Melinda Nadj Abonji Tauben fliegen auf

(82)

Lovelybooks Bewertung

  • 69 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 2 Leser
  • 16 Rezensionen
(25)
(25)
(20)
(7)
(5)

Inhaltsangabe zu „Tauben fliegen auf“ von Melinda Nadj Abonji

Über den Verlust der Heimat»Wir haben hier noch kein menschliches Schicksal, wir müssen es uns erst noch erarbeiten«, sagt Ildikos Mutter. Längst ist die Familie eingebürgert und betreibt ein Café in bester Seelage. Doch angekommen sind sie nicht, die beiden Töchter Ildiko und Nomi wachsen zwischen zwei Welten auf, sind hin- und hergerissen zwischen der verlorenen Heimat in der Vojvodina und dem Wunsch, Teil der Schweizer Gesellschaft zu sein. Es dauert lange, bis Ildiko erkennt, dass hinter dem Schweizer Idyll knallharte Fremdenfeindlichkeit lauert. Ein höchst zeitgemäßer Text über Emigration und den Preis der Assimilation.

Stöbern in Romane

Und jetzt auch noch Liebe

Turbulente Liebeskomödie mit sehr skurrilen Charakteren, um eine junge Frau, die durch eine ungewollte Schwangerschaft erwachsen wird.

schnaeppchenjaegerin

Und es schmilzt

Erschreckende, schonungslose Erzählweise einer mehr als tragischen Kindheit!

Caro2929

Palast der Finsternis

Spannende Ausgangsgeschichte, die mit Sicherheit noch mehr zu bieten hätte.

Kaaaths

Die Phantasie der Schildkröte

Ein Buch mit einer sehr schönen Botschaft, aber auch mit einem Ende, was ein wenig vorhersehbar war. Bleibt im Herzen ♥

schokokaramell

Vintage

Rasanter Rockroman, mit vielen Fakten rund um den Mythos Gitarre. Eine unterhaltsame Lektüre!

liesdochmaleinbuch

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Tauben fliegen auf

    Tauben fliegen auf
    Themistokeles

    Themistokeles

    07. November 2016 um 08:51

    Das dieses Buch den Buchpreis der Schweiz und auch in Deutschland 2010 gewonnen hat, kann ich durchaus sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich persönlich das Buch nicht so genial finde.Mein Verständnis dafür, dass dieses Buch einen Buchpreis gewonnen hat, liegt darin begründet, dass es eindeutig ein Buch ist, dass von seinem Schreibstil her eher als literarisch gewertet werden darf, denn ich finde es nicht unbedingt vollkommen flüssig, leicht und simpel zu lesen. Die Sätze sind teils einfach sehr lang geraten, gehen locker über 10 und noch mehr Zeilen. Dabei ist es dann auch noch so, dass viele Einwürfe in den einzelnen Sätzen sind, die gesprochene Sprache nicht direkt als solche zu erkennen etc. Man merkt einfach, dass es einen sehr speziellen Stil hat. Dazu kommt, dass die Autorin beim Erzählen sehr in den Zeiten springt, sich teilweise in eher poetischen Gedankengängen bzw. Erläuterungen verfängt, um gewisse Sachverhalte darzustellen. All dies, gepaart mit dem Thema über welches diese Buch erzählt, nämlich die Probleme seine Identität zu finden, wenn man mit zwei sehr unterschiedlichen Kulturen aufwächst und zudem noch von Fremdenfeindlichkeit bedroht ist, auch 2010 ein aktuelles Thema war und bis heute nichts an Brisanz verloren hat, bildet einfach eine gute Grundlage für einen solchen Preis.Und doch mag ich dieses Buch nicht wirklich. Ich konnte mich mit der Protagonistin Ildikó nicht wirklich anfreunden, hatte teilweise auch einfach Probleme dem roten Faden der Geschichte zu folgen, habe ihn auch des Öfteren einfach vermisst, mich gefragt, ob es ihn denn überhaupt gibt. Ebenso wurden viele der Themen, die man irgendwie erahnt hat, nie direkter angesprochen, alles war so unterschwellig, bis auch gar nicht zu merken, wie die Fremdenfeindlichkeit, die sie in der Schweiz teilweise merken, da mir diese wirklich plastisch nur in einer Szene entgegen schlug, die ich zwar eindrücklich, aber auch nicht richtig extrem fand, es war alles so moderat. Irgendwie konnte mich das Buch einfach an keiner Stelle berühren, es war eher so, als würde ich einen sachlichen Text lesen, der etwas seltsam geschrieben war. Nicht einmal richtiges Interesse hat es bei mir geweckt. Alles in allem ein Buch, bei dem ich zwar vom Grund her verstehe, warum es einen Preis gewinnen konnte, das mich aber so gar nicht gepackt hat und ich eher einfach nur langatmig bis langweilig empfunden habe.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    bogi

    bogi

    02. January 2013 um 22:53

    In diesem Falle hab ich mich wieder mal von einer Preiskrönung leiten lassen. Dies hat sich gelohnt, wenngleich ich persönlich nicht von einem ganz grossen Werk sprechen würde. Die Autorin Abonji schildert in wohl weitgehend autobiographischer Manier, die Umsiedlung Ihrer ganzen Familie (ungarisch stämmige Jugoslawen) in die Schweiz. Sie eröffnen dort ein Cafe. Sämtliche Schwierigkeiten und Unbillen Ihres Daseins in Serbien und Ihrer neuen Heimat, der Schweiz, werden gestreift. Dabei spielen die durchaus allgemein auftretenden Probleme mehrfacher Migranten, d. h. die nirgends wirklich feste Verwurzelung eine Rolle. Die Autorin versteht es in teils recht bewegender Art und Weise den Lebensweg Ihrer Familie und von sich selbst zu beschreiben. Hier spielt vor allem immer auch wieder Fremdenfeindlichkeit und die Verfeindungen verschiedener Ethnien eine Rolle. Wenn es um Details des Alltages in der Gastronomie geht, gelingt es Abonji zum Beispiel auch recht gekonnt humorige Einsprengsel zu streuen. Insgesamt ein Buch, das sich wunderbar lesen lässt, auch trotz der von mir persönlich nicht übermässig geschätzten (oder gerade wegen?) poetischen Textstellen. Die Länge des Werkes ist absolut passend, Überdehnungen wären mir nicht aufgefallen. Das ich mich nicht zur Höchstbewertung durchringen konnte, hängt einzig mit der Thematik zusammen, die ich für, man verzeihe mir, ein wenig ausgelutscht halte, sofern nicht unerwartbare Highlights eingebaut werden, und das war hier, meiner Einschätzung nach, nicht der Fall.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Elocin

    Elocin

    24. December 2012 um 10:09

    Die Schwester Ildiko und Nomi wachsen als Migrantenkinder in der Schweiz auf. Ihre Eltern sind vor vielen Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien eingewandert. Für alle ist es ein Leben zwischen den Kulturen, zwischen der Sehnsucht nach ihrer alten Heimat und dem Wunsch ein Teil der Schweizer Gesellschaft zu sein. Zu Beginn empfand ich den Roman als etwas träge. Aber dann hat mich die Geschichte von Ildiko erreicht. Besonders interessant waren für mich die Schilderungen über den sogenannten „Balkankrieg“ aus einer ganz anderen Sicht.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Gruenente

