Mercè Rodoreda Der Garten über dem Meer

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Inhaltsangabe zu „Der Garten über dem Meer“ von Mercè Rodoreda

"Ich habe schon immer gerne erfahren, was den Leuten so alles passiert, und das nicht etwa, weil ich neugierig wäre . . . Eher, weil ich Menschen mag, und die Besitzer dieses Hauses mochte ich sehr." Sechs Sommer lang beobachtet der Gärtner eines Herrenhauses über dem Meer das Kommen und Gehen seiner wohlhabenden, jungverheirateten Besitzer Francesc und Rosamaria. Sie empfangen ihre Clique aus Barcelona, fahren Wasserski, feiern ausgelassene Partys und leben einen von ihren Bediensteten beneideten Sommernachtstraum. Doch dem Gärtner entgehen die feinen Risse nicht, die das scheinbare Idyll bei jedem Besuch deutlicher zeichnen. Weshalb wirkt die Leidenschaft des Paares mit einem Mal gespielt? Wird Francesc, der seiner Frau bis dahin treu ergeben war, nun doch empfänglich für die Avancen des brasilianischen Dienstmädchens? Als auf dem benachbarten Anwesen ein mysteriöses Paar eine noch größere Villa errichtet und noch extravagantere Feste feiert, legt sich endgültig ein Schatten über die heile Welt am Meer: Der neue Nachbar ist niemand anderes als Rosamarias Jugendliebe Eugeni. Mit ihrem Roman Auf der Plaça del Diamant (1962) gelangte die katalanische Autorin Mercè Rodoreda zu Weltruhm. Umso erstaunlicher ist es, dass Der Garten über dem Meer in Deutschland bisher unentdeckt blieb. Rodoreda entwirft darin ein stimmungsvolles Bild der späten Zwanzigerjahre in Spanien und erschafft einen Kosmos, in dem man den großen Gatsby als Gast auf jeder Cocktailparty vermutet.

Ein Roman den man nicht "einfach nur durchlesen" kann und schon gar nicht sollte! Eine wahre Fülle an Zwischenklängen!

— Absentha
Absentha

Eine sehr zart erzählte Geschichte in der es mir leider an Spannung fehlte

— Anne42
Anne42

Ein wunderbares Buch, das ganz zart erzählt.

— Gelesen
Gelesen

Wunderschöne Schmuckausgabe - und auch inhaltlich melancholisch, berührend, zweifellos wertvoll!

— Sookie70
Sookie70

Vieles scheint in diesem Buch zu schweben, manches versteckt sich zwischen den Zeilen und über dem ganzen hängt ein Hauch von Melancholie.

— Barbara62
Barbara62

Eins der wenigen Bücher, die ich nach der Hälfte abgebrochen habe. Sprachlich gut, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen.

— Antonella
Antonella

"Great Gatbsy" reloaded. Tragische Geschichte reicher Leute aus der Sicht des Gärtners erzählt. Naive, fast kindliche Erzählweise.

— DieSchwarzeKathatze
DieSchwarzeKathatze

Geniale Mare-Verlags-Meer-Natur-Stimmung, geringe Empathie mit Protagonist

— lesestunden
lesestunden

Wunderschönes Buch, tiefgründig, mehrdimensional und schöne und klare Sprache - muss es noch nachklingen lassen...

— Corsicana
Corsicana

Leise, melancholisch, wunderschön. Eine Erzählung über das Blühen und Vergehen von Liebe und Leben.

— schmoeker-rike
schmoeker-rike

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  • Ein wunderbares Buch, das ich nur empfehlen kann

    Der Garten über dem Meer
    Gelesen

    Gelesen

    15. February 2017 um 15:10

    Ich hatte "Der Garten über dem Meer" bei mir in der Buchhandlung entdeckt und war wegen des schönen Covers immer wieder drum herum geschlichen. Vergangene Woche habe ich mir das Buch schließlich gekauft und bin nun, nach dem Lesen, sehr angetan. Rodoreda schreibt sehr zart - sie deutet viele der Konflikte nur an, arbeitet mit dem stetigen Stilmittel der Wiedergabe einer Situation durch eine Drittperson. So weiß man nie genau, wie viel von dem, was einem erzählt wird, wirklich wahr ist, oder ob sich zwischen einzelnen Figuren nicht vielleicht viel mehr abgespielt hat, als an die Oberfläche tritt... Für mich als Gartenliebhaberin war es zusätzlich schön, das Buch zu lesen, weil die Stimmung der Personen oft mit der Beschreibung der Pflanzen korreliert und die immer wieder kehrende Betrachtung von Samen, Blüten, Büschen das Tempo aus der Erzählung rausnimmt. Schön, dass Roger Willemsen das Buch vor ein paar Jahren noch mal neu aufgelegt hat! Fazit: Ein Buch für alle, die gern in die Sommerfrische fahren oder im Garten spazieren gehen.

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  • Schwebende Melancholie

    Der Garten über dem Meer
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    02. June 2016 um 14:18

