Mervyn Peake Gormenghast - Der junge Titus

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Inhaltsangabe zu „Gormenghast - Der junge Titus“ von Mervyn Peake

Gormenghast - das mächtige, labyrinthische Schloß, der Stammsitz der Grafen Groan, gehört zwar keiner Zeit an und keinem bestimmten Ort, doch so, wie Mervyn Peake seine phantastische Geschichte erzählt, bleibt weiter nichts unbestimmt.

Im Gegenteil: jede Szene wird grell ausgeleuchtet, wird geradezu furchterregend nahegerückt. Bewohnt wird das Schloß von erstaunlichen Figuren mit ausgesprochenen Mittelstandsallüren, die der Autor so dicht heranführt, daß man sie beinahe berühren könnte. Und den fetten Swelter zu berühren, die massige Lady Gertrude oder den spinnenhaften Mister Flay, das wäre in der Tat ein Schock.

Ein Fantasyroman voll schillernder Figuren und einem labyrinthischen Schauplatz, der skurriler nicht sein könnte. Mervyn Peakes zeitloses Meisterwerk ist das Vorbild für viele moderne Fantasyautoren.

'Gormenghast' ist von der Hand eines Zauberers geschrieben.

Traumhaftes, farbenprächtiges, großartiges Meisterwerk!

— Beust

Ein Fest für die Lesersinne!!! An Fantasie und Sprachgewalt für mich fast unübertroffen

— jcv

Trotz einiger Schwächen ein Buch, das jedem zu empfehlen ist, der sich für Skurriles und Wahnwitziges begeistern lässt.

— wunderfitz

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  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Charlousie

    Inhalt: In Schloss Gormenghast herrschen Lord und Lady Groan. Sie bekommen einen Sohn, den jungen Titus. Seine Schwester hegt Befürchtungen, dass sie von nun an zu kurz kommen könnte und drangsaliert ihre Nanny. So nehmen die Dinge in Schloss Gormenghast ihren Lauf und ihre Bewohner schlurfen auf ihren eigenen Pfaden durch das Schloss und durch ihr Leben. Meine Meinung: Ich habe noch nie so lange an einem Buch geknabbert, wie an diesem. Normalerweise gebe ich früher oder später auf, doch hier konnte ich es nicht über mich bringen, abzubrechen. Denn „Gormenghast“ ist ein Klassiker, der erste Vorläufer der Fantasy, weswegen ich mir dachte, als Liebhaberin der Fantasy, diesen Roman unbedingt gelesen haben zu müssen. Ich konnte ja nicht ahnen, was mich erwarten würde. Mir tut es sehr leid, dass ich keinen Zugang zu diesem Klassiker fand. Denn es passierte einfach nichts. Weder auf Seite 100, noch auf Seite 500. Das einzige, was diesen Roman auszeichnet sind seine exzentrischen Figuren, die in irgendeiner Art und Weise durch das Schloss hudeln und die Geburt des Titus und seine Schwester, die von Launen geplagt ihre Nanny auf Trab hält. Skurrile und schrullige Figuren reichen in meinen Augen nicht aus, um eine Geschichte zum Leben zu erwecken. Mehr passierte irgendwie nicht. Eine schöne Sprache, die bildreich ausgeschmückt ist, mag ja schön und gut sein, doch wenn sie sich in Details verliert und keine erkennbare Handlung beschreibt, langweile ich mich. Im November begann ich dieses Buch und war nach den ersten 100 Seiten sehr unglücklich, weil nichts passiert ist. Es heißt zwar, es gibt zu viele gute Bücher, als dass man sich mit schlechteren Quälen sollte, doch ich wollte diesem Klassiker eine Chance geben, zumal ich mich sehr auf diesen alten Roman, erste Veröffentlichung 1946, freute. So begann ich in mühseligen Schrittchen dieses Buch zu erkunden. Eigentlich wollte ich täglich 100 seiten lesen, um dieses Buch binnen einer Woche zu beenden, doch ich hielt es einfach nicht durch. So las ich auf die Monate verteilt das Buch, bis es endlich ein Ende hatte und ich mir nun denke, dass hätte ich mir auch sparen können. Damit ihr euch etwas unter dem Schreibstil vorstellen könnt, vergleiche ich ihn mit dem von „Herr der Ringe“. Den fand ich stellenweise auch schon leicht anstrengend, doch da passiert immerhin etwas, so dass ich es gerne las, im Gegensatz zu „Gormenghast“. Die Figuren wirkten nicht nur schrullig, sondern waren für mich gänzlich unsymphatisch. Auch das ist kein großes Hindernis, wenn die Geschichte zu fesseln vermag, doch wenn weder das eine noch das andere der Fall ist, wird es kompliziert. Mein Fazit: Leider war Mervyn Peakes Roman für mich ein absoluter Reinfall. LeserInnen, die ihren Horizont erweitern und einmal in jenes Buch schnuppern möchten, dass als Vorläufer der Fantasy bezeichnet wird, empfehle ich einmal einen Versuch mit diesem Buch. Wenn es euch nach 100 Seiten nicht gefällt, dann begeht nicht den Fehler weiterzulesen in der Hoffnung, es kann ja noch etwas kommen, denn da kommt nichts mehr. Es handelt sich sogar um eine Reihe, die mit Band 2,3 und 4 fortgesetzt wird, doch dadurch werde ich mich nicht mehr quälen, denn von diesem Autor habe ich inzwischen wirklich genug. Ein Klassiker ist ja schön und gut, aber das ist noch lange keine Garantie, dass es einem gefällt und wenn ein Klassiker keine Handlung besitzt, muss ich ihm leider nur einen Stern geben und zum ersten Mal in meinem Leben, würde ich am Liebsten sogar noch weniger verleihen.

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    • 3

    johnnyprofane

    18. December 2014 um 22:05
  • Skurrilitäten auf Schloss Gormenghast

    Gormenghast - Der junge Titus

    wunderfitz

    20. July 2013 um 00:26

    Gormenghast – ein Buch, bei dem sich die Geister zu scheiden scheinen. Zwischen himmelhochjauchzend und abgrundtief gelangweilt, die meisten Rezensionen schwanken zwischen diesen beiden Extremen – nun ja, meine hängt irgendwo etwas lauwarm dazwischen. Wer von euch kennt sie noch? Die vollgestopften Wimmelbilderbücher à la „Wo ist Walter?“ und „Wirrwarr auf Schloss Winterstein“ (vor allem letzteres übrigens sehr zu empfehlen)? Genau so ist Gormenghast. Man purzelt in diese verwinkelte Welt voller verstaubter Gänge und labyrinthischer Dachlandschaften, bevölkert von abstrusen Charakteren mit ihren noch merkwürdigeren Gebräuchen. Und da sitzt man nun. Und stellt sich die Frage, worum es hier überhaupt geht. Geht es um den Diener des Königs, den alten Flay, der vogelscheuchengleich mit knackenden Kniegelenken durch düstere Gänge wandelt? Oder um den Ausreißer Steerpike, der voller Charme und kalter Berechnung die absonderlichen Damen Lady Clarice und Lady Cora um den Finger wickelt und dabei ganz eigene Pläne verfolgt. Oder doch um Fuchsia, die Tochter des Königs, die furchtbar aufbrausend und dickköpfig sein kann und am liebsten ihre geheimsten Orte aufsucht? Oder geht es um die gesamte Fülle an sonderlichen Charakteren, von denen Gormenghast bevölkert wird, gleichermaßen? Sicher ist nur, wer eine „normal“ erzählte Geschichte mit Einleitung, Spannungsbogen etc. erwartet, der wird hier wohl enttäuscht werden. Mervyn Peakes Orte scheinen alle eine ganz eigene Stimmung zu haben und dem Leser eröffnet sich – wenn er sich darauf einlässt – eine wunderbar entrückt wirkende Miniaturwelt, mal heiter und skurril, dann wieder fast schon bedrohlich und alptraumhaft, festgefahren in ihrer sonderlichen ritualisierten Ständegesellschaft. Ich persönlich war sehr fasziniert von den Figuren und Orten, die der Autor hier geschaffen hat und ich habe mich prinzipiell gerne im Schloss herumgetrieben, habe mich vor der Gräfin und ihren weißen Katzen gegruselt, das Wurzelzimmer der Zwillinge bewundert und bin Steerpikes Charme erlegen, doch leider scheint für mich alles nur ein wenig an der staubigen Oberfläche zu kratzen. Mir fehlten die Tiefe und die Verbindung zu den Personen, von denen es nur der zuletzt genannte geschafft hat, mich zu packen, vermutlich gerade weil er aus dem System Gormenghasts herausfällt und so wurde das Lesevergnügen für mich etwas getrübt und vor allem gegen Ende auch etwas zäh und langatmig. Schade, denn vieles, was ich in anderen vermeintlich skurrilen Büchern vermisse, habe ich hier in Hülle und Fülle gefunden, doch ich konnte nicht so Recht Zugang finden. Deshalb nur 2,5 Sterne von mir.

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  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Dubhe

    10. December 2012 um 20:49

    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dieses Buch abgebrochen habe, nach den ersten 50 langweiligen Seiten, in denen es nur um heiße Luft geht. Als erstes an diesem Buh fällt einmal auf, dass es praktisch keine Inhaltsangabe gibt. Im Klapptext ist bloß eine kurze und prignante Textstelle aus dem Buch zu lesen und im Buchdeckel steht auch nichts über den Inhalt. Was soll das? Hat das Buch so schlechte Kritiken, dass man schon auf es aufmerksam machen muss, indem man den Inhalt einfach nicht verrät? Die ersten beiden Seiten des Buches sind ja auch nicht schlecht. Man beginnt eben zu lesen und der Stil ist recht harmonisch und der Anfang ist recht vielversprechend. Doch leider bleibt es auch nur diese beiden Seiten so. Der Rest plätschert einfach so dahin, ohne auch nur irgendwie entfernt interessant zu sein. Was soll dieses Buch eigentlich darstellen? Eine Parodie an das Mittelalter, den Standesunterschied? Oder eine Nachmachung von Herr der Ringe, der so viel Aufsehen erregt hat? Dieses Buch ist jedenfalls einfach nur grottenschlecht, doch es bricht auch nichts, was es nicht halten kann, denn es ist ja keine Inhaltsangabe vorhanden. Mein Tipp: Lasst auf jeden Fall die Finger davon!

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  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    El_Mariachi

    13. May 2011 um 16:37

    Ein labyrinthisches Schloss, so unvorstellbar alt wie allbeherrschend; Legionen weißer Katzen und verschiedenartigster Vögel; der erste Kammerdiener, wie aus einem knarrenden Stück Holz geschnitzt; der monströse Küchenmeister, mit zuvor genanntem bis aufs fette Blut verfeindet; der Graf, voll tiefer Melancholie in die fern-nahen Welten seiner Bibliothek versunken; der feuer-äugige, fassaden-kletternde Jüngling Steerpike, ehrgeizig, tatkräftig, eigensinnig und nur sich selbst im Sinn; die träumerische Grafentochter, deren Launen von jeher zu ihr gehören, wie ihr Hang zur Rebellion. Das sind nur ein paar der Gestalten, die Schloss Gormenghast bevölkern in der Zeit, in die Lord Titus, zukünftiger siebenundsiebzigster Graf Groan, hineingeboren wird. Mervyn Peake entwirft eine Geschichte voller skurriler Gestalten, eine jede eine Welt und ein kleines Wunder schöpferischer Phantasie für sich. Alle unterworfen den alten, ehrwürdigen und für den Leser so mysteriösen Riten und Gesetzen, die von jeher das Leben im Schloss bestimmten. Titus wird geboren, Steerpike flieht und die Geschichte nimmt ihren Lauf, über den Gormensee, die Hänge des Gormenberges hinauf, hinab und durch die Keller, Winkel, Hallen, Treppen, Zimmer, Gänge, Kammern, Türme Gormenghasts. Und bai aller Faszination kann man immer wieder nur von den Seiten aufblicken und staunen ob der Kraft und Liebe mit der der Autor seine Figuren und ihre Taten oder Untaten zeichnet. In einer Sprache, die in keine Zeit zu passen scheint, zu modern, zu alt-ehrwürdig, mächtig, visualisierend, bedrückend und mitreißend. Dieser Auftakt zur Gormenghast-Reihe ist ein wahres Meisterwerk phantastischer Literatur, welches sich, ähnlich dem rohen Felsgrat im Wasser, weigert im Strom der Zeit mitzuschwimmen und als Einzelgänger verbleibt und trotz und wegen allem strahlt in seiner natürlichen und naturgewaltigen Kraft. "Was zählte noch und welche Bedeutung hatten auch nur die kleinsten Handlungen und Gedanken, wenn das Fundament, auf dem ein Glaubenshaus errichtet war, versank und die von ihm getragene sakrosankte Struktur ins Wanken geriet?" ... ähnlich erschüttert wie das Gebilde Gormenghasts am Ende des esten Teils, finde ich mich nun schon voller Freude auf die Fortsetzung wieder.

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  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Asfaloth

    24. February 2011 um 21:09

    Ich habe Gormenghast vor ca. 20 Jahren schon einmal zu lesen begonnen und dann aber die Flagge gestrichen. Mit der Neuauflage habe ich mich wieder an dieses Buch gewagt und es diesmal auch zu Ende gelesen. Ich dachte mir, dass sich mein Geschmack und meine Empfindungen beim Lesen geändert hätten, und dies scheint auch der Fall zu sein, denn ich habe es bis zur letzten Seite geschafft. Aber mir fehlte die Handlung, die wirklich sehr dürftig ausfällt. Die Sprache ist sehr detailreich und alles wird bis ins Kleinste beschrieben, wobei mir dann aber auch teilweise der Zusammenhang fehlte. Manchmal hatte ich einen Abschnitt gelesen und wusste am Ende doch nicht, was genau geschildert wurde und las ihn ein zweites Mal. So wenig schaffte ich es, in die Geschichte einzutauchen. Auch fand ich keine Figur, welche mir annähernd sympathisch war. Aus meiner Sicht wird dieses riesige Schloss von einer Ansammlung unsympathischer Exzentriker bevölkert. Gewisse Sätze brachten mich dann aber doch zum Schmunzeln, sehr bildhafte und aussergewöhnliche Beschreibungen werteten die Lektüre schliesslich doch etwas auf.

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  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Ein LovelyBooks-Nutzer


    • 3
  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. February 2011 um 23:13

    >>Und dann kam es. Ein Licht, heller als die Sonne, ein Licht wie von einer Rasierklinge. Es bestrahlte nicht nur die kleinsten Einzelheiten der Anatomie von Gestein, Säulen und Türmen, Bäumen, Grashalmen und Kieselsteinen, es verzauberte diese Dinge, es konstruierte sie aus dem Nichts. [...] - und dann herrschte die Schöpfung mit blendendem, geisterhaftem Glanz, als ein Sturm elektrischen Feuers über den Himmel fluchte.<< So kann man einen Blitz beschreiben. Großartig! Mit Gormenghast verhält es sich bei mir wie mit richtig guter Musik: Je schwerfälliger sie sich den Weg durch das Gehör ins Gehirn bahnt, desto besser ist sie und vor allem -> desto länger bleibt sie dort auch hängen. So geht es mir gerade beim Lesen. Hat man sich erst einmal an die überbordende Beschreibungsweise von Peake gewöhnt, fällt das Weiterlesen sehr leicht. Von Langeweile keine Spur, mir haben die Beschreibungen geholfen, die einzelnen (schrulligen, und gerade deshalb liebenswerten) Charaktere ein- und zuordnen zu können und wie Steerpike sein Intrigennetz weiterspinnt, wird mit Sicherheit noch außerordentlich spannend zu verfolgen sein. (Warum einige dem Buch eine Handlung absprechen und ausgerechnet Steerpike zum Sympathieträger hochstilisieren ist mir schleierhaft.) Das Lesen von Teil zwei ist nicht nur unerlässlich, will man die Geschichte weiterverfolgen und das Ende miterleben, sondern auch um zu begreifen, worum es wirklich geht. Wer unter Fantasy das unbedingte Auftauchen von Helden versteht, die sich wacker in Schlachten mit Orks und anderen Gestalten schlagen, ist in der Tat schlecht bedient. Ich für meinen Teil bin froh darüber, dass Mervyn Peake sich von den üblichen Erwartungshaltungen und Klischees ferngehalten hat. Fünf Sterne, ohne Wenn und Aber. Die Verfilmung ist ebenfalls äußerst empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Rabenfrau

    Gormenghast – ein unermesslich großes Schloß, umgeben von Gormenberg und Krüppelwald. Ein dunkler kalter Kasten, durchzogen von engen Gängen, Spinnweben, modrigen Balken und teilweise vollständig in Vergessenheit geratenen Burgflügeln. Geimnissvolle und mystische Rituale durchdringen das Dasein der Burgbewohner und bestimmen den gesamten Ablauf im Leben auf Gormenghast. In diese Welt wird Titus hineingeboren, Sohn und Erbe von Sepulchrave Groan, dem 76. Graf Groan. Doch weder sein Vater noch seine Mutter Gräfin Gertrude, scheinen irgendwelche zärtlichen Gefühle für ihn zu hegen, und auch seiner älteren Schwester Fuchsia ist er zunächst ein Dorn im Auge. Während Titus die ersten zwei Jahre seines Lebens hinter den Mauern des Schlosses verbringt, schwingt sich der junge Steerpike zu ungeahnten Höhen auf. Vom einfachen Küchenjungen wird er zum Gehilfen des Leibarztes, und letztendlich gelingt es ihm durch seine verschlagene und doch geniale Intelligenz selbst Mitglieder der Grafenfamilie von sich abhängig zu machen. Von Ehrgeiz getrieben gelangt er unentdeckt immer mehr an Macht und Einfluss. Intrigen, Verrat und Mord bestimmen das Geschehen, und doch liegt ein Hauch an Veränderung in der Luft, als Titus gezwungen ist sein Erbe viel zu früh anzutreten… „Gormenghast – Der junge Titus“ erschien bereits im Jahre 1946 im englischen Original (Tolkien’s „Der Herr der Ringe“ wurde 1954 veröffentlicht), und feierte die deutsche Erstveröffentlichung 1982. Ich bin durch Zufall auf Peake’s Werk aufmerksam geworden, da Klett-Cotta in diesem Jahr eine Neuausgabe der beiden Gormenghast-Bände herausbrachte. Und da man anhand des Klappentextes recht wenig von der eigentlich Handlung erfahren konnte, reizte mich das Buch doch ungemein. Zugegeben, zu Beginn habe ich mich schwer getan. Die Geschichte kommt sehr langsam in Schwung. Peake nimmt sich viel Zeit die Burg und seine Bewohner entsprechend in Szene zu setzen. Titus, zwar Titelgeber, kommt kaum zum Zuge, da er am Ende des ersten Bandes gerade einmal knapp zwei Jahre alt ist. Dominierender Charakter ist eindeutig Steerpike. Facettenreich, intelligent, ehrgeizig, und darauf bedacht, aus jedweder Situation das für ihn beste zu machen und möglichst viel macht innerhalb der Burgmauern zu erlangen. So schreckt er nicht zurück vor Verrat, Manipulation und riskiert leichtfertig Leben und Schicksal anderer Menschen. Dennoch ist er faszinierend, und mir persönlich doch auf seltsame Art sympathisch. Neben Steerpike füllen diverse andere Personen die Handlung, meiner Meinung nach ein Sammelsorium menschlicher Grotesken. Der Erste Diener Flay, Küchenchef Swelter, Gräfin Gertrude, Graf Sepulchrave, Nannie Slagg, Fuchsia, Doktor Prunesquallor, sie alle haben ihre ganz persönlichen Eigenheiten und Macken. Dies unterstreicht Peake zusätzlich durch die Art, wie sich die einzelnen Charaktere artikulieren. Sprachlich ist „Gormenghast“ wunderbar verfasst und lässt sich wunderbar lesen, vorausgesetzt man ist bereit sich auf Peake’s Stil einzulassen. Wenn man das denn tut, eröffnet sich einem eine faszinierende Welt, mit eben solchen Persönlichkeiten. Definitiv einen Blick wert, denn meiner Meinung nach handelt es sich bei „Gormenghast – Der junge Titus“ um ein wahres Meisterwerk. Ich zumindest bin restlos begeistert.

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    • 3

    Charlousie

    08. February 2011 um 23:49
  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Claudia-Marina

    Kennt ihr das, wenn irgendwas einfach zu viel ist? Zu süß, zu fettig – wie Schwarzwälderkirschtorte mit extra Sahne obendrauf. Und dann wird’s langweilig. So ging es mir leider mit Gormenghast. Aber ich fange einfach mal von vorne an. Gormenghast ist ein uraltes Schloss – voller skurriler Gestalten – und voller bizarrer Rituale, an die man sich genauestens halten sollte, wenn man im Schloss leben will. Der sechsundsiebzigste Lord Groan – Sepulchrave - ist gerade zum zweiten Mal Vater geworden, nach Tochter Fuchsia hat ihm seine Frau Gertrude nun einen Sohn geboren – Titus, den siebenundsiebzigsten Lord Groan. Weil aber der Lord und die Lady so gar keine Lust auf ihren Sprössling haben – oder weil es das Regelwerk so will – wird er von einer Amme großgezogen, abseits seiner Eltern. Zum Glück für ihn, denn Nannie Slagg scheint die einzige halbwegs normale Person im Schloss zu sein – seine Schwester Fuchsia kann man jedenfalls nicht dazu zählen, denn die ist dauerdepressiv und in ihrer eigenen Welt versunken. Alle anderen Gestalten würde man wohl eher in einer Geisterbahn antreffen. Gertrude – seine Mutter – umgibt sich gerne mit weißen Katzen – die Zwillinge Lady Cora und Lady Clarice pflegen ihre Neurosen in ihren lilafarbenen Kleidern – Diener Flay schleicht mit knackenden Kniegelenken durchs Schloss – und dies sind nur die schweren Fälle von Bizarrerie! Damit wäre der Inhalt leider schon grob umrissen – denn zu viel verraten möchte ich natürlich auch nicht – doch eigentlich passiert auch nicht viel. Jedenfalls nichts, was mich mitgerissen hätte - trotz der bildreichen Sprache, bunt, schillernd, abgefahren – Ausdrücke wie „im Namen des Strumpfwarengewerbes“ oder „Bastardwelpe einer Hurenratte“ werden mir zwar im Gedächtnis bleiben, aber das war es dann auch. Für mich gehört zu einem Roman auch immer eine spannende Geschichte – nicht nur sprachliche Finesse. Oder ein abgefahrenes Personal. Bei diesem Roman tut es mir wirklich leid, dass es mich nicht mehr berührt hat, eben weil die Sprache so einzigartig ist – aber in dieser geballten Form ist es einfach zu viel – an mehr als 600 Seiten Sprachexplosion kann man sich eben auch leicht überfressen. Was mich aber sehr beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass Gormenghast mittlerweile 64 Jahre alt ist – geschrieben im Jahr 1946 – und immer noch nicht verstaubt – im Gegensatz zum Schloss.

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    • 2
  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Belladonna

    10. January 2011 um 15:06

    Beschreibung: Gormenghast ist das riesige und majestätische Schloß und Stammsitz des Grafan Groan und seiner Familie. Die phantastische Geschichte um Gormenghast und seine außergewöhnlichen Bewohner spielt in keiner bestimmten Zeit und wird durch das bunte Schloßleben voller Intrigen und Ritualen erst so richtig spannend. Der sechsundsiebzigste Graf Groan (Sepulchrave) wurde nun zum zweiten Mal nach Fuchsia Vater, und dieses Mal hat ihm seine Frau Gertrude einen Sohn (Titus) geboren. Der kleine Titus wird der alten Kinderfrau Nannie Slagg anvertraut, da die Eltern so gar nichts mit einem jungen Baby anfangen können. Auf die Geburt des jungen Titus folgen eine Menge bizzarer Rituale und auch sonst ist viel los auf dem Schloss Gormenghast. Meine Meinung: >>Der junge Titus>Gormenghast<<. Nach einem treffenden Vorwort von Kai Meyer (in dieser Neuauflage) taucht man in das völlig skurille wie auch phantastische Schlossleben Gormenghasts ein. Die Schreibweise von Mervyn Peake ist typisch ausschweifend für die klassische Literatur der 50er Jahre. Durch die detaillierte Erzählweise rückt Mervyn Peake ein grelles Hintergrundbild für eine phantastische Geschichte zurecht. Die Charaktere sind mit viel Liebe fürs Detail geschaffen und eine jede nimmt einen schrulligen Charakterzug für sich in Anspruch. Sei es die alte herzkranke Nannie Slagg, der spinnenartige Diener Flay oder der dicke Küchenchef Swaltor. Jede Figur an sich ist so Einzigartig, dass man sie einfach lieben muss! Der Handlungsverlauf an sich ist zwar nicht sehr spannend, da sich Mervyn Peake mit seinen vielen ausführlichen Beschreibungen ziemlich verzettelt, macht den Roman für mich aber deshalb nicht uninteressanter. Ganz im Gegenteil >>Der junge Titus<< ist ein unterhaltsamer Roman in dessen Vordergrund die vielschichtigen Beziehungen und Verknüpfungen zwischen den außergewöhnlichen Charakteren steht. Mit viel sprachlicher Finesse und einem präzisen Gespür für das Abstruse verdient der erste Band von Gormenghast 5 von 5 Sterne. Mein Fazit: Ein phantastischer Klassiker der in keinem Bücherregal fehlen sollte.

