Meredith Russo

 4,3 Sterne bei 129 Bewertungen
Autor*in von Als ich Amanda wurde, Birthday - Eine Liebesgeschichte und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Meredith Russo ist selbst transgender und lebt seit 2013 als Frau. Ihr teilweise autobiografischer Debütroman "Als ich Amanda" wurde war in den USA eines der ersten Bücher zum Thema Transgender und hat viel Beachtung und positive Kritiken erhalten. Sie lebt in Chattanooga/Tennessee und tritt öffentlich für die Rechte von Minderheiten ein.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Meredith Russo

Cover des Buches Als ich Amanda wurde (ISBN: 9783423717496)

Als ich Amanda wurde

(67)
Erschienen am 08.09.2017
Cover des Buches Birthday - Eine Liebesgeschichte (ISBN: 9783743209732)

Birthday - Eine Liebesgeschichte

(43)
Erschienen am 13.01.2021
Cover des Buches If I Was Your Girl (ISBN: 9781474924702)

If I Was Your Girl

(14)
Erschienen am 01.06.2016
Cover des Buches Russo, M: Birthday (ISBN: 9781474967419)

Russo, M: Birthday

(3)
Erschienen am 20.05.2019
Cover des Buches Birthday: A Novel (English Edition) (ISBN: 9781250129840)

Birthday: A Novel (English Edition)

(1)
Erschienen am 21.05.2019
Cover des Buches If I Was Your Girl (ISBN: 9781474923835)

If I Was Your Girl

(1)
Erschienen am 01.06.2016

Neue Rezensionen zu Meredith Russo

Cover des Buches Als ich Amanda wurde (ISBN: 9783423717496)
Neon_Dreamers avatar

Rezension zu "Als ich Amanda wurde" von Meredith Russo

Neon_Dreamer
Zwischen Licht und Schatten der Identität

In einem Buchladen bin ich auf "Birthday" von Meredith Russo gestoßen. Vorher war mir die Autorin unbekannt gewesen. Nachdem mir "Birthday" sehr gefallen hatte, war ich neugierig auf das Erstlingswerk von Meredith Russo, vor allem nachdem ich erfahren hatte, dass sie selbst die Erfahrung gemacht hat, vom Jungen zum Mädchen zu werden.

"Birthday" hat mich auf allen Ebenen sehr berührt und bewegt. Das Buch hatte ich innerhalb weniger Tage durch gelesen. "Als ich Amanda wurde" hat mich nicht ganz so abgeholt. In einem Nachwort beschreibt die Autorin, warum sie "Als ich Amanda wurde" so geschrieben hatte, wie sie es geschrieben hatte. Es mag Sinn machen, vor allem für die cis-Leser:innen. Für mich als Transperson war es nicht ganz so stimmig. Da ich bereits seit meiner Jugend auch viele Liebesgeschichten gelesen hatte, die nicht queer sind und das High School Teenie Movie "Genre" bis heute eines meiner Guilty Pleasures ist, fand ich "Als ich Amanda wurde" viel zu Klischee behaftet. Also im Gegensatz zu "Birthday", das sich sehr mit dem Emotionen von Morgan befasst, die als Junge zur Welt kam und ein Mädchen sein möchte, empfand ich "Als ich Amanda wurde" weniger emotional und tiefgreifend.
Amanda ist bereits nicht mehr Andrew und kommt in eine neue Stadt und eine neue Schule. Hierbei fiel mir auf, dass Amanda als überdurchschnittlich schön beschrieben wurde und viele vor allem wegen ihrem Aussehen was vor ihr wollten. Ich empfand das etwas befremdlich, vielleicht war es aber auch nötig. Natürlich erfährt man in Rückblicken die Veränderung von Amanda und auch wie ihre Eltern zu ihr waren. Diese Stellen haben mich berührt, denn ich konnte mich hineinfühlen.
Alles andere, das ganze High School Dasein, war für mich irgendwie zu platt, zu stereotypisch. Auch Grant fand ich nett aber im Gegensatz zu zu Eric aus "Birthday" weniger greifbar. Klar war Eric mit Morgan seit Kindertagen befreundet, dennoch fehlte mir allgemein die Tiefe der Charaktere.

Als Erstlingswerk durchaus nicht schlecht, dennoch hätte ich mir gerne mehr Emotionen und Tiefgang gewünscht. Zusätzlich weniger Stereotypische Erzählungen und mehr die Veränderung an sich im Fokus.