    Der Garten über dem Meer - Mercè Rodoreda (Autorin), Kirsten Brandt (Übersetzerin), 240 Seiten, Berlin Verlag Taschenbuch (1. Juni 2016), 10€, ISBN-13: 978-3833310546 Dieses Buch erzählt die Geschichte des wohlhabenden, jungen Ehepaares Rosamaria und Francesc, die den Sommer in einem herrschaftlichen Anwesen an der Küste mit Freunden verbringen. Der Gärtner beobachtet sechs Jahre lang die Familie und ihr Treiben und berichtet uns als Icherzähler über Liebe, Eifersucht, Klatsch, Spaß, Verlust, Freundschaft, Einsamkeit. eine Geschichte über die dekadenten Liebeshändel der Bourgeoisie, gesellschaftliche Aufstiegsträume und sozialen Ehrgeiz. Irgendwann in den Zwanziger oder frühen Dreißiger Jahren spielt der Roman, auf jeden Fall noch vor dem Spanischen Bürgerkrieg. Irgendwo an der Küste Kataloniens, wohl nicht weit von Barcelona, ist die Handlung angesiedelt. Eindringlich beschreibt Rodoreda die 20erJahre der Ära vor Franco, eine Zeit, die im Begriff ist zu vergehen, deren Dekadenz sich in der des jungen Paares widerspiegelt. Verlust und Einsamkeit sind wiederkehrende Themen des Romans. Der langsame Untergang einer heilen Welt. Die Geschichte hat eine lineare Struktur und ist in sechs Kapitel unterteilt. Im ersten lernen wir alle Personen und ihre Aktionen sowie das Haus kennen. Die Geschichte entwickelt sich vom zweiten bis zum fünften Kapitel und schließt mit dem sechsten Kapitel, als das Haus am Meer verkauft wird. Überall eingestreut finden wir Erinnerungen der einzelnen Personen, ohne dass dadurch die Chronologie der Geschichte unterbrochen würde. Die Geschichte ist aber nicht fertig und so bleibt das Ende offen. Der Erzähler, also der Gärtner, ist nicht der Protagonist, sondern Zeuge, ein Beobachter aus der Ferne und er erzählt nur, was er beobachtet, hört und sieht, so hat er nur einen beschränkten Zugang zu Tatsachen und Hintergründen. Er zeichnet ein Gesellschaftstableau, indem er es vom Rande her beobachtet. Aber dadurch entwickelt er eine emotionale Distanz: ein Erzählstil der mir persönlich sehr behagt. Die Geschichten entwickeln sich langsam, fast gemütlich, ohne langweilig zu sein. Über dem ganzen Buch liegt ein Hauch von Melancholie, gepaart mit einem guten Schuss Wehmut, der wie ein leichter Nebel über allen Protagonisten liegt. Glück scheint durch seine Abwesenheit zu glänzen. Die Vergangenheit scheint immer besser zu sein als die Gegenwart. Mercè Rodoreda zeichnet die Charaktere sehr gekonnt durch ihre Gefühle und Ideen. Ihr Schreibstil hat etwas Poetisches, eine Sprache die ruhig und bedächtig dahinfließt. Gelassen und unaufgeregt. Schlicht und doch malerisch. Eine wunderbare leichte und doch eindringliche Erzählweise, mit vielen Andeutungen, Vermutungen und leisen Zwischentönen. Sie lässt uns den Wind spüren, die Blumen sehen und das Rauschen des Meeres hören. Die Autorin ist eine Meisterin der Atmosphäre. Und vor allem sehr positiv: sie vermeidet jede Art der Sentimentalität, indem sie Dinge sagt, ohne sie zu benennen, indem sie sie nur andeutet. Der Roman ist wie ein verwunschener, geheimnisvoller Garten, der Geschichten und Geheimnisse birgt und diese ab und an zeigt. Der Garten und die Natur zeigen sich als Spiegelbild der Seele. Ein ganz besonderes Lesevergnügen liebenswert und unterhaltsam. Und auch wenn man es ausgelesen hat, ist man immer wieder geneigt darin zu Schmökern. Wenn Sie geduldige Literatur- und Sprachgenießer sind, dann gönnen Sie sich das Vergnügen und entdecken Mercè Rodoreda, die vielleicht bedeutendste katalanische Schriftstellerin des 20. Jahrhunderts. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages http://www.berlinverlag.de/buecher/der-garten-ueber-dem-meer-isbn-978-3-8333-1054-6 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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  • Berührendes Stimmungsbild...

    Der Garten über dem Meer
    Sookie70

    Sookie70

    1920er Jahre, das Meer, ein Anwesen. Mittendrin im Geschehen und doch eigentlich nur als Beobachter erzählt der Gärtner von den Ereignissen rund um das Haus, seine Bewohner und den üppigen Garten, den er betreut. Die Jahre ziehen dahin, Menschen kommen und gehen, sie verändern sich und auch den Lauf der (ihrer) Welt ein kleines bisschen. Viele Fragen, viele Antworten, und doch bleibt auch einiges ungesagt... Ein bitter-süßes, melancholisches Stimmungsbild mit einem lesenswerten Nachwort des erst kürzlich verstorbenen Autors und Herausgebers Roger Willemsen.

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    • 2
    wandablue

    wandablue

    28. March 2016 um 22:03
  • Was der alte Gärtner zu erzählen hat

    Der Garten über dem Meer
    Barbara62

    Barbara62

    Mercè Rodoreda (1908 – 1983) ist eine der oder sogar die bedeutendste katalanische Schriftstellerin. Bisher kannte ich von ihr nur La plaça del diamant, einen Roman über den Spanischen Bürgerkrieg. Dank Roger Willemsen, der ein sehr lesenswertes Nachwort verfasst hat, und dem mareverlag liegt der Roman seit 2014 in einer sehr hochwertigen, äußerst liebevoll gestalteten Ausgabe im Schuber und mit Lesebändchen auf Deutsch vor. Die Geschichte spielt in den 1920er-Jahren, also vor Beginn der Franco-Diktatur. Jeden Sommer begibt sich die Oberschicht Barcelonas zusammen mit ihren Gästen in ihre Sommervillen am Meer, um dort eine unbeschwerte Zeit zu verbringen. Eine diese Villen betreut seit langer Zeit der alte Gärtner, der einst zwei Lieben hegte: die zu seiner Frau und die zu seinem Garten. Seine Frau ist lange tot, geblieben ist ihm der Garten, in dem er jede Pflanze und jeden Halm kennt und hegt. Voller Ehrfurcht blickt er auf seinen Garten, eher nüchtern dagegen auf seine wechselnde Herrschaft, die in vergängliche Leidenschaften, in Intrigen und Lebenslügen verstrickt im Haus dem Müßiggang frönt. Als das Nachbaranwesen einen neuen Besitzer bekommt, nimmt das Verhängnis seinen Lauf... Bescheiden, unaufdringlich, bedächtig und vertrauenswürdig berichtet der Gärtner vom Lauf der Jahreszeiten, von der Vergänglichkeit der Natur und der Liebe. Vieles scheint in diesem Buch zu schweben, manches versteckt sich zwischen den Zeilen und über dem ganzen hängt ein Hauch von Melancholie.

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    • 2
  • Der flüsternde Garten

    Der Garten über dem Meer
    Liseron

    Liseron

    Hauptperson dieses wunderschönen mit leichter Hand geschriebenen Romans ist ein Garten. Der erzählende Gärtner beobachtet und belauscht, lässt sich berichten und in die Verwicklungen mit einbeziehen. So wie er im Garten wirkt und arbeitet, hinterlässt er in der Handlung zunehmend Spuren, häufig ist er der Gesprächspartner. Mit ihm verfolgt der Leser das Geschehen, bruchstückhaft erschließen sich die Zusammenhänge, mal sind es Beobachtungen, mal Gespräche mit Beteiligten und Unbeteiligten. Geschildert werden einige Sommer, ein junges Paar, frisch verliebt und verheiratet verbringt die heiße Zeit am Meer, mit Freunden in unbeschwertem Luxus. Schnell verweht der schöne Schein, vergangene Beziehungen führen zu einer fatalen Nachbarschaft. Mit Hilfe der Natur illustriert die Autorin in vielfältiger Manier die Ereignisse, z.B. schildert sie die Konkurrenz der beiden Häuser mit dem Gegensatz von liebevoll angelegten Rosenstöcken gegen die Phalanx von Schwerlilien und Zypressen. Die mögliche Tragödie macht einer moderneren Spielart Platz, rationales Verhalten gewinnt gegen die große Leidenschaft. Es ist die Frau, die dem wohltemperierten Gefühlsleben absolut nachvollziehbar den Vorzug vor einem Leben in Armut gibt. Sprachlich angezeigt, indem Höhepunkte wie nebenher abgehandelt werden, das Alltägliche dagegen nimmt breiten Raum ein. Durchgehend spiegeln Motive des Gartens, des Wetters, des Meeres die Geschehnisse, seien es Vorboten von Unglück oder Abschied. Am Ende fällt alles auseinander, einer nach dem anderen verschwindet, was bleibt, ist der Gärtner unter seinen Bäumen, der nicht alleine bleiben wird. Vielfältige Themen werden mit leichter Hand angerissen, z.B. die Rolle der Kunst. Aus Trauerbewältigung entstehen bewegende Kunstwerke, mal ist sie ein Mittel der Repräsentation, an anderer Stelle symbolisiert sie das Scheitern. Das Verhältnis zur Natur hat unterschiedliche Facetten. Der Roman beschreibt den Versuch ihrer Zähmung, die nicht immer gelingt. Dem entspricht das übersteigerte Gefühl des jungen Mannes, der nicht mehr auf festen Boden zurückfindet. Das Leben mit den Jahreszeiten, die Liebe des Gärtners zu den Pflanzen überdauern hingegen alle Romanzen und Verstrickungen. Ein duftiger Roman mit Tiefgang in liebevoller Ausstattung, der trotz oder gerade wegen der über allem schwebenden Melancholie eine beglückende Lektüre beschert.

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    • 3
  • Leserunde zu "Der Garten über dem Meer" von Mercè Rodoreda

    Der Garten über dem Meer
    Mare_Verlag

    Mare_Verlag

    Liebe LovelyBooks-Leserunden-Fans, der mare-Verlag möchte eine neue Leserunde mit Euch starten! Soeben ist ein ganz besonderer Band unserer Klassiker-Reihe erschienen, Mercè Rodoredas wunderbarer Roman "Der Garten über dem Meer".  Ihr könnt Euch ab jetzt bewerben und eines von 15 Büchern gewinnen. Wir freuen uns auf viele Bewerber und eine spannende Leserunde! *Bedingung ist wie immer, dass Ihr Euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt. Zum Buch: Spanien in den späten Zwanzigern, ein Herrenhaus mit Meerblick, ein frisch vermähltes Paar aus Barcelona, das gemeinsam mit seinen Freunden rauschende Feste feiert, und schließlich ein mysteriöser Nachbar, dessen Auftauchen dem Sommernachtstraum ein Ende bereitet: Mercè Rodoreda, die Grande Dame der katalanischen Literatur, hat mit dem Garten über dem Meer einen Kosmos geschaffen, in dem man den großen Gatsby als Gast auf jeder Cocktailparty erwartet. "Das ist mir lange nicht passiert: ich blätterte die letzte Seite um und fing gleich mit der ersten wieder an" Roger Willemsen Hier gehts zur Leseprobe

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    • 264
  • Geniale Mare-Verlags-Meer-Natur-Stimmung, geringe Empathie mit Protagonist

    Der Garten über dem Meer
    lesestunden

    lesestunden

    29. December 2014 um 20:13

    Irgendwie hab ich die durch die zahlreichen, zum Teil subtilen Hinweise erzeugte Stimmung, den “impressionistischen” Stil und das “pastellfarbene” Bild schon gefühlt und wahrgenommen. Auch die Message (zumindest die eine, die ich im Absatz zuvor beschreibe, vielleicht gibts ja mehrere) ist bei mir angekommen. Auch die geniale Mare-Verlags-Meer-Natur-Stimmung ist bei mir wieder voll eingeschlagen, weil ich das einfach liebe. Trotzdem würde das Buch von mir nur drei von fünf Sterne bekommen. Es fehlt die Nähe zu den Charakteren, es fehlt das Gefühl, das auch auf einen selbst überspringt und der damit verbundene große Kampf gegen Ungemacht und dem streben nach Liebe. Ausführliche Besprechung: http://www.lesestunden.de/2014/12/der-garten-ueber-dem-meer-merce-rodoreda/

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  • Gewinnt die Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2014!

