Melanie Metzenthin Im Lautlosen

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Inhaltsangabe zu „Im Lautlosen“ von Melanie Metzenthin

Ein bewegender Roman über eine große Liebe in unruhigen Zeiten. Hamburg, 1926: An der noch jungen Universität der Hansestadt gehören Richard und Paula zu den begabtesten Medizinstudenten ihres Jahrgangs. Sie beide verbindet mehr als nur die Leidenschaft für den Arztberuf – sie verlieben sich unsterblich ineinander. Als nach ihrer Heirat die Zwillinge Emilia und Georg geboren werden, ist ihr Glück komplett, auch wenn der kleine Georg gehörlos ist. Doch dann ergreifen die Nationalsozialisten die Macht und das Leben der jungen Familie ändert sich von Grund auf. Richard, der inzwischen als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn arbeitet, kann sich mit der menschenverachtenden Gesetzgebung der Nazis nicht arrangieren, von der auch sein gehörloser Sohn betroffenen ist. Um seine Patienten vor der Euthanasie zu bewahren, erstellt er fortan falsche Gutachten. Damit nimmt er ein großes Wagnis auf sich, das nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Familie bedroht …

Ein tolles Buch über das Leben und Liebe in unmenschlichen Zeiten.

— BLINDI

Zum Teil nahe am Kitsch. Totzdem eine fesselnd erzählte Geschichte und historisch sehr interessant!

— Code-between-lines

Historisch interessant, packend und berührend

— Sigismund

Bewegend, erschütternd, aber auch fürs Herz.

— MajaGruen

Ein sehr ergreifendes Buch... mit vielen Einblicken in das Leben im 2. Weltkrieg. Erschütternd!!

— Hobsing

Ein grandioses Buch!

— Eliza08

Unbeschreiblich ein Chaos der Gefühle

— Melody73

Absolute Leseempfehlung! Ärztealltag im dritten Reich, Psychologische gute Unterhaltung, Buch wirkt stark nach, Plot super gelungen

— sabrinchen

Ergreifend, berührend, unfassbar... absolute Leseempfehlung!

— pixi17

unbedingt lesen

— malo2105

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  • Ein bewegender Roman

    Im Lautlosen

    Sternenstaubfee

    21. March 2018 um 20:12

    Hamburg 1926: Richard und Paula, die beide Medizin studieren, verlieben sich ineinander. Sie werden ein Paar, heiraten und werden Eltern von Zwillingen. Während die kleine Emilia gesund ist, ist ihr Bruder Georg gehörlos. Als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen, gerät auch Georg durch seine Behinderung in Gefahr. Mein Leseeindruck: Dieses Buch mit knapp über 500 Seiten hat mich sehr beeindruckt. Ich habe tatsächlich das Gefühl, nicht nur ein einziges Buch gelesen zu haben, sondern mehrere, denn es ist so vollgepackt mit Ereignissen. So vieles ist geschehen und die Geschichte ist so komplex und gehaltvoll. Wir begleiten Richard und Paula und ihre Freunde, Verwandte und Kollegen über mehrere Jahre hinweg und erleben so die Auswirkungen des Nationalsozialismus hautnah. Es ist sehr erschreckend zu lesen, was mit den Menschen passiert, und durch die Romanform habe ich mit den Charakteren sehr mitfühlen können. Richard ist Psychiater, und gerade seine Arbeit hat mich sehr gefesselt. Es ist erschreckend, wie damals mit den Patienten bzw. Kranken umgegangen und verfahren wurde. Das war mir zum Teil gar nicht so bewusst, daher empfand ich dieses Buch auch als lehrreich, weil es zwar ein fiktiver Roman ist, aber auf wahren Begebenheiten beruht.

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  • Verlosung der Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams 2017

    Was man von hier aus sehen kann

    Daniliesing

    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana LekyEin Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.„Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max RhodeDieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy MontgomeryEr kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. DickEin Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie ThomasSelten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es. Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier BourdeautEine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. 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Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki MurakamiIch habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor TowlesEinen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay KristoffEin Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. Die spannende Story wird nämlich mit einem bunten Mix aus Chats, Protokollen, Berichten, Funksprüchen und Bauplänen erzählt, die die Geschichte so plastisch und realistisch machen, dass man sich selbst auf den Raumschiffen im Weltall wähnt. Ein Buch, das geradezu nach einer Verfilmung schreit!NaddlDaddl empfiehlt "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson GiolitoEndlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte! "Im Traum kannst du nicht lügen" fängt zwar eher ruhig an, zieht einen aber immer mehr in seinen Sog. Majas Gedanken rund um den Prozess sind absolut spannend, ich war wie gebannt von der Frage, was passiert ist, wer welche Rolle gespielt hat und wer die Schuld an den Geschehnissen trägt. Eine Geschichte, die nicht nur aus schwarz und weiß besteht – schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich hinterlassen.Daniliesing empfiehlt "Before they pass away" von Jimmy NelsonSo wenige Romane, wie in diesem Jahr, habe ich wohl selten gelesen. Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay KristoffMeine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo AgualusaEin Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. TackFür Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John BoyneDieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!

