Manch eine Geschichte in der Sammlung des 1985 verstorbenen Autors Metin Eloğlu macht wütend auf den Protagonisten. Manch eine lässt den Leser fassungslos und fragend zurück, eine andere erzeugt Mitleid.
Stets liegt es daran, dass die hauptsächlich in den 1950er Jahren geschriebenen Texte von Menschen handeln, die (um es vorsichtig zu formulieren) nicht das große Los gezogen haben. Vieles wird nur angedeutet, manches würde man als Leser gerne noch in Erfahrung bringen, anderes will man lieber gar nicht wissen. Doch auch der kurze Eindruck zählt und erinnert uns in jeder Geschichte daran, wie die Türkei früher einmal aussah und stellenweise heute noch aussieht.
Erwähnenswert ist noch, dass die Geschichten auch im türkischen Original erst posthum veröffentlicht wurden, denn der Autor war zu Lebzeiten eher als Dichter und Maler bekannt. Die ersten Geschichten dieser chronologischen Anthologie lesen sich dementsprechend als Kurzgeschichten (manchmal mit Ich-Erzähler), doch nach hinten raus nehmen Texte zu, die als Briefe oder Tagebucheinträge gelesen werden könnten. Inwieweit diese autobiografisch sind, weiß ich nicht. Ich hoffe für den Autoren allerdings, dass sie es nicht sind.