    Gruenente

    13. November 2012 um 20:03

    Ildoko lebt in der Schweiz und studiert eigentlich. Tatsächlich hilft sie mit ihrer Schwester den Eltern im neuen Restaurant/Cafè. Die Familie Kocsis kommt aus dem ungarischen Teil Jugoslawiens. Die Eltern gingen zuerst 4 Jahre alleine in die Schweiz, bis sie ihre kleinen Töchter nachholen konnten. Diese wurden solange von der liebevollen Mamitschka betreut. Jetzt sind sie schweizer Bürger und arbeten hart für eine gute Zukunft. Das Buch handelt von der Vergangnenheit, dem Leben in Jugoslawien, den Fahrten dorthin, der dortigen Familie und auch vom neuen Leben, den Schwierigkeiten in der neuen Heimat (die doch niemals ganz zur Heimat wird). Hochzeiten, Todesfälle, Liebe, schweizer Wahlrecht, Krieg. Viele Themen werden in fast seitenlangen Sätzen in manchmal poetischer Sprache angesprochen. Und für mich auch ein Roman über das Erwachsenwerden und den Mut, den man manchmal braucht um sich auf eigenen Füße zu stellen. Sehr berührt hat mich die beschreibung der Großmutter und ihres Hofes und auch die Steitigkeiten der "Jugoslawen" mit unterschiedlicher Abstammung. Kein Wunder, das es dort Krieg gab. Ich hätte mir noch ein wenig über die Kindheit de beiden Schwestern in der Schweiz gewünscht. Ein anspruchsvolles Buch mit vielen wunderbaren Ausdrücken, das mich aber etwas ratlos zurücklässt, da es mir keine Lösungen, sondern nur viele offene Fragen bietet. Ausserdem schäme ich mich meiner damaligen Überdrüssigkeit von den Beschreibungen des Krieges damals in den Medien. Ich muss schauen, dass ich zu dem Thema noch ein paar Bücher mit verschiedenen Sichtweisen finde.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    viruletta

    viruletta

    06. October 2012 um 00:25

    Melinda Nadj Abonji hat ihre eigene Lebensgeschichte in ein absolut wundervolles Buch verwandelt, das von Aufbruch und Hoffnung, einer Kindheit ohne richtige Heimat, aber voll tausend schöner Erinnerungen, der ganz persönlichen Migrationserfahrung einer Familie und dem alltäglichen Rassismus einer sich fortschrittlich und demokratisch gebenden Aufnahmegesellschaft erzählt. Wahrscheinlich verleiht genau dieser autobiographische Hintergrund der Geschichte ihre Authenzität, die so rührend ist, dass sie ergriffen, betroffen macht. Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, ein Buch mit fast all meinen Sinnen zu erleben, weil die Autorin die Erinnerungen mit einer Brillianz in Szene setzt, die selten ist; jeder Erinnerung wird ein Geschmack, ein Geruch, eine Melodie zugeordnet, sie wird erfahrbar, als würde sie aus dem eigenen Gedächnis hervorgerufen. Es ist ein großartiges Buch, in dem keine Zeile zu viel steht, das man bestimmt nicht so schnell wieder vergisst und unbedingt weiterempfehlen sollte.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Seitenspinner

    Seitenspinner

    http://seitenspinner.wordpress.com/2012/07/16/melinda-nadj-abonji-tauben-fliegen-auf-lme/

