungerechtigkeiten des Naziregimes eingesetzt habe. Auf lautlose Art, beispielsweise nur durch das Ausfüllen von Formularen, retteten sie Personen das Leben.

    Richard und Paula lernen sich 1926 an der Hamburger Universität kennen. Beide studieren Medizin, verlieben sich und heiraten in einer Zeit politischer Unruhen, in der die nationalsozialistische Partei immer mehr Anhänger findet. Im August 1932 wird das Glück von Paula und Richard noch durch die Geburt der Zwillinge Emilia und Georg vergrößert. Bereits nach einigen Monaten stellt sich heraus, dass Georg taub ist. Gemeinsam widmen sie sich der größtmöglichen Förderung. Derweil arbeitet Richard als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn. Nach dem Erlass neuer Gesetze durch die Nationalsozialisten soll die Leistungsfähigkeit von körperlich und psychisch behinderten Menschen bewertet werden. Richard ahnt, welche Folgen seine Beurteilung haben wird und verfälscht bewusst den Gesundheitszustand in den auszufüllenden Formularen. Nicht nur, dass er sich Sorgen um seinen Sohn macht, der mit seiner Behinderung auffallen und nach den neuen Gesetzen behandelt werden könnte, sondern auch sein Schwindel bleibt nicht ohne Folgen …

    Melanie Metzenthin hat mit diesem Buch einen großen Familienroman geschrieben, der in einer zunehmend düster werdenden Zeit spielt. Die Autorin ist selbst Psychiaterin, die einige Zeit in Langenhorn gearbeitet hat, der Haupthandlungsort Hamburg ist ihre Heimatstadt. Die Geschichte ist bestens recherchiert und die Ereignisse dadurch glaubhaft. Neben einer Reihe historisch verbürgter Personen sind die meisten Charaktere fiktiv. Die Protagonisten sind liebevoll gestaltet und ich konnte mich mit ihrem Denken und Handeln identifizieren. Richard, Paula, ihre Familien und Freunde wurden mir sympathisch und ich habe mit ihnen gehofft und gebangt. Obwohl mir die damaligen Geschehnisse in Grundzügen bekannt sind, hat mich die Erzählung in ihrer Darstellung tief berührt.

    Die Schilderung rief mir wieder ins Gedächtnis, welche Macht die Anhänger einer gemeinsamen Gesinnung über andere ausüben können. Richard und Paula sind Figuren, die Mut machen, dass es immer Menschen geben wird, die sich nicht einschüchtern lassen und hinter ihrer Überzeugung der Menschlichkeit stehen und danach handeln. „Im Lautlosen“ lässt Geschichte lebendig werden und bringt ein dunkles Kapitel ans Licht. Die Erzählung ist bewegend und bleibt im Gedächtnis. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

    Kommentieren0
    3
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks