Melissa Harrison

 3,7 Sterne bei 32 Bewertungen

Lebenslauf von Melissa Harrison

Melissa Harrison ist Schriftstellerin, Kritikerin und Kolumnistin, u. a. für The Times, die Financial Times und den Guardian. Für ihren hochgelobten Roman ›Vom Ende eines Sommers‹ erhielt sie den European Union Prize for Literature 2019.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Melissa Harrison

Cover des Buches Vom Ende eines Sommers (ISBN: 9783832181529)

Vom Ende eines Sommers

 (32)
Erschienen am 18.06.2021
Cover des Buches At Hawthorn Time (ISBN: 9781620409947)

At Hawthorn Time

 (0)
Erschienen am 07.07.2015
Cover des Buches All Among the Barley (English Edition) (ISBN: 9781408898017)

All Among the Barley (English Edition)

 (0)
Erschienen am 23.08.2018

Neue Rezensionen zu Melissa Harrison

Cover des Buches Vom Ende eines Sommers (ISBN: 9783832181529)katikatharinenhofs avatar

Rezension zu "Vom Ende eines Sommers" von Melissa Harrison

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
katikatharinenhofvor 2 Monaten

Für de vierzehnjährige Edith bedeutet das Landleben auf der elterlichen Farm harte Arbeit. Ihre einzig Rückzugsmöglichkeit findet sie in Büchern und wird dafür von den anderen Dorfbewohner schon ein wenig schräg angeschaut. Als Journalistin Constance FitzAllen im Dorf aufschlägt, dreht sich plötzlich der Wind, denn die junge Frau aus der Großstadt will alles moderner und effizienter gestalten. Doch hinter ihrem vordergründigen Interesse steckt ein fieser politischer Gedanke, der schon bald ganz Europa fest in seinen Klauen hält....


Von den überragenden positiven Stimmen und einem bezaubernden Cover extrem neugierig geworden, habe ich erwartungsvoll den Roman zu lesen begonnen. Aber so ganz will mir nicht in den Sinn, warum hier so viel Lob und Anerkennung ausgesprochen wird, denn die Geschichte mitsamt ihrer Protagonisten kann mich nicht überzeugen.


Zwar mag ich die nostalgisch gezeichneten Bilder des Landlebens, die mit dem Duft von frischem Heu, hart arbeitenden Bauern, die ihr Tagwerk verrichten und wunderschönen Skizzen der Natur überzeugen können, aber die Charaktere, die sich in der Szenerie bewegen, sind für mich Statisten in ihrer eigenen Geschichte. 


Constance finde ich extrem übergriffig und in ihrem Auftreten schon recht penetrant, Edith wirkt unscheinbar  und irgendwie übrig geblieben...sie passt nicht so recht ins Bild, hat keinen festen Platz und ich habe das Gefühl, dass die Autorin viele Ideen anfängt zu erzählen, aber keine wirklich so richtig zu Ende bringt.


Der aufkommende Faschismus , die familiären Probleme und die Entwicklung von Edith stellen in meinen Augen ein unglaublich großes Potenzial dar, um hier eine Geschichte zu erzählen, die von den Figuren verlangt, eindeutig Stellung zu beziehen und ihre Haltung offenzulegen. Aber es bleibt alles ein wenig schleierhaft, die Beweggründe sind nicht erkennbar und so finde ich nicht so recht den Zugang zum Erzählten und den Figuren.


Es gibt jetzt auch nicht unbedingt großartige Spannungsmomente, die mich an den Seiten kleben lassen und damit die Handlung aufregender gestalten. Die Kapitel lesen sich recht mühsam und zäh, ein aktives Eingreifen der Figuren in die Handlung vermisse ich über den kompletten Verlauf des Buches. 


Alles in allem ein Retro-Ausflug aufs Land, der bei mir keine Begeisterung hervorruft und eher in die Kategorie "Kann man lesen, muss man aber nicht" fällt.