    • 2
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    walli007

    walli007

    05. February 2012 um 10:19

    Hier geht es nicht um die Liebe, .... .... sondern um das Leben in der Schweiz. Weil dort alles besser ist, sind Kosics dorthin ausgewandert. Im Jahr 1968 bereits aus Jugoslawien macht sich der Vater auf den Weg. Weil er sich mit den Gegebenheiten in der Schweiz nicht auskennt, ist er froh, dass er überhaupt angestellt wird und fragt nicht nach Papieren. Doch schon bald wird ihm klar, dass er so die Familie nicht nachholen kann und er fordert seine Rechte ein. Und nach und nach arbeiten er und seine Frau sich hoch, bis sie ein Lokal übernehmen können. Und auch die schweizer Staatsbürgerschaft nehmen sie an. Doch immer halten sie die Verbindung zur Heimat, in der die Situation immer schlechter wird als Jugoslawien zerfällt. Und obwohl sie sich bemühen, in der Schweiz heimisch zu werden, bleiben sie doch Fremde, die mit der auch in der Schweiz vorhandenen Ausländerfeindlichkeit zu kämpfen haben. Sind es nun impressionistische oder expressionistische Fetzen aus dem Leben der Familie Kosics, die hier geboten werden? So ganz konnte ich mich nicht entscheiden, doch kam mir die Lektüre manchmal wie ein wirres Durcheinander vor, zeitlich und emotional hin und her springend und somit nicht ganz leicht zu verfolgen. Zwar bekommt der Leser vielleicht gerade dadurch einen gewissen Eindruck von dem Gefühlsleben oder der Zerrissenheit der Einwanderer, doch vermutlich muss man eine solche Konstruktion mögen, um das Buch wirklich genießen zu können. Der Weg der Berichterstatterin in die vermeintliche Freiheit ist dennoch nachvollziehbar und es bleibt zu hoffen, dass sie ihr Ziel der Integration erreichen wird.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Ruth_liest

    Ruth_liest

    03. January 2012 um 15:12

    Ildiko, die Ich-Erzählerin des preisgekrönten Romans "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji, wächst zwischen zwei Welten auf. Ihre Familie gehört zur ungarischen Minderheit der Vojvodina in Serbien. Die Eltern sehen in Titos Sozialismus wenig persönliche Perspektiven und ziehen als "Gastarbeiter" in die Schweiz. Dort wachsen Ildiko und ihre Schwester behütet und in relativem Wohlstand auf. Sie sind aber auch den offenen und verdeckten Anfeindungen ihrer Schweizer Nachbarn ausgesetzt. Ihr emotionales Zuhause liegt daher weiterhin in der Vojvodina. Jedes Jahr fährt die Familie zur Ferienzeit in den Heimatort zu Großmutter und Onkel, wo die Kinder eine unbeschwerte und glückliche Zeit erleben. Ein ganz normales Emigrantenschicksal? Ja, bis sich Jugoslawien ab 1991 auflöst und die Zugehörigkeit zu welcher Volksgruppe auch immer über Leben und Tod entscheidet. Der Lärm von Vertreibung, Massaker und Krieg dringt bis in die Schweiz, so dass die Angst um die Angehörigen und Schuldgefühle immer stärker das Leben der Exil-Familie überschatten. Melinda Nadj Abonji hat ein leises, fast schon mädchenhaftes Buch geschrieben. Einfühlsam schildert sie die Erlebnisse und Gefühle der jungen Frau. Dennoch fehlt es der Erzählung an Tiefgang. Der Roman ist zwar fesselnd zu lesen und beleuchtet ein wichtiges Kapitel europäischer Geschichte, ob er dafür aber den Deutschen Buchpreis 2010 verdient hat? Große Literatur liest sich anders.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Gimagemelli

    Gimagemelli

    12. June 2011 um 19:10

    eine schöne aber auch tragische Geschichte 2er Schwestern
    eine Geschichte die das Leben schreibt und wie man damit klar kommt

  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. February 2011 um 15:55

    Ich liebe Bücher über die Kindheit. Dieses hier ist ein spezielles, denn es erzählt die Geschichte der aus Jugoslawien in die Schweiz gekommenen, mittlerweile jungen Frau Ildiko, die zwischen zwei Welten pendelt - zwischen der Erinnerung an die alte Heimat, an Gerüche, Gerichte, Personen und Bilder, die sie hinter sich gelassen hat und die für sie trotzdem Kindheit bedeuten, und an die Realität in der neuen Welt, in der es um Konflikte mit den Eltern geht, um den Platz in der Gesellschaft, Liebe, Geldsorgen, Abnabelung, auch Anfeindung, Diskriminierung, Krieg. Es ist gekennzeichnet durch eine besondere Sprache, beinahe einem "stream of consciousness", was das Lesen bisweilen etwas verkompliziert, aber stets interessant gestaltet. Der Roman gibt einem Einblick in die Zerrissenheit einer jungen Migrantin, und auch wenn er nicht in Deutschland spielt, ist es hoch spannend, sich in diese Figuren hinein zu versetzen. Absolut empfehlenswert!

