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ConnyKathsBooks

vor 2 Monaten

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"Meine Angst ist ein tiefer Brunnen, in dem ich gefangen bin. Ich treibe senkrecht im Wasser, mit den Zehen taste ich nach dem Grund, aber da ist gar nichts, nur Schwärze." (S. 169)

Seit 11 Jahren hat Bestsellerautorin Linda Conrads ihr Haus am Starnberger See nicht mehr verlassen und lebt völlig zurückgezogen. Alle glauben, dass die 38jährige an einer mysteriösen Krankheit leidet, doch Linda Conrads wird von schrecklichen Erinnerungen an die Vergangenheit gequält. Vor 12 Jahren fand sie ihre Schwester Anna tot inmitten einer Blutlache und sah den Mörder flüchten. Nun gerät ihre Welt abermals ins Wanken, denn in einer TV-Sendung erkennt sie den Mörder wieder. Linda beschließt, ihm eine literarische Falle zu stellen.

"Die Falle" stammt aus der Feder von Melanie Raabe. Ihr Roman "Die Wahrheit" hatte mir ganz gut gefallen und so war ich schon auf ihr erfolgreiches Debüt gespannt.

Auch hier glänzt die deutsche Autorin mit Spannung pur und gleich von Anfang an verfolgt man als Leser gebannt das Geschehen. Denn die Falle, die Linda plant, hat es wirklich in sich. Sie will die damaligen Ereignisse als Krimi verpacken und anschließend den vermeintlichen Mörder zu einem Interview und Geständnis in ihr Haus locken. Victor Lenzen, so heißt das Monster aus ihren Albträumen, ein renommierter Journalist und Familienvater. Doch ist Lenzen wirklich schuldig? Was, wenn sie sich irrt? Akribisch bereitet sich Linda auf den Interviewtag vor, doch dann verläuft alles anders als gedacht. Ein psychologisches, überraschendes und packendes Katz-und Maus-Spiel beginnt, bei dem der Leser am Ende selbst nicht mehr weiß, was Lüge und Wahrheit ist und wer hier wem eine Falle stellt. Für zusätzliche Verwirrung sorgen dabei auch die eingeschobenen Kapitel aus Lindas Buch namens "Blutsschwestern", in dem die Figuren alle unter einem anderen Namen auftreten.

"Ich weiß es, er weiß es, und wir beide wissen, dass der jeweils andere es weiß." (S. 168)

Das Ganze ist in Ich-Form und im Präsens geschrieben und liest sich flüssig. Allerdings finde ich den Stil der Autorin mit den teils sehr langen Komma-Sätzen immer noch etwas gewöhnungsbedürftig. Wodurch man andererseits aber auch hautnah die Gefühle, Gedanken, Ängste und Zweifel von Linda miterlebt und richtig mit ihr mitfühlen kann. Die Auflösung am Ende hatte ich mir jedoch etwas spektakulärer vorgestellt und der große Paukenschlag bleibt irgendwie aus. Dennoch ein runder und hoffnungsvoller Abschluss.

Insgesamt kann ich "Die Falle" empfehlen, denn alle Thrillerfans kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Von mir gibt es 4 Sterne.

Autor: Melanie Raabe
Buch: Die Falle
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