Mercè Rodoreda Auf der Plaça del Diamant

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Inhaltsangabe zu „Auf der Plaça del Diamant“ von Mercè Rodoreda

Mit ungewöhnlicher Eindringlichkeit schildert der Roman die Lebensgeschichte von Colometa, einer in Traditionen verhafteten jungen Frau, die im Spanischen Bürgerkrieg ihren Mann verliert und gezwungen ist, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Dieser faszinierende Roman machte die katalanische Autorin Mercè Rodoreda weltberühmt. Er wurde in über 20 Sprachen übersetzt und ist heute der Klassiker der katalanischen Literatur. Mercè Rodoreda (1908–1983) lebte während der Franco-Zeit im französischen Exil und begann erst nach ihrer Rückkehr wieder mit großem Erfolg zu schreiben und zu veröffentlichen.

Dieses Buch konnte mich ganz in seinen Bann ziehen.. Traurig und schön zugleich.

— libreevet

Dieser Roman erzählt von den Folgen des Krieges für die, die ohne ihr Zutun und ohne die Zusammenhänge zu verstehen verwickelt werden.

— Barbara62

Oh, das wird lange nachwirken! Leser für dieses Buch!!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • "Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Roman wiedergelesen habe, und einige Male mühselig auf katalanis

    Auf der Plaça del Diamant

    Barbara62

    03. April 2015 um 08:45

    Mercè Rodoreda wurde 1909 in Barcelona geboren. Als politisch engagierte Schriftstellerin ging sie 1939 ins Exil, zuerst nach Frankreich, dann in die Schweiz. Sie starb 1983 in Romanyà de la Selva. Heute gilt sie als eine der wichtigsten katalanischen Autorinnen.  In ihrem bekanntesten Roman Auf der Plaça del Diamant erzählt eine sehr einfache Frau, Natàlia, ihre Lebensgeschichte vor, während und nach dem Spanischen Bürgerkrieg in genau dem einfach-naiven Stil, den man von ihr erwartet. Sie berichtet fast monoton und absolut ehrlich von ihrer Heirat mit Quimet, einem Aushilfsschreiner und Hobby-Taubenzüchter, ihren beiden Kindern, der finanziellen Not, aus der heraus sie eine Stelle als Dienstmädchen antritt, dem Tod ihres Mannes auf Seiten der Volksfront im Spanischen Bürgerkrieg, ihren Selbstmordplänen angesichts des Hungers und ihrer Rettung in ein neues Leben. Der Kreis schließt sich mit Heirat der Tochter unter völlig veränderten Voraussetzungen. Auf der Plaça del Diamant ist kein politischer Roman und keiner, der das Elend der Schlachtfelder zeigt. Vielmehr erzählt er von den Folgen des Krieges für die, die ohne ihr Zutun und ohne überhaupt die Zusammenhänge zu verstehen, in ein Stück Geschichte verwickelt werden.

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  • Berührend

    Auf der Plaça del Diamant

    Heimfinderin

    31. August 2013 um 20:28

    Colometa, eigentlich heißt sie Natàlia, lernt auf einem Fest ihren zukünftigen Mann kennen. Er wird deshalb ihr Mann, weil er weiß, dass sie seine Frau wird. Das akzeptiert Natàlia genauso, wie sie es hinnimmt, dass er sie Colometa nennt, obwohl sie ihm ihren richtigen Namen gesagt hat. Das ist eigentlich bezeichnend für sie, denn so verläuft auch ihre Ehe. Es traditionell nicht anders gewöhnt, fügt sie sich in ein Leben ein, das der Mann mit großer Selbstgefälligkeit bestimmt. Doch sie fügt sich nicht nur, sondern nimmt ihre eigene Person völlig zurück. Sie erträgt die Ungerechtigkeiten ihres Mannes, seine Wutausbrüche, seine Unzuverlässigkeit und auch seine Taubenzucht, die er in ihre Wohnung verlegt und das Leben unerträglich macht. Dann kommt der Bürgerkrieg und ihr Mann zieht begeistert fort. Er kommt nicht wieder und von jetzt an, ist sie auf sich selbst gestellt. Sie muss sich und die Kinder durch diesen Krieg mit seine Entbehrungen bringen und vor allem endlich zu sich selbst finden, ihre eigene Person wieder finden und lernen, selbst über sich zu bestimmen, nachdem sie vorher in ihrem Leben hat über sich bestimmen lassen. Dieses Leben wird in einer Eindringlichkeit erzählt, die einen die Seiten nur so umblättern lassen. Dabei ist der Erzählstil alles andere als emotional. Colometa erzählt wie unbeteiligt, wie in einer Aufzählung von Ereignissen und Details, beobachtend ohne emotionale Regung. Man hat manchmal das Gefühl, es betrifft sie gar nicht, so nimmt sie auch hier ihre Person heraus. Aber gerade das bewirkt beim Lesen diese Eindringlichkeit. Ich kann es nicht erklären wieso, aber gerade das Weglassen von Gefühlsregungen erzeugt hier große Emotionen. Man leidet als Leser mit ihr, möchte sie schütteln, dass sie doch mal aufbegehrt, ist entsetzt über den Hunger ihrer Kinder, spürt ihre Erschöpfung, als würde man dies alles an ihrer Stelle, für sie, fühlen. Sehr gut gefallen haben mir auch ihre Bilder, die sie im Kopf entstehen lässt. Details und Beschreibungen, die Kleinigkeiten, Gesten oder Gedanken in manchmal ungewöhnlicher Weise vor Augen bringen und dort auch haften lassen. So hat sie mir gleich auf der ersten Seite ein Bild vor Augen geführt, dass ich nicht mehr los werde: '(Zitat:) "Ich ging dann von oben bis unten in Weiß: das Kleid und der gestärkte Unterrock dazu, die Schuhe . . . alles weiß, wie ein Schluck Milch" Die Farbe weiß werde ich wohl nicht mehr so schnell mit Schnee vergleichen.