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Boris

    Boris

    20. February 2011 um 14:18

    "Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas." So steht es hinten auf dem Schutzumschlag. Kann ein Lektor solche Werbung nicht verhindern? Oder war es der Lektor selber? Das Buch ist weder "schwungvoll" noch "gewitzt"! Gut so! Die Themen des Buches, Migration, Ex-Jugoslawien, Krieg...., darüber brauche ich kein "gewitztes" Buch. "Tauben fliegen auf" beschreibt das Erwachsen werden der Erzählerin. Die alte Heimat, die neue Heimat, die Konflikte zwischen den beiden "Leben". Zu Beginn wirkt der Erzählstil etwas unkonzentriert, springt von Ort zu Ort, zwischen den Zeiten hin und her, wird aber im Laufe des Romans immer dichter. Besonders spannend finde ich die Beschreibung des "freundlichen" Rassismus auf die Familie Kocsis in der Schweiz trifft. Voller Verständnis, mit einem Lächeln im Gesicht, tun sich die Abgründe auf. "Integration" scheitert! Auch wegen dem Versuch der Familie "schweizerischer" als die Schweizer zu werden. Sie bleiben die Fremden, die Jugos.....

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    leserin

    leserin

    18. January 2011 um 18:59

    "Tauben fliegen auf" von der Autorin Melinda Nada Abonji hat ihre sehr berührende Geschichte über die Auswanderung ihrer Familie aus Vojvodina im Norden von Serbien zur Zeit der Jugoslawienkrise in die Schweiz niedergeschrieben. Der Vater immigriert ohne deutsche Sprachkenntnisse (die Mutter folgt später) und sie schafften es, mit harter Arbeit zu wenig "Wohlstand" zu gelangen. Ihre zwei Töchter Nomi und Ildiko lebten währenddessen bei ihrer geliebten Grossmutter Mamika. Nach einiger Zeit kamen die zwei ca. 5-jährigen Mädchen in die Schweiz nach und nach dem Schulabschluß arbeiteten beide mit den Eltern in ihrer Cafeteria... Zu gegebenen Anlässen, wie Hochzeiten, Beerdigungen fuhr die Familie mit dem Chevrolet in ihre Heimat nach Serbien. Bei diesen Gelegenheiten erzählte dann die Großmutter ihren zwei Enkeln die oft geheimnisvollen Lebens-Geschichten aus der Vergangenheit. Besonders Ildiko fühlte sich ihrer Mamika sehr verbunden. Im Buch spürte ich die innige Zuneigung der Familienmitglieder zueinander, besonders zur Großmutter bzw. Mutter. Der Schreibstil der Autorin ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da sie sehr lange Sätze formt, doch interessanterweise bergen diese unheimlich viel Inhalt, Kraft, Schönheit und Spannung. Ein absolut lesenswertes Buch, der Buchpreis ist gerechtfertigt!