    Wurfschatten
    Daniliesing

    Daniliesing

    In diesem Jahr hat das LovelyBooks-Team wieder fleißig gelesen und dabei tolle Bücher entdeckt. Natürlich möchten wir euch auch 2014 nicht vorenthalten, welche Bücher uns am meisten begeistert, berührt und gefesselt haben. Deshalb findet ihr hier nun jeweils das Lieblingsbuch von allen Teammitgliedern aus diesem Jahr. Ein glücklicher Gewinner darf sich später über ein Buchpaket mit allen 12 Büchern freuen und damit eine wunderbare Lesezeit verbringen. Unsere Buchtipps: 1. Jules1988 empfiehlt: "Miss Blackpool" von Nick Hornby Mein Lieblingsbuch 2014 ist Nick Hornbys neuer Roman „Miss Blackpool“. Obwohl es kein typischer Hornby ist, liebe ich das Buch als Fan trotzdem. Hornbys feinsinniger Humor und seine liebevolle und einfühlsame Art, seine Figuren zu beschreiben - sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen - machen diesen Roman so besonders. Man verliert sich in der Geschichte des Teams rund um Barbara, ihre Höhen und Tiefen, Freundschaft und Liebe und hat dabei das Gefühl, diese Menschen wirklich zu kennen. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Träumer" von Pam Muñoz Ryan und Peter Sis Für mich war "Der Träumer" eine ganz zufällige Entdeckung beim Büchershopping. Nur selten finde ich noch Bücher, die ich nicht zuvor schon irgendwo gesehen habe, doch hier wurde ich überrascht. Einmal aufgeschlagen und die ersten Sätze gelesen, hatte mich dieses wunderbare Buch aus dem Aladin Verlag sofort verzaubert. Als ich dann die großartigen Illustrationen von Peter Sis entdeckte, war es um mich geschehen: dieses Buch musste mir gehören! Schnell stellte sich heraus, dass ich mit meiner Entscheidung absolut richtig lag. Im Urlaub nahm ich das Buch zur Hand und konnte es gar nicht mehr zur Seite legen. Zwar ist das Buch als Kinderbuch ausgezeichnet, doch mit seinen 380 Seiten und einer wunderbar poetischen Sprache ist es für jeden erwachsenen Buchliebhaber ein wahrer Genuss. Pam Muñoz Ryan erzählt tiefgründig und bewegend die Geschichte des kleinen Neftali, dem der Leser beim Erwachsenwerden zuschauen darf. Der Junge hat keine leichte Kindheit - sein Vater macht es ihm mit hohen Erwartungen schwer, er ist häufig krank und lebt lieber in seiner eigenen Phantasie, statt draußen rumzutollen. Neftali ist ein Träumer! Wie der Junge sich trotz aller Schwierigkeiten durchschlägt und die Lebensgeschichte welches bekannten Dichters sich dahinter verbrigt, das solltet ihr am besten selbst herausfinden. Dieses Buch geht zu Herzen und ist mein persönliches Jahreshighlight! 3. TinaLiest empfiehlt: "Wurfschatten" von Simone Lappert Mich hat dieses Jahr besonders der Debütroman von Simone Lappert begeistern können: „Wurfschatten“ ist nicht nur äußerlich ein wunderschönes Buch, sondern es besticht auch durch die beeindruckende Schreibkunst, die die Autorin an den Tag legt. Sie schafft es, die Ängste, die die Protagonistin Ada beherrschen, beklemmend und dunkel zu beschreiben und die Geschichte doch zart wirken zu lassen, einfühlsam und authentisch. Mit dem kleinen, wenn auch vorhersehbaren Hauch Liebe, der Adas Ängste zurückzudrängen versucht, und der Prise Drama am Ende hat "Wurfschatten" mich dann endgültig abgeholt und den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe sehr, dass bald ein zweites Buch von Frau Lappert folgen wird und kann in der Zwischenzeit nur jedem ihr Erstlingswerk empfehlen! 4. JohannaE1988 empfiehlt: "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bánk In "Die hellen Tage" erzählt Zsuzsa Bánk auf eine besonders schöne und ruhige Art eine Geschichte über Freundschaft, Familie und die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens. Beim Lesen begleitet man die drei Freunde Aja, Seri und Karl von der glückvollen und teils auch tragischen Kindheit bis zum Erwachsenenalter und wünscht sich bei einem der so unbeschwerten Tage im zauberhaften Garten, die die drei so oft erlebten, dabei gewesen zu sein. Alle drei, so unterschiedlich sie auch sind, teilen das Schicksal, mehr oder weniger ohne Vater aufzuwachsen. Neben der Geschichte über eine besondere Freundschaft und der innigen Beziehung zwischen den Kindern und ihren Müttern, hat mich vor allem die unaufgeregte Erzählweise Bánks und ihre einfühlsame und warme Sprache beeindruckt und mich richtig entspannen lassen. Auch bei den Zerreißproben und Schwierigkeiten, die die drei im Laufe der Geschichte durchleben müssen, bangt und hofft man mit und fühlte ich mich oft an meine eigene Kindheit und Jugend erinnert. 5. aba empfiehlt: "Unterholz" von Jörg Maurer Ich habe sehr gute Bücher gelesen in diesem Jahr. Manche Bücher haben mich tief berührt, andere haben mich nachdenklich gemacht - aber mit Jörg Maurer habe ich auf hohem Niveau gelacht! Für mich kam dieses Buch im richtigen Moment. Es hat mich amüsiert und abgelenkt. "Unterholz" ist der fünfte Band um den oberbayrischen Kommissar Jennerwein, einer meiner literarischen Lieblingsfiguren überhaupt. Krimis gehören nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber nachdem ich den ersten Band dieser Serie gelesen habe, konnte ich nicht anders, als ein Fan von Jörg Maurer und vom ganzen Team um Kommissar Jennerwein zu werden! 6. doceten empfiehlt: "Beginners" von Raymond Carver Raymond Carver gilt neben Hemingway als einer der ganz großen Autoren der American Short Story: mit geschliffener und schnörkelloser Sprache auf den Punkt gebracht sind seine Themen Verlust, Einsamkeit und das Scheitern der amerikanischen Mittelschicht. Seine Geschichten deprimieren, erschüttern mit jeder Zeile. Mit Beginners erscheint seine Buch "Wovon wir reden, wenn wir über Liebe sprechen" erstmalig in der Urfassung, ohne die stark kürzenden Eingriffe seines Lektors Gordon Lish. Nicht ganz so lakonisch und brachial, dadurch aber viel berührender. Ein Buch, um dunkle Wintertage noch dunkler zu machen - manchmal braucht man das ja. 7. clickclackboom empfiehlt: "Das Haus des Windes" von Louise Erdrich Auch wenn Lieblingsbücher zu bestimmen mir schwer fällt, da es immer so viele gute Bücher gibt, kann ich sagen, dass „Das Haus des Windes“ eines meiner liebsten Bücher 2014 ist. Es erzählt die Geschichte vom 13-jährigen Joe, der das unaufgeklärte Verbrechen an seiner Mutter rächen möchte und dabei erwachsen werden muss. Die Protagonisten des Romans sind Nachfahren der nordamerikanischen Indianer und so bekommt man interessante Einblicke in das Leben im Reservat, die Stammesgeschichten und die Gesellschaftsverhältnisse in den USA. Obwohl es um ein ernstes, trauriges Thema geht, ist „Das Haus des Windes“ ebenso ein lustiges Buch über das Leben als Teenager und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Louise Erdrich hat Charakter geschaffen, die vielschichtig sind und die einem beim Lesen ans Herz wachsen. 8. kultfigur empfiehlt: "Die Hyperion-Gesänge Band 1-2" von Dan Simmons Dan Simmons erzählt fantastisch, die Bücher entwickeln einen Sog, den ich bisher sehr selten erlebt habe. Jeder, der gerne Science Fiction liest und philosophisch angehauchte Bücher liebt, wird die insgesamt rund 3.000 Seiten nur so verschlingen. Die beiden Bücher sind nicht nur mein persönliches Highlight 2014, sondern ganz weit oben auf der Liste meiner Herzensbücher. Ich wünschte, ich könnte noch einmal von vorne beginnen! 9. Katha_Luko empfiehlt: "Pfaueninsel" von Thomas Hettche Hettches Buch öffnet die Türen zu einer Welt voller Exotik, Groteske und Kuriositäten aber auch zu der komplexen und zerbrechlichen Architektur der menschlichen Seele. Die Hauptfigur ist Marie, die als Kleinwüchsige auf die preußische Lustinsel verfrachtet wird, um dort zum Vergnügen des Königs als Schlossfräulein ihr Dasein zu verbringen. Neben einem Mohr, einem Riesen, wilden Tieren und geheimnisvollen Pflanzen gilt sie als eine von vielen verqueren Launen der Natur. Damit steht sie im krassen Kontrast zu einer damals weit verbreiteten naturphilosophischen Auffassung, die nur das Wohlgeformte und Regelmäßige für schön und wertvoll erklärt – eine Auffassung, die mit ihren Jahren auf der Insel Maries Menschenwürde und Lebensmut beständig abträgt. Hettches „Pfaueninsel“ fängt Atmosphären ein als wäre er selbst Zeuge des merkwürdigen Lebens auf der Insel gewesen, seine Charakterzeichnungen und Schilderungen seelischer Zustände und schließlich seine authentische Zeichnung der historischen Gegebenheiten ziehen den Leser in ihren Bann: Ich war selten so berührt von einem Buch und seiner Hauptfigur! 10. peckomingo empfiehlt: "Cobra" von Deon Meyer Viel Zeit zu lesen hatte ich leider nicht in diesem Jahr, doch bei meiner Südafrika-Reise wurde natürlich ein Deon Meyer-Buch gelesen. Cobra ist nicht nur ein Thriller, sondern gleichzeitig auch eine Mischung aus Politik und psychologischen Betrachtungen. Das Tempo und die Spannung werden durchgehen hoch gehalten. Schauplätze, Eigenheiten und Sitten des Landes werden authentisch vermittelt. 11. Sophia29 empfiehlt: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner Zu meinen Lieblingsbüchern 2014 gehört definitiv „Rosen, Tulpen, Nelken“ von Heike Wanner. Ich habe von der Autorin schon mehrere Bücher gelesen, aber dieses hat mir ganz besonders gut gefallen. Es geht darin um Sophie, die ihre Mutter schon in frühen Jahren verloren hat. Zufällig fällt ihr eines Tages das Poesiealbum ihrer Mutter in die Hände und als sie es durchblättert, stellt sie fest, dass sie keinen der darin enthaltenen Namen kennt. Um mehr über das Leben ihrer Mutter und somit auch mehr über sich selbst zu erfahren, macht sie sich mit ihren zwei besten Freundinnen in einem Wohnmobil auf den Weg und versucht die Personen zu finden, die im Leben ihrer Mutter eine Rolle gespielt haben … Heike Wanner ist es in diesem Buch gelungen, zwei Geschichten – die Geschichte von Sophie und die ihrer Mutter – auf spannende Weise miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu verdeutlichen, wie unverzichtbar wirklich gute Freunde in unserem Leben sind. Seid ihr neugierig auf unsere 12 Lieblingsbücher 2014 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 7. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 12 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir immer gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 755
  • Ein schwebend zarter melancholischer Sommerreigen

