Merlin Holland Oscar Wilde im Kreuzverhör

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Inhaltsangabe zu „Oscar Wilde im Kreuzverhör“ von Merlin Holland

Am 18. Februar 1895 hinterließ der Marquis von Queensberry, der Vater von Lord Douglas, in Wildes Club eine Karte "Für Oscar Wilde, den posierenden Homosexuellen". Gegen den Rat seiner Freunde entschloss sich Wilde, den Marquis wegen Verleumdung zu verklagen - und setzte damit einen Prozess in Gang, der wie eine Komödie begann und sich vor den Augen einer fassungslosen Öffentlichkeit unaufhaltsam in eine Tragödie verwandelte. Wilde befand sich im Zenit seines Ruhms, als er so sein Schicksal herausforderte und damit den größten Skandal seiner Zeit auslöste. Entsprechend tief war sein Fall - er verlor und wurde anschließend zu zwei Jahren Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt. Aus der Niederschrift dieser dreitägigen Gerichtsverhandlung ist ein Buch entstanden, das über die reine Dokumentation weit hinausgeht. Wir erleben darin einen siegessicheren Helden, der souverän seinen Witz einsetzt, um selbst im Gerichtssaal das Publikum für sich zu gewinnen. Und wir erleben, wie diesem Helden der Prozess gemacht wird - nicht nur aufgrund seines teils fragwürdigen Verhaltens, sondern auch aufgrund seines literarischen Werkes. Es ist ein verzweifelter Kampf, den der "Herr der Sprache" hier führt, und er muss erkennen, dass ironische Überlegenheit als Waffe nicht taugt. Eine untaugliche Waffe ist auch die Lüge - auf sie hatte Oscar Wilde vergeblich gesetzt.

Dieses Niederschrift des Kreuzverhöres offenbart das Genie Oscar Wildes - man lauscht seinen Bonmots, seiner Schlag - und Sprachfertigkeit.

— Nespavanje

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  • Oscar Wilde im Kreuzverhör - Ein Drama

    Oscar Wilde im Kreuzverhör

    Nespavanje

    24. September 2017 um 11:14

    Als man am 18. Februar 1895 Lord Queensberry den Zutritt zu einem Club verweigerte, hinterließ der aufgebrachte Vater von Oscar Wildes Liebhaber Bosie (Lord Alfred Douglas), eine Visitenkarte mit einer persönlichen Nachricht für Wilde. Darauf stand sinngemäß: "Für Oscar Wilde - den posierenden Sodomiten." Allerdings war sie sehr unleserlich und mit einem Schreibfehler geschrieben (somdomite statt sodomite). Es gab zunächst sogar mehrere Interpretationen: "...To Oscar Wilde ponce and somdomite (Zuhälter und Sodomit), ...posing somdomite (posierender Sodomit) und ...posing as somdomite (der als Sodomit posiert), letztere Formulierung wurde vom Verfasser auch so gemeint, da er sie auch so autorisiert hat. Bosies Vater wahr wohl so etwas wie ein wütender Irrer, der Oscar Wilde hasste und ihm bereits mehr als einmal aufgelauert und bedroht hatte. Und Oscar, der zwar sehr brilliant in seinem Schaffen war - ließ sich von Lord Alfred Douglas beinflussen und zu einem Verleumdungsprozess hinreißen. Der Ausgang ist hinreichend bekannt - es kam zur Gegenklage und damit auch zu zwei Jahren Haft für Oscar im Zuchthaus. Als er entlassen wurde war er Oscar Wilde gebrochener Mann. Verarmt und Vereinsamt starb er am 30. November 1900. "Oscar Wilde im Kreuzprozess" ist von seinem Enkel Merlin Holland herausgebracht worden und enthält die erste vollständige Niederschrift des Queensberry-Prozesses. Sie offenbarten das Genie Oscar Wildes - man lauscht seinen Bonmots, seiner Schlag - und Sprachfertigkeit gegenüber seiner Ankläger und ehemaligen College-Freund Edward Carson. Man erkennt aber auch wie er nach und nach seine Gelassenheit und Fertigkeiten verliert, seine Naivität die zum Vorschein kommt und wie er sich gewissermaßen selbst auf die Anklagebank redete. Als Leser man möchte ihm zurufen: Oscarchen sei doch still. Rede dich nicht um Kopf und Kragen, aber genau das macht er. Es ist eine Tragödie - wie Holland es in der Einleitung schreibt - denn Wilde war nicht nur wegen seiner sexuellen Orientierung angeklagt - sondern meiner Meinung auch wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber des viktorianischen Klassensystems und deren Moralvorstellungen und seinen ungezwungenen Umgang mit der Arbeitergesellschaft und "niederen Ständen". Das war in den Augen seiner Ankläger wohl sein größtes Verbrechen.

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