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Elisabeth87

    Elisabeth87

    15. January 2011 um 23:16

    Der Roman „Tauben fliegen auf“ von Melinda Nadj Abonji erzählt die Geschichte der Hauptfigur Ildiko Koscsis und ihrer Familie. Ildi stammt aus der Vojvodina und gehörte der in diesem serbischen Gebiet der ungarischen Minderheit an. Die Eltern emigrieren schließlich in die Schweiz und die Kinder, Ildi und Nomi folgen ihnen später und wachsen in der Zwischenzeit bei den Großeltern auf. Die Geschichte wechselt zwischen der Kindheit in der Vojvodina und der Gegenwart in der Schweiz. Man erhält schöne, nostalgische, naive und beschränkte Erinnerungen, auch die Geheimnisse klingen immer wieder als Unsicherheiten in der alten Heimat an. Aber man erfährt auch Dinge über die Gegenwart, die neue Sprache und die noch fremde Kultur. Die Koscsis passen sich krampfhaft diesen Leben an, beispielsweise wird in ihrer Cafeteria nur Deutsch gesprochen, so wird die Fassade aufrechterhalten. Ildi fühlt sich in der Schweiz jedoch niemals richtig daheim und dieses Gefühl wird durch die Ablehnung einiger Dorfbewohner immer mehr vorangetrieben, bis sie schließlich ein schlimmes Erlebnis zur Rebellion zwingt. Melinda Nadj Abonji erzählt in ihrem zweiten Roman von Dingen, die bewegen, die nachdenklich machen. Dazu gehört der Abschied von den geliebten Großeltern und der Heimat, die durch Kriege so verändert wurde, dass sie nicht mehr die Heimat, sondern eine Fremde ist. Der Verlust der Großeltern, der friedlichen Kindheit, der Verwandten, der Freunde, der friedlichen Kindheit, die Schwierigkeiten im neuen Land, der Krieg, der nahe und doch so fern ist und schließlich das Schicksal vieler Familienmitglieder zieht den Leser in seinen Bann und lässt ihn alles haargenau miterleben. Die Schwierigkeiten beim Aufbau einer neuen Existenz in der Schweiz und die Ablehnung, die sie als Ausländer erhalten, macht den Leser betroffen und nachdenklich. Es werden große Themen behandelt, beschrieben in langen Sätzen und einer wunderschönen Sprache, die zwar zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist, den Leser jedoch sehr bald in seinen Bann zieht. Ich finde, dass die Autorin den deutschen Buchpreis 2010 zu Recht gewonnen hat und kann dieses Buch nur an alle weiterempfehlen.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    GräfinDracula

