Melissa Keil

 4.1 Sterne bei 114 Bewertungen

Lebenslauf von Melissa Keil

Literatur für die zukünftigen Erwachsenen: Melissa Keil, geboren in Melbourne, ist eine Australische Kinder- und Jugendbuchautorin. Nach ihrem Abschluss i Filmwissenschaften und Volkskunde fing sie zunächst an, an einer High School zu unterrichten. Sie versuchte sich zudem schon als Kellnerin, Touristen-Führerin und in der IT, bis sie schließlich ihren heutigen Job als Lektoren von Kinderbüchern antritt. Kurz danach gab sie ihr Debüt als Autorin, mit dem Roman „Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb meiner Zimmers gibt“. 2013 gewann sie den Ampersand Project Award und stand schon auf der Shortlist der Prime Minister´s Literary Award, der CBCA Book of the Year und der Gold INKY.  Die Autorin lebt und schreibt heute in Melbourne. Australien.

Neue Bücher

Zusammen sind wir unendlich

 (2)
Neu erschienen am 22.03.2019 als Hardcover bei Carlsen.

Alle Bücher von Melissa Keil

Hinter dem Ende der Welt gleich links

Hinter dem Ende der Welt gleich links

 (23)
Erschienen am 08.09.2015
Zusammen sind wir unendlich

Zusammen sind wir unendlich

 (2)
Erschienen am 22.03.2019
Life in Outer Space

Life in Outer Space

 (8)
Erschienen am 01.10.2016
The Incredible Adventures of Cinnamon Girl

The Incredible Adventures of Cinnamon Girl

 (1)
Erschienen am 01.09.2014

Neue Rezensionen zu Melissa Keil

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Rezension zu "Zusammen sind wir unendlich" von Melissa Keil

Gefühlvoll, tiefgründig und lebendendig
EmmyLvor 2 Tagen

Sophia ist ein Genie in allen naturwissenschaftlichen Fächern. Neben ihren Prüfungen für den Schulabschluss und den Vorbereitungen auf die Universität hat sie sich schon bei einer Fernuniversität eingeschrieben und studiert nebenbei. Gerade wegen ihrer Genialität wird sie von starken Selbstzweifeln geplagt. Schließlich gibt es unglaublich viele Wunderkinder die letztendlich unter der Brücke gelandet sind. Sie mag keine Veränderungen in ihrer Routine aber ihr ist auch klar, dass mit Beendigung der Schule ein anderes Lebenskapitel beginnt. Dazu gehört auch, dass ihre beste Freundin Elsie für ein Studium in die USA ziehen wird. Elsi ist der einzige Mensch, den Sophia wirklich an sich heran lässt und von dem sie sich akzeptiert fühlt. Allein der Gedanke ihr Leben ohne Elsi zu organisieren verursacht Panikattacken. Bis sich Josh in ihr Leben zaubert.

Schon seit langem ist der zurückhaltende Josh in Sophia verliebt und bastelt am perfekten Plan wie er sie auf sich aufmerksam machen kann. So versteckt er unter anderem eine Spielkarte mit der Herz Zwei in ihrer Federmappe und überwindet sich schließlich zufällige Gespräche mit Sophia anzufangen. Ganz langsam und mit viel Geduld gelingt es ihm, zu dem einzigartigen Mädchen durchzudringen.

Sophia hat eine Form des Autismus mit Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation. Von sich selbst sagt sie, ihr fehle das Smalltalk-Gen. Körpersparache anderer Menschen kann sie nicht deuten, da sie selbst dazu nicht fähig ist. Um in Gegenwart Anderer nicht negativ aufzufallen hat Sophia Gestik und Mimik einstudiert. Dies wirkt natürlich immer statisch, aufgesetzt, manchmal fehlangebracht. Josh gelingt es mit seiner großen Beobachtungsgabe hinter die Maske zu blicken und er lernt geduldig die kleinsten Regungen zu deuten.

