Meral Kureyshi

 4,2 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor*in von Elefanten im Garten, Im Meer waren wir nie und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Meral Kureyshi, geboren 1983 in Prizren im ehemaligen Jugoslawien, lebt seit 1992 in Bern. Nach Abschluss des Studiums am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel gründete sie das Lyrikatelier in Bern.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Meral Kureyshi

Cover des Buches Elefanten im Garten (ISBN: 9783548288499)

Elefanten im Garten

(8)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches Im Meer waren wir nie (ISBN: 9783039260850)

Im Meer waren wir nie

(7)
Erschienen am 20.02.2025
Cover des Buches Fünf Jahreszeiten (ISBN: 9783857918575)

Fünf Jahreszeiten

(1)
Erschienen am 15.10.2020
Cover des Buches Im Meer waren wir nie (ISBN: 9783038552925)

Im Meer waren wir nie

(0)
Erschienen am 01.02.2025

Neue Rezensionen zu Meral Kureyshi

Cover des Buches Im Meer waren wir nie (ISBN: 9783039260850)
Anirahs avatar

Rezension zu "Im Meer waren wir nie" von Meral Kureyshi

Anirah
Keinen Zugang gefunden

Ich war neugierig auf dieses Buch, da es für den Schweizer Buchpreis nominiert war und ein schönes, ansprechendes Cover hat. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Es gibt keine zusammenhängende Handlung. Es werden nur einzelne Episoden aus dem Leben der Protagonistin geschildert, immer wieder mit längeren oder kürzeren Zeitabständen dazwischen. Wieviel Zeit dazwischen vergangen ist, lässt sich nicht nachvollziehen und macht die Geschichte wirr und unklar. Auch die Hauptfigur bleibt dem Leser fremd. Ich konnte ihre Handlungen und Gedanken weniger bis gar nicht nachvollziehen. Sie ist sich selbst und ihrem Leben sehr negativ eingestellt, wodurch sie mir unsympathisch ist. 

Kurz gesagt, würde ich dieses Buch nicht weiterempfehlen und es hat zu Recht nicht den Buchpreis gewonnen.

Cover des Buches Im Meer waren wir nie (ISBN: 9783039260850)
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Rezension zu "Im Meer waren wir nie" von Meral Kureyshi

ENI
Poetisch und melancholisch: Ein tiefgründiger Blick in das Leben einer Gemeinschaft

„Im Meer waren wir nie“ ist ein autofiktionaler Roman, der durch seine kunstvolle, poetische Sprache und seine melancholische Atmosphäre besticht. Die Geschichte wird nicht in einer klassischen Erzählweise präsentiert, sondern in Szenen, welche die Lesenden tief in das Leben einer besonderen Gemeinschaft eintauchen lassen.

Inhaltlich dreht sich das Buch um eine namenolse Ich-Erzählerin, die nach Lili schaut, einer alten Frau, die mit ihrem kranken Ehemann Emil ins Altersheim zieht. Die Erzählerin kennt Lili und ihre Familie bereits gut, insbesondere Sophie, Lilis Enkelin, mit der sie seit ihrer Kindheit befreundet ist. Sophie lebt mit ihrem achtjährigen Sohn in demselben Haus, und die Erzählerin kümmert sich oft um den kleinen Jungen. Diese enge Verbundenheit schafft eine vertraute Atmosphäre, in der die Schwierigkeiten des Zusammenlebens – auch in einer so bunt zusammengewürfelten Gemeinschaft – erträglicher werden.

Die Sprache des Romans ist berührend, poetisch und melancholisch, was die emotionale Tiefe der Geschichte unterstreicht. Die Szenenartige Erzählweise fordert Konzentration, doch sie ermöglicht es, die Figuren und ihre inneren Welten intensiv zu erleben. Das Buch schafft eine intime Atmosphäre, in der die Grenzen zwischen Realität und Erinnerung verschwimmen.

„Im Meer waren wir nie“ ist ein kunstvoll erzählter Roman, der durch seine sensible Sprache und die authentische Darstellung menschlicher Gefühle beeindruckt. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und einem durch seine poetische Melancholie berührt.

