Melissa Jacoby Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit

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Inhaltsangabe zu „Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit“ von Melissa Jacoby

Der junge Mead ist ein Genie – und doch beobachtet er die Menschen um sich herum mit großen, staunenden Augen: Warum reagieren sie oft so irrational? Hat es etwas mit dem seltsamen Phänomen zu tun, das man »Gefühle« nennt und mit dem Mead wenig anzufangen weiß? Mead ist gerade mal 18, als er seinen Uniabschluss machen soll – aber acht Tage vorher teilt er seinen Eltern mit, dass er alles hinschmeißt und ab sofort ein normales, durchschnittliches Leben zu führen gedenkt. Was ist passiert? Und welche Rolle spielen dabei ein schrulliger Professor, ein exzentrischer Kommilitone und eine kleine weiße Labormaus?

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  • Rezension zu "Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit" von Melissa Jacoby

    Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit
    Babscha

    Babscha

    Ein Buch, das wie ein frisch gezapftes Bier als erhoffter Genuss für alle Sinne aufgeschlagen wurde, endet als schale, abgestandene Flüssigkeit, von der man keinen Schluck mehr nehmen möchte. Warum bloß? Weil hier die Chance vertan wurde, aus der interessanten Buchidee, nämlich der Charakter- und Persönlichkeitsstudie eines hochintelligenten Achtzehnjährigen aus High Grove, Illinois, der mit fünfzehn von der Highschool auf die Chicago University wechselt und als Star der mathematischen Fakultät jetzt unmittelbar vor seinem krönenden Abschluss die Brocken komplett hinschmeißt, einen richtig guten Roman zu machen, der den Leser fesselt und die komplizierten Gedankengänge des Hautprotagonisten hautnah nachvollziehen lässt. Stattdessen verwässert das Ganze nach einem gelungenen Auftakt in einer typisch amerikanischen Familiengeschichte voller historisch gewachsener Zwiste, Missverständnisse und unterdrückter Wut, die sich irgendwann Bahn brechen. Die Männer in der Familie stoisch, schweigsam und schicksalsergeben wie Westernhelden, die Frauen überdreht, depressiv oder eiskalte Karrieremütter. Stereotypen eben. Und damit wird der tragende Handlungsstrang trotz der zur Erhellung geplanten Rückblenden bis zum abrupten, etwas konstruiert wirkenden Abschluss im Sinne einer familiären Vergangenheitsaufarbeitung leider zunehmend vorhersehbar, die Spannung geht verloren und die Lektüre wird damit beliebig und ermüdend. Schade. Insbesondere die problematische Hauptperson des Theodor Mead Fegley, von klein auf gemobbter Nerd ohne Freunde und bar jeder Sozialkompetenz, zusammengesetzt aus Schüchternheit und Unverstandensein und nur getrieben von seinem mathematischen Forscherdrang, bleibt bis zuletzt in sich widersprüchlich und erfährt aus meiner Sicht (damit wohl abweichend von anders lautenden Einschätzungen) keine Weiterentwicklung oder innere Läuterung, zumindest ist dies für mich nicht erkennbar. Autor wie führende Figur bewegen sich unablässig im Kreis. Ich fand das Buch in seiner Gesamtheit unausgegoren und enttäuschend. Zwei Sterne für die Idee und vereinzelte starke Momente.

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  • Rezension zu "Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit" von Melissa Jacoby

    Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit
    elliehwinter

    elliehwinter

    16. July 2011 um 20:17

    Die verschiedensten Ereignisse, Personen und Gegenstände beeinflussen jeden Einzelnen auf die eine oder andere Art und Weise. Die Hauptfigur von Jacoby, Theodore Mead Fegley, wird insbesondere von seiner Mutter, seinem Vetter Percy, einer kleinen weißen Labormaus, Prof. Dr. Alexander und dem Studenten David Weinstein geprägt. Jeder von ihnen trägt auf seine Weise dazu bei, dass Mead lernt sein Leben selbst zu bestimmen. Meads Mutter erkennt früh, dass in ihrem Sohn ein Genie schlummert und tut alles, um seine Ausbildung voranzutreiben, dabei ergreift sie so manche extreme Maßnahme, die Mead an dem Wort Mutterliebe zweifeln lassen. Nachdem er so mehrere Schuljahre überspringen konnte, landet er an der Universität von Chicago. Zum ersten Mal ist er ohne seine Familie und beginnt zu entdecken, welchen Einfluss andere auf ihn haben. Ganz nebenbei ist Mead von der Mathematik geradezu besessen und vergisst regelrecht zu leben. Aber das ändert sich alles kurz vor seinem Abschluss, als Mead beschließt das College aufzugeben und Bestatter im Familienbetrieb zu werden. Die Handlung des Romans ist für den Leser erst mit der letzten Seite wirklich schlüssig, was das Lesen eindeutig erschwert. Die Ereignisse werden nämlich nicht chronologisch dargestellt und so ist erst das letzte Kapitel der Ursache für Meads Studienabbruch gewidmet. Mead selbst ist ein schwer zu fassender Charakter und blieb für mich bis zum Schluss rätselhaft, weil man eben nicht genau erfuhr, was seinen Sinneswandel ausgelöst hat. Aber das Buch lebt von dieser Hauptfigur und es ist schade, dass man sie erst zum Schluss durchschaut hat. Dann ist keine Gelegenheit mehr da, um Mead so richtig kennenzulernen – ich hätte ihn jedenfalls gern noch über das Buch hinaus begleiten wollen. Insgesamt ist das Buch jedoch gut lesbar, angenehm abwechslungsreich und mit liebevoll vorgestellten Nebenfiguren gespickt. Das empfinde ich als außergewöhnlich, denn häufig werden die kleineren Charaktere schnell eingeführt und bleiben zu blass. Jacoby hat ein gutes Gespür für die Balance zwischen den einzelnen Figuren und das macht es interessant ihr Buch zu lesen. Der deutsche Titel und das Cover waren für mich jetzt nicht allzu ansprechend. Der Roman ist in jedem Fall lesenswert, obwohl seine Hauptfigur etwas undurchschaubar wirkt und das Ende zu abrupt kommt.

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  • Rezension zu "Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit" von Melissa Jacoby

    Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. March 2011 um 11:27

    Dazugehören Mead möchte zur Zeit nur eins: Dazugehören. Endlich nicht mehr so offenkundig anders sein und, leider, beständig auch so behandelt werden. Seit seiner Kindheit geht das so. Die Mutter drangsaliert ihn, nimmt ihm die Luft zum Atmen, andere Kinder, Mitschüler, Bewohner der kleinen Stadt, in der aufwächst, alle fremdeln mit ihm und er in weiten Teilen auch mit ihnen. Mead ist eines jener hochbegabten Kinder, die zum Glück in der Moderne weitestgehend als solche erkannt werden können, deren Probleme im Umgang mit der Umwelt dadurch aber nicht wirklich gelöst werden. Klassenweise überspringt er in der Schule seine Mitschüler, studiert seit längerem Mathematik, steht kurz vor dem Abschluss, aber jetzt reicht es ihm. „Er weiß, dass er sich paranoid verhält, aber er kann nicht anders“, ist ihm klar, als er den Bahnhof seiner Heimatstadt in Illinois erreicht und sich auf den Weg zum elterlichen Haus macht. Dort, wo auch nicht nur eitel Sonnenschein auf ihn wartet, sondern seine Mutter wie ein Monster „direkt hinter ihm kauert“. Seit er in der siebten Klasse es einmal wagte, in einer Arbeit nur ein befriedigend zu erreichen, zeigt ihm seine Mutterwas sie von ihm erwartet: Mehr, mehr und nochmals mehr. Diese innere Lebenssituation verfolgt Melissa Jacoby im weiteren Verlauf des Buches von zwei Seiten aus. Zum einen wirft sie einen atmosphärisch dichten Blick auf die Kindheit, das Heranwachsen Meads, seine ständigen Fremdheiten mit den Menschen und der Welt um ihn herum und zugleich entfaltet Jacoby mehr und mehr das gegenwärtige Verhalten Meads. Warum ist er nun zu Hause? Warum geht es ihm nun darum, ein „ganz normales“ Leben im elterlichen Betrieb führen zu können und nicht mehr vor hochgelehrten Professoren sein Wissen und seine überragende Intelligenz darzulegen? Durchaus verschiedene Ebenen von Motiven treten hier in den Raum, eindimensional und damit einfach einzuordnen wird das Verhalten Meads bis zum Ende des Buches nicht sein. Auch die Rolle seines vermeintlichen Freundes David wird lange im unklaren bleiben, aber entscheidende Bedeutung haben. Schon von Beginn an kann der Leser sicherlich ahnen, warum die Durchschnittlichkeit gerade für Mead einen „verführerischen Charme“ in sich trägt. Wie sehr es ihn danach drängt, einfach ein ganz normaler Teil einer ganz normalen Welt zu sein. Diese innere Sehnsucht versteht Melissa Jacoby, eindrucksvoll vor Augen zu führen. Ebenso gelingt es ihr, die Motive der andren Personen des Buches zu verdeutlichen. Dass die Mutter kein „sechsbeiniges, krallendes Monster“ ist, sondern durchaus Gründe für ihr Verhalten hat, dass wird sich herausstellen. Wird Mead das irgendwann verstehen können? Wird er Zugang auch zu David finden, der durchaus (aus eigenen Motiven heraus) Interesse an Mead zeigt und doch einer jener sein wird, den Mead bis fast zum Ende des Buches hin nur kritisch betrachten kann? Und das zu Recht, denn um jenen David herum wird sich ein weiterer Erzählstrang ranken, der gar Anteile eines Kriminalromans in sich trägt. Ein wenig wirr ist es schon im Verlauf des Buches, das viele hin und her, der zynische Mead, die vielen Erlebnisse und unklaren Zordnungen der Personen, die sich erst zum Ende des Buches hin (und auch das nur ein wenig) auflösen werden. Andererseits sind die Figuren durch Melissa Jacoby lebensecht und nachvollziehbar gestaltet. Das Dilemma Meads ist der einwandfrei erkennbare, rote Faden der Geschichte und neugierig ist und bleibt der Leser durchaus, was denn nun genau den Sinneswandel und die „Flucht“ von der Universität ausgelöst hat und wie sich all diese Verbindungen untereinander letztlich erweisen werden. Das Buch bietet eine umfangreiche Innenschau auf das nicht einfache Leben eines Hochbegabten, eingebunden in eine durchaus anregende Geschichte voller verdeckter Motive und durchaus gar einem mordverdächtigen Todesfall. Bis dahin, dass sich Mead entscheiden muss, etwas für einen anderen zu tun, ganz am Ende des Buches und damit in eine wirkliche, innere Verbindung treten könnte. Trotz einiger Längen und Unklarheiten eine interessante Lektüre.