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    • 903
  • Erschütternde Liebesgeschichte

    Im Lautlosen

    MajaGruen

    29. October 2017 um 20:03

    Die Liebesgeschichte spielt vor den erschütternden Ereignissen vor und während des 2. Weltkrieges. Es geht um ein Ärzteehepaar, das sich durch seine politische Einstellung und seinen stillen Widerstand in höchste Gefahr begibt. Während die Liebesgeschichte fiktiv ist, wurden Teile des Hintergrundes und einige Personen aus der Realität in den Roman mit hinein genommen. Die Geschichte hat mich zutiefst bewegt.

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  • Historisch interessant, packend und berührend

    Im Lautlosen

    Sigismund

    28. October 2017 um 18:55

    Historisch interessant, packend und berührend, zugleich trotz der tragischen Dramatik der beschriebenen Vorkriegs- und Kriegsjahre immer wieder erfrischend und hoffnungsfroh stimmend ist der im Juli im Amazon-Verlag Tinte & Feder veröffentlichte Roman "Im Lautlosen" von Melanie Metzenthin. Denn allen Hindernissen zum Trotz versteht es das junge Paar Richard und Paula seinen Lebensweg geradlinig zu gehen, ethische Werte und eigene Überzeugungen trotz möglicher persönlicher Nachteile für Leib und Leben während der Kriegs- und Nazi-Jahre zu bewahren. In fiktiver Handlung schildert die Autorin unter Verwendung historischer Dokumente und Augenzeugenberichte u.a. das tragische Dilemma vieler Psychiater und Ärzte, die vom Nazi-Regime per Gesetz angeordnete Zwangssterilisation Behinderter und beginnende Massentötung "unwerten Lebens" (Euthanasie) letztlich trotz anfänglichen Bemühens nicht verhindern zu können. Im Gegenteil: Sie müssen sogar selbst erste Selektionen vornehmen, um wenigstens einen Großteil ihrer Patienten retten zu können, wenn sie schon nicht alle zu retten vermögen, um nicht aufzufallen. Parallel gelingt es der Autorin, das Leben gutbürgerlicher und weitestgehend unpolitischer Familien in Hamburg zu schildern, die in einer Art "stillem Widerstand" auch in schlimmster Zeit durchzuhalten versuchen - immer in der Hoffnung, dass das Leben irgendwann doch wieder besser werden und das Gute letztlich gewinnen muss. Melanie Metzenthin schafft es in detailgenauen Schilderungen, den schwierigen Alltag in schwierigster Zeit anschaulich, realistisch und nachfühlbar zu schildern, so dass man diesen Roman über die Jahre 1926 bis 1945 in Hamburg nicht nur jedem Erwachsenen, sondern vor allem auch jungen Menschen gern empfehlen kann: Der Roman "Im Lautlosen" ist ein Stück lebendige Geschichtsschreibung, wie man sie nicht in der Schule lernen kann. - Eine Fortsetzung über die ersten Nachkriegsjahre 1945 bis 1953 ist in Vorbereitung.

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  • Bewegender Roman mit realem Hintergrund

    Im Lautlosen

    MajaGruen

    18. October 2017 um 19:00

    Die Liebesgeschichte vor dem historischen Hintergrund des Zweiten Weltkrieges mit seinen zahlreichen realen Elementen hat mich erschüttert und zutiefst bewegt. Sie gibt Einblick in die Zwickmühle, in der die Menschen damals steckten und hat mich die damalige Zeit wieder aus einer neuen Perspektive sehen lassen. Die Liebesgeschichte, in die die zahlreichen Schicksalsschläge eingebettet sind, zieht sich wie ein roter beruhigender Faden durch den Roman. Ein Buch, das mich in den Tiefen meiner Seele berührt hat.

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  • Absolute Leseempfehlung! Ärztealltag im dritten Reich, Psychologische gute Unterhaltung, Sogwirkung

    Im Lautlosen

    sabrinchen

    11. October 2017 um 21:51

    ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG! Für mich das Buch 2017Kurzmeinung:Sehr ausdruckstarkes Buch, wahnsinnig informativ und unterhaltend, wirkt nach, fühlte sich gut recherchiert an und deshalb definitiv 5 Sternewürdig Absolute Leseempfehlung! Ärztealltag im dritten Reich, Psychologische gute Unterhaltung, Buch wirkt stark nach, Plot super gelungen.Empfinden:Der Klappentext hat mich sofort angesprochen daher war ich sehr neugierig auf die Umsetzung im Buch.Der Schreibstil ist sehr komplex schafft es dabei aber trotzdem zu unterhalten. Der Erzählstil ist sehr authentisch und lässt mich mitleiden und mitfiebern.Der richtige Mix aus Tragik und Lebensfreude wird suggeriert.Ich konnte eine starke Beziehung zu den Charakteren aufbauen da sie sehr sympathisch und natürlich beschrieben sind.Paula und Richard sind sehr farbig und nachvollziehbar erläutert mit ihren Fehlern und Problemen. Auch die Nebencharaktere die beste Freundin Leonie oder der gewitzte Fritz wie auch die Gegenspieler sind gut gelungen und glaubhaft.Der 1. Weltkrieg wirkt noch nach da steigen wir 1926 in Hamburg auf dem Universitätsgelände ein. Stark im Vordergrund stehen der Alltag in Nervenkliniken ,dem Leben mit einem tauben Kind zur Naziblütezeit in einer Doktorenfamilie mit jüdischen Freunden. Es wird erschreckend realistisch dargestellt und dadurch hat mich die Handlung fasziniert. Tragisch und mitreissend sind die Erbgutgesetze und die Judengesetze  zur Zeit des 3. Reiches beschrieben und im Plot verankert.Das Thema fühlt sich sehr gut recherchiert an dadurch wird es auch bedrückend und wirkt stark nach. Von Anfang an ist die Geschichte psychologisch ohne belehrend zu wirken. Ein starkes Buch das zum Nachdenken anregt daher von mir 5 Sterne mit einer dicken Leseempfehlung.  

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  • Bringt ein dunkles Kapitel der Geschichte wieder ans Licht

    Im Lautlosen

    Girdie

    30. September 2017 um 22:28

    „Im Lautlosen“ ist ein historischer Roman der Hamburgerin Melanie Metzenthin. Schon das schwarzweiß Foto auf dem Cover ließ mich aufgrund der Kleidung schließen, dass der Roman in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg spielt. Im Mittelpunkt steht das Arztehepaar Richard und Paula Hellmer. Ihr Sohn ist taub und so bezieht sich der Titel einerseits auf dessen Gehörlosigkeit, andererseits aber auch auf den Mut vieler Zivilpersonen, die sich wie die Hellmers vor und im Krieg gegen die Ungerechtigkeiten des Naziregimes eingesetzt habe. Auf lautlose Art, beispielsweise nur durch das Ausfüllen von Formularen, retteten sie Personen das Leben.Richard und Paula lernen sich 1926 an der Hamburger Universität kennen. Beide studieren Medizin, verlieben sich und heiraten in einer Zeit politischer Unruhen, in der die nationalsozialistische Partei immer mehr Anhänger findet. Im August 1932 wird das Glück von Paula und Richard noch durch die Geburt der Zwillinge Emilia und Georg vergrößert. Bereits nach einigen Monaten stellt sich heraus, dass Georg taub ist. Gemeinsam widmen sie sich der größtmöglichen Förderung. Derweil arbeitet Richard als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn. Nach dem Erlass neuer Gesetze durch die Nationalsozialisten soll die Leistungsfähigkeit von körperlich und psychisch behinderten Menschen bewertet werden. Richard ahnt, welche Folgen seine Beurteilung haben wird und verfälscht bewusst den Gesundheitszustand in den auszufüllenden Formularen. Nicht nur, dass er sich Sorgen um seinen Sohn macht, der mit seiner Behinderung auffallen und nach den neuen Gesetzen behandelt werden könnte, sondern auch sein Schwindel bleibt nicht ohne Folgen …Melanie Metzenthin hat mit diesem Buch einen großen Familienroman geschrieben, der in einer zunehmend düster werdenden Zeit spielt. Die Autorin ist selbst Psychiaterin, die einige Zeit in Langenhorn gearbeitet hat, der Haupthandlungsort Hamburg ist ihre Heimatstadt. Die Geschichte ist bestens recherchiert und die Ereignisse dadurch glaubhaft. Neben einer Reihe historisch verbürgter Personen sind die meisten Charaktere fiktiv. Die Protagonisten sind liebevoll gestaltet und ich konnte mich mit ihrem Denken und Handeln identifizieren. Richard, Paula, ihre Familien und Freunde wurden mir sympathisch und ich habe mit ihnen gehofft und gebangt. Obwohl mir die damaligen Geschehnisse in Grundzügen bekannt sind, hat mich die Erzählung in ihrer Darstellung tief berührt.Die Schilderung rief mir wieder ins Gedächtnis, welche Macht die Anhänger einer gemeinsamen Gesinnung über andere ausüben können. Richard und Paula sind Figuren, die Mut machen, dass es immer Menschen geben wird, die sich nicht einschüchtern lassen und hinter ihrer Überzeugung der Menschlichkeit stehen und danach handeln. „Im Lautlosen“ lässt Geschichte lebendig werden und bringt ein dunkles Kapitel ans Licht. Die Erzählung ist bewegend und bleibt im Gedächtnis. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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  • Der stille Kampf...

    Im Lautlosen

    Eliza08

    17. September 2017 um 15:25

    Meine Meinung: Bei diesem Roman passt einfach alles, er überzeugt auf ganzer Linie und erobert die Herzen der Leser im Sturm. Zuerst wirkte das  Cover auf mich ein wenig kitschig und unpassend für einen Roman der in der NS-Zeit spielt, aber Melanie Metzenthin hat mich überzeugt, dass dieses Cover zu ihrem jüngsten Roman passt. Der Klappentext bietet eine sehr gute Zusammenfassung und löst bereits beim Lesen erste Gefühle aus. Der Roman steht dem Klappentext in nichts nach. Die Autorin hat ein Buch geschrieben, was berührt, nachdenklich macht, ein wenig beklemmend ist und dennoch nur so vor Liebe strahlt. Ein absolut atmosphärisch dichter Schmöker, der einem beim Lesen immer mehr ans Herz wächst, man zittert, leidet, bangt und hofft mit den Protagonisten. Paula und Richard sind zwei ganz, ganz tolle Figuren, ihre Kinder Emilia und Georg stehen ihnen in nichts nach. Aber auch alle anderen Figuren erobern die Herzen der Leser im Sturm, weil sie echt authentisch und lebhaft sind. Sie sind nicht fehlerlos, sie sind menschlich und wirken in ihrem Handeln und Reden überzeugend. Hier zieht die Psychologin alle Register und erschafft Figuren, die „echten“ Menschen in nichts nachstehen. Der Kampf der Familie gegen die Nazis im Kleinen: im Beruf, im Freundeskreis, bei der Arbeit ist so geschildert, dass man sich diese kleinen Nadelstiche von hunderten Bürgern dieser Zeit vorstellen kann. Allen war bewusst, dass offener Protest oder offene Sabotage nur ihr eigenes Todesurteil bedeuten würde, dass sie aber im „Kleinen“ immer noch Macht haben. Ein wahrlich eindrucksvolles und authentisches Portrait. Durch die verschiedenen Perspektiven und Handlungsorte nimmt der Roman automatisch an Fahrt auf und lässt sich wunderbar lesen. Dazu der sehr angenehme Erzählstil der Autorin. Man taucht innerhalb von wenigen Sätzen so ins Geschehen ab, dass man die Figuren am liebsten endlos lang begleiten möchte. Der Schwerpunkt dieses Romans ist durch die Arbeit der Autorin zu erklären und dennoch muss auch dieser Teil der NS-Vergangenheit aufgearbeitet werden und dazu trägt die Autorin mit diesem Buch bei, denn es waren nicht nur die Juden die deportiert wurden, sondern auch deutsche völlig hilflose Personen. Ein absolut großartiger, authentischer und berührender Roman, der mich noch lange begleiten wird, denn viele Bilder in diesem Roman haben mich sehr bewegt, dass ich noch lange daran zurück denken werde. Ich danke netgalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und Melanie Metzenthin für die überaus fesselnde und fantastische Unterhaltung, auch wenn es nicht immer „leichte“ Kost war.

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  • Was für ein Buch

    Im Lautlosen

    robbylesegern

    31. August 2017 um 19:44

    "Im Lautlosen " von Melanie Metzenhtin ist ein Buch das ich verschlungen habe.Von der ersten Seite an zieht es den Leser in seinen Bann und lässt ihn die Grauen der Nazizeit und des 2. Weltkrieges spüren. Hauptthema ist die Euthanasie, denn die Protagonisten sind Ärzte und haben selbst ein taubstummes Kind. Dies wird nicht effekthaschend erzählt, sondern sachlich und somit in seiner vollen Wucht und lässt einen Gänsehaut bekommen ob der Grausamkeit , die während dieser Zeit vorherrscht.Die Autorin erklärt in ihrem Nachwort, dass sie in diesem Buch Fiktion mit geschichtlicher Realität verbunden hat. So sind einige Personen geschichtlich verbürgt und andere ihrer Fantasie entsprungen.Herausgekommen ist ein Buch, das in seiner Realität nicht überzeugender sein kann und den Leser in eine Welt eintauchen lassen lässt, die wir nie wieder erleben möchten.Dieses Buch sollten sich vielleicht mögliche Wähler der AFD zu Gemüte führen.Die Personen dieses Romans sind sehr überzeugend und realistisch dargestellt. Hauptdreh,- und Angelpunkt ist Hamburg, das 1943 schon unter starken Bombardierungen zu leiden hatte. Da die Autorin selbst auch Psychiaterin ist , sind auch einige Ärzte, die hier agieren , aus dieser Fachrichtung zu finden.Mich hat dieses Buch sehr stark berührt und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, weil ich mich nicht von dieser Geschichtetrennen wollte. Alle Geschichtsinteressierten , aber auch Menschen, die ihre Menschlichkeit noch nicht verloren haben, sei dieses Buch ans Herz gelegt.

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  • Ein unglaubliches Buch das mich von Anfang an fesselte

    Im Lautlosen

    Melody73

    24. August 2017 um 18:26

    Hamburg, 1926: An der noch jungen Universität der Hansestadt gehören Richard und Paula zu den begabtesten Medizinstudenten ihres Jahrgangs. Sie beide verbindet mehr als nur die Leidenschaft für den Arztberuf sie verlieben sich unsterblich ineinander. Als nach ihrer Heirat die Zwillinge Emilia und Georg geboren werden, ist ihr Glück komplett, auch wenn der kleine Georg gehörlos ist. Doch dann ergreifen die Nationalsozialisten die Macht und das Leben der jungen Familie ändert sich von Grund auf. Richard, der inzwischen als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn arbeitet, kann sich mit der menschenverachtenden Gesetzgebung der Nazis nicht arrangieren, von der auch sein gehörloser Sohn betroffenen ist. Um seine Patienten vor der Euthanasie zu bewahren, erstellt er fortan falsche Gutachten. Damit nimmt er ein großes Wagnis auf sich, das nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Familie bedroht ...In dem Buch Im Lautlosen widmet sich die Autorin der Nazizeit in der es nur um arische Rassen und um die Vernichtung lebensunwertem Leben geht.Das Buch umfasst 516 Seiten voller Gefühl, Angst, Wut, Unverständniss und auch Glück und Liebe. Das Buch und die Geschichte der Kriegszeit fesselte mich vom 1. Satz an. Man erfährt Hintergründe die man vlt. im Geschichtsunterricht schonmal hörte aber dann wieder ad acta legte.Die Protagonisten sind durchweg sehr gut beschrieben und ich hatte für meinen Teil schnell meine Lieblinge und welche die ich regelrecht hasste.Die zeit im Krieg als der ganze Machtwechsel zustande kam wird sher gut beschrieben. Ich hatte immer das gefühl ich wäre mittendrin und es ist nicht nur eine Geschichte, sondern man erlebt sie hautnah mit. Das Glück aber auch die Angst wenn man den Fliegeralarm hört. Wenn dann zufällig wie bei mir noch eine Sirene anging bin ich doch etwas erschrocken^^ Die umgebung und die Gefühle denen die Menschen dmals ausgesetzt waren sind 1:1 getroffen. Man kennt ja selbst von Erzählungen wie es war und in diesem Buch bekommt man nochmal einen eindruck wie schrecklich die Zeit gewesen sein muss. Und doch haben die Protagonisten immer versucht das Beste draus zu machen und wenn man zusammenhält kann man auch Berge versetzen.Ich könnte noch stundenlagn über diese Buch schreiben aber dann würde ich zuviel vom Inhalt erzählen.Für mich ist es ein absolutes Lieblingsbuch geworden und ich kann es jedem, egal welches Genre man sonst liest nur ans Herz legen. Ich hoffe ihr werdet es genauso lieben wie ich.

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  • Bemerkenswerter Roman, mitreißend und bedrückend gleichermaßen

    Im Lautlosen

    Jana68

    06. August 2017 um 18:19

    In ihrem Roman "Im Lautlosen" stellt sich die Autorin Melanie Metzenthin dem Thema der Rassenhygiene und der Rolle von medizinischem Fachpersonal während der Zeit des Nationalsozialismus. In klarer und realistischer, manchmal fast distanzierter Erzählweise gelingt es der Autorin, beim Leser tiefe Emotionen zu wecken, sich mit den Protagonisten zu identifizieren und eine deutliche Botschaft zu vermitteln. Dabei kommt der Roman ohne jede Effekthascherei aus und stellt den Alltag der Protagonisten in den Mittelpunkt. Paula und Richard sind Eltern eines gehörlosen Sohnes. Beide sind Ärzte und verstehen es, diese Behinderung als Herausforderung anzunehmen und ihren Sohn sowie dessen Schwester, die diese Behinderung nicht hat, so auszubilden und zu erziehen, dass dem kleinen Georg ein im Wesentlichen normales Leben möglich ist. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Umgang der Familie mit der Gebärdensprache, die sie sich genauso aneignen, als würden sie eine Fremdsprache erlernen. Die Integration von Georg als ganz normales Kind mit einer Behinderung ist beispielhaft bis heute. Die Familie führt mit Freunden und Verwandten ein normales Leben. Doch es zieht eine Gefahr auf, die nicht nur ihren üblichen Alltag zunehmend beeinflusst. Durch den aufkommenden Nationalsozialismus ist plötzlich Georg's Zukunft, ja sein Leben gefährdet. Und nicht nur das, wir müssen uns mit Themen wie Zwangssterilisation und Säuberung der Rasse auseinander setzen, wir müssen die Bombardierung Hamburgs durchleben, den Kriegsalltag im Lazarett an der Front verkraften und die schweren Monate nach Kriegsende. Nicht alle der lieb gewonnenen Menschen überleben diese dunkle Zeit. Aber wir dürfen auch miterleben, wie Überzeugung zu stillem aber wirkungsvollem Widerstand führt, wie Liebe und Freundschaft helfen, Menschenleben zu retten. Das Buch überzeugt auf ganzer Linie. Nichts ist schwarz-weiß gemalt. Pauschalurteile gibt es nicht. Es gibt Themen, die durchaus Kontroversen zulassen, bei denen Grenzen verschwimmen und es auf sehr viel mehr ankommt, als nur medizinische Bildung. In jedem Fall ist dieser Roman ein klares Bekenntnis zum Humanismus. Der Titel des Romans hätte nicht besser gewählt werden können, denn er steht zum einen für die Lage des kleinen Georgs und bezeichnet zum anderen gerade den mutigen und so wichtigen Widerstand, den Richard und Paula gemeinsam mit anderen Gefährten im Lautlosen leisten. Danke und großen Respekt an die Autorin Melanie Metzenthin dafür, dass sie sich an dieses Thema gewagt hat und einen berührenden, zum Nachdenken anregenden und sehr gut recherchierten Roman darüber geschrieben hat. Soweit ich weiß, wird es eine Fortsetzung geben, auf die ich mich sehr freue, denn mich interessiert es sehr, wie es mit Paula, Richard, Fritz, ihren Kindern und den Menschen in ihrem Umfeld weitergeht. Und es steht auch noch ein Urteil aus...

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  • Stiller Widerstand

    Im Lautlosen

    Dreamworx

    05. August 2017 um 14:46

    1926 Hamburg. Paula und Richard lernen sich während ihres Medizinstudiums an der Universität kennen und verlieben sich ineinander. Obwohl Richard „nur“ der Sohn eines Tischlers ist und eigentlich nicht standesgemäß, heiraten die beiden und bekommen Zwillinge, Emilia und den gehörlosen Georg. So erlernt die Familie die Gebärdensprache, damit sie alle zwanglos miteinander kommunizieren können. Als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland ergreifen, ändert sich für die Familie alles. Richard, der als Psychiater arbeitet, ist absolut gegen die Nazis und deren menschenunwürdigen Ansichten, welche auch seinen gehörlosen Sohn Georg betreffen. Um so viele Menschen wie möglich vor dem Wahnsinn der Nazis zu retten, nutzt er seine Position als Arzt und stellt falsche Gutachten aus. Damit setzt er nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Familie einer großen Gefahr aus, denn Richards Widersacher Dr. Krüger findet heraus, was Richard getan hat. Leider kostet ihn das seinen Job als Arzt und er wird zum Wehrdienst eingezogen. Doch Richard hat in seinem besten Freund Fritz einen Fürsprecher, der ihn vor der Front rettet und eine Versetzung zu ihm ins Lazarett nach Tripolis ermöglicht. Richard ist jetzt erst einmal aus der Schusslinie, doch Paula ist immer noch mit den Kindern in Hamburg und versucht, sich und die Kinder vor den Bomben zu schützen. Während all dem Kriegsgeschehen wird Georg schwer krank und wird ausgerechnet in das Krankenhaus eingeliefert, wo Dr. Krüger als Handlanger der Nazis das Zepter führt…Melanie Metzenthin hat mit ihrem Buch „Im Lautlosen“ einen sehr berührenden und spannenden Roman vor der schrecklichen Kulisse Nazideutschlands vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und ohne Schnörkel, mitreißend und fesselnd. In wechselnden Perspektiven erfährt der Leser mal aus der Sicht von Richard, mal aus der von Paula um die jeweilige Situation und die Geschehnisse und wird eingeweiht in ihr Denken und ihre Gefühle. Die damalige Zeit wird auf unheimliche Weise zum Leben erweckt und lässt einen erschauern ob dieser Unmenschlichkeit und Grausamkeit, ob diesem wirren Gedankengut, dass damals von den Nazis verbreitet wurde. Der Spannungsbogen zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und ständig ist der Leser auf der Hut vor der lauernden Gefahr, die unterschwellig immer spürbar ist und an den Nerven zerrt. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und ihre Handlung mit einem glaubhaften historischen Hintergrund versehen, der dem Leser die Möglichkeit gibt, einen Blick in die verstörende Vergangenheit zu gewähren. Über einen Zeitraum von 20 Jahren erlebt man die Kriegswirren und Grausamkeiten mit und wird auch ein Teil der Familie von Richard und Paula.Die Charaktere sind sowohl lebendig als auch sehr realistisch gestaltet und liebevoll ausgearbeitet worden. Sie wirken sehr authentisch und einige von ihnen möchte man am liebsten persönlich kennenlernen. Richard ist ein sehr sympathischer Charakter, er ist ehrlich und seinen Prinzipien treu. Dafür nimmt er jede Gefahr in Kauf, solange er anderen Menschen helfen und sie retten kann. Paula ist ebenfalls sehr liebenswert, sie versucht, neben ihrer Familie auch andere zu schützen und setzt dafür viel aufs Spiel. Fritz ist ein offener und fröhlicher Mensch, der immer Optimismus versprüht und jede Minute des Lebens auskostet. Dabei ist er ein guter Freund und immer hilfsbereit. Der kleine Georg ist auch ein toller Protagonist. Obwohl gehörlos, wirkt er lebensfroh und lässt das Herz des Lesers höher schlagen, wenn er auf der Bildfläche erscheint.„Im Lautlosen“ ist ein sehr berührender und überzeugender Roman mit einer einzigartigen Familiengeschichte vor historischem Hintergrund, der nachdenklich macht und das Herz des Lesers anrührt. Absolute Leseempfehlung für eine fesselnde Handlung, die sehr gut umgesetzt wurde!  

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  • Im Lautlosen

    Im Lautlosen

    malo2105

    03. August 2017 um 07:41

    Hamburg 1926: Paula und Richard studieren Medizin, verlieben sich ineinander, malen sich eine gemeinsame Zukunft aus und gründen eine Familie. Das Glück scheint perfekt zu sein. Als sich herausstellt, dass ihr Sohn Georg gehörlos ist, versuchen Paula und Richard alles, ihn eine normale Kindheit zu ermöglichen.Doch in Deutschland haben die Nazis die Macht ergriffen und haben eine menschenverachtende Ideologie.Richard, der mittlerweile als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn arbeitet, kann und will sich mit den Euthanasiegesetzen der Nazis nicht arrangieren. Er erstellt falsche Gutachten und versucht so viele Menschen wie möglich vor den sicheren Tod zu retten. Doch als er auffliegt, ändern sich sein Leben und das seiner Familie, denn plötzlich ist auch Georg in Gefahr. Ohne Effekthascherei und ohne mit erhobenen Zeigefinger daherkommend, erzählt Melanie Metzenthin ihre fiktive Geschichte, die jedoch auf vielen historischen Ereignissen und Begebenheiten aufbaut. Dabei greift sie auch auf private Erzählungen und berufliche Erfahrungen zurück, da sie selbst als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet. Trotz des schwierigen Themas hat mir „im Lautlosen“ sehr gut gefallen. Alle Figuren sind Menschen mit Ecken und Kanten. Sie müssen teilweise schwere Entscheidungen treffen und mit Verlusten kämpfen, bleiben dabei aber eben menschlich. Als Leser identifiziert man sich gern mit ihnen. Man freut, hofft und bangt mit ihnen und wünscht ihnen alles Gute. Dabei macht es das Schicksal der Protagonisten den Leser schwer, dass Buch aus der Hand zu legen, auch wenn manche Szenen dies erfordern und man erstmal tief durchatmen muss. Dabei ist „Im Lautlosen“ trotz des Themas durchaus kein schwermütiges Buch, denn, wie im wahren Leben, kommt auch in schwierigen Situationen der Humor nicht zu kurz.Ich wünsche den Roman viele begeisterte LeserInnen und empfehle ihn sehr gern weiter.

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  • Gesunde und kranke Menschen ...

