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marion_gallus

vor 4 Jahren

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Die Geschwister Jac und Robert L’Etoile versuchen die Parfümerie, die sich seit Jahrhunderten im Familienbesitz befindet, zu retten. Ihr Vater ist schwer an Alzheimer erkrankt und hat in den letzten Jahren mehr Chaos und Durcheinander verursacht, als Parfüm zu kreieren.

Robert ist der diejenige, der die Arbeit in der Parfümerie weiterführen will und während er versucht, das Chaos in der Werkstatt zu beseitigen, findet Robert ein zerbrochenes Tongefäß, von dem ein betörender Duft ausgeht. Es scheint sich hier um ein uraltes Artefakt aus Ägypten zu handeln, dass der Vorfahr Giles L’Etoile im Jahre 1799 bei einer Grabexpedition gefunden hat. Dieses Gefäß lag im Grab zweier Liebender, die gemeinsam mumifiziert waren. Der Duft sollte ihnen offensichtlich helfen, einander im nächsten Leben wiederzufinden.

Robert will das Rätsel nicht nur lösen, sondern auch versuchen, den Duft zu entschlüsseln, denn der scheint beim Einatmen eine besondere Wirkung zu entfalten: Die Person verfällt in eine Art Trance und sieht Erinnerungen an sein vorheriges Leben.

Jac, Roberts Schwester, glaubt nicht an diesen Hokuspokus. Auch wenn sie immer schon die feinfühligere der beiden war und die besonders feine Nase der Parfümeure geerbt hat, will sie von diesen Dingen nichts wissen. Sie lebt mittlerweile in den USA und ihr Beruf ist es, Mythen aufzudecken und logisch zu erklären. Jac will unbedingt zwei der Klassiker aus dem Hause L’Etoile verkaufen, um die Parfümerie vor dem Bankrott zu retten.

Offensichtlich haben auch andere Personen Interesse an dem uralten Artefakt. Denn plötzlich verschwindet Robbie aus der Werkstatt der Parfümerie und ein toter Mann liegt darin. Jac reist aus Amerika zurück in ihre Heimat Paris. Gemeinsam mit ihrem Ex-Freund Griffin, der vor dem Verschwinden Robbies mit der Übersetzung der Hieroglyphen auf dem Tongefäß beschäftigt war, versucht Jac ihren Bruder zu finden. 

***

Das Buch habe ich zum Indiebookday gekauft und wurde positiv überrascht. Die Geschichte um die Parfümerie L’Etoile hat mich nicht nur in die Welt der Düfte und Rezepturen von Parfüms entführt, sondern mich ins alte Ägypten reisen lassen und mir einiges über die buddhistische Religion und deren alte Riten beigebracht.

Die Autorin beginnt mit Giles L’Etoile, der im Jahre 1799 in einer Grabkammer in Alexandria, in der der Urahn besagtes Tongefäß mit dem betörenden Duft entdeckt. An seiner Seite war niemand geringerer als Napoleon.

Dann springt sie innerhalb mehrerer Handlungsstränge hin und her (Peking, USA, Paris), die sich im Laufe des Romans jedoch immer mehr zusammenfügen und auch logisch er- und aufgeklärt werden.

In einem guten Schreibstil entführt Melisse J. Rose die Leser in die Welt der Düfte und lehrt sie vieles über die Herstellung von Parfüms. Im angehängten Glossar gibt es gute und ausführliche Erklärungen zu spezifischen Begriffen, die sich nicht nur auf Düfte beziehen, sondern auch auf Reinkarnation, Karma, u.v.m.

Auch wenn der Roman eine Liebesgeschichte beinhaltet, ist diese eigentlich eher nebensächlich. Vielmehr geht es um Rätsel und Geheimnisse der Vergangenheit. Um die Jagd nach einer Rezeptur, die Flucht vor unerbittlichen Verfolgern, den Zusammenhalt zwischen Geschwistern und natürlich immer wieder um Düfte.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für diesen Roman, der, rasant und spannend geschrieben, in eine besondere Welt der Düfte entführt und den Leser auf eine Reise ins alte Ägypten und  heutige Paris mitnimmt. 

Autor: Melisse J. Rose
Buch: Das Haus der verlorenen Düfte
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