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  • Rezension zu "Gormenghast / Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. January 2011 um 15:47

    Inhalt: Gormenghast ist das schier unendlich große Anwesen des Grafen Goan, umgeben von dem Dörchen Gormenberg und den Untiefen des Krüppelwaldes. Dieses Anwesen ist in der Tat so groß, das manche seiner mit Spinnenweben durchzogenen Flügel beinahe in Vergessenheit geraten sind. Neben den Familienangehörigen des Grafen Goam finden ebenfalls unzählige Bedienstete hier ihre Unterkunft, unter anderem der mehr als fette Küchenmeister Swelter oder Nannie Slagg. Aus dem herschenden Alltagstrott wird die gesamte Burg gerissen, als der Tronfolger, der junge Titus, geboren wird. Doch scheint nicht jeder so erfreut, wie man nun denken möchte. Weder von seiner Mutter, Gräfin Gertrude, noch von seinem Vater, dem 76. Grafen Groan, kann er elterliche Gefühle erwarten. Stattdessen wird er in die Obhut von Nannie Slagg und einer Amme aus Gormberg gegeben. Auch für seine seltsame Schwester Fuchsia ist der Neuankömmling alles andere als eine Wonne. Lediglich dem jungen Steerpike, einme Küchengesellen, gelingt es durch Intelligenz und Gewitztheit an Stellung zu gewinnen und sogar Mitglieder der Grafenfamilie von sich abhängig zu machen. Der Burgalltag ist bestimmt von Mord, Intriegen und Hinterhalt, bis der junge Titus sein Erbe früher als gedacht antreten muss und somit frischen Wind in die Burggemäuer bringt. Meine Meinung: Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch die Empfehlung von HerraTulitikku. Spätestens bei dem Vergleich zu Tim Burtons Weltern war mein Interesse ungezügelt. Und ich wurde keinstenfalls enttäuscht. Herrlich absurd, großartiger Schreibstil, liebevoll-abstruse Charaktere, eine düstere Grundstimmung…alles was mein Herz begehrt! Besonders ins Herz geschlossen habe ich die verschrobene, große Schwester von Titus, Fuchsia, da ich mich so oft mit ihr identifizieren konnte. Doch jede einzelne der Figuren, und sei sie auch noch so hinterhältig und gemein, hat ihre Daseinsberechtigung und möchte nicht mehr gemisst werden, ist man erst ein Mal in den Mauern Gormenghasts gefangen. Erstaunlich scheint es schon fast, dass dieses Buch bereits 1946 geschrieben wurde, da es in keiner Situation verstaubt oder altbacken scheint. Trotz der immerhin 616 Seiten hat das Buch keine Längen aufzuweisen, jedoch nur, wenn man sich auf die teilweise langen Beschreibungen der Umgebung einlässt, was mir nicht schwer gefallen ist, da es sich hierbei nicht um Wiesen und Wälder handelt, sondern um ein labyrinthartiges, düsteres Gebäude. Fazit: Eine absolute Kaufempfehlung ohne Abstriche, für jeden Fantasy-Fan mit Hand zum Absurden!

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  • Rezension zu "Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Joshy2

    04. January 2011 um 20:54

    Ein hochgelobtes Buch, ein hochgelobter Schriftsteller. Man wird in eine sehr unwirkliche unrealistische Welt geführt, die vom ziemlich verkopften Schriftsteller beschrieben wird. Alle Protagonisten haben irgend eine Eigenart, die teils witzig und teils auch nervig ist. Trotz allem wird man gefesselt und gepackt von dieser komisch anmutenden Szenerie. Leider ist von der versprochenen "Fantasy"- Welt noch nichts zu merken im ersten Band, aber da das Werk auf 10 Bände angelegt war, von denen 3 Bände veröffentlicht wurden, bevor der Peake erkrankte und starb, lässt dies bei den nächsten zwei Folgebänden ja noch hoffen.

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  • Rezension zu "Der junge Titus" von Mervyn Peake

    Gormenghast - Der junge Titus

    Eltragalibros

    05. October 2008 um 13:55

    Der erste Band der Gormenghast-Trilogie ist durchaus interessant geschrieben und der Leser fühlt sich schnell in die Welt des Schlosses, seine Wesen und Bewohner ein. Teilweis lässt es sich ein bisschen schwer lesen, da es schon älter ist, aber dennoch ein schöner Fantasy-Genuss garantiert.

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