Cover des Buches Birthday - Eine Liebesgeschichte (ISBN: 9783743209732)
Neon_Dreamers avatar

Rezension zu "Birthday - Eine Liebesgeschichte" von Meredith Russo

Neon_Dreamer
Ein queeres Meisterwerk über Identität und erste Liebe

Ich glaube ich habe noch nie so schnell ein Buch gelesen. Am Montag habe ich voller Erwartungen angefangen und gestern (Freitag) habe ich es beendet. Ich konnte "Birthday" nicht aus der Hand legen, es ging nicht. Nach langer Zeit lag ich sogar Abends noch im Bett und hab bis spät Nachts gelesen, weil ich unbedingt weiter lesen wollte. Lange hatte ich das nicht mehr bei einem Buch.

Ähnliche Erlebnisse hatte ich zuletzt mit "Der Pferdeflüsterer", aber erst so ab der Mitte. Bei "Birthday" war ich von Anfang an gefesselt. Die Charaktere, Morgan und Eric waren mir sofort sympathisch und ich wurde auch in der Thematik gleich abgeholt. Bei mir hat es wohl so kommen müssen, dass ich jetzt erst gemerkt habe, wie es innerlich in mir aussieht und nicht bereits in meiner Jugend. In den 90ern waren wir, was Transgender angeht, auch nicht aufgeklärt. Ich hatte es immer so empfunden, dass das Thema möglichst tot geschwiegen wird. Queere Personen, gab es zwar, aber immer nur am Rande. Inzwischen merke ich, wie viele Filme es zu dem Thema bereits in den 70ern und 80ern gab, doch diese ganze Welt wurde vor mir verschlossen.

Meine Eltern hatten mir zwar keine Grenzen, was Spielsachen betrifft, gesetzt. Dennoch wurde ich doch eher in meine Rolle gepresst, in die ich geboren wurde. Ich wusste gar nicht, dass es die Option gibt, nicht binär zu sein. Daher kann ich diese Gefühle von Morgan auch total nachvollziehen. Zwar ist Morgan ein Mädchen, gefangen in dem Körper eines Jungen, dennoch ist das Gefühl, dass man irgendwie anders ist, da.

Die Ausarbeitung ist großartig, ich denke Meredith Russo hat ihr eigenen Erlebnisse und Gefühle in dem Buch verarbeitet. Meredith, die auch als Junge zur Welt kam und jetzt eine Frau ist, hat in meinen Augen die eigenen Gefühle und Zweifel in Morgan gesteckt und verarbeitet. "Birthday" ist ihr zweiter Roman, ihr Debüt erschien unter dem Namen "Als ich Amanda wurde", das ich mir bereits auch bestellt habe. Wir sind im gleichen alter und ich hab die Jugend von Morgan und Eric total gefühlt. Ich erinnere mich nur zu gut wie damals alles als "schwul" bezeichnet wurde, was man doof fand. Oder man als homosexuell beschimpft wurde, nur weil man das kleine Geschwister an der Hand hat, damit es in der Stadt nicht verloren geht und umgekehrt. Die 90er waren ziemlich verkorkst und das zog sich immer weiter bis heute.

Die Bilder, die in meiner Jugend entstanden, sind bis heute nicht entkräftet und daher kann ich das alles nachvollziehen, was Meredith Russo in "Birthday" geschildert hat. Wie Morgan sich gefühlt hat, im falschen Körper festzustecken, wie eine Gefangene in einer einsamen Welt. Zusätzlich hat mir auch gefallen, dass die Gefühle von Eric nicht in den Hintergrund gerückt sind. Lesende bekommen immer im Wechsel beide Seiten geschildert. Und so entsteht auch schon früh eine zarte Intimität zwischen den Beiden. Für mich steckte da ziemlich viel heimliche Romantik dahinter, was mir wirklich sehr gefallen hat. Auch schlug mein Herz selbst immer schneller, wenn die beiden miteinander Sprachen und einen Moment hatten, wo die Luft zwischen ihnen vibrierte und ich dachte, Morgan würde Eric gleich die Wahrheit über ihre Gefühle sagen.
Solche Momente hätte ich mir gerne noch mehr gewünscht und auch das Ende war dann etwas zu schnell abgefertigt, aber alles in allem, ist "Birthday" ein unglaublich tolles Buch über Liebe, Jugend, Selbstliebe, Unsicherheit und Akzeptanz.