    Im Lautlosen

    Unzertrennlich

    24. July 2017 um 17:02

    Schreibstil Da ich mal wieder Lust auf einen historischen Roman mit dem Bezug zum Nationalsozialismus hatte, fiel mir dieses Buch auf, das bereits sehr viele gute Bewertungen hat und einen interessanten Einblick in die psychiatrischen Einrichtungen der damaligen Zeit versprach. Positiv erwähnen muss ich an dieser Stelle erst einmal die tolle Recherche-Arbeit, die Melanie Metzenthin hier geleistet hat. Es gibt hier einen tiefgründigen Einblick in die Zeit von 1926 bis nach dem zweiten Weltkrieg. Beim lesen habe ich sehr viel gelernt, besonders über das Gesundheitssystem, die Situation, zwischen den beiden Kriegen mit dem Machtaufstieg der NSDAP und natürlich auch bezüglich des Weltkrieges. Wahnsinn, wie toll die Autorin all diese Fakten in ihre Geschichte gewebt hat! Auf der anderen Seite muss ich hier aber auch gestehen, dass ich das Buch jetzt trotz der Thematik eine ganze Woche mit mir herumgeschleppt habe und mich trotz des interessanten Inhalts oft nicht animieren konnte, weiterzulesen. Es hat einige Längen und hat sich für mich stellenweise nicht direkt nach einem Roman angefühlt. Der Schreibstil war mir zu nüchtern, zu distanziert und so konnte ich keine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Charaktere Richard Richard ist ein sehr interessanter Charakter. Wir lernen ihn zusammen mit Paula beim Studium kennen und begleiten ihn später bei seiner Karriere an einer psychiatrischen Anstalt. Er steht mit beidem Beinen im Leben und ist ein gutherziger Mensch, der sich dem System nicht anpassen will. Er kann sich mit den neuen Gesetzen der Nazis nicht arrangieren, besonders da sie sich auch auf seine Patienten auswirken. Er möchte einfach nur helfen, vielleicht sogar die psychiatrischen Kliniken revolutionieren, doch dazu lebt er wohl in der falschen Zeit ... Ich fand Richard sehr beeindruckend und seine Abschnitte habe ich viel lieber gelesen als die von Paula. Bei ihm erleben wir nämlich, wie es einen Arzt, beziehungsweise einen Psychologen, in der Zeit der Nationalsozialisten erging. Paula Paula blieb mir persönlich etwas zu blass. An ihrem Beispiel gibt es zwar einige Anspielungen auf den Feminismus, aber so recht kennengelernt habe ich sie beim Lesen nicht. Ihre Abschnitte hätte es für mich daher hier nicht gebraucht! Meine Meinung Puhh, "Im Lautlosen" von Melanie Metzenthin ist seit langem mal wieder ein Buch, das mich etwas zwiegespalten zurücklässt. Aus diesem Grund fällt mir die Rezension an dieser Stelle sehr schwer. Auf der einen Seite ist "Im Lautlosen" eine sehr wichtige Geschichte mit interessanten historischen Fakten, auf der anderen Seite musste ich mich stellenweise zum Weiterlesen zwingen. Ich weiß nicht direkt, ob es an Melanie Metzenthins Schreibstil lag, mit dem ich einfach nicht klar kam. Er war mir von Anfang an zu distanziert, sodass ich keine Verbindung zu Paula und nur eine recht oberflächliche zu Richard aufbauen konnte. Das war schade, denn so hatte ich trotz der interessanten Thematik nicht das Gefühl, wirklich nah am Geschehen zu sein. Spannend fand ich auf jeden Fall, dass hier die "dunkle" Seiten der Psychiatrie beziehungsweise des ganzen Gesundheitssystems angesprochen werden. Hitlers Ansichten bezüglich seiner Gesundheitsreform sind wirklich das letzte und Melanie Metzenthin hat es hier an einigen Stellen sehr deutlich gemacht, wie ungerecht das Leben für (geistig-) Kranke in dieser Zeit war. Unverständlich fand ich an dieser Stelle die Behandlung damaliger Patienten. Das Buch erstreckt sich über einen sehr langen Zeitraum. Wir begleiten Paula, Richard und ihre Freund von ihrem Studium, zu ihren ersten Jobs, erleben mit ihnen die Anfänge der NSDAP, den Ausbruch des Krieges und unterstützen sie bei ihrem stillen Kampf gegen das System. "Im Lautlosen" ist auf jeden Fall ein wichtiges Buch, ein Buch, das einen sehr tiefen Einblick in eine Zeit gibt, auf die wir in Deutschland nicht stolz sein können! Fazit Die Bewertung fällt mir an dieser Stelle recht schwer. Ich bin hin und hergerissen, denn es gibt tatsächlich einen interessanten und schonungslosen Einblick in die damalige Zeit, doch auf der anderen Seite konnten mich die Charaktere und auch der Schreibstil nicht so recht überzeugen. Alles war recht nüchtern und distanziert, besonders Paula war mir zu nebensächlich und nach dem Lesen hatte ich nicht das Gefühl, sie wirklich zu kennen ... Ich hätte dem Buch wohl 3,5 gegeben, werden aber fairerweise dann doch auf die 4 gehen, denn diese Geschichte ist wichtig und sollte daher gelesen werden!

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  • Deutsche Geschichte – in wunderbarem Buch umgesetzt

    Im Lautlosen

    Rebecca1120

    22. July 2017 um 16:31

    Von der Weimarer Republik bis zu Nachkriegszeit wird hier der Traum zweier sich verliebender Medizinstudenten geschildert. Ein Traum, der unter der Weimarer Republik die Frauen eher als Haus- und Herdmütterchen  sieht und somit Paula viele Stolpersteine bei seiner Verwirklichung setzt. Ein Traum, der mit der Machtergreifung der Nazis zu einem Albtraum für die beiden jungen Ärzte wird.In meinen Augen ist es der Autorin einmalig gelungen hier geschichtlich belegte Tatsachen mit fiktiven Personen in eine schicksalhafte Geschichte zu verknüpfen. An keiner Stelle des Buches ist bei mir Langeweile aufgetreten, eher hat mich die Spannung wie es mit Familie Hellmer weitergeht zum Weiterlesen „gezwungen“.Sympathisch waren mir nicht nur Paula und Georg als Hauptfiguren, sondern auch der immer lebensfrohe, optimistische und pfiffige Fritz, den das Schicksal dann so arg zugesetzt hat.Einige Repressalien der Nazis die im Buch aufgeführt wurden, waren mir bisher nicht bekannt. Also beim Lesen auch noch was gelernt.Wie grausam muss es für Paula gewesen sein sich zu entscheiden wer keine 100%ige Leistung erbringen kann und damit sein Todesurteil erhält.Den Titel fand ich auch äußerst clever gewählt, weil sich hierin auch eine Doppeldeutigkeit zeigt. Einmal lautlos wegen Georgs Gehörlosigkeit, die keinem auffallen darf und dann lautlos wegen des heimlich geführten Widerstands gegen die Nazi-Gesetze.Mich hat dieses Buch total überzeugt und darum gibt’s von mir auch 5 Lese-Sterne.

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