    GräfinDracula

    01. January 2011 um 23:35

    Rezension – Melinda Nadj Abonji: »Tauben fliegen auf« Eigentlich dürfte ich über »Tauben fliegen auf« von Melinda Nadj Abonji gar keine Rezension schreiben, da ich dafür eindeutig nicht objektiv genug bin. Als ich im Börsenblatt zum ersten Mal die Longlist genauer unter die Lupe nahm, wünschte ich mir sofort, ihr Buch in den Händen zu halten, und ich kaufte und las es, noch bevor sie überraschenderweise (zumindest für den Rest der Welt) auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis landete. Und ich liebte ihr Buch schon, bevor ihr Name von Gottfried Honnefelder ausgesprochen wurde. Aber ich versuche einfach mal, objektiv zu bleiben. Ein bisschen zumindest. Und ich würde mich über Rückmeldungen von Lesern freuen, die ebenfalls einen Blick hineingeworfen haben und nicht eine ähnliche Biografie wie die Autorin vorzuweisen haben. Dieser Roman erzählt vieles, denn mit der Hauptfigur Ildiko Kocsis und ihrer Familie sind viele Länder, Zeiten und Kriege verbunden. Ildi stammt aus der Vojvodina und gehörte in diesem Gebiet im Norden von Serbien der ungarischen Minderheit an. Die Eltern emigrieren in die Schweiz und Ildi und Nomi folgen ihnen später, wachsen zunächst bei ihren Großeltern auf. Die Geschichte pendelt zwischen der Kindheit in der Vojvodina und der Gegenwart in der Schweiz, zerreißt förmlich in den nostalgischen, schönen, märchenhaften, heimeligen, naiven, beschränkten Erinnerungen und den Geheimnissen, die immer wieder als Disharmonien in der Heimat anklingen. Aber da ist auch wieder die Gegenwart, die neue Sprache, die fremde Kultur. Krampfhaft passen sich die Kocsis diesem Leben an. In ihrem Restaurant wird nur Deutsch gesprochen, um die Fassade aufrecht zu erhalten. Ildi fühlt sich hier jedoch nie daheim und dieses Gefühl wird durch die Ablehnung einiger Dorfbewohner immer weiter vorangetrieben, bis sie schließlich rebelliert. Die Themen, die von Melinda Nadj Abonji erzählt werden, bewegen. Dazu gehört der Abschied von den Großeltern und somit von einer Heimat, die sich durch Kriege verändert hat und ihrerseits eine Verfremdung auslöst. Der Verlust der Großeltern, der Verwandten, der friedlichen Kindheit, der Heimat; die Zerrissenheit im neuen Land, das nahe und ferne Miterleben des Krieges, das Schicksal vieler Familienmitglieder rührt in den Gedanken des Lesers. Der Aufbau einer neuen Existenz in der Schweiz und die Ablehnung macht betroffen. Es sind große Themen, die groß aufgezogen werden – in einer wundervollen Sprache und leisen, klangvollen Bildern. Obwohl die Autorin betont, selbst keine Erinnerungen mehr an ihren eigenen Einzug in die Schweiz zu haben und sie vieles aus ihrer Kindheit in der Vojvodina vergessen hat, gelingt es ihr unheimlich gut, sich in Ildi hineinzuversetzen. Die Bilder, die sie schreibend malt, waren Gefühle und Erinnerungen, die ihren Widerhall in eigenen, längst vergessenen Gedanken fand. Noch nie habe ich die Zerrissenheit eines Protagonisten so deutlich gespürt, ohne das es je direkt angesprochen wird. Ihr Stil ist anspruchsvoll, aber lesbar. In langen Sätzen verwebt sie Dialoge ohne Anführungszeichen und gerade diese Spielereien habe ich geliebt. Somit hat »Tauben fliegen auf« den Deutschen Buchpreis meiner Meinung nach verdient gewonnen. Es ist ein wichtiges, exotisches, anrührendes Werk, das eine Seite von Europa erzählt, über die noch nicht oft berichtet worden ist.

    Mehr
  • Rezension zu "Tauben fliegen auf" von Melinda Nadj Abonji

    Tauben fliegen auf
    Kolibri1966

    Kolibri1966

    26. November 2010 um 13:04

    Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Buch aber es gefällt mir sehr gut. Vielleicht weil ich selber aus der Vojvodina komme und es indirekt auch meine Geschichte sein könnte. Familie Kocsis, die aus einer Kleinstadt in der Nähe von Novi Sad kommt und Anfang der 70er Jahre in die Schweiz auswandert. Eine Familie zwischen den Welten. Wer oder was sind sie? Wo gehören sie eigentlich hin? Nun leben sie in der Schweiz und haben es geschafft. Sie haben ein renomiertes Cafe übernommen und sind Stadtbekannt. Ildiko, die Erzählerin in diesem Buch und ihre Schwester Nomi sind die Hauptprotagonistinen und es macht Spaß zu lesen wie es ist, wenn sie nach Jugoslavien fahren und dort ihre Familie wiedersehen. Was sie dort alles erleben und wenn sie dort alles treffen. Es ist so als ob man es selber erleben würde, zumindest mir geht es so!! Dieses Buch kann ich jedem weiteremphelen der sich mit Kultur und Intergration beschäftigt. Menschen die zwischen den Welten wandern, die aus Ländern kommen die von Kriegen dominiert werden. Jedem der das Gefühlsleben solcher Menschen etwas näherkommen möchte!! Zugegeben, die Art und Weise wie das Buch geschrieben ist, ist nicht jedermanns Sache aber nach kurzer Zeit gewöhnt mach sich an die Schreibweise und es wäre wirklich schade diese Buch nicht gelesen zu haben und darüber mal nachgedacht zu haben!

    Mehr
  • weitere