Cover des Buches Im Meer waren wir nie (ISBN: 9783039260850)
Johanna_Paulinas avatar

Rezension zu "Im Meer waren wir nie" von Meral Kureyshi

Johanna_Paulina
Sehr empfehlenswert

Die Ich-Person ist von Klara, die Mutter ihrer Schulfreundin angestellt worden für die Betreuung ihrer Mutter. Lili lebt zuerst mit ihrem Mann, Ernst in einem Pflegeheim. Ernst ist viel älter und stirbt am Anfang des Buches. Sie bleibt allein mit ihren Erinnerungen an ihrem alten Leben, das Leben vor Ernst zurück. Das Leben mit ihrem Freund Winter, der auch der Vater von Klara ist.  Die Ich-Person besucht Lili fast täglich, hilft bei Besorgungen, begleitet sie in der Stadt usw. Und ist eigentlich nicht unzufrieden mit dem Job. Klara hat keine Zeit und hauptsächlich keine gute Beziehung zu ihrer Mutter. Als Sophie, die Schulfreundin, schwanger wird, entschieden die Freundinnen zusammen zu ziehen, in zwei Wohnungen im gleichen Haus und Eric zusammen gross zu ziehen. Für ihn sind es zwei Mütter, die er braucht und liebt. Fragen stellt er nicht. Als die kleine Schwester von „Ich“, Nuri, eine Wohnung braucht, zieht sie vorerst auch ins Haus ein. Sie  hat schnell eine gute Beziehung zu Sophie und Eric, dass mal für Eifersucht bei der Ich-Person sorgt.


Dieser Job ist als Zwischenlösung für „Ich“ gedacht. Irgendwann muss sie sich entscheiden zwischen ihre eigene Träumen und ihre „Familie“. Sie möchte weiterziehen und einen Job, den zum Studium passt annehmen. Dafür muss sie in eine andere Stadt umziehen, das ihr Sorgen bereitet, weil wie sollte es dann weiter mit Sophie, Eric und Lili gehen. So weit kommt es nicht, erstens weil Sophie einen Freund trifft, zweitens weil Nuri eingezogen ist, und drittens weil auch Lili nicht ewig lebt.


Der Vater von „ich“ ist recht jung gestorben. Er hat sie immer motiviert um  Gedichte zu schreiben. Nach seinem Tod hat sie nicht mehr geschrieben. Ihre Zweisprachigkeit schränkte ihr ein. Im Buch sagt Meral Kureyshi das sehr schön:


„ Ich lebe zwischen den Sprachen in meinem Kopf. Keine von ihnen begleitet mich mein Leben lang, was zur Folge hatte, dass ich in keiner zu Hause war.“ (s. 73)


Auf der einen Seite ist dieses Buch ein gemütliches zusammenleben von den beiden Freundinnen. Aber da ist auch noch die Pflege oder besser die Begleitung von Lili, die dir extrem klar macht, was es heisst älter zu werden und zunehmend abzubauen und abhängig zu werden. Dann erzählt sind noch die Schicksale den anderen Heimbewohnern. Sehr klar wird die Sinnlosigkeit, die ständige Wiederholungen und das Langweilen von einem Leben in einem Heim erzählt.


Das Buch ist lustig und traurig zur gleichen Zeit, oft mal im gleichen Satz, und das macht es sehr spezial. Der filigrane Schreibstil gefällt mir extrem gut. Die Geschichte ist aus Beobachtungen aufgebaut, oft sind es nur kleinere Szenen. Sie wiederholen sich und trotzdem haben alle eine Funktion in der Geschichte.


Nebenbei hat es noch ein paar andere Themen, wie z.B. In wie weit Frauen für ihren Lebenslauf verantwortlich sind, oder ihn beeinflussen können. Im Buch stehen viele Dialogen die alle sehr interessant sind. Sicher die mit Eric habe mich richtig Spass gemacht. Der kleine Mann sagt einfach das was gesagt werden sollte. Und ist vermutlich auch eine Projektionsebene für die Gedanken von „Ich“


Der Titel ist ein Satz von Lili, die mal am Meer war, aber nie im Meer. Am Ende vom Buch kommt das Meer nochmals vor.


Bei ihrer Lesung in Neuhausen am Rheinfall hat sie erklärt dass alles im Buch Beziehungen aus 3 Elementen oder Personen sind, die sie immer wieder dreht, um herauszufinden dass in der neuen Konstellation passiert. Interessant ist ihr Schreibprozess, wobei sie das Buch einfach sich selbst „schreiben“ lässt.


Für mich ist das Buch eine klare Empfehlung, sowohl von der Sprache, also auch von der Geschichte, die unterhaltsam ist und zum Nachdenken ansetzt. Kurz gesagt: ein Buch das im Gedanken bleibt.

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