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  • Rezension zu "Auf der Plaça del Diamant" von Mercè Rodoreda

    Auf der Plaça del Diamant

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. August 2009 um 00:15

    La plaça del diamant erschien 1962 und wurde zu einem der meistgefeiertsten Romane der katalanischen Literatur und Mercè Rodoreda damit zur Vorzeigeautorin der Nachkriegszeit. Im Jahr 2007 erschien im Suhrkamp Taschenbuchverlag eine Neuausgabe des Klassikers – genau richtig zur Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Katalonien. Auf der Messe wurde Rodoredas Klassiker gar gratis verteilt und dürfte so einer katalanisch interessierten Leserschaft zugänglich geworden sein. Offen bleibt jedoch, was so großartig an diesem Roman ist und wie dieser sogenannte Nachkriegsklassiker heute, nun im 21. Jahrhundert, von vielleicht jüngerer Leserschaft noch gelesen werden kann. Die Sprache der 1983 verstorbenen Schriftstellerin ist überraschend frisch und vor allem aus der immer indirekt erzählenden Sicht der Hauptfigur Colometa geschrieben. Der Roman wird eröffnet mit einem riesigen Dorffest, auf dem Colometa mit ihrer Freundin Julieta gehen muss, da sie ihr – wie immer- keine Bitte abschlagen kann. Ein Mann möchte mit Colometa tanzen: „[…] und dann eine Stimme an meinem Ohr, die mir sagt, wollen wir tanzen?/ Eigentlich ohne es recht zu wissen antwortete ich, daß ich nicht tanzen könne, und dann drehte ich mich um. Ich hatte ein Gesicht vor mir, so nah, daß ich praktisch kaum etwas erkennen konnte, nur eben, daß es das Gesicht von einem Mann war.“ Colometa, die eigentlich Natàlia heißt, trifft auf dem Sommerfest auf Quimet, der schon beim ersten Tanz mit ihr stahldrahtdicke Seile um sie legt. „Und er faßte mich am Arm und hielt mich fest, sehen Sie denn nicht, daß man Sie mir wegnehmen könnte, Colometa?“ An diesem Abend reißt sie noch aus wie Aschenputtel beim zwölften Turmuhrschlag, doch der affenäugige Charmeur lässt nicht locker. Und ohne recht zu wissen, wie ihr geschieht, löst Colometa auch ihre Verlobung mit einem anderen – sie heiratet Quimet. Dabei verweist die Geschichte innerhalb der unschuldigen, ein wenig einfachen Erzählhaltung der Protagonistin Colometa schon zu Beginn auf einen unglücklichen Verlauf des Romans. „Als ich dann allein war“, sagt Colometa, „sah ich zum Himmel hinauf, aber der war nur ganz einfach schwarz.“ Gar Gabriel García Márquez sagte über das Buch: „Ich weiß nicht, wie oft ich den Roman wiedergelesen habe, und einige Male mühselig auf katalanisch, was viel über meine Verehrung aussagt.“ Große Stimmen und viel Bewunderung liegen auf dem Buch, zwischen seinen Seiten und machen den 245 Seiten umfassenden Roman zu einem bedeutungsschweren Ereignis, das aber erst einmal ergründet sein möchte. Nähern wir uns dieser Geschichte an und fragen wir uns selbst, was Mercè Rodoreda schildert, wie sie erzählt und uns an der Hand nehmen und in ihre fiktionale Welt entführen möchte. Sie tut dies auf eine ganze schlichte Art und Weise. So schlicht vielleicht, dass der Roman zwar als einer der bekanntesten des katalanischen Raumes bezeichnet wird, aber, so schreibt dies Márquez 1983 in der spanischen Zeitung El País, „[d]er Grund, daß man Mercè Rodoreda selbst in Spanien so wenigt kennt“, liegt nicht darin, dass es „in der Sprache eines begrenzten Sprachraumes“ geschrieben worden ist. Nein, das Buch ist gar in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt worden. „Allerdings befragte man vor einigen Jahren [sic: schrieb Márquez wohlgemerkt im Jahre 1983], anläßlich irgendeines Jubiläums, spanische Schriftsteller, welche zehn Bücher ihrer Meinung nach die besten seien, die in Spanien nach dem Bürgerkrieg geschrieben worden sind – ich erinnere mich nicht, daß jemand Auf der Plaça del Diamant erwähnt hätte.“ Zu schade, denn dieser Roman ist wirklich wunderbar und hat eine Tiefe, die man dem unbedachten, einfachen Stil der Erzählerin gar nicht zutrauen würde. Verheiratet mit einem Lebegeist und leichtem Choleriker, der auf der glücklich ergatterten Dachterrasse der selbst renovierten und mit zusammengeborgten Möbeln ausgestatten Wohnung lieber einen Taubenschlag mit unzähligen Rassen einrichtet als seiner Frau die Arbeit für die Kinder abzunehmen oder da zu sein, wenn Hilfe gebraucht wird, rutscht Colometa in eine Zeit des Krieges, der sie ganz überraschend und unvorbereitet trifft: den Spanischen Bürgerkrieg. Zwischen Juli 1936 und April 1939 wurde dieser zwischen der demokratisch gewählten republikanischen Regierung Spaniens und den Putschisten unter General Francisco Franco ausgetragen. Der Krieg endete mit dem Sieg der Anhänger Francos. Eine bis 1975 anhaltende Diktatur wurde somit eingeleitet. Colometas Mann Quimet lässt sich sofort von der Revolution mitreißen. Sie selbst weiß dabei gar nicht, was ihr geschieht. „Und alles ging so seinen Gang, mit den paar kleinen Sorgen, die jeder hat, bis die Republik kam und Quimet sich so begeisterte, daß er auf der Straße herumschrie und eine Fahne vor sich hertrug, […].“ „Und in diesen Wind mischte sich der Geruch nach jungen Blättern und der Duft nach Blüten, aber diese Frische verging und alles, was danach kann, war nicht mehr so wie diese Frische von damals, von diesem Tag, der so einschneidend war in meinem Leben, denn es war April, und die Knospen waren noch zu, als aus meinen kleinen Sorgen große Sorgen wurden.“ Die Autorin selbst musste 1939 ihre Heimat verlassen. Sie ging nach Genf und schien, im Exil, ihre Kraft zum Schreiben verloren zu haben. Erst Ende der 1950er Jahre veröffentlichte sie wieder. 1962 dann ihren berühmtesten Roman Auf der Plaça del Diamant. Zwischen den Zeilen spielt sich in diesem Roman sehr viel ab. Die Leerstellen, die sich durch die Schilderungen Colometas ergeben, bergen viel Material für den eigenen Leseprozess und geben dem Buch eine sehr realistische Nuance. Denn Auf der Plaça del Diamant möchte nicht aufklären. Der Roman schildert den Lebensprozess und Überlebenswillen einer Frau, die ihr Dasein selbst in die Hand nehmen muss. Nicht zuletzt, weil sie zwei Kinder zu ernähren hat und dies in Zeiten des Krieges nicht einfach ist. Des Weiteren schlummern in der wunderschönen Colometa sehr romantische Gefühle und das Auge der Betrachtung für das pure, bisweilen fast unerträglich schöne und traurige Leben. Einfach brillante und liebens-, ja wiederlesenswerte Bilder malt die Autorin. „Griselda kann man gar nicht richtig beschreiben: sie hatte eine ganz helle Haut, und eine Handvoll Sommersprossen auf den Wangen. Und was für ruhige, pfefferminzfarbene Augen sie hatte. Schlanke Taille, ihr Körper wie aus Seide. Im Sommer sah sie mit einem kirschroten Kleid wie eine Puppe aus.“ Nicht nur durch solche Stellen wird der Roman zum wahren Leseerlebnis. Das Schicksal Colometas ist berührend und reell erzählt. Dieses Buch ist nachvollziehbar. Ohne Weiteres mitreißend für junge Leser. Die letzten Worte sollen Gabriel García Márquez gelten, der diesem Buch vielleicht ein besseres Forum eröffnen kann als irgendwer anderes. „[Rodoredas] Bücher lassen […] eine fast übermäßige Sensibilität und eine tiefe Liebe für ihre Leute und für das Leben in ihrer Umgebung erahnen. Vielleicht verleiht dies ihren Romanen ihre universelle Geltung.“ Fazit: Dieses Buch sprüht über vor Beschreibungen eines Seelenlebens. Der Leser wird in eine durchaus einfache Lebensrealität hineingezogen, die durch ihre Schilderung an Facettenreichtum und genialer Literarizität gewinnt. Nach diesem Buch hat man Sehnsucht nach mehr. Vor allem nach guten Geschichten. Vielleicht sollte man diesen Roman einfach noch einmal lesen? Erstveröffentlichung auf: sandammeer.at

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