    Der Garten über dem Meer
    Corsicana

    Corsicana

    29. November 2014 um 16:23

    Die Geschichte in diesem recht kleinen Buch  umfasst insgesamt 6 Jahre und spielt in den 20er Jahren in der Nähe von Barcelona in einer Villa direkt am Meer. Jedes Jahr im Sommer kommen die wohlhabenden Besitzer mit ihren Freunden und verbringen den Sommer in der Villa, Die Feriengäste versuchen sich die Zeit, die Langweile und die Leere in ihrem Leben zu vertreiben, dazu wird auch einmal ein Pferdestall gebaut, ein Wasserski-Lehrer für den ganzen Sommer angestellt und es wird gemalt und es werden rauschende Feste gefeiert. Die Idylle bekommt Risse, als nebenan ein Neureicher eine noch größere Villa baut und sich die Konflikte und Verstrickungen und Lebenslügen der einzelnen Akteure nicht mehr verheimlichen lassen. Dies hört sich jetzt fast "reißerisch" an - ist es aber nicht vom Stil her: Es wird alles in einer recht einfachen und klaren Sprache vom Gärtner der Villa erzählt. Durch diese Perspektive ergibt sich eine Distanz vom Leser zur Geschichte und der Leser erfährt auch nicht alles - es gibt vieles zwischen den Zeilen, das nicht erzählt wird.  Dies macht einerseits die Geschichte manchmal schwer zugänglich für den Leser - erhöht aber auch den Reiz der Geschichte. Die Geschichte schwebt ein wenig, ist manchmal schwer zu fassen - obwohl der Gärtner eine durchaus bodenständige Person ist. Aber die anderen Bewohner der Villa sind es nicht - sie schweben durchs Leben - zwar ohne finanzielle Sorgen - aber auch weitgehend ohne Lebenssinn. Dies als dekadenten Reigen zu bezeichnen ist vielleicht treffend: Eine Geschichte aus vergangenen Zeiten - von den Problem her (Liebeskummer, Geldheirat oder Liebesheirat, Umgang mit Kindern und Eltern) jedoch aktuell wie eh und je. Stilmittel wie Erzählung durch einen Gärtner, der vieles nur über die anderen Bediensteten erfährt. die Verwendung von ausschließlich indirekter Rede, die nicht vollkommene Aufklärung der Geschehnisse - dies alles lässt den Leser in einer Distanz zum Geschehen verbleiben - viele der Akteure bleiben blass - die lebendigsten Schilderungen sind die der "einfachen" Leute - während die "Herrschaft" trotz Reichtum auch nicht glücklicher ist. Diese Distanz kann den Zugang zum Buch erschweren. Schwer lesbar ist das Buch nicht, die Sprache ist schön und klar und es gibt viele schöne Beschreibungen des Gartens die als Metaphern für das Leben und die Vergänglichkeit stehen.  Hintergrund:Dieses Buch von Merce Rodoreda,  in den 1960 er Jahren geschrieben, wurde erst jetzt in Deutschland herausgegeben. Es erschien in einer sehr hochwertigen und schönen Aufmachung beim Mare Verlag und ist mit einem Nachwort von Roger Willemsen versehen, das noch einmal viele Hintergrundaspekte erläutert. Dieses Buch ist etwas Besonderes, sowohl von der Aufmachung her als auch vom Inhalt und vom Stil her. Dieses Buch ist kein Fast Food und sicher nicht für Leser geeignet, die eine schnelle, spannende und plakative Geschichte lesen möchten. Dieses Buch ist tiefgründiger und die Geschichte wird mit viel Platz zwischen den Zeilen erzählt.  Ein Lese-Genuss - wenn man sich die Zeit dafür nimmt und die Ruhe.

