Metin Arditi

 3.6 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Tochter des Meeres, Le Turquetto und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Metin Arditi

Metin ArditiTochter des Meeres
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Tochter des Meeres
Tochter des Meeres
 (1)
Erschienen am 16.02.2009
Metin ArditiTochter des Meeres
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Tochter des Meeres
Tochter des Meeres
 (14)
Erschienen am 18.04.2011
Metin ArditiLe Turquetto
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Le Turquetto
Le Turquetto
 (1)
Erschienen am 08.06.2013
Metin ArditiPrince d'orchestre
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Prince d'orchestre
Prince d'orchestre
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Erschienen am 05.02.2014
Metin ArditiLa confrérie des moines volants
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La confrérie des moines volants
La confrérie des moines volants
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Erschienen am 25.09.2014

Neue Rezensionen zu Metin Arditi

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Barbara62s avatar

Rezension zu "Tochter des Meeres" von Metin Arditi

Wie eine griechische Tragödie
Barbara62vor 3 Jahren

1930 kommen zwei Brüder auf die kleine griechische Insel Spetses, wo sie es dank harter Arbeit und Zusammenhalt zu bescheidenem Reichtum bringen. Während Nikos bald Vater eines Sohnes wird, muss Spiros lange auf die Tochter Pavlina warten.

Dann verunglücken die Brüder beim Fischen mit Dynamit, nur Spiros' Frau ahnt die Wahrheit. Und als Pavlina, die ihren Cousin schon immer liebt, eine Liebesnacht mit ihm erzwingt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Der atmosphärisch dichte Roman des Türken Metin Arditi erinnert an eine griechische Tragödie, wird aber durch die Sonne und die Farben Griechenlands nie düster.

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RosaEmmas avatar

Rezension zu "Tochter des Meeres" von Metin Arditi

Eine Hymne auf das Leben...
RosaEmmavor 3 Jahren

Griechische Tragödie in neuem Stil

Metin Arditis Tochter des Meeres ist eine spannungsreiche, sehr berührende Familiengeschichte - eine moderne griechische Tragödie wie sie brisanter und fesselnder nicht sein könnte. Doch trotz aller Dramatik sprüht sie vor Lebendigkeit und Lebensfreude. Darin liegt für mich auch die Anziehungskraft des Buches, das grossartig erzählt und voller Poesie ist und den Leser aufgrund seiner kontroversen Thematik so schnell nicht mehr loslässt.

Mysteriöser Tod zweier Brüder

Die Geschichte beginnt im Jahre 1952 auf Spetses, einer schönen, noch unberührten griechischen Insel. Die beiden Brüder und erfahrenen Fischer Spiros und Nikos Louganis kommen bei einem mysteriösen Bootsunfall auf dem Meer ums Leben. Ihre Familien, Spiros' Frau Magda und seine Tochter Pavlina sowie Nikos' Frau Fotini und sein Sohn Aris, sind verzweifelt, denn sie sind von nun an auf sich allein gestellt. Doch sie geben nicht auf und versuchen, diese schwierige Lebenssituation so gut es geht zu bewältigen. Magda findet Arbeit bei einer amerikanischen Familie und auch die Kinder verdienen ihr erstes Geld: Pavlina als Näherin und Aris als Tischler.

Fatale Liebe

Als die Insel 1957 mehr und mehr vom Tourismus erschlossen wird, entschließen sich Pavlina und Aris, das Unglücksboot ihrer Väter zu reparieren und in den Sommermonaten Bootstouren für die gut zahlenden Touristen zu veranstalten, da diese wesentlich mehr Geld einbringen als ihre Jobs in der Näherei bzw. Tischlerei. Für die 17-jährige Pavlina erfüllt sich ein Traum, denn sie ist heimlich in ihren Cousin Aris verliebt und nichts macht sie glücklicher, als mit ihm gemeinsam auf dem Meer zu sein. Sie verliert sich in Tagträumen, bis Aris ihr mitteilt, dass er sie zwar wie eine Schwester liebt, aber ihre romantischen Gefühle nicht erwidern kann. Er offenbart Pavlina sein Geheimnis, das einen Skandal heraufbeschwören würde, wenn es herauskäme. Für Pavlina bricht eine Welt zusammen und sie weigert sich, die Realität zu sehen. Sie versucht, Aris' Liebe zu erzwingen, und in einem schwachen Moment kommt es dann zu einer folgenschweren Nacht, deren weitreichende Konsequenzen beide Familien in den Abgrund ziehen...

Hymne auf das Leben

Metin Arditi ist ein großartiger Erzähler. Er versteht es, den Leser mit dieser außergewöhnlichen Geschichte in seinen Bann zu ziehen, aber er verlangt ihm auch Einiges ab. Tochter des Meeres ist ein Roman voller Emotionen, Leidenschaften, Geheimnisse und Tragödien - doch er ist vor allem eines: eine Hymne auf das Leben. Ganz egal, was seinen Protagonisten auch Schlimmes widerfährt, sie stehen wieder auf und machen weiter - und in kleinen kostbaren Momenten ist das Buch erfüllt von der Freude und der Lust am Leben. Und so steht dann auch am Ende nicht der tragödienübliche Untergang, sondern die Hoffnung auf einen Neuanfang, der beweist, dass das Leben trotz allem der Mühe wert ist.

Multitalent Metin Arditi: Physiker, Geschäftsmann, bedeutender Mäzen und erfolgreicher Schriftsteller

Metin Arditi wurde 1945 in Ankara geboren, wuchs aber in Genf auf, wo er auch heute noch lebt. Er studierte Physik/Atomwissenschaften in Lausanne und später dann Wirtschaftswissenschaften an der Business School der Universität Stanford/USA. 1988 gründete er seine Stiftung Arditi und ist heute ein einflussreicher Mäzen und Kulturförderer, der in einer Vielzahl von kulturellen Institutionen engagiert ist (er ist u.a. Präsident des renommierten Orchestre de la Suisse Romande). Arditi begann seine schriftstellerische Karriere vor ca. 17 Jahren. Tochter des Meeres ist sein fünfter Roman, der mit dem französischen Prix Version Femina ausgezeichnet wurde.

Metin Arditi hat leider keine eigene Website. Ein sehr gutes (wenn auch älteres) Interview mit ihm mit dem Titel Kunst braucht keine Erklärung findet ihr bei SWI swissinfo.ch unter folgendem Link: http://www.swissinfo.ch/ger/-kunst-braucht-keine-erklaerung--/6390666.

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Lesegenusss avatar

Rezension zu "Tochter des Meeres" von Metin Arditi

Rezension zu "Tochter des Meeres" von Metin Arditi
Lesegenussvor 7 Jahren

Schon von Beginn der Handlung an versteht es der Autor Metin Arditi, den Leser an seine Geschichte zu fesseln. Durch die bildliche Darstellung, die Schilderung der Schauplätze fühlt man sich zurückversetzt in das Griechenland Mitte des 20. Jahrhunderts. Handlungsort ist die Insel Spetses, die Welt der Fischer auf Spetses und einer tragischen Familiengeschichte. Was zu Beginn wie ein Unglücksfall aussieht und geschildert wird, bei dem beide Brüder Spiros und Nikos Louganis ums Leben kommen, stellt sich letztendlich als Selbstmord und Mord da. Im Jahr 1930 verlassen beide Brüder ihre Heimatinsel, auf der Suche nach neuer Arbeit, neues Glück, von einer Insel zur anderen, bis sie schließlich im Januar des darauffolgenden Jahres auf der Insel Spetses beim Kloster um Arbeit nachfragen
Seit dem 12. Jahrhundert lebten auf Spetses Albaner, die vor der Zwangsislamisierung durch die Ottomanen geflohren waren und deren Nachfahren den Türken gegenüber eine heftige Abneigung bewahrten (S. 16 2. Abs.).
Für das Kloster waren die beiden ein Glücksgriff. Sie schuften bis zum Umfallen, um das Klostergelände wieder urbar zu machen. Spiros verliebt sich in Magd, die albanischer Abstammung ist und heiratet sie mit Erlaubnis der Klostervorsteherin. Magda wiederum verkuppelt Nikos mit Fotini, die mit sieben Jahren ins Kloster kam. Arbeitsam wie beide Brüder waren, gelingt es ihnen, sich durch ihre Fischerei einen gewissen Wohlstand zu verschaffen. Erst ein Stück Land, dann ein großes, zweistöckiges Haus für beide Paare zusammen.
Fotini und Niko haben gerade ihr erstes Kind bekommen, einen Sohn, Aris. Etliche Jahre später kommt Pavlina zur Welt, Tochter von Spiros und Magda. Doch ist sie wirklich seine Tochter? Spiros Zweifel werden immer größer. Pavlina, ein echtes Kind von Kaymnos, der Insel, von der er, Spiros, stammte. Nicht nur er, auch sein Bruder Nikos. Nach einer schlimmen Nacht der Zweifel zwingt er seine Frau zur Wahrheit. Ein sorgsam gehütetes Geheimnis kommt nunmehr zutage. Noch am gleichen Tag kommt es zum Mord und Selbstmord.
Wenige Jahre später, nach dem Verlust der beiden Ehemänner, der beiden Väter, beginnt Pavlinas Geschichte. Die Familie bringt das Schiff wieder auf Vordermann für die Touristen, die auf die Insel kommen. Pavlina ist in Aris verliebt, doch dieser liebt Männer. Das hält sie nicht ab, ihn in einer Nacht zu verführen. Sie wollte immer nur Aris. Nach dem sexuellen Akt geht Aris ins Wasser und ertrinkt. Pavlina ist von ihm schwanger geworden, doch sie muss ihr Kind zur Adoption freigeben. Sie beide, Aris und Pavlina, sind Geschwister, aber beide kannte das Geheimnis nicht. Pavlina sucht ihr ganzes Leben nach ihrem Kind, das Ergebnis ihrer verlorenen Liebe zu Aris.
Es geschieht nicht oft, dass mich ein Buch derart in den Bann gezogen hat, um es in eins durchzulesen. Anhand der knapp 256 Seiten war das nicht so problematisch, als wenn ich ein Buch mit 400 Seiten und mehr vor mir liegen habe.
Der Autor hat in „Tochter des Meeres“ eine Tragödie beschrieben, wie sie sich auch heutzutage zutragen könnte. Themen u. a. Liebe, Homosexualität, aber auch Hass und Mord finden sich hierin wieder. Metin Arditi hat eine sehr berührende Art zu schreiben.
Fazit:
„Tochter des Meeres“ entspricht nicht der normalen Vorstellung eines Liebes- bzw. Frauenromans. Wer etwas anderes, außergewöhnliches lesen möchte, nicht diese normalen Herzschmerzgeschichten, Liebe und Freundschaft schätzt, der sollte diese Lektüre nicht verpassen.
Eine besondere Kunst des Schreibens, vor allem der Übersetzerin sei Dank, ein Lesegenuss.

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