Merete Morken Andersen

 3.1 Sterne bei 16 Bewertungen

Alle Bücher von Merete Morken Andersen

Ein Meer aus Zeit

Ein Meer aus Zeit

 (15)
Erschienen am 05.03.2007
Traumspiele

Traumspiele

 (1)
Erschienen am 16.04.2008

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UteSeiberths avatar

Rezension zu "Ein Meer aus Zeit" von Merete Morken Andersen

Schmerzvolles Abschiednehmen von einer jungen Tochter
UteSeiberthvor 5 Jahren

Die sechzehnjährige Ebba erhängt sich an Mittsommer im Wald.Die geschiedenen Eltern grübeln getrennt über die Gründe des unerwarteten Freitodes ihres Kindes.Erst kommt der Vater zu Wort, der inzwischen eine neue Familie gegründet hat und trotzdem sehr an Ebba hängt.Danach reflektiert die inzwischen allein lebende Mutter über ihre Tochter, die bei ihr gelebt hat.Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist nicht sehr innig,man hat das Gefühl, Ebba sitzt zwischen sämtlichen Stühlen.Kurz vor der Beerdigung wollen beide Elternteile sich zusammen darauf vorbereiten wie sie die Beerdigung begehen wollen.Diesen Teil fand ich insofern anstrengend,weil sich viele Argumente stupide wiederholten, das hätte die Autorin kürzer machen sollen um den Leser nicht zu sehr zu ermüden.Die Gründe des Freitodes ihrer Tochter haben sie meines Erachtens trotzdem nicht ganz begriffen.Schade!

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Ailiss avatar

Rezension zu "Ein Meer aus Zeit" von Merete Morken Andersen

Rezension zu "Ein Meer aus Zeit" von Merete M Andersen
Ailisvor 7 Jahren

Ein junges Mädchen bringt sich um und niemand kann verstehen, warum sie das getan hat. Was setzte Ebba so zu, dass sie nicht mehr leben wollte und stattdessen den Strick gewählt hat? Ihr Vater und ihre Mutter versuchen zu verstehen, dabei verstehen sie nicht mal sich selbst...
Der Roman ist so strukturiert, dass als erstes Johan, Ebbas Vater, zu Wort kommt. Er führt ein stilles Zwiegespräch mit seinem toten Kind und versucht zu ergründen, was in ihrem Leben derart schief gelaufen sein könnte. Er erzählt davon, wie er ihre Mutter kennenlernte, wie groß diese Liebe war und wie groß die Enttäuschung, als er merkte, dass diese Ehe nicht gut für ihn war. Er erklärt seiner geliebten Ebba, was ihn bewegt, wie er sich sieht, ihre Mutter, das gemeinsame Leben und das Leben nach der Trennung.
Danach darf der Leser in Judiths Gedanken sehen, die die Leiche ihrer Tochter identifizieren musste. Er erfährt von ihrem Hass, ihrer Eifersucht, aber auch von ihrer Liebe zu Ebba und ihrer tiefen Einsamkeit, die nun kaum noch aufgehalten werden kann, wo ihr Kind nicht mehr an ihrer Seite ist.
Am Ende treffen Johan und Judith aufeinander, am Vorabend der Beerdigung und das ist auch der Punkt, an dem das Buch endgültig kippt. Bisher waren die philosophierenden Gedanken der Figuren vielleicht ein bisschen überhöht, aber man konnte ihnen doch noch folgen. In der Begegnung der Eltern liegt aber nun so viel Unnatürliches und Albernes, dass es kaum auszuhalten war.
Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine Geschichte verderben kann, indem man versucht, zu philosophisch und tiefgründig zu klingen. Man spürt mit jeder Seite mehr, dass die Autorin etwas Besonderes schreiben wollte, doch leider merkt man der Geschichte diesen starken Wunsch, etwas Außergewöhnliches erschaffen zu wollen, auch überdeutlich an. Sie wirkt zu gewollt und diese besondere Tiefe der Emotionen wirkt künstlich. Mit dieser Unnatürlichkeit hat Merete Morken Andersen ihre Geschichte und die Authentizität ihrer Figuren zerstört. Was da so philosophisch und vergeistigt klingen will, sind doch letztlich nichts weiter als leere Worthülsen mit scheinbar gutem Klang, jedoch ohne Essenz. Es ist anstrengend, den hochtrabenden Gedanken der Figuren zu folgen, die insgesamt einfach so realitätsfern und albern wirken.
Für mich ein klassischer Fall von Intellektuellen-Literatur, die hochtrabend klingt, im Grunde aber doch nur leeres Geschwätz ist.

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kolokeles avatar

Rezension zu "Ein Meer aus Zeit" von Merete Morken Andersen

Rezension zu "Ein Meer aus Zeit" von Merete Morken Andersen
kolokelevor 10 Jahren

Ich war gefesselt, wirklich, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, dabei ist es kein Buch mit überbordender Spannung...allerdings hielt dieser Effekt nicht das ganze Buch an.
Am Anfang steht der Selbstmord eines jungen Mädchens. Es ist nicht offensichtlich, wieso sie diesen Weg gewählt hat und so setzen sich im Folgenden ihre Eltern, jeder für sich, denn beide sind lange getrennt, mit dieser Frage auseinander und rollen dabei noch einmal die Geschichte auf, auch die vergangene gemeinsame Bziehung wird dabei durchdacht. Die verschiedenen Blickwinkel - mal wieder ein Beweis dafür, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt. In meinen Augen wurde deutlich, dass Ebba (das Mädchen) die Trennung der Eltern nie richtig verdaut hat, zum Glück wird es aber nicht so hingestellt, dass dies der alleinige Grund für den Selbstmord ist. Das hätte ich als etwas platt empfunden. Nein, der direkte Grund wird eigentlich gar nicht benannt, man kann nur erahnen, was in dem Mädchen vorging, indem man zwischen den Zeilen liest. Dieser Interpretationsspielraum macht das Buch für mich interessant.

Nun zu dem Punkt an dem meine Meinung über das Buch umschlug. Es bleibt nicht dabei, dass die Eltern ihre Erinnerungen, Fragen, Verzweiflung allein durchleben. Am Abend vor der Beerdigung treffen sie aufeinander und ab diesem Punkt wurde es für mich etwas zu anstrengend. Unvorhergesehenes und für mich nicht nachvollziehbares Verhalten der Mutter, teilweise vollkommen wirr. Vielleicht wollte die Autorin hier wiederrum der Verzweiflung über den Tod der Tochter, den Verlauf des eigenen Lebens der Mutter Ausdruck verleihen, aber so kam es bei mir nicht an. Auch einige andere Passagen erschienen mir seltsam und unnötig.

Nur aufgrund des bereits benannten letzten Abschnitts, den ich wirklich zum großen Teil nur abstrus finden konnte und daher auch nicht wußte, wohin die Autorin jetzt eigentlich damit will, bin ich schlussendlich nicht komplett begeistert und bleib etwas verwirrt zurück.

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