Merridy Eastman Nachtschicht

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Inhaltsangabe zu „Nachtschicht“ von Merridy Eastman

Messerscharf beobachtet, pointiert notiert: ein tabuloser Blick hinter die Kulissen der Welt der käuflichen Liebe.

lustig, klug, unterhaltsam

— MaraWinter
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  • Rezension zu "Nachtschicht" von Merridy Eastman

    Nachtschicht
    Malibu

    Malibu

    23. January 2010 um 14:23

    Merridy Eastman erzählt aus ihrer Zeit als Empfangsdame in einem Bordell. Eigentlich ist sie Schauspielerin, hat aber zur Zeit keine Aufträge mehr und somit ist sie arbeitslos - bis sie den Job bei dem Bordell am Empfang bekommt. Es beginnt eine turbulente, stressige Zeit, in der Merridy den Freiern die immer wieder gleichen Mädchen schmackhaft macht. Sie macht eine Erfahrung, die nicht nur schlecht ist, sondern auch ihr gutes hat. Zuerst muss ich sagen, dass ich dachte, das Buch sei eigentlich nichts für mich. Daher war ich positiv überrascht, als ich nicht mehr aufhören konnte, zu lesen. Es ist einfach herrlich, wie Merridy ihre Zeit in dem Bordell beschreibt mit ihrem flüssigen Schreibstil und mit viel Humor. Man kommt sich vor, als würde man ihr über die Schulter schauen und schmunzeln und man fiebert auch mit den Frauen mit, was als nächstes passiert. Ein gutes Buch für zwischendurch!

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  • Rezension zu "Nachtschicht" von Merridy Eastman

    Nachtschicht
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. October 2009 um 01:05

    Inhalt: Merridy ist Schauspielerin, aber trotz Agentin ist sie nicht gerade mit Angeboten gesegnet. Hier mal ein Werbespot und natürlich die Folgen der Kindershow, an der sie teilnimmt, aber das war es im Grunde auch schon. Nichts, wovon es sich wirklich leben ließe. Beim Arbeitsamt kann man Merridy nicht weiterhelfen, ein privater Jobvermittler hat lediglich das Angebot in petto, in Teilzeit als Rezeptionistin in einem Bordell zu arbeiten. Dem Jobvermittler ist das Angebot peinlicher als Merridy, denn die findet den Job eher interessant und lustig als abtörnend. Merridy bewirbt sich, wobei ihr die Courage zwischenzeitlich dann doch wieder in die Hose rutscht, und tatsächlich bekommt sie den Job! Als Rezeptionistin ist es ihre Aufgabe, einen Überblick über die im Haus befindlichen Frauen zu haben, ihren Aufenthalt in der Küche des Hauses möglichst kurz zu halten und sie stattdessen entweder telefonisch als Escortdamen zu vermitteln oder aber Gäste ins Haus zu lassen, ihnen die Damen vorzustellen und auch sonst für die Koordination zu sorgen. Den Job teilt sie sich mit mehreren anderen Rezeptionistinnen, doch Merridy arbeitet auch “unten”. Das bedeutet, dass nicht jede der Rezeptionistinnen auch direkten Gastkontakt hat – Merridy schon, und das Auffüllen von Handtüchern, Kondomen und Co. zählt ebenfalls zu ihren Aufgaben. Die Illusionen, die Merridy sich über diesen vermeintlich lustigen Job machte, sind bald schon dahin. Sie ist gestresst und macht viele Fehler, zumal sie nicht gedacht hätte, dass es so vieles bei dem Job zu beachten gibt. Beispielsweise stammen die meisten Anzeigen in den Gelben Seiten von eben jenem Bordell. Ruft der Gast also gerade bei “Australische Schönheiten”, “Asian Girls”, “Busenwunder”, “Fantasy Dreams” oder eine der anderen Leitungen an, muss Merridy die Damen entsprechend beschreiben. Da werden schon mal einige Zentimeter Größe oder Brustumfang mehr oder weniger angegeben, die Frauen jünger oder älter, zu Studentinnen oder Models – wohlgemerkt: bei den immer selben Frauen! All diese Leitungen im Blick zu haben und für die Sicherheit der Frauen zu sorgen, indem man ein Gefühl für den Charakter des Anrufenden bekommt, seine Kreditkartennummer überprüft und derlei mehr, das ist anfangs alles ein bisschen viel für Merridy. Nach einer Weile bekommt sie den Dreh aber langsam heraus, lernt die Frauen – Rezeptionistinnen wie Prostituierte – besser kennen, erfährt von den Heimlichkeiten innerhalb des Bordells und Escortservices, und so erlebt und entdeckt sie eine ganz eigene Welt. Kritik: Bei “Nachtschicht” habe ich schon auf den ersten zwanzig Seiten herzhaft gelacht, und diese Grundstimmung hat sich bis zum Schluss auch halten können. Nun habe ich vielleicht einen eigenartigen Humor, kann sein, jedenfalls lache ich nicht so leicht beim Lesen und auch Filmkomödien sind mir meist ein Graus. “Nachtschicht” aber hat mir vom Stil des Humors her wirklich gut gefallen. Überhaupt ist der gesamte Erzählstil zwar sehr locker, direkt und amüsant zu lesen, dennoch steckt auch viel Ernstes und Ironisches in der Geschichte. Damit hat die Autorin meiner Ansicht nach genau die Mitte getroffen: Fluffig zu lesen und unterhaltsam, aber nicht auf Kosten der beteiligten Personen geschrieben. Merridy Eastman glaube ich – im Vergleich zu Sonia Rossi und ihrem “Fucking Berlin” – auch, dass sie dieses Jahr wirklich erlebt hat. Nicht nur, dass ihre auftauchenden Freunde im Buch auch hinten bei den Danksagungen auftauchen, sondern beispielsweise bei der imdb.com findet man tatsächlich eine Merridy Eastman, und diese spielte 1986-1989 wirklich in der Low Budget-Reihe “Playschool” (wohl vergleichbar mit der “Sesamstraße”) mit. Damals war sie also etwa 25-28 Jahre alt, was durchaus zum Alter der Merridy in “Nachtschicht” passt. Und es erklärt auch, warum die Autorin so offen über diverse Heimlichkeiten und Frauen schreibt, denn dieses beschriebene Jahr liegt demnach etwa zwanzig Jahre in der Vergangenheit – da ist die Wahrscheinlichkeit, jemandem auf den Schlips zu treten, also entsprechend gering. Ich fand “Nachtschicht” sehr lesenswert, sowohl wegen der (selbst)ironischen, witzigen Passagen als auch wegen der ernsten. Es ist schon deshalb glaubwürdig, weil es im Grunde keine Highlights gibt. Es gibt gute Erlebnisse, schlechte Erlebnisse, aber es gibt keine Dramen – und auch kein Happy End. Dieser Roman ist also ein Stück weit auch deshalb zu lesenswert, weil er – mal abgesehen vom beruflichen Umfeld – es ermöglicht, jemanden ein Jahr lang seines Lebens zu begleiten (da spielt natürlich ein gewisses voyeuristisches Interesse … dass wir alle natürlich nicht haben, selbstredend …) und mit seinen Augen etwas Neues zu erleben, etwas zu beobachten, etwas zu erfahren. Und auch, wenn das Buch nicht mit Krawumm verläuft oder endet, so hat man doch irgendwie ein bisschen was daraus für sich mitgenommen.

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