Cover des Buches Als ich Amanda wurde (ISBN: 9783423717496)
Claudia107s avatar

Rezension zu "Als ich Amanda wurde" von Meredith Russo

Claudia107
Über Transsexualität und die Hoffnung akzeptiert zu werden!

Inhaltsangabe: "Amanda Hardy hieß nicht immer Amanda. Früher war sie Andrew. Jetzt hat sie endlich die Operationen hinter sich und ist auch biologisch ein Mädchen. Bei ihrem Vater in Tennessee, wo niemand sie kennt, möchte sie ein neues Leben beginnen. Zunächst scheint das auch zu klappen: Plötzlich gibt es Freundinnen statt Mobbing und bewundernde Blicke von Klassenkameraden. Doch dann verliebt sich Amanda. So richtig. Mit Grant erlebt sie eine wunderschöne Zeit. Er vertraut ihr und eigentlich will Amanda auch ihm vertrauen und ihm von ihrem früheren Leben erzählen. Nur wie? Amanda setzt auf Zeit – ein gefährliches Spiel ..."

Dieses Buch wollte ich schon längst gelesen haben, weil es ein interessantes Thema beinhaltet. Leider landete es auf meinem SuB, aber jetzt im LGBTQIA+-Repräsentation-Monat Juni bei Lovelybooks habe ich es endlich gelesen. 

Die Protagonistin Amanda ist eine sympathische Persönlichkeit und sie hat schon eine Odyssee hinter sich, was eigentlich für ein Leben reicht. Als Junge im falschen Körper geboren, weil sie sich eigentlich immer wie ein Mädchen fühlte. Sie mochte nicht die Dinge tun, die normalerweise Jungs mögen, wurde aber von der Gesellschaft nicht akzeptiert, wurde übel gemobbt und so entscheidet sie sich zu einer Geschlechtsumwandlung. Danach zieht sie zu ihrem Vater nach Tennessee um einen Neuanfang zu wagen. Aus Andrew wurde die bildhübsche Amanda und da die Mitschüler an ihrer neuen Schule nichts von ihrer Vergangenheit wissen klappt der Neuanfang eigentlich auch sehr gut. Doch sie verliebt sich in einen Mitschüler, Grant, und er auch in sie. Doch die Vergangenheit steckt in Amanda und ihre Gedanken lassen sich nicht so einfach ausschalten und auch wenn Vertrauen in einer Beziehung das oberste Gebot ist, wieviel will und darf Amanda von sich preisgeben?!

Ich persönlich konnte Amanda`s Gedankengang mit ihrer ganz speziellen Vergangenheit sehr gut nachempfinden und hoffte immer, dass sie ihr Glück finden wird. Trotzdem war in meinem Kopf immer die Frage, wie würdest du reagieren, wenn du so einem Menschen im privaten Leben begegnen würdest. Da ich in der Psychiatrie arbeite habe ich auch mit Transsexuellen oder Nichtbinären zu tun und ich finde es teilweise echt schwierig sie aufzurufen. Wenn eine Frau in die Praxis kommt, die wie ein Mann ausschaut, aber einen weiblichen Namen hat ist es im Arbeitstrubel schon passiert, dass ich diese Patientin mit Herrn angesprochen habe. Und einen Nichtbinären...wie spricht man ihn an, wenn er sich weder als Frau noch als Mann definiert?!? In jedem Fall hat mich dieser Roman dazu inspiriert toleranter mit diesen Menschen umzugehen. 

Mit den Szenen in dem Buch über "Star Wars" konnte ich persönlich praktisch nichts anfangen, da ich kein Fan davon bin, aber sowohl die Autorin als auch Amanda lieben "Star Wars". Insofern war es wohl nötig dies einzubauen und im Nachhinein fand ich es auch witzig.

Fazit: Der Roman "Als ich Amanda wurde" hat mir eigentlich echt gut gefallen, wurde er ja auch von einer Transfrau verfasst. Man kann sich eigentlich nicht vorstellen, was diese Menschen, die in einem "falschen Körper" stecken, alles durchmachen müssen. Mir hat der Roman geholfen, hoffentlich in der Zukunft toleranter mit solchen Menschen umzugehen. Es ist ein faszinierendes und gleichzeitig auch erschreckendes Buch. Ich empfehle diesen Roman allen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen und mal die Seite des Betroffenen beleuchten wollen, aber immer mit dem Wissen, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. 







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