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Cover des Buches Vom Ende eines Sommers (ISBN: 9783832181529)brauchnixs avatar

Rezension zu "Vom Ende eines Sommers" von Melissa Harrison

Schönes Buch
brauchnixvor 2 Monaten

Edith June Mather ist 14 Jahre alt und lebt im ländlichen Suffock in den 1930ern. Ihre Familie bewirtschaftet einen Hof und die Kinder müssen, wie damals üblich, bei der Arbeit helfen. Es gab noch keine technischen Hilfsmittel und alles war teils schwere Handarbeit. In ihrer wenigen freien Zeit liest Edith leidenschaftlich und ist ein eher zurückhaltendes Mädchen. Die Autorin Melissa Harrison lässt sich viel Zeit mit der Zeichnung ihrer Charaktere und der Beschreibung der damaligen Lebensverhältnisse. Als eine junge Journalistin in die Kleinstadt kommt, gerät das Weltbild von Edith ins Wanken. Sie ist fasziniert von der emanzipierten forschen Frau und erkennt für sich, dass das Leben noch mehr bereithält und Selbstbewusstsein auch für das weibliche Geschlecht wichtig ist.


Ein rundrum schönes Buch. Tolles Cover, einfühlsame Erzählweise und ohne erhobenen Zeigefinger dennoch ein kluges Buch, welches durchaus über aktuelle Themen verfügt. Diese Autorin muss ich mir unbedingt merken.

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Cover des Buches Vom Ende eines Sommers (ISBN: 9783832181529)luisa_loves_literatures avatar

Rezension zu "Vom Ende eines Sommers" von Melissa Harrison

Wenn der Sommer unvollendet bleibt
luisa_loves_literaturevor 2 Monaten

Es mag sein, dass ich hier zum Advocatus Diaboli werde, da dieses Buch anscheinend vielfach Begeisterungsstürme auslöst, aber mich konnte es nicht  überzeugen. Sicher, die Sprache des Romans ist wunderbar, fast lyrisch, gefühlsbetont ohne ins Kitschige abzudriften, und lebt von ihren überaus detailreichen und bezaubernden Naturbeschreibungen. Ebenso faszinierend und überaus gelungen ist die nostalgische Stimmung eines verlorenen Englands, die die gesamte Erzählung durchströmt - sie ist so greifbar, das man sich fast in einem Gedicht von Philip Larkin, einem Country-House-Roman oder einem Heritage Film wähnt. Wenn es also um die sprachlichen Aspekte, das Setting und die Atmosphäre geht, muss man diesem Roman ein absolut goldenes Händchen bescheinigen - auf diesen Ebenen stimmt fast alles.

Allerdings - und dies ist leider ein größeres "allerdings" - bleibt der Text inhaltlich ziemlich auf der Strecke. Bereits ab der Hälfte - wenn nicht schon gar davor - begann ich mich zu fragen, ob es sich hier überhaupt um eine Geschichte handelt, die erzählenswert bzw. lesenswert sei. Die Autorin setzt eine unzuverlässige Erzählerin ein, die aber zu unvollendet, zu wenig ausformuliert und zu wenig charakterisiert wird, als dass der notwendige Prozess der Naturalisierung (also der Auflösung der Unzuverlässigkeit durch den Leser) abschließend gelingen könnte. Den gesamten Roman über schwebt man als Leser an den Rändern des Fassbaren, sieht sich mit losen Enden und wackligen Hypothesen konfrontiert, gibt sich Vermutungen hin und am Ende wird dann schließlich nichts aufgelöst. Noch dazu ist die Geschichte trotz einiger dramatischer Momente nicht wirklich faszinierend, es passiert zu wenig und die vielen Innensichten in Edies Seelenleben können wegen des mangelnden Verständnisses, dass in der zu vagen Kontextualisierung ihres Zustands begründet wird, nicht wirklich tragen. 

Mir gefällt es nicht, dies zu sagen, aber ich habe mich tatsächlich über weite Strecken gelangweilt und war schlussendlich fast enttäuscht, denn auch das große Geheimnis um Constance wird nicht wirklich gelüftet. Geradezu ärgerlich war für mich, dass Edies Schicksal durch ein nichtfiktionales Nachwort zu (mehr) Bedeutung verholfen werden sollte - immer ein ungünstiger Moment für einen Roman.

Fazit: ein sprachlich überragend schöner Roman, der durch die Lobpreisung der Nostalgie eine ganz besondere Saite zum Schwingen bringt, aber leider inhaltlich ziemlich wenig liefert.

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