Melinda Nadj Abonji Tauben fliegen auf

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(1)
(2)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Tauben fliegen auf“ von Melinda Nadj Abonji

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört. Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann nicht der einzige bleibt, Hochzeiten und Tod rufen sie jedesmal wieder zurück ins Dorf, wo Mamika und all die anderen Verwandten leben, solange sie leben. Zuhause ist die Familie Kocsis also in der Schweiz, aber es ist ein schwieriges Zuhause, von Heimat gar nicht zu reden, obwohl sie doch die Cafeteria betreiben und obwohl die Kinder dort aufgewachsen sind. Die Eltern haben es immerhin geschafft, aber die Schweiz schafft manchmal die Töchter, Ildiko vor allem, sie sind zwar dort angekommen, aber nicht immer angenommen. Es genügt schon, den Streitigkeiten ihrer Angestellten aus den verschiedenen ehemals jugoslawischen Republiken zuzuhören, um sich nicht mehr zu wundern über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will. Bleiben da wirklich nur die Liebe und der Rückzug ins angeblich private Leben?

Stöbern in Romane

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Leider nicht so überzeugend, wie erhofft

KristinSchoellkopf

Mein Leben als Hoffnungsträger

Schön ruhig, nostalgisch und poetisch- so kann unsere Alltag auch sein

marpije

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Ein großartiger Roman. Volle Leseempfehlung!

Sikal

Und jetzt auch noch Liebe

Es geht im Leben um viel mehr als den richtigen Zeitpunkt, den gibt es nämlich nur selten. Es ist wichtig, was man daraus macht!

unfabulous

Kukolka

Keine Kindheit in der Ukraine. Stattdessen: vergessen, verraten, verkauft. Ein hübsches Puppengesicht ist kein Garant für eine gute Zukunft.

Buchstabenliebhaberin

Ein Haus voller Träume

Ein stimmungsvoller Familienroman mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren.

Jashrin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Überall und nirgends ...

    Tauben fliegen auf
    engineerwife

    engineerwife

    01. January 2016 um 11:03

    Dieses Hörbuch, weich und melodisch von der Autorin selbst gelesen, stellt mal wieder offen die Frage … was ist Heimat? Ist es dort, wo man geboren ist? Ist es dort, wo man den größten Teil seines Lebens verbringt? Ist es dort, wo man Freunde oder dort, wo man Familie hat? Gerade heute, im Jahr 2015/2016 mit der heutigen Flüchtlingssituation, ist das Thema aktueller denn je. Die oben genannte Geschichte spielt sich zu Zeiten vor dem Balkankrieg ab. Eine Familie aus einem kleinen serbischen Dorf schafft den Absprung und wandert in die Schweiz aus. Natürlich ist es nicht einfach und verlangt den Eltern viel Kampfgeist und Herzblut ab. Leichter haben es da schon die Mädchen, die quasi in die neue Heimat reinwachsen. Da ist er wieder, der Begriff Heimat. Wo ist sie denn nun, in Serbien oder in der Schweiz? In meinem eigenen Leben bin ich auch schon oft umgezogen. Geboren in Norddeutschland, aufgewachsen in Süddeutschland, während meines Erwachsenenlebens zwischen Deutschland und USA gependelt und nun endlich wieder in nach Süddeutschland zurückgekehrt. Hier habe ich mein Zuhause gefunden aber meine Heimat bezeichne ich als überall und nirgends. Ähnlich geht es Familie Kocsis, überall sind sie ein wenig fremd. Ein Lob an die Autorin, sie hat mir ihre teils autobiographische Story wunderbar vermittelt.

    Mehr