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  • Rezension zu "Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit" von Melissa Jacoby

    Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit
    Ailis

    Ailis

    16. March 2011 um 11:57

    ---------- 3 bis 4 Sterne -------------- Dieser Roman ist alles andere als Durchschnitt, auch wenn ich ihn bis zuletzt nicht so ganz einordnen kann. Die Botschaft will sich mir so recht nicht erschließen, dass der Roman indes eine Botschaft hat ist gewiss. Melissa Jacoby erzählt in ihrem Debüt die Geschichte des hochbegabten Mead, der nach dem Überspringen mehrerer Klassen bereits mit 15 Jahren zum Studieren der Mathematik an die Universität geht. Der Roman beginnt acht Tage vor der Abschlussfeier: Mead ist aus dem Wohnheim abgehauen, nach Hause zu seinen Eltern gefahren und weigert sich, an die Uni zurückzukehren, um dort einen Vortrag vor einer Gruppe renommierter Mathematiker zu halten. Warum er sein Studium so kurz vor seinem Abschluss abbrechen möchte, will er niemandem verraten, doch er ist wild entschlossen, nicht mehr das Leben eines Genies zu leben. Das gibt er zumindest vor, doch die Wahrheit ist komplizierter... Jacoby erzählt die Geschichte Meads in zeitlichen Sprüngen und kehrt zwischendurch immer wieder ins Hier und Jetzt zurück. Das macht den Roman zu einem Puzzle, das nach und nach ein Bild ergibt, je mehr Informationen die Autorin preisgibt. So darf der Leser einen Blick in die Kindheit Meads werfen, der klar macht, wie schwer er es als Hochbegabter hatte. Nicht nur, weil die anderen Kinder nicht mit ihm und seinem Anderssein umgehen konnten, sondern auch weil seine kontroll- und herrschsüchtige Mutter das Leben ihres kleinen Genies bis ins kleinste Detail durchgeplant hat. Mead nennt sie nur das sechsbeinige Monster, seit dem Tag, als sie auf einem Stuhl vor seinem Bett saß und ihn wegen einer schlechten Note bestrafte. Irreführend finde ich allerdings den Klappentext, denn dort steht, Mead verstehe die Menschen oft nicht, halte ihr Verhalten für irrational und wisse mit dem Phänomen "Gefühle" nichts anzufangen. Das gibt dem Ganzen einen autistischen Anstrich, was ich absolut nicht so empfunden habe. Mead mag Probleme mit Freundschaften haben, aber seine Kindheit ließ ihm da auch keine andere Wahl. Ansonsten weiß er sehr wohl mit Gefühlen umzugehen und pflegt selber einen zynischen Humor, der nahelegt, dass er vieles sehr wohl durchschaut. Das Ende des Romans ist unzufriedenstellend: es wird keine Lösung für das Problem gefunden, dass Mead umtreibt, im Gegenteil endet die Geschichte mit einem weiteren Rätsel. Manche mögen offene Enden, ich zähle mich nicht dazu.

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