Der Roman wird von Sophia und Josh in der Ich-Form im Präsens erzählt. Durch den Perspektivwechsel eröffnen sich dem Leser völlig neue Blickwinkel auf die gleichen Szenen. Die beiden Protagonisten gewähren sehr tiefe Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Der Autorin ist es gelungen sympathische, etwas schräge, einzigartige und faszinierende Charaktere zu erschaffen. Sie heben sich auffällig von der Masse ab, ohne dies selbst für sich zu realisieren. Jeder lebt in seiner eigenen Welt wie in einer selbst erschaffenen Blase, von welcher die Einflüsse der Außenwelt einfach abtropfen. Abfällige Bemerkungen von Mitschülern oder unerwünschte soziale Interaktionen dringen nicht zu ihnen vor. Erst als sie sich näher kommen werden die Grenzen verschoben. Obwohl die beiden sehr verschieden sind, ergänzen sie sich perfekt.

Der Schreibstil ist gefühlvoll, tiefgründig und lebendendig mit teilweise witzigen inneren Monologen. Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit sensiblen, lebensechten Charakteren die man beim Lesen einfach ins Herz schließt.

Das Buch ist allen zu empfehlen, die eine Vorliebe für ein romantisches Happy End haben.

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Rezension zu "Zusammen sind wir unendlich" von Melissa Keil

Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und das Anderssein
Esme--vor 3 Tagen

Inhalt:

Sophia ist ein Mathegenie, ein Wunderkind, wie manche sagen. Doch Sophia leidet auch unter Panikattacken, die sie heimsuchen wie ein Dämon. Sophia meidet die Nähe zu anderen Menschen, es fehlt ihr die Fähigkeit der Empathie, der Verbindung ihrer Innenwelt mit der Außenwelt und der Innenwelt der anderen, so dass ihr die Gefühle ihrer Mitmenschen überhaupt undurchschaubar bleiben. Auch Josh ist ein Außenseiter. Er ist groß und schlacksig und wenn er aufgeregt ist, zeigt sich ein kleiner Sprachfehler. Josh kennt unzählige Zaubertricks und dennoch bleibt er gerne im Hintergrund. Er beobachtet lieber. Ganz besonders gerne schaut er Sophia an. Das Mädchen, an das er immer wieder denken muss und mit dem er so gerne zusammen wäre.



Im Detail:

Während Josh versucht, Sophias Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, während er davon träumt, einmal mit ihr ausgehen zu dürfen, hat Sophia ganz andere Sorgen. In ihrer Freizeit schreibt sie Emails an den bekannten Mathematiker Grigori Perelman. In Perelman sieht sie einen Gleichgesinnten. Jemanden, der lieber alleine ist, der sich zurückzieht und dessen einzige Leidenschaft der Mathematik gilt. Während Sophia auf eine Antwort wartet, versucht sie mit ihrem Leben klarzukommen. Viel zu oft missversteht sie Andeutungen ihrer Mitmenschen, immer wieder überkommen sie Panikattacken und dann möchte auch noch ihre einzige und beste Freundin, Elsie, bei der sie Halt findet und die ihr in solchen Momenten zur Seite steht, zum Studium in die USA ziehen. Als wäre das nicht alles schon schlimm genug, muss Sophia auch noch in der Schule die Theater-AG besuchen. Eine Maßnahme, die, laut ihrer Eltern und der Schulpsychologin helfen soll, ihre Ängst in den Griff zu bekommen. Doch jeder Besuch dieser AG ist ein für Sophia wie ein Gang zum Schafott.

Während Sophia also Tag für Tag versucht in ihrer Welt klarzukommen, versucht Josh alles, um sie zu retten. Kleine Zaubertricks sollen sie ablenken, sollen ihr ein Lächeln auf die Lippen zaubern und sollen ihr zeigen, dass er an ihrer Seite ist. Josh möchte für Sophia da sein, genauso wie ihre beste Freundin Elsie. Doch solange sie ihn nicht sieht, wird das sehr schwer werden.

Melissa Keil schreibt mit „Zusammen sind wir unendlich“ eine Geschichte über Menschen, die anders sind. Sie schreibt über Freundschaft, Liebe und über den Kampf in einer Welt aus Normen und Regeln bestehen zu müssen. All ihre Figuren haben Ecken und Kanten. Sie alle sind einzigartig und besonders und dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, fühlen sie sich oft auch ein wenig einsam.

Was sich vielversprechend ankündigt, ist aber nicht frei von Schwächen, die mir das Lesen erschwert haben. In „Zusammen sind wir unendlich“ lernt der Leser neben Sophia, Josh und Elsie auch allerhand Nebencharaktere kennen. Die Geschwister der beiden, Freunde von Josh und auch ein Junge aus der Klasse, der auf den ersten (und leider auch zweiten) Blick unsympathisch wirkt und gerne Joshs Freund sein würde, finden ihren Platz in diesem Buch. Zwar sind alle Figuren sehr interessant ausgeführt, doch ihre Rolle in der Geschichte bleibt peripher . Ähnliches lässt sich auch in der Gedankenwelt der Protagonistin feststellen. Sophia macht sich eine Menge Sorgen und Gedanken. Sie denkt darüber nach, wie sie Perelman kennenlernen könnte, sie versucht zu verstehen, wie andere Menschen ticken und manchmal überkommen sie allerhand unwichtige Gedanken, beispielsweise die Überlegung wie die DNA einer Banane mit der eines Menschen zusammenhängen könnte. Die Geschichte von „Zusammen sind wir unendlich“ ist voll von kleinen Details. Das macht es schwer, den roten Faden zu fassen.

Die zentrale Liebesgeschichte zwischen Josh und Sophia ist oft nicht richtig greifbar, vielmehr scheint sie manchmal nur Hintergrundmusik, die hin und wieder fesselt. Das mag daran liegen, dass der alleinige Fokus eben nicht auf den zentralen Punkten der Geschichte liegt. Sophias Gedanken wirkten auf mich oft eher anstrengend. Wie Elsie auch so schön an einer Stelle in der Geschichte feststellt: „Sophias Gedanken drehen sich nur um ihre eigene Welt“. Das ist kein Vorwurf, denn Sophia kann aufgrund ihrer psychischen Störung eben nicht so auf andere Menschen zugehen, wie sie es gerne würde. Doch eben das macht es auch schwer mit ihr klarzukommen. Für die Figuren im Buch und für den Leser selbst.

Einige Kapitel sind aus der Sicht von Josh geschrieben. Josh war mir sympathisch. Seine kleinen Zaubertricks mit großer Wirkung und seine Gedanken darüber, wie er es schaffen könnte, Sophias Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Seine Art, wie er einerseits sehr spartanisch lebt und zugleich mit allen Menschen irgendwie klarkommt, ohne dabei im Mittelpunkt stehen zu müssen, haben mich überzeugt. Mehr Fokus auf dem empathischen Josh, weniger auf der problembeladenen Sophia, hätte diesem Buch vermutlich gut getan.



Fazit:

„ Zusammen sind wir unendlich“ ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und das Anderssein. Eine Vielzahl von Charakteren mit Ecken und Kanten und eine Menge von Ideen machen dieses Buch sehr interessant. Die Autorin hat ihren Roman aber stellenweise aufgrund der vielen unterschiedlichen Fokussierungen doch deutlich überladen.
Der Protagonistin Sophia mangelt es an Empathie und Feinfühligkeit. Diese Charaktereigenschaften machen es dem Leser über weite Strecken nicht gerade leicht, ihr durch die Geschichte zu folgen.



Buchzitate:

Die flüchtigen Momente, die ich mit Joshua erhasche, häufen sich; dem Schulstress entrissene Minuten, mit seltsamen, irrelevantem, aber niemals langweiligem Smalltalk angefüllt.

Mein Gehirn ist in der Lage, fallende Faktorielle auszurechnen und riesige Zahlen ohne Taschenrechner zu multiplizieren, was sich Elsies Meinung nach höchstens als Party-Trick für extrem öde Feiern eignet. Dennoch schafft mein Gehirn es nicht, Joshuas Frage zu analysieren.

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L

Rezension zu "Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb meines Zimmers gibt" von Melissa Keil

...Lesestoff für Burschen...
Lesebegeistertevor einem Jahr

Sam verbringt viel Zeit in seinem Zimmer. Er liebt Filme und  World of Warcraft. Ein richtiger "Nerd", alles was ausserhalb seines Zimmers ist, ist nicht wichtig für Sam. Doch dann trifft er auf Camilla…. Witzig, schräg und ein bisserl romantisch.

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