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Tru1307

vor 5 Jahren

(18)

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Kann Liebe sogar über Jahrhunderte halten? Und kann ein Duft sogar Erinnerungen an frühere Leben erwecken? Diese und viele Fragen mehr werden in dem Roman Das Haus der verlorenen Düfte gestellt. Man lernt Jac, ihren Bruder Robbie und weitere Charaktere kennen, während man sich auf die Suche nach Antworten zu diesen und weiteren Fragen macht. Vor allem zu Beginn fiel es zeitweise schwer, weiterzulesen. Nach einer wunderbaren ersten Szene (auf die ich gleich noch eingehe), verschwimmt die Geschichte und hinterlässt erstmal eine große Verwirrtheit, die sich nur langsam auflöst. Gerade zu Beginn gibt es viele Szenenwechsel und Zeitwechsel und man lernt viele verschiedene Handlungsstränge kennen, die auf den ersten Blick nichts oder nur wenig miteinander zu tun haben. Nachdem dann aber Ordnung ins Geschehen kommt und man so langsam alle Charaktere zu kennen gleubt, kann man sich völlig in die Geschichte hineinversetzen. Jac und ihr Bruder Robbie entstammen einer traditionsreichen Familie, die für ihre Duftkreationen bekannt ist. Leider steht die gerade von der älteren Generation übernommene Firma vor dem finanziellen Abgrund, so dass es sich ein Zwist zwischen Robbie und Jac ausbreitet, wie es mit dem Geschäft weitergehen soll. Jac möchte nichts mit der Firma zu tun haben, während Robbie auf keinen Fall einen Teil verkaufen will. Er begibt sich auf die Suche nach einer anderen Lösung und stößt dabei auf Tonscherben, die etwas ganz Besonderes sind.

Als ich das Buch aufschlug wusste ich natürlich noch nicht genau, was mich erwarten würde. Ich hatte den Gedanken an eine Mischung von Das Parfüm und einem Thriller von Dan Brown - Bücher, die ich sehr schätze. An Das Parfüm wird man schon anhand des Titels des Buches von Melisse J. Rose erinnert und wer Bücher für Düfte liebt, wird auch dieses ins Herz schließen. Man kann es nämlich tatsächlich ein klein wenig mit Das Parfüm vergleichen und Spannung gibt es in Das Haus der verlorenen Düfte nach kurzer Anlaufzeit ebenfalls zur Genüge. Bei dem Thriller von Dan Brown würde ich nach der Lektüre nur teilweise zustimmen, denn es geht darum ein Geheimnis aufzudecken und weniger darum in einer Art Schnitzeljagt durch Paris zu jagen. Vielmehr müssten sich Jac und ihre Gefährten mit der Vergangenheit beschäftigen.

Auf eine Reise in die Vergangenheit wollte ich mich gerne machen. Anhand des Klappentextes wusste ich ja, dass es zumindest auch ins Jahr 1799 gehen wird. Mit einer Zeitreise begann dann auch die Geschichte, denn der Leser findet sich tatsächlich um 1800 in einer Grabstätte in Ägypten wieder. Auf spannende Weise erfährt man, woher die mysteriösen Tonscherben kommen und wie es ein kann, dass ausgerechnet Robbie sie findet. Diese erste Szene hat mich direkt mitgerissen. Man fühlt sich ein wenig wie Indiana Jones, der eine dunkle Kammer erkundet und einen Schatz zu finden hofft. Ich mag Geschichten dieser Art sehr gerne, weswegen ich sofort gefesselt war. Und nach dem Zuklappen des Buches kann man festhalten, dass die Autorin eindeutig in der Lage war, mir die Handlungsorte vor Augen zu führen, so dass ich sie fast bildlich vor mit hatte. In nachhinein betrachtet komme ich aber auch zum Ergebnis, dass dies schon fast die Beste Szene im Buch war - aber nur fast. Auch das Finale war für mich bewegend und fesselnd. Hier wurde es dann auch wieder total unvorhersehbar. Ich zumindest war positiv überrascht von dem Ende.

Waren es zu Beginn zu viele Charaktere und zu viele Perspektivenwechsel, so fällt irgendwann auf, dass ein Handlungsstrang leider total zu kurz kommt. Nachdem man anfangs einige Szenen mit dem Charakter Xie hatte, der ein chinesischer Künstler ist und nach Europa reisen darf, so weiß man ab einem bestimmten Zeitpunkt, was bei ihm als Nächstes geschehen wird. Ich hätte mir hier noch einen stärkeren Fokus gewünscht. Überhaupt war die Handlung im letzten Drittel der Geschichte vorhersehbar, aber deshalb nicht langweilig. Man wusste sozusagen das Endziel, aber nicht, wie die Charaktere dorthin kommen. Xie jedenfalls hätte als Charakter mehr in den Vordergrund rücken können, weil seine Geschichte noch einiges an Potential versprach. Ich habe bis zur letzten Seite gehofft, noch etwas mehr über ihn zu erfahren. Leider bleibt man als Leser mit einem kleinen Fragezeichen zurück, da das, was ihm geschehen ist, zwar erwähnt, aber nie genauer erzählt wird.

Bewertung
Das Haus der verlorenen Düfte hat mich zuerst verwirrt, dann gefesselt und zuletzt mitgerissen. Die Geschichte spielt irgendwo zwischen Das Parfüm von Patrick Süßkind und einem Dan Brown Thriller, wobei es hier mehr um eine Zeitreise als um eine Suche geht. Wer mehr über Düfte und ihre Herstellung, oder über Reinkarnation und den Dalai Lama erfahren möchte, ist mit diesem Buch gut beraten. Besonders das Finale und die Einstiegsszene sind wunderbar geschrieben.

Autor: M. J. Rose
Buch: Das Haus der verlorenen Düfte
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