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  • Plauderei mit dem Gärtner

    Der Garten über dem Meer
    Faidit

    Faidit

    Man hat das Gefühl ein gemütliches Plauderstündchen mit dem Gärtner abzuhalten, der von den Besitzern dieser Ferienvilla am Meer erzählt, deren Garten er seit Jahrzehnten pflegt. Aber es ist keine oberflächliche Soap, die in den wilden 20ern spielt. Man ahnt schon zu Beginn, dass der Roman mehr Tiefgang hat. Das mag an einer unterschwelligen Melancholie liegen; der Darstellung der Situationen, die nicht an typischen Merkmalen dieser Jahre festgemacht ist, sondern in jeder Zeit - auch heute - spielen könnte. Neben den Szenen, die aufzeigen, wie sich die Angehörigen der Upperclass mit allerlei Späßen die Zeit vertreiben, schimmert das Leid durch, das vor keinem, ob arm, ob reich, Halt macht. Da hilft auch nicht die Jagd nach immer dekadenteren Attraktionen, um die innere Leere derer, die alles kaufen können, was es zu kaufen gibt, zu füllen. Auch die Charakterschwächen der einzelnen lassen sich auf Dauer nicht vertuschen. Auf den ersten Blick scheint die Welt der Reichen eine heile Welt zu sein, wie sie auch die Gesellschaft um sich herum glauben machen wollen. Aber aus dem Blickwinkel des lebenserfahrenen Gärtners, der zwar weder urteilt noch die Dinge beim Namen nennt, sondern immer die respektvolle Distanz des Dienstboten wahrt, erkennt man die Flucht der Bewohner dieses Hauses vor ihrem eigenen Wesen, vor ihren Unzulänglichkeiten, vor ihren Sehnsüchten, die kein materieller Überfluss stillen kann... Es gibt Bücher, die sind schon von ihrem Äußeren her eine Zierde für den Bücherschrank. So einen wunderschön farbig bedruckten Leineneinband muss man streicheln, das glatte Papier beim Umblättern fühlen, den perfekten Satz und Druck des Textes genießen. Auch der Sprachstil des Buches ist sehr schön. Der Gärtner plaudert über seine Herrschaften und sein Leben. Er sucht manchmal nach den passenden Worten, weil er sich nicht so gebildet wie die feinen Leute auszudrücken vermag. Doch auch dies gehört zum Ausdruck des Buches und tut der Schreibe der Autorin keinen Abbruch. Nie driftet sie in das Triviale oder Derbe ab. Die Autorin hat sich perfekt in den Gärtner versetzt. Bei der Wahl ihrer Worte hört man einen älteren Herrn sprechen, der hüstelnd und brummend zwischen seinen Beeten harkt und unter seinem Hut, hinter Büschen und Blumentöpfen dennoch neugierig - ohne indiskret zu sein - seine Arbeitgeber in ihrem Alltag belauscht; Einblicke in ihr Leben erhascht, um dann wohl für sich festzustellen, dass sie trotz ihres Geldes und Überflusses ihre Lebenslügen nicht verbergen können. Die beiden zentralen Figuren unter den Herrschaften entstammen den gleichen Verhältnissen, wie ihre Angestellten, konnten sich aber reich verheiraten. Und dies wie es scheint nicht der Liebe wegen. Trotz all der ansonsten meist fröhlichen Erinnerungen, wie an die gespielten Streiche, haftet dem Buch auch im Allgemeinen eine gewisse Melancholie an. Dies liegt an der im Garten widergespiegelten Vergänglichkeit allen Seins, an der Erzählung an sich, die gewissermaßen ein Rückblick auf gute Zeiten ist. Denn Reichtum, Ansehen und das Leben ohne schweißtreibende Mühen konnten die Bohemiens nicht vor Verletzung ihrer Herzen durch falsch gelebte Liebe bewahren. Sie sind den Stürmen des Lebens ebenso ausgesetzt wie der Garten über dem Meer und auch der Gärtner selbst. Wie sie ihren Gefühlen wohl entkommen wollen?      

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    • 3
  • über das Blühen und Vergehen

    Der Garten über dem Meer
    schmoeker-rike

    schmoeker-rike

    16. November 2014 um 20:46

    Merce Rodoreda, die große katalanische Schriftstellerin, starb 1983. Ich kannte bisher ihren Roman „auf der Placa del Diamant“ und der gehört absolut zu meinen Lieblingsbüchern! Die vorliegende Erzählung „der Garten über dem Meer“ ist anscheinend nicht so berühmt und wurde jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt. Die Geschichte spielt in den 20er Jahren in einem herrschaftlichen Anwesen. Der Gärtner lebt auf dem Anwesen und kümmert sich liebevoll und kenntnisreich um die Pflanzen im Park. Dabei beobachtet er die reichen Besitzer: Durch seine Augen erlebt der Leser die Geschichte des jungen Paares, das zuerst noch beneidenswert glücklich scheint. Im Laufe der Jahre entstehen zunehmend immer tiefere Risse in der Idylle… Es ist eine leise und melancholische Erzählung, sie handelt vom Blühen und Vergehen von Liebe und Leben. Und wenn man Merce Rodoredas eigene Geschichte bedenkt, die im Nachwort erwähnt ist, wundert die Melancholie nicht... Ich habe in der Beurteilung zwischen 4 und 5 Punkten geschwankt. Die wunderschöne Gestaltung der Ausgabe hat den Ausschlag für die 5 Punkte gegeben. Ein ideales Geschenk!

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  • Liebe ist nicht mit Geld zu erkaufen

    Der Garten über dem Meer
    sommerlese

    sommerlese

    Der Roman der katalanischen Schriftstellerin "*Mercè Rodoreda*" erschien 1967 und wurde als deutsche Übersetzung unter dem Titel "*Der Garten über dem Meer*" im "*MARE Verlag*" 2014 herausgegeben. Dieses Buch gefällt mir gut, ich gehe neben dem Gärtner durch den Garten, sehe die Blumen und rieche sie förmlich. Der Gärtner erzählt aus einer Zeit der 20er/ 30er Jahre, als seine reichen jungen Arbeitgeber in diesem Haus am Meer unweit von Barcelona mit ihren Freunden den Sommer verbrachten. Es waren Menschen der Oberschicht, die sich in der Sommerfrische allerlei Belustigungen, Feiern und dem faulen Nichtstun hingaben. Die Dienstboten erledigten die anfallenden Arbeiten und waren stumme Zuschauer des munteren Treibens. Nebenbei erfahre ich durch den Gärtner die Geschichten der Bewohner und Besucher, deren Schicksale, Wünsche und Hoffnungen. Hinter all dem liegt der Garten, der wunderschön angelegt ist, wie eine stille Kulisse für einen Film. Der Gärtner erzählt von seiner großen Liebe, die früh verstarb und man merkt, dieser Garten und sein Häuschen sind seine Heimat und seine Zuflucht. Dadurch, dass er aus seiner Distanz als älterer lebenserfahrener Angestellter erzählt, kommen mir die jungen Leute noch mondäner und abgehobener vor. Er ist bodenständig und immer um die Pflanzen, aber auch um die Menschen bemüht. Das gibt seinem Leben einen Sinn, macht ihn glücklich. Die jungen Leute dagegen treten im Garten buchstäblich alles mit Füßen, was ihnen nicht passt. Sie vergnügen sich mit immer ausgefalleneren Tieren und werden trotzdem nicht glücklich. Ihre immer dekadenter werdenden Spielchen können nicht ihre innere Leere füllen. Zwischenmenschliche Erfüllung und Zufriedenheit werden nicht durch die Liebesbeziehungen erreicht. Der ruhige Erzählstil gefällt mir gut und führt mich durch den Garten, lässt mich die Blumen anschauen, den Vögeln lauschen und das Meer beobachten. Sehr schön! Doch dieser Garten wirkt nur so lange als idyllische Oase der Ruhe, solange die Bewohner keine Probleme haben. Denn trotz des Reichtums werden die Menschen hier nicht glücklich. Wahre Liebe lässt sich nicht erkaufen. Geld macht in diesem Fall leider auch nicht glücklich und Sehnsüchte und Lebenssinn bleiben unerfüllt, wie man letztlich am tragischen Schicksal einiger Protagonisten erkennen muss. Ein wenig bahnt sich in diesem Roman schon der gesellschaftliche Umbruch des Großbürgertums an, der dann später im spanischen Bürgerkrieg gipfelte. Es gibt ein wunderbares Nachwort von Roger Willemsen, das viele Aspekte deutlich macht und Erklärungen anführt. Er hat hier gleichzeitig ein Stück Literatur geschaffen, indem er die Romane und Erzählungen der Autorin in einen Zusammenhang setzt und sie erläutert. Nachwort von Roger Willemsen Zitat S. 229: "*Im Garten über dem Meer, einem Garten Eden jenseits des Sündenfalls, sind alle Figuren in Liebesgeschichten verfangen, doch keine von diesen steht involler Blüte. Sie werden erst, sie verwachsen und welken, sie sind dahin oder wollen nicht werden.*" Dieses Buch kommt in einer prachtvollen Stoffbindung in harmonischen Farben und einem Schuber daher und wirkt dadurch sehr edel und wie eine kleine Rarität. Es ist etwas ganz besonderes und eignet sich gut als Geschenk. "Der Garten über dem Meer" ist ein ausgefallenes und schönes Leseerlebnis, ein Ausflug ans Meer mit einem Garten voller Blumen und dem Duft der Meeresbrise. Hier bringt ein stilvoller Erzählstil die Dekadenz einer Oberschicht zum Ausdruck, die letztlich zum Scheitern verurteilt ist und der aktuelle Bezug ist ein immer wieder kehrender. Ein empfehlenswertes Buch für einfühlsame Lesestunden.

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    • 4
  • Der Zyklus einer Liebe im Vergleich zum Zyklus einer Blume …

    Der Garten über dem Meer
    19angelika63

    19angelika63

    Der Zyklus einer Liebe im Vergleich zum Zyklus einer Blume … man sät, pflegt, bewundert, genießt ... und am Ende stirbt sie ... Text auf dem Schuber Spanien in den späten Zwanzigern. Sechs Sommer lang beobachtet der Gärtner eines Herrenhauses über dem Meer das Kommen und Gehen der jungen Besitzer Francesc und Rosamaria. Sie empfangen ihre Clique aus Barcelona, feiern ausgelassene Partys und leben einen von ihren Bediensteten beneideten Sommernachtstraum. Doch dem Gärtner entgehen die feinen Risse in dem scheinbaren Idyll nicht. Und als auf dem benachbarten Anwesen ein mysteriöses Paar eine noch größere Villa errichtet, legt sich endgültig ein Schatten über die heile Welt am Meer: Der neue Nachbar ist niemand anders als Rosamarias Jugendliebe Eugeni … Dieses sehr ungewöhnliche Buch besticht erst einmal durch seine Aufmachung. Dieses Buch gehört zu einer Klassiker Reihe des Mare Verlages. Der Einband aus Leinen und ist wunderschön mit bedruckt. Die Haptik ist einfach nur schön. Auch die Seiten sind sehr edel und hochwertig. Um dieses wundervoll gestaltete Buch zu schützen, wird es in einem Schuber geliefert. Sehr edel und anspruchsvoll! Die Geschichte ist ähnlich wie der Einband. Edel und anspruchsvoll. Sie wird aus der Sicht des Gärtners erzählt, dessen Name der Leser an keiner Stelle des Buches erfährt. Der Gärtner erzählt von seinem Leben und Arbeiten in diesem Garten am Meer, erzählt von den jungen Menschen, die dort ausgelassen feiern und einfach das Leben genießen, ohne sich um irgendwelche Konsequenzen zu kümmern. Und es kommt wie es kommen muss … irgendwann passiert ein Unglück … Was mir besonders gefallen hat, ist der Aufbau der Geschichte, die über einen Zeitraum von sechs Sommern geht. Sie beginnt als kleines Samenkorn, das man gesät hat. Langsam, mit viel Pflege und Liebe entwickelt sie sich, dann bewundert und genießt man die Geschichte um diese Menschen am Meer und letztendlich endet sie, wie ein Garten der nach einem schönen Sommer verblüht.

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    • 7
    Sabine17

    Sabine17

    03. November 2014 um 22:17
  • Ein Garten über dem Meer

    Der Garten über dem Meer
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    03. November 2014 um 11:38

    Ein Haus in Katalonien, unweit Barcelona. Ein weiter Garten über dem Meer. Irgendwann in den Zwanziger- oder Dreißiger Jahren, die Jeunesse dorée genießt noch ihr Leben und ihren Reichtum unbeschwert und in vollen Zügen. Die großen Tragödien und Umwälzungen in Europa und der ganzen Welt scheinen noch fern. So auch für das junge reiche Paar, das das Haus bezieht, umbauen lässt und fortan die Sommermonate hier verbringt. Zusammen mit Freunden wird bebadet, gegessen und getrunken, gemalt, werden Ausflüge gemacht und Feste gefeiert. Eine Idylle, getragen nicht nur von finanzieller Unabhängigkeit, sondern auch von Liebe und Freundschaft. Veränderung bringt der neue Nachbar, dessen Schwiegersohn der jungen Dame des Hauses nicht unbekannt zu sein scheint. Wie alle Personen umgibt sie ein gewisses Rätsel, eine eigene Geschichte und auch eine gewisse elementare Einsamkeit. Davon erzählt uns der alte Gärtner in der Rückschau. Er ist der Zuschauer am Rand und doch eine Art Zentrum, denn fast alle Bewohner stehen in einer vertrauten Beziehung zu ihm, suchen seine Nähe, seien es die "Herrschaften", seien es die Bediensteten. Distanziert schaut er auf das Treiben, hört das ein oder andere belauschte Gespräch oder Gerücht. Macht sich seine Gedanken, wohl auch kritische, verurteilt aber nicht. Seine Haltung ist am ehesten die des zuschauenden, wohlwollenden Großvaters, der auf seine Schar übermütiger Enkel blickt. "Ich habe immer gerne erfahren, was den Leuten so alles passiert, und das nicht etwa, weil ich neugierig wäre...Eher, weil ich Menschen mag, und die Besitzer dieses Hauses mochte ich sehr" beginnt er seinen Bericht über "sechs Sommer und einen schlimmen Winter". Und er relativiert sogleich die Zuverlässigkeit des Erzählten: "Aber das alles ist schon so lange her, dass ich mich an vieles nicht mehr erinnere, ich bin zu alt und bringe manchmal Dinge durcheinander, ohne es zu wollen...". Zugleich kann er durch seine Position als Gärtner gar nicht alle Hintergründe des Geschehens erfahren, bekommt auch viele Dinge nur zugetragen. Das erschafft eine eigenartige Distanz zum Geschehen, dessen Tragik gleich zu Beginn angedeutet wird. "Sie waren so jung und so reich...und hatten alles...und dann geschahen zwei schlimme Dinge." Unglücke, die dann im Erzählfluss selbst eher nebenbei abgehandelt werden, obwohl sie das Leben der Personen und auch des Gärtners selbst nachhaltig verändern. Aber er lebt im Rhythmus der Natur, der Jahreszeiten, dem steten Werden und Vergehen seines Garten, hängt selbst seinem eigenen großen Verlust, dem seiner geliebten Frau, nach. Der Text hat etwas Schwebendes, Träumerisches, ja trotz der geschilderten Sommerfreuden Herbstliches an sich. Aber auch im Winter liegt immer die Hoffnung auf einen nächsten Frühling und üppigen Sommer. Und so endet auch das Buch trotz Verkauf von Haus und Garten hoffnungsvoll. Mercè Rodoreda findet für die Erzählung des Gärtners einen wunderbaren Ton. Einfach, naturverbunden, lakonisch und doch poetisch. "Sehen Sie sich den Garten an. Dies ist die beste Tageszeit, um seine Kraft zu spüren und seinen Duft zu riechen. Sehen Sie sich die Linde an. Sehen Sie, wie die Blätter zittern und uns lauschen? Sie lachen... Wenn Sie eines Nachts unter den Bäumen spazieren gehen, werden Sie schon hören, was Ihnen dieser Garten alles zu erzählen hat..." Wir gingen dort auseinander, am Fuß der Aussichtsterrasse, und das war, wenn man so will, das Ende der Geschichte." Eine ganz wundervolle Wiederentdeckung dieses Romans, der bereits 1967 erschienen ist, in einer wunderschönen Leinenausgabe im Schuber.

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  • Wunderschöne Aufmachung, nicht weniger schöne Geschichte!

    Der Garten über dem Meer
    Petris

    Petris

    03. November 2014 um 09:47

    Ein Haus inmitten eines großen Gartens am Meer, ganz in der Nähe von Barcelona. Das ist die Bühne für ein paar Sommer, in denen Schritt für Schritt das Leben junger, reicher Menschen immer mehr zum Abgrund führt. Im ersten Sommer sind alle noch glücklich, führen ein oberflächliches Leben, in dem Unterhaltung oberste Priorität hat. Aus lauter Langeweile setzen sie sich der Gefahr aus, der Gefahr ihren geliebten Partner zu verlieren oder auch das Leben. Alles ist ein Spiel und ihr Reichtum setzt ihnen keine Grenzen. Erzählt wird aus Sicht des Gärtners, mit Distanz, aber auch einem gewissen Verständnis und viel Sympathie. In seiner ruhigen, weisen Art wird er auch für einige der Charaktere zum Vertrauten und Zuhörer. Bei ihm landen alle Geschichten, denn er hört gut zu und ist diskret. Immer mehr steigt die Spannung und obwohl so langsam und ruhig erzählt wird, wird man als Leser immer aufgeregter. Als sich herausstellt, dass der Schwiegersohn des neuen Nachbarn die junge Senyora von früher kennt, ist klar, dass das der Funke ist, um alles zum Explodieren zu bringen. Rodoreda gelingt es aus einer relativ alltäglichen Beschreibung vom Leben reicher, verwöhnter junger Menschen, einen stimmigen, interessanten und spannenden Roman zu machen. Ihre Sprache ist geschliffen, jedes Wort sitzt und wirkt dennoch nicht konstruiert und gekünstelt. Einfach großartig! Mich erinnert ihr Stil ganz stark an Maugham und Fitzgerald. Die Aufmachung dieser wunderschönen mare-Ausgabe ist das Tüpfelchen auf dem i. In Leinen gebunden, wunderschön graphisch gestaltet, in stimmigen, sehr schönen Farben, im Schuber. Ein kleiner Schatz im Bücherregal. Alles in allem ein wunderbares Buch für Klassikliebhaber, Freunde schöner Sprache und schöner Bücher. Ich kann es nur empfehlen und werde es sicher auch noch das eine oder